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Sunnitisch · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen

Die gesegneten drei Monate und die Raghâʾib-Nacht

DITIB Religionsamt · DITIB · 2024-12-27 · Köln · Quelle

Umkehr · Hauptbotschaft Gemeinschaft · tragend Verantwortung · tragend

Der Übergang ins neue Jahr und der Beginn der heiligen Monate sind eine dringende Gelegenheit, durch innere Umkehr, ethisches Handeln und Respekt vor der Schöpfung die eigene Verantwortung vor Gott und den Menschen wahrzunehmen.

Ein guter Muslim zu sein, setzt voraus, ein guter Mensch zu sein. Zeigen wir der Würde des Menschen, seinem Leib und seinem Besitz mehr Achtung als je zuvor – unabhängig von seiner Weltanschauung oder seinem Glauben.

Der Text ist eine Freitagspredigt der DITIB, die den Übergang vom Jahr 2024 zum 2025 mit dem Beginn der drei gesegneten Monate Radscheb, Schaʿbân und Ramadan verknüpft. Sie erinnert an die Vorbildfunktion des Propheten, der in dieser Zeit seine Gottesdienste verstärkte, und ruft die Gläubigen auf, die Raghâʾib-Nacht als Zeit der Gnade zu nutzen. Ein zentraler Punkt ist die Mahnung zur Sterblichkeit: Das letzte Freitagsgebet des Jahres könnte das letzte im Leben sein, was zu ständiger Bereitschaft für das Jenseits aufruft. Die Predigt betont die Verantwortung des Einzelnen, sein 'Buch' der Taten durch gute Werke und aufrichtige Reue (Tawba) zu füllen. Es wird gefordert, die Würde des Menschen unabhängig von dessen Weltanschauung zu achten und sich ethisch korrekt zu verhalten. Konkrete Handlungsanweisungen umfassen den Verzicht auf Alkohol, Glücksspiel und Umweltverschmutzung durch Feuerwerke. Der Text schließt mit dem Appell, das neue Jahr als ehrbare Diener Gottes zu beginnen und in Harmonie mit der Schönung zu leben.

Weltbild

was das heißt
Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
Sünde, persönliches Versagen, Schuld vor Gott; Krankheit, Tod, Vergänglichkeit als Grundproblem (erschlossen)
Wo sitzt das Übel?
im Herzen, im Willen, in der Seele des Einzelnen
Was hilft dagegen?
innere Wandlung, Reue, Sinnesänderung; Gebet, Gottesdienst, Meditation, wiederholte Übung
Was ist der Mensch nach diesem Text?
von Gott gewollt, mit Aufgabe und Verantwortung
Wohin geht die Geschichte?
die Botschaft steht außerhalb der Geschichte
Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
auf die heilige Schrift der eigenen Tradition; auf den Stifter oder Propheten der Tradition
Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
jedem Menschen, ohne Ansehen des Glaubens
Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
auf die eigene Gemeinschaft und sich selbst

Verwandte Texte aus anderen Traditionen

nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition

Wozu der Text aufruft

Genannte Stellen

Ahmed bin Hanbel, Musned 1/259 · el-Infitâr, 82/11-12 · el-Isra, 17/14 · el-Maide, 5/90 · Buchârî, Bed’u’l-Chalq, 2

Gemessen

Grundhaltung
1 von -2 bis 2
Eindringlichkeit
2 von 3
Reichweite
3 von 5
Konkretheit
3 von 3
Abgrenzung
0 von 3
Zeitbezug
früher 1, jetzt 2, künftig 3

Ausgewertet mit qwen/qwen3.8-27b, Fassung v3. Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.

