Sunnitisch · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen
“Gemeinsam. Mutig. Leben.”
DITIB Religionsamt ·
DITIB ·
2024-09-20
· Köln
· Quelle
Fürsorge · Hauptbotschaft
Geduld · tragend
Gemeinschaft · tragend
Islamische Praxis und Fürsorge gegenüber Demenzkranken sind sowohl präventiv als auch ethisch geboten, und gute Taten gegenüber Kranken werden von Gott belohnt.
Seien wir gegenüber den Demenzkranken äußerst geduldig und verständnisvoll. Lassen sie uns ihnen freundlich, fürsorglich und barmherzig annähern.
Der Text behandelt Demenz anlässlich des Welt-Alzheimertages und der Demenzwoche. Er beschreibt die Symptome und das Leid der Betroffenen und nennt aktuelle Zahlen zur Verbreitung der Erkrankung. Der Text verknüpft islamische Gebote und Empfehlungen mit präventiven Maßnahmen gegen Demenz, wie geistige Aktivität, soziale Bindung, gesunde Ernährung und Gottesgedenken. Er ruft zur frühzeitigen ärztlichen Diagnose und Behandlung auf. Die Gläubigen werden aufgefordert, Geduld, Freundlichkeit und Barmherzigkeit gegenüber Demenzkranken zu zeigen. Der Text betont, dass gute Taten gegenüber Kranken von Gott nicht unbeachtet bleiben. Die Kernaussage verbindet religiöse Praxis mit praktischer Fürsorge und Prävention.
- Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
-
Krankheit, Tod, Vergänglichkeit als Grundproblem
- Wo sitzt das Übel?
-
im Herzen, im Willen, in der Seele des Einzelnen
- Was hilft dagegen?
-
Gebet, Gottesdienst, Meditation, wiederholte Übung; praktisches Handeln am Nächsten, Werke
- Was ist der Mensch nach diesem Text?
-
von Gott gewollt, mit Aufgabe und Verantwortung
- Wohin geht die Geschichte?
-
es wird schlechter, eine Ordnung geht zu Ende (erschlossen)
- Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
-
auf die heilige Schrift der eigenen Tradition; auf Tradition, Väter, gewachsene Praxis
- Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
-
den eigenen Glaubensgeschwistern
- Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
-
der Text kritisiert nicht
Verwandte Texte aus anderen Traditionen
nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition
Wozu der Text aufruft
- Zum Arzt gehen (gesellschaftlich)
- Geduldig und barmherzig gegenüber Demenzkranken sein (zwischenmenschlich)
- Gebet und Gottesdienste ordnungsgemäß durchführen (rituell)
Genannte Stellen
Koran 16:70 · Koran 94:7 · Koran 2:3 · Koran 2:168 · Buchari, Sahih, Adhan, 30 · Koran 13:28 · Ebu Dawud, Sunen, Tib, 11 · Koran 94:6
Gemessen
- Grundhaltung
- 1 von -2 bis 2
- Eindringlichkeit
- 2 von 3
- Reichweite
- 3 von 5
- Konkretheit
- 3 von 3
- Abgrenzung
- 0 von 3
- Zeitbezug
- früher 1, jetzt 3, künftig 1
Ausgewertet mit qwen3.8-27b, Fassung v3.
Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.
Wortlaut anzeigen
“Gemeinsam. Mutig. Leben.”
(20.09.2024)
Anlässlich des Welt-Alzheimertages und der Demenzwoche, in der wir uns befinden, möchte ich heute auf Demenz eingehen, eine Erkrankung, die weltweit rapide zunimmt.
Meine Geschwister! Verehrte Gläubige!
Lassen Sie uns gemeinsam folgendes Bild vor Augen führen: All die schönen Erinnerungen, die wir mit unseren Liebsten gesammelt haben und von denen wir sagen: „Das werde ich niemals vergessen“, verschwinden eine nach der anderen aus unserem Gedächtnis. Stellen wir uns vor, dass wir die Tage verwechseln und uns auf dem Heimweg verlaufen. Stellen wir uns vor, dass wir Schwierigkeiten beim Sprechen haben und unsere Gedanken nicht auf eine vernünftige Art und Weise zum Ausdruck bringen können. Stellen wir uns vor, dass wir uns sogar bei unseren täglichen Grundbedürfnissen schwer tun und zunehmend auf andere angewiesen sind. Stellen wir uns vor, dass wir unsere Liebsten ansehen, als wären sie Fremde, und uns allmählich von unserem sozialen Umfeld distanzieren und zunehmend in die Einsamkeit abdriften. All diese Dinge sind Anzeichen eines tragischen Krankheitsprozesses, der als „Demenz“ bezeichnet wird. Diese Symptome sind keine bloßen Fantasien, sondern werden von fast zwei Millionen Betroffenen in Deutschland tagtäglich erlebt. Möge unser erhabener Schöpfer allen Kranken Genesung schenken.
