Lineare, kolonial geprägte Zeitvorstellungen haben zyklische, kosmisch orientierte Zeit- und Todesbilder verdrängt; ein Rückbesinnen auf diese älteren Vorstellungen ermöglicht ein erfüllteres Leben und ein gelasseneres Begegnen des Todes.
Der Text verbindet die Frage nach Zeit und Tod mit einer Kritik an linearen, kolonial geprägten Zeitvorstellungen. Er stellt dem messbaren, effizienten Zeitbegriff (Kronos) die subjektive, zyklische Eigenzeit (Kairos) gegenüber. Am Beispiel des Romans 'Momo' wird gezeigt, wie das Leben im Moment und das Zuhören dem Zeitdruck entgehen. Die Verschiebung des Neujahrs vom Frühling auf den Januar wird als historischer Beleg dafür angeführt, dass politische und militärische Interessen Zeitvorstellungen formen. Kolonialismus und Missionarstätigkeit hätten lineare, abrahamitisch geprägte Endzeitvorstellungen auf andere Kulturen übertragen und deren zyklische Zeitbilder abgewertet. Der World Happiness Report wird herangezogen, um zu zeigen, dass materieller Wohlstand nicht automatisch zu Zufriedenheit führt. Der Text plädiert dafür, sich auf kosmisch gegebene, zyklische Zusammenhänge zurückzubesinnen, die über kulturelle Unterschiede hinausgehen.
Ausgewertet mit qwen3.8-27b, Fassung v3.
Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.
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von Herzen willkommen zu unserem heutigen Wisdom Talk. Das war eine Ricitation aus der Tradition der Sikhi. Das ist eine Weisheits- und spirituell orientierte Lebensweise, die in der Region entstanden ist, die wir heute als Nordindien bezeichnen würden. Und Ricitation spielt deswegen eine wichtige Rolle, weil Flächern die Soch eben erlebt, sie ermöglicht, intuitiv Zugang zu finden, zu Spiritualität, zu sich selbst und ermöglicht auch, sich zu fokussieren, ohne dass ich erstmal die Inhalte verstehe. Das sind Inhalte, die hier rizitiert worden sind, die sind sehr weisheitsorientiert, sie sind ohne Dokumen, sie sind sehr zeitlos, sie sind sehr inspirierend, aber sie sind auch sehr komplex. Und deswegen dient das dazu, die Ricitation, dass ich einfach mal versuche, in mein Zentrum zurückzukommen. Natürlich habe ich eine Ricitation ausgewählt, die mit unserem Thema zu tun hat. Hier ging es darum, sich selbst zu fragen, warum bin ich eigentlich hergekommen? Das ist die entscheidende Frage, die wir alle haben. Sie verbindet uns, genauso wie das Thema Tod. Und ich würde auch sagen, Zeitvorstellungen uns verbinden. Es spielt überhaupt gar keine Rolle, dass ich jetzt eine dunkle Hautfarbe habe und heute zu Ihnen spreche, ich werde sterben, so wie Sie sterben. Und das, was entscheidend ist, verbindet uns immer. Und ich glaube, das ist die große Übung, die wir auch im interreligiösen Dialog gemeinsam machen können, ist immer zurückzukommen auf das, ich würde es nennen, ausgehend von unserer Tradition, was kosmisch gegeben ist. Die Kopffarben ist von uns gemacht, aber das, was das Lebens- und uns mitgibt, kosmische Zusammenhänge, existenzielle Erfahrungen, die sind von der Natur gegeben. Und sich darauf wieder zurückzubezinnen, dass es eigentlich was aus unserer Sicht im Zentrum von Religion und Spiritualität steht. Das, was ich heute sage, wird demnächst auch publiziert werden, weil ich zufälligerweise unabhängig davon, dass wir das besprochen hatten, dass es zum Thema Tod sprechen nicht gefragt wurde, ein Artikel zu schreiben zum Thema nämlich Tod- und Zeitvorstellungen. Das heißt, wenn jemand interessiert ist, kann er gerne Bescheid geben, das wird auch schriftlich publiziert werden. Ich