Wortlaut anzeigen
Die gesegneten drei Monate und die Raghâʾib-Nacht (27.12.2024) Liebe Geschwister! Verehrte Gläubige! Wir stehen am Ende eines weiteren Jahres. Mit all seinen süßen und bitteren Momenten neigt sich das Jahr 2024 dem Ende zu. Möge Allah uns ermöglichen, im kommenden Jahr noch mehr Gutes zu tun als im vergangenen. Möge das Jahr 2025 für die gesamte Menschheit ein Jahr der Gnade, der Gerechtigkeit, der Brüderlichkeit und des Friedens werden. Geschwister im Glauben! Der erste Tag des neuen Jahres fällt zugleich mit dem Beginn der gesegneten drei Monate zusammen: Radscheb, Schaʿbân und Ramadan. So Gott will, werden wir am Mittwoch, den 1. Januar, den Monat Radscheb willkommen heißen und am Donnerstag, den 2. Januar, die Nacht der Wünsche, die gesegnete Raghâʾib-Nacht, erleben. Möge Allah uns zu jenen zählen, die diese Atmosphäre der göttlichen Gnade zu nutzen wissen. Werte Gläubige! Mit der Ankunft des Radscheb verspürte unser Prophet in seinem Inneren eine tiefe Festtagsfreude. In diesen Monaten widmete er sich verstärkt freiwilligen Gottesdiensten und näherte sich seinem Herrn mit unermüdlicher Hingabe. Schon zwei Monate vor Ramadan bereitete sich der Prophet intensiv vor, um möglichst viel von den Segnungen und der Gnade dieses heiligen Monats zu profitieren. Bei Eintritt des Radscheb sprach er folgendes Bittgebet: „O Allah, segne für uns den Radscheb und Schaʿbân und lass uns den Ramadan erreichen!“[1] Geschätzte Gläubige! Gleich werden wir gemeinsam das letzte Freitagsgebet des Jahres 2024 verrichten. Doch wer weiß? Vielleicht ist es auch unser letztes Freitagsgebet im Leben. Vielleicht ist die Jahreszahl 2025 jene, die einmal auf unserem Grabstein stehen wird. Liebe Geschwister! Die Welt ist vergänglich, und der Tod kommt oft unvermittelt. Seien wir jederzeit bereit für das nächste Leben, als könnte es uns in jedem Moment rufen. Die Aufzeichnungen unserer Taten werden von den Engeln geführt, die Allah uns zur Seite gestellt hat.[2] Was in dieses Register eingetragen wird, richtet sich nach unserem freien Willen. Füllen wir es daher mit Gutem und schmücken es mit Schönem. Wenn wir an jenem Tag der Abrechnung nicht bereuen wollen, dann lasst uns noch heute Veränderungen in unserem Leben vornehmen. Lasst uns sicherstellen, dass wir nicht vor Scham versinken, wenn Allah, der Erhabene, zu uns spricht: „Lies dein Buch! Du selbst genügst heute als Abrechner über dich selbst.”[3] Vergessen wir nicht: Die Tilgung unserer Sünden hängt von unserer aufrichtigen Reue ab. Wenn wir mit einem makellosen Zeugnis vor unserem Herrn stehen möchten, sollten wir unsere Fehler bereuen und mit einem festen Willen wahre Umkehr -Tewbe- üben. Jeder Atemzug, jeder Freitag ist eine Gelegenheit; die drei gesegneten Monate und die Raghâʾib Nacht sind eine Gelegenheit, die wir zu schätzen wissen müssen. Vergessen wir nicht: Ein guter Muslim zu sein, setzt voraus, ein guter Mensch zu sein. Zeigen wir der Würde des Menschen, seinem Leib und seinem Besitz mehr Achtung als je zuvor – unabhängig von seiner Weltanschauung oder seinem Glauben. Vergessen wir nicht: Der Übergang vom 31. Dezember zum 1. Januar ist nichts weiter als eine bloße numerische Veränderung. Und mit jedem vergangenen Tag nähern wir uns dem Tod. Lasst uns verantwortungsbewusst gegenüber Allah, emphatisch gegenüber den Menschen und respektvoll gegenüber der Natur sein. Schädigen wir weder Tiere noch die Umwelt durch Feuerwerke und stören wir nicht unsere Mitmenschen. Vergessen wir nicht: Keine Feierlichkeit macht das Unerlaubte erlaubt. Hüten wir uns vor Alkohol, Glücksspiel und Ähnlichem – Taten, die Allahs Wohlgefallen nicht entsprechen.[4] Denken wir daran: Auch an Neujahr sind die Schreiberengel an unserer Seite und halten all unsere Taten fest. Lasst uns versuchen, den gesegneten[5] Monat Radscheb als ehrbare Diener zu betreten. Die DITIB-Predigtkommission [1] Ahmed bin Hanbel, Musned 1/259. [2] el-Infitâr, 82/11-12. [3] el-Isra, 17/14. [4] el-Maide, 5/90. [5] Buchârî, Bed’u’l-Chalq, 2. 2024-12-27 Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form ohne schriftliche Genehmigung der DITIB reproduziert, vervielfältigt oder verarbeitet werden. 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