Meine Geschwister!
Demenz ist eine schwere Krankheit, die darauf zurückzuführen ist, dass die Nervenzellen im Gehirn Schaden erleiden. Dies führt wiederum dazu, dass die Gehirnfunktionen wie Erinnern, Denken und Entscheiden gestört werden. Demenz begegnet uns oft im hohen, gebrechlichen Seniorenalter, wie es auch im Koran angedeutet wird.[1] Doch wir sollten uns bewusst sein, dass Demenz tatsächlich Menschen jeden Alters bedrohen kann. Besonders in Ländern mit intensiver Industrialisierung tritt diese Krankheit am häufigsten auf, und ihr Vorkommen nimmt parallel zum Alter der Bevölkerung zu. Weltweit gibt es mehr als 55 Millionen Demenzkranke. Wenn keine Maßnahmen ergriffen werden, wird prognostiziert, dass diese Zahl in 30 Jahren auf 140 Millionen ansteigen wird. Experten betonen die Bedeutung regelmäßiger geistiger Übungen, um das Gehirn aktiv zu halten. Sie empfehlen, starke soziale Verbindungen zu pflegen, auf eine gesunde Ernährung zu achten und verschiedene Bewegungsaktivitäten auszuführen, um unsere Lebensfähigkeit zu erhalten. Manche Gebote, Verbote und Empfehlungen des Islam haben auch eine schützende Wirkung vor Demenz oder können den Fortschritt dieser Krankheit verzögern. In diesem Sinne sind folgende Prinzipien und Empfehlungen besonders wichtig: Wir sollten uns immer mit etwas Neuem beschäftigen, sobald wir mit einer Aufgabe fertig sind[2] und das Gebet und die Gottesdienste ordnungsgemäß und regelmäßig durchführen.[3] Eine Ernährung mit erlaubten (halal) und reinen Nahrungsmitteln ist ebenfalls von Bedeutung.[4] Zudem sollten wir uns aktiv in die Gemeinschaft einbringen, um unsere sozialen Beziehungen zu stärken,[5] und unser Gedächtnis durch Gottesgedenken (Dhikr)[6] lebendig halten.
Bei Krankheiten ist die frühe Diagnose ebenso wichtig wie die Behandlung. Bei Erkrankungen wie Alzheimer und Demenz jedoch ist die frühzeitige Diagnose besonders entscheidend. Zögern Sie bitte nicht, zum Arzt zu gehen. Unsere Vorfahren sagten: „Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen.“ Lassen sie uns nicht vergessen, dass der erhabene Allah für alle Krankheiten eine Heilung geschaffen[7] hat und lassen sie uns daher nicht unsere Behandlung vernachlässigen. Seien wir gegenüber den Demenzkranken äußerst geduldig und verständnisvoll. Lassen sie uns ihnen freundlich, fürsorglich und barmherzig annähern. Versuchen wir, jene Leichtigkeit zu verkörpern, die im Vers erwähnt wird: „Gewiss, mit dem Schweren kommt das Leichte.“[8] Auch wenn unsere guten Taten von den Demenzkranken nicht mehr erinnert werden, dürfen wir nicht vergessen, dass sie seitens des erhabenen Allahs nicht unbeachtet[9] bleiben.
Die DITIB-Predigtkommission
[1] Koran, Nahl, 16/70.
[2] Koran, Inschirah, 94/7.
[3] Koran, Baqara, 2/3.
[4] Koran, Baqara, 2/168.
[5] Buchari, Sahih, Adhan, 30.
[6] Koran, Raʿd, 13/28.
[7] Ebu Dawud, Sunen, Tib, 11.
[8] Koran, Inschirah, 94/6.
[9] Koran, Meryem, 19/64.
2024-09-20
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