fange aber mal an mit einem, ich weiß nicht, ob ich das Gedicht nennen würde, aber ich fange gerne so Artikel an mit ganz einfachen Dingen. Und ich habe das Thema so beschrieben, das Blatt erblüht fällt vom Baum mit Würde. Wir zur Erde bringt neues Leben hervor. Zeit und Tod sind letztlich zwei Seiten einer Medaille, denn wie wir Zeit deuten, beeinflusst ja auch, wie wir dem Tod begegnen. Und wie wir den Tod sehen, fängt sehr stark davon ab, wie wir letztlich leben. Es gibt zwei vereinfacht ausgedrückt Modelle, wie wir Zeit und damit auch am Ende den Tod vielleicht sehen können. Und das ist einmal die Eigenzeit. Kairos nennen wir das ja auch hier in diesem Kulturraum. Und das andere ist Kronos, nämlich die messbare Zeit. Wir werden uns heute nicht so stark mit dem Kronos beschäftigen, wo dann sozusagen Zäsiumatome angeschaut werden, wie die Entschwingungen sind. Und dann wird definiert, dass eben ein Tag 24 Stunden hat, 86.400 Sekunden. Sondern die Eigenzeit ist ja sehr subjektiv. Und wir erleben das ja in uns selbst, wenn wir zum Beispiel etwas sehr Spannendes tun, vergeht die Zeit sehr, sehr schnell. Und wenn wir langweilige Dinge tun oder ewig auf den Bus warten, dann denken wir, oh Mann, also die 10 Minuten, die haben jetzt irgendwie sich so angefühlt wie eine Stunde. Das kann man neurowissenschaftlich auch sehr, sehr gut erklären. Darauf wollen wir heute nicht so eingehen, aber es ist wichtig, einfach nochmal zu schauen, wie subjektiv wir auch sehr existenzielle Dinge wahrnehmen können. Und das hat wiederum auch damit zu tun, wie wir geprägt worden sind. Dazu werde ich später nochmal kommen. Ich fand es total spannend in der Schulzeit, dass wir damals Momo gelesen haben. Ich weiß nicht, wer den Roman gelesen hat von Michael Ende. Ich finde es ein präliantes Buch mindestens seiner Zeit weit voraus. Und was macht der da? Der Michael Ende, da gibt es diese sogenannten Zeit, diese Agenten, dieser Zeitsparkasse. Und sie wollen, dass wir Menschen ganz effizient leben. Wir sollen nicht rumhängen, wir sollen immer etwas tun. Wir sollen nicht unsere Zeit für Kultur und andere Dinge investieren. Und wenn die Menschen das tun, dann, was passiert, sind sehr, sehr effizient. Aber sie sind kalt und gefühllos und eigentlich sind sie tot. Warum kann Momo dem entgehen? Sie lebt im Moment. Sie hat keine Sorgen über die Zukunft. Sie hat keine Sorgen über die Vergangenheit. Und sie hat die große Fähigkeit zuzuhören. Und sie sind ja auch heute gekommen, um zuzuhören. Ich bin heute hier, um auch mir selber zuzuhören. Denn wenn ich spreche, spreche ich ja auch zu mir selber. Und ich bin natürlich sehr gespannt zuzuhören, was die anderen zu berichten haben und was sie existenziell teilen. Jeder kann sich gerne Momo selber nochmal durchlesen. Da gibt es ja auch sozusagen den Meister Hora. Und dann gibt es die Casio Paya als Schildkröte. Das hat einen tiefen Sinn, warum er genau die ausgewählt hat. Das Zyklische, worauf ich komme, ist in diesen Figuren schon angelegt. Es ist eben nicht eine lineare Vorstellung von Leben. Jetzt mache ich einen Sprung zu dem, wie unser Leben heute ist. Ich habe nämlich gesagt, der Michael Ende war seinerzeit voraus. Und weise Menschen auch aus der Religion und der Spiritualität sind ihrerzeit voraus. Deswegen sind sie oft auch sehr unbeliebt. Später werden sie gerne verehrt und gelten als die größten Superstars. Während sie leben, haben sie sehr, sehr viele Feinde, weil die Wahrheit ist oft für diejenigen, die bestimmte Machtposition haben, Ideologien verfolgen, oft mindestens mal bittersüß. World Happiness Report 2026. Der sagt, materieller Wohlstand führt nicht automatisch zu höherer Lebenszufriedenheit. Das ist genau das, was jede spirituelle Tradition auch sagt. Zentrale Altrußfaktoren, die sozusagen diese Unhappiness eigentlich erzeugen, sind mangelnde soziale Bindung, Verlust von Vertrauen und zunehmendem die psychische Belastungen. Und interessant ist auch, dass in den Ländern, wo es hohe soziale Fragmentierung gibt, Einsamkeit auch in den letzten Momenten es ein großes Unwohlsein gibt. Das heißt, obwohl es hohe materiellen Wohlstand gibt, sind diese Menschen nicht sehr glücklich. Besonders interessant ist auch, dort, wo die sozialen Medien sehr stark genutzt werden, soziale Medien ist die Unzufriedenheit auch eher größer als weniger. Das heißt, auch in existenziellen Momenten sind dann diese sozialen Kontakte, die man digital hat, sehr schnell wie eine Blase sozusagen verpufft und können in existenziellen Momenten wie dem Tod eben nicht helfen. Ein anderer Aspekt zum Thema Tod, wenn wir uns heute damit befassen, ist das Thema Longévity und Transhumanismus. Es gibt eine große Bestrebung gerade auch von sehr reichen Menschen sozusagen den Körper als Reparatur bedürftige Hardware anzusehen, die man reparieren muss in der Hoffnung, dass man quasi irgendwann den Körper reanimieren kann, wenn die Technik so weit ist. Es ist also ein Kampf gegen den Tod, gegen vielleicht kosmische Prinzipien. Jetzt hat es schon immer Bestrebungen gegeben, Zeit und damit auch den Tod irgendwie beherrschbar zu machen. Und als ich mich damit befasst habe, habe ich irgendwann mich gefragt, warum ist Neujahr eigentlich am 1. Januar? War das schon immer so? Wie hat das eigentlich definiert? Wieso feiern wir, wenn es kalt ist, dunkel ist? Neujahr? Es erblüht doch noch gar nichts Neujahr. Also ein kurzer Schritt in die Geschichte zeigt, vor etwa 2000 Jahren im antiken Rom war das Neujahr im Frühling. Warum? Sehr naheliegend, weil dann alles angefangen hat, neu zu erblühen. Und es war eben sozusagen vielleicht das Gegenteil vom Tod, nämlich das Erwachen. Es gibt viele Gründe, warum man dann den, sozusagen das Neujahrstatum auf den Januar verlegt hat. Es hat militärische Gründe, bürokratische Gründe, ein Riesenreich zu verwalten. Da braucht es sehr viel Planung und im Winter kämpft es sich auch nicht so gut. Und deswegen gab es die Entscheidung sozusagen, das auf den Januar zu ziehen. Es gab dann unter CESA sozusagen den juli- juli- jahr- nischen Kalender vor etwa 153 Jahren, vor Beginn der jetzigen dominierenden christlichen Zeitrechnung. Und wenn wir mal auf die Monate schauten, September kommt ja nicht von 9, sondern von 7. Und Dezember kommt von 10 und nicht von 12. Also da merkt man eigentlich schon, ups, da ist ja irgendetwas schief gelaufen. Aber es hat ja natürlich bestimmte Gründe, warum das so gelaufen ist. Unter Papst Grigor wurde das dann nochmal sozusagen perfektioniert. Und ich sage das deswegen, weil es mir schon auch sehr wichtig ist, darauf zu schauen, wie stark die Gesellschaft und das System, in dem wir lieben, unsere Zeit- und Todesvorstellungen prägen. Denn diese linearen Zeitvorstellungen, die damals sehr perfektioniert worden sind, sind nicht nur sozusagen in dieser christlichen Tradition geblieben, sondern sie haben auch sehr stark gedient im Kolonialismus. Es gibt noch andere Zeitvorstellungen, wie zum Beispiel, dass wir die Zeitrechnung beginnen am Tage sozusagen und des Urknalls. Also wir leben heute im Jahre 13,8 Milliarden. Das wäre sozusagen nicht zentriert nach einer bestimmten religiösen Tradition, sondern zu schauen, wann hat eigentlich die Existenz vergonnen. Aber das lassen wir mal beiseiten. Ganz kurzer Exkurs zu Kolonialismus, der sein je gestattet. Also gerade Missionare hatten die Aufgabe, eigene Glaubensvorstellungen in andere Regionen zu übertragen. Dazu gehören auch Vorstellungen über den Tod und Zeit. Der Begriff Eschatologie ist Ihnen vielleicht bekannt. Da geht es ja oft um Endzeitvorstellungen, sehr stark aberramitisch geprägt. Es gab da einen Theologen Abraham Kaloff, 17. Jahrhundert. Der hat dazu viel geschrieben. Das Finale Gottesgericht, Weltende. Es gibt also eine lineare Zeit, die irgendwann endet und dann wird gerichtet. Und diese Glaubensvorstellungen wurden eben auch auf andere Zeitvorstellungen übertragen. Und es hatte oft auch etwas abwertendes, in Sinne von nicht lineare Zeitvorstellungen, sind minderwertig und deswegen müssen wir sie eigentlich hinter uns lassen. Und gerade ein strukturierter Tag, wo die Bauern nicht mehr gemäß Bedarfen in der lokalen Gemeinschaft geerntet haben, sondern nach dem Bedarf der Börsen der Kolonialmächte hat dazu geführt, dass eben die ganze Tagesstruktur, die ihr zyklisch war, sich verändert hat. Ich lasse mal die ganzen Konzepte von Hegemonie beiseite, aber so viel sei gesagt, Kolonialismus funktioniert nicht so, dass immer der andere einen umsagt, was ich zu tun habe. Und weil ich körperlich unterlegen bin, tu ich es, sondern es hat ziele psychische Komponenten und es hat auch die Komponente der Zustimmung, weil ich sozusagen irgendwann Teil dieser Macht, dieser Kolonialmacht dazu gehören möchte, weil ich ohne deren Sprache, ohne deren Habitus gar keinen Erfolg mehr haben kann, imitiere ich sozusagen den Kolonisator und das ist Teil sozusagen von Hegemonie. Zurück zu unserem Thema. Es gab schon seit Jahrtausenden Zeitvorstellungen, die natürlich dann auch mit dem Tod zu tun haben, die ganz anders waren. Ein Beispiel sind lunisolare Kalender, also ein Kalendersystem, was sich nicht nur allein an der Sonne orientiert, sondern eben auch am Mond, weil bereits schon vor vielen Tausend Jahren, zum Beispiel für viertausend Jahren in Mesopotamien, heute Irak, aber auch in China, Indien vor vielen Tausend Jahren, die Menschen sich bewusst waren, dass es kosmische Zusammenhänge gibt und eben auch der Mond Einfluss hat, nicht nur auf Verzeiten, sondern auch ganz zur Ökosysteme fort Pflanzungsprozesse und Wanderungsmuster von Lebewesen. Und auch in Nordindien, wo die Tradition der Sikki herkommt, gibt es auch so ein Kalender, Big Rami Kalender heißt er und der ist eben auch sehr, sehr alt und nimmt genau diese Aspekte mit in den Mittelpunkt. So, jetzt komme ich kurz zu unserer Tradition, um dann ein bisschen tiefer einzusteigen über Verständnisse von Tod und Leben. Sikki ist im 15. Jahrhundert entstanden, vereinfacht ausgedrückt. Sikki kommt von dem Wort Sik Schüler, also jemand, der lernbereit ist auf einer existenziellen Ebene, kann sich ein signen. Ich sehe das so, sozusagen ausgehend von den überlieferten Weisheiten, die über 36, wie nennen sie, Weise oder Erleuchtete offenbart worden sind, aus den überlieferten Schriften, die wir bis heute im Original vorliegend haben, kann abgeleitet werden, dass letztlich jedes Lebewesen ein Sik ist, weil auch eine Katze und ein Baum lernen ja auch etwas, auch wenn wir jetzt vielleicht nicht genau sagen können, was die lernen, dass genauso eine Lebensform mit der gleichen Würde, so wie wir auch uns als würdevolle Lebewesen sehen, als Menschen. Zentrale Einsichten