Sunnitisch · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen
Das Leben ist der Spiegel des Glaubens
DITIB Religionsamt ·
DITIB ·
2025-06-13
· Köln
· Quelle
Geduld · Hauptbotschaft
Hoffnung · tragend
Wahrhaftigkeit · tragend
Der Glaube ist keine abstrakte Überzeugung, sondern eine Lebensweise, die sich in Worten, Gesicht, Arbeit, Lebensunterhalt und Familie sichtbar macht und Frieden in der Welt sowie Paradies im Jenseits bringen kann.
dass der Glaube nicht nur eine abstrakte Überzeugung ist, sondern sich in allen Bereichen als Lebensweise widerspiegeln sollte.
Die Predigt stellt den Glauben als eine Lebensweise dar, die sich in allen Bereichen des Alltags widerspiegeln soll. Sie verweist auf einen Hadith, wonach der Glaube aus über siebzig Teilen besteht, vom höchsten Bekenntnis bis zur kleinen Geste, etwas Störendes vom Weg zu räumen. Anhand der Propheten Adam, Noah, Job, Josef, Jakob, Ismail und Ibrahim wird gezeigt, wie Glaube in Leid, Geduld und Hingabe Gestalt annimmt. Der Glaube wird als unsichtbar, aber in Worten, Gesicht, Arbeit, Lebensunterhalt und Familie sichtbar beschrieben. Ehrlichkeit, Lächeln und vertrauenswürdiger Verdienst werden als Ausdrücke des Glaubens genannt. Der Text schließt mit einem Aufruf, der Glaube sei die größte Chance für Frieden in der Welt und Paradies im Jenseits, und zitiert eine Koranstelle über das gute Leben für Rechtschaffene.
- Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
-
Abkehr von Gott, Gleichgültigkeit, Götzendienst (erschlossen)
- Wo sitzt das Übel?
-
im Herzen, im Willen, in der Seele des Einzelnen
- Was hilft dagegen?
-
praktisches Handeln am Nächsten, Werke; Zuwendung Gottes, Erlösung, die nicht verdient wird
- Was ist der Mensch nach diesem Text?
-
von Gott gewollt, mit Aufgabe und Verantwortung
- Wohin geht die Geschichte?
-
eine Wende, ein Kommen, eine neue Ordnung steht bevor
- Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
-
auf den Stifter oder Propheten der Tradition; auf die heilige Schrift der eigenen Tradition
- Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
-
den eigenen Glaubensgeschwistern
- Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
-
auf die eigene Gemeinschaft und sich selbst
Verwandte Texte aus anderen Traditionen
nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition
Wozu der Text aufruft
- Störendes vom Weg räumen (zwischenmenschlich)
- Ehrlich und vertrauenswürdig arbeiten (gesellschaftlich)
- Mit Lächeln die Hingabe ausdrücken (zwischenmenschlich)
Genannte Stellen
Koran 16:97 · Hadith: Glaube aus über siebzig Teilen
Gemessen
- Grundhaltung
- 1 von -2 bis 2
- Eindringlichkeit
- 2 von 3
- Reichweite
- 3 von 5
- Konkretheit
- 2 von 3
- Abgrenzung
- 0 von 3
- Zeitbezug
- früher 2, jetzt 2, künftig 2
Ausgewertet mit qwen3.8-27b, Fassung v3.
Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.
Wortlaut anzeigen
Das Leben ist der Spiegel des Glaubens
(13.06.2025)
Liebe Geschwister! Werte Gläubige!
In dem Hadis, den ich soeben vorgelesen habe, teilt unser Prophet mit, dass der Glaube aus über siebzig Teilen besteht. Der höchste dieser Teile ist der Ausdruck „La ilahe illallah/Es gibt keinen Gott außer Allah!“, und der niedrigste Teil ist die Sensibilität, etwas Störendes vom Weg zu entfernen. Diese beiden äußerst unterschiedlichen Beispiele unseres Propheten zeigen uns deutlich, dass der Glaube nicht nur eine abstrakte Überzeugung ist, sondern sich in allen Bereichen als Lebensweise widerspiegeln sollte.
Geschwister!
Ein Blick in das Leben der Propheten, die im Glauben und in der Ergebenheit gegenüber Allah ein Vorbild waren, zeigt uns die schönsten Beispiele dieser Spiegelungen: Im Leben des Propheten Adem (a.s.) war der Glaube die Hinwendung zu seinem Herrn und die Sehnsucht nach Seiner Barmherzigkeit. Der Prophet Nuh (a.s.) ertrug als Folge seines Glaubens alle Schwierigkeiten und baute mit Geduld, Tewekkul (Vertrauen in Allah) und Hoffnung das Schiff der Rettung. Der Prophