Sunnitisch · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen
„Botschaften der Sure Tekwir“
DITIB Religionsamt ·
DITIB ·
2024-11-01
· Köln
· Quelle
Verantwortung · Hauptbotschaft
Gerechtigkeit · tragend
Umkehr · tragend
Der Mensch ist auf dem Weg in eine Zukunft, in der er für jede Tat Rechenschaft ablegen muss, und sollte sich durch tägliche Selbstprüfung auf diese Begegnung vorbereiten.
Lassen sie uns selbst jeden Tag diese Frage stellen: „Wohin führt unser aktueller Weg?" Wo gehen wir hin? Wo gehen wir als Gesellschaft hin? Wo gehen wir als Muslime hin? Wo gehen wir als Menschheit hin?
Der Text ist eine Freitagspredigt der DITIB zur Sure Tekwir (81). Sie wird als eine der Suren vorgestellt, die den Propheten tief berührten und ergraut hätten. Die Predigt beschreibt die kosmischen Zeichen des Jüngsten Tages: Erlöschen der Sonne, Herabfallen der Sterne, Erschütterung der Berge, Kochen der Meere. Danach folgt die Wiederauferstehung und die individuelle Rechenschaft, veranschaulicht am Beispiel des lebendig begraben Mädchens. Die Sure wird als Ermahnung für alle Welt gedeutet, die den geraden Weg nehmen will. Die Predigt richtet die Frage 'Wohin geht ihr?' an die Zuhörer und fordert zur Selbstprüfung auf. Sie schließt mit einem Bittgebet des Propheten vor schlechtem Charakter, schlechten Taten und falschen Überzeugungen.
- Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
-
Abkehr von Gott, Gleichgültigkeit, Götzendienst; Sünde, persönliches Versagen, Schuld vor Gott
- Wo sitzt das Übel?
-
im Herzen, im Willen, in der Seele des Einzelnen
- Was hilft dagegen?
-
innere Wandlung, Reue, Sinnesänderung; Einsicht, Lernen, Aufklärung, richtige Erkenntnis
- Was ist der Mensch nach diesem Text?
-
von Gott gewollt, mit Aufgabe und Verantwortung
- Wohin geht die Geschichte?
-
eine Wende, ein Kommen, eine neue Ordnung steht bevor
- Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
-
auf den Stifter oder Propheten der Tradition; auf die heilige Schrift der eigenen Tradition
- Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
-
jedem Menschen, ohne Ansehen des Glaubens
- Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
-
auf die eigene Gemeinschaft und sich selbst
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Wozu der Text aufruft
- sich selbst die Frage stellen, wohin der eigene Weg führt (innerlich)
- sich auf den Tod und die Wiederauferstehung vorbereiten (innerlich)
- Zuflucht vor schlechtem Charakter, schlechten Taten und falschen Überzeugungen suchen (rituell)
Genannte Stellen
Koran 81:1-6 · Koran 81:7-14 · Koran 81:15-28 · Koran 81:26 · Koran 102:8 · Tirmizi, Sunen, Tefsiru'l-Koran, 56 · Bukhari, Sahih, Edeb, 96 · Tirmizi, Sunen, Daawat, 126
Gemessen
- Grundhaltung
- -1 von -2 bis 2
- Eindringlichkeit
- 3 von 3
- Reichweite
- 3 von 5
- Konkretheit
- 2 von 3
- Abgrenzung
- 0 von 3
- Zeitbezug
- früher 1, jetzt 2, künftig 3
Ausgewertet mit qwen3.8-27b, Fassung v3.
Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.
Wortlaut anzeigen
„Botschaften der Sure Tekwir“
(01.11.2024)
Unser Prophet (s) sagte, dass ihn manche Suren tief berührt und sogar altern lassen haben. Die Verse, die den Schrecken des Jüngsten Tages und die Verantwortung des Menschen schildern, haben tiefe Spuren in seinem erhabenen Herzen hinterlassen. Eine der Suren, die die Haare des Propheten ergrauen ließ, ist die Sure Tekwir.1 In meiner heutigen Freitagspredigt möchte ich über diese Sure sprechen.
Werte Gläubige!
Die Sure Tekwir steht in der Offenbarungsreihenfolge an siebter Stelle. Sie wurde in der mekkanischen Periode offenbart und umfasst 29 Verse. Sie beginnt mit einer erschreckenden Beschreibung, wie das Universum zunichte gehen wird. Es wird ein Bild der kommenden Zukunft vor unseren Augen gezeichnet: Eine Zeit wird kommen, in der die Sonne erlöschen wird; die Sterne werden einer nach dem anderen herabfallen und die Berge werden aus ihrem Platz gerissen. Dieses Geschehen wird so erschütternd sein, dass der Mensch selbst die Dinge, die er in dieser Welt liebt, nicht mehr wahrnehmen wird. Die Gleichgewichte der Natur werden so stark gestört sein, dass selbst gegeneinander feindlich gesinnte wilde Tiere nebeinander stehen werden. Vulkanausbrüche werden die Meere zum Kochen bringen, und die Ozeane werden sich förmlich in kochende Kesseln verwandeln.2
Diese erschreckenden Bilder sind nur ein Teil der großen Veränderungen, die mit dem Eintreten des Jüngsten Tages geschehen werden. Danach wird jeder Mensch für seine Taten zur Rechenschaft gezogen. Die Seele und der Körper, die im Sterbeprozesses voneinander getrennt wurden, werden mit der Wiederauferstehung wieder zusammengeführt und geformt. Dann wird die Rechenschaft für die Taten abzulegen sein. Das Mädchen, das nur wegen ihres Geschlechts lebendig begraben wurde, wird gefragt werden, wegen welcher Schuld es getötet wurde. Alle Mörder werden zusammen mit den von ihnen getöteten Kindern vor Gericht stehen und zur Rechenschaft gezogen. Die Tatenbücher werden geöffnet und alle verborgenen Wahrheiten werden ans Licht kommen. Das Feuer der Hölle wird angefacht, das Paradies nähergebracht und der Mensch wird an diesem Tag erfahren, was er getan hat.3
Werte Gläubige!
In der Sure werden die Ereignisse nach dem Eintreffen des Jüngsten Tages und der Wiedererschaffung von unserem erhabenen Schöpfer geschildert. Seine Botschaften werden mit den folgenden Worten fortgeführt: „Ich schwöre bei den Sternen, die auf ihren Bahnen fließen und auf- und untergehen, und bei der Nacht, wenn sie dunkelt, und dem Morgen, wenn er aufatmet! Der Koran ist wahrlich das Wort eines edlen Gesandten. Und euer Gefährte ist nicht besessen; wahrlich, er sah den Erzengel Gabriel, und er enthält das Wissen über das Verborgene nicht vor euch. Auch ist der Koran nicht das Wort eines verdammten Satans. (…) Der Koran ist nur eine Ermahnung für alle Welt, für jeden von euch, der den geraden Weg nehmen will.“ (…)4
Meine Geschwister!
Das Leben ist ein Weg und der Mensch ist Reisender auf diesem Weg. Der erhabene Allah, der sowohl Besitzer des Weges als auch des Reisenden ist, stellt uns im 26. Vers der Sure Tekwir die Frage: „Fe eyne tezhebûn?/Wo geht ihr hin?“ Meine Geschwister! Lassen sie uns selbst jeden Tag diese Frage stellen: „Wohin führt unser aktueller Weg?“ Wo gehen wir hin? Wo gehen wir als Gesellschaft hin? Wo gehen wir als Muslime hin? Wo gehen wir als Menschheit hin? Auf die Frage „Wann wird der Jüngste Tag einbrechen, o Gesandter Allahs?“ entgegnete unser Prophet: „Was hast du dafür vorbereitet?“5 Sind wir auf den Tod vorbereitet, meine Geschwister? Sind wir bereit auf die Wiederauferstehung? Sind wir vorbereitet auf jenes große Gericht, worin wir Rechenschaft für die uns geschenkten Möglichkeiten abzulegen haben?6 Möge der erhabene Schöpfer uns zu denen gehören lassen, die bereit für die Reise ins Jenseits sind.
Mit einem schönen Bittgebet, das unser Prophet formulierte, möchte ich meine Worte beenden: „O Allah! Ich suche Zuflucht bei Dir vor schlechtem Charakter, schlechten Taten und falschen Überzeugungen.“7
Die DITIB-Predigtkommission
1. Tirmizi, Sunen, Tefsiru’l-Koran, 56.
2. Tekwir, 81/1-6.
3. Tekwir, 81/7-14.
4. Tekwir, 81/15-28.
5. Buchari, Sahih, Edeb, 96.
6. Takasur, 102/8.
7. Tirmizi, Sunen, Daawat, 126.
2024-11-01
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