dieser Tradition sind einmal die Gleichwürdigkeit aller Lebewesen. Also alle Lebewesen werden als Teil einer Familie angesehen. Da ist niemand höher oder niedriger und alles besteht eben aus einem Zyklus des Verdens. Jeder Moment ist ein Moment der Transformation. Alles, was sozusagen vergangen ist, ist vergangen, weil sich etwas verändert hat. Und so wird Tod und Leben nicht als ein Endpunkt gesehen, nicht als ein linearer Prozess, sondern es ist Teil eines Kreislaufs. Deswegen hatte ich am Anfang auch dieses kleine Gedicht vorgelesen. Wenn wir uns das anschauen, hat das nichts mit Glauben zu tun. Siky basiert nicht auf Glauben, weil wir können ja sehr unterschiedliche Dinge glauben. Glauben ist das, was ich hier in meinem Pfarrerbe, aufgrund von Prägungen, Ideologien und so weiter. Aber gelebte Weisheit ist existenziell. Sie speist sich nicht aus der Tradition, die mir sozusagen ein bestimmtes Glaubenssystem vorgibt. Das Blatt, was fällt, wird zur Erde. Ich brauche das nicht glauben. Ich kann das doof finden. Ich kann sagen, ich verstehe das nicht und so. Aber das Blatt, was fällt, wird zur Erde. Daraus entsteht wieder neues Leben. Und die Einsicht, die sich daraus uns mitgibt, ist eben, wir alle sind Teil von Kreisläufen. Das ist eigentlich Ursprung dieser Tradition. Und ich würde auch sagen, wenn die anderen Kollegen, Kollegen sprechen werden, werden wir das in der einen oder anderen Form auch immer wieder erleben. Es geht eben immer um ein eingebettet Zeilen in etwas Böhrem. Wir haben ein schönes Symbol. Das sind die zwei Schriftzeichen am Anfang der überlieferten Weisheiten. Ich, Urn, Gahr. Da steht die Zahl 1 davor. Und dann ist es aber Urn, Gahr, so eine Öffnung. Das ist sogar geschwungen dieser Buchstabe. Der ist ja offen und zeigt die Unendlichkeit dieser ewigen Einheit. Diese Einheit, diese göttliche Einheit, wir versuchen sie zu beschreiben, aber wir wissen, dass wir das Göttliche eigentlich niemals beschreiben können. Es ist ein bisschen wie der Duft einer schönen Blume. Wir können jetzt viel rüber referieren, aber nur diejenige, die an einer Rose, an einer schönen Blüte berochen hat, weiß existenziell, wow, so riecht eine wundervolle Blume. Das Göttliche trägt alles in sich, männlich, weiblich, Tag, Nacht. Alles, was wir als vermeintliche Dualismen ansehen, ist alles vereint. Deswegen finde ich auch das Ying Yang-Symbol so schön, wo das sehr, sehr schön in einer sehr einfachen Form quasi aufgezeigt wird. In der Quantenphysik wird ja inzwischen sehr viel darüber gesprochen von relationalen Modellen, von vernetzter Raumzeit, Quantenverschränkungen, also wo quasi Relationen in Beziehung stehen, im Gegensatz zu alten Weltbildern, wo es immer nur um Objekte ging. Und das lässt sich eigentlich sehr, sehr schön auch übertragen auf eine spirituelle Sicht, wo nämlich alles spirituell ebenso verbunden ist. Und deswegen auch wiederum immer wieder diese Wiederholung. Wir sind letztlich eine Familie und leben in einem kosmischen Zusammenhang, der wie das Herz quasi groß wird und dann irgendwann wieder kleiner wird. Also es ist ein Pulsieren und so ist es auf das Universum. Es expandiert und irgendwann wird es in sich zerfallen. Und dann beginnt das ganze kosmische Spiel wieder von vorne. Also es gibt da kein Endziel von sozusagen, hier hat es genau angefangen, dann hört es auf, sondern es ist ein ewiger Kreislauf, den wir gar nicht ermessen können. Aber Weisheiten funktionieren immer so, dass sie über Metaphern versuchen, etwas Unbeschreibliches zu beschreiben. Deswegen hat auch das Göttliche bei uns keinen spezifischen Namen. Es gibt keinen Ort, wo man das Göttliche finden kann, außer in seinem eigenen Herzen. Deswegen wird auch der höchste Tempel im Universum das Herz eines Erleuchteten genannt. Wichtig ist noch, wenn wir uns dem Thema Tod nähern, aus unserer Sicht zu verstehen, dass jeder Mensch eine negativ gesprochen Krankheit hat und deswegen hier die Möglichkeit hat zu heilen. Positiv gesprochen, das Wort Schülerin kommt jetzt einem wieder in den Sinn, wir alle haben die Chance, etwas zu lernen, was wir eigentlich wussten, aber vergessen haben. Dass wir nämlich einen spirituellen Ursprung haben und dass ich nicht dieser Körper bin. Das ist Ausgangspunkt sozusagen dieser Tradition. Ich bin nicht dieser Körper, dieser Körper ist ein Geschenk, damit die Seele in der Vergänglichkeit Erfahrungen machen kann. Denn ohne Vergänglichkeit kann ich gar keine Erfahrungen machen. Das aber immer wieder sich bewusst zu machen im Alltag auch. Ja, okay, ich habe eine große Nase und ich habe eine dunkle Hautfarbe. Hade ich jetzt damit oder finde ich das schön? Menschlich, aber am Ende zu der Einsicht zu kommen, ich werde diesen Körper irgendwann verlassen, also fokussiere ich mich da drauf. Was bleibt? Jetzt werden Sie sich natürlich fragen, wie kann die Heilung passieren? Das ist ja eine sehr naheliegende Frage. Es ist wie ein therapeutischer Prozess, wo es darum geht, sich selbst kennenzulernen. Deswegen die Frage, wer bin ich eigentlich, wenn ich nicht der Manager bin, der Lehrer, die Lehrerin, der Polizist, was auch immer, sondern wenn ich alleine für mich bin, wer bin ich eigentlich? Und das ist Teil dieser Heilung. Deswegen wird auf Selbstreflexion sehr, sehr viel Wert gelegt. Es geht gerade nicht darum, irgendwie einfach eine Ideologie sozusagen zu verinnerlichen, diese dann zu wiederholen oder bestimmte Praktiken auszuyben, Rituale und so weiter, sondern es geht immer wieder darum zu sagen, wenn ich nicht in diesem Körper bin, wer bin ich dann eigentlich? Und Teil der Heilung ist, zu verstehen, dass eines der größten Übel oder der Urgrund sozusagen des Lebens meine eigene Überheblichkeit ist auf einer seelischen Ebene. Deswegen ist auch unser Egoismus so stark. Wir werden nicht zehn Meinungen sozusagen finden, die völlig übereinstimmt, wenn wir hier diskutieren, weil jeder sozusagen aus seiner Bewusstseinsebene und aus seiner Egoverhaftung sprechen wird. Und je höher ich sozusagen in dieser Zirkularität nach oben gehe, umso weniger die Anhaftung nach unten ans weltliche, umso himmlicher werde ich, mal bildlich gesprochen. Man kann das jetzt auch mit der Schwerkraft vergleichen. Also je schwerer ich bin, umso mehr werde ich angezogen, je leichter ich werde, umso eher fliege ich wie ein, wie eine Feder nach oben. Und so ist es eben auch auf der spirituellen Ebene. Das spirituell und das materielle entsprechen sich immer gegenseitig. Vollständige Heilung passiert dann, wenn ich wirklich erkannt habe, ich bestehe am Ende letztlich aus Licht. Also man kann Licht sagen, man kann sagen Reinheit, man kann sagen Tugendhaftigkeit oder Weisheit. Wenn ich sozusagen die Schatten hinter mich gelassen habe, gibt es keinen Grund mehr, wiedergeboren zu werden. Weil das, was ich lernen wollte, habe ich gelernt. Und es ist auch nicht so, dass das Leben in irgendeiner Weise als Straffe angesehen wird. Denn es ist ja eine Chance auf Heilung. Und es war sozusagen unsere Entscheidung, vielleicht auf einer spirituellen Ebene zu sagen, ha, ich bin so großartig, dass sich die anderen Mitglieder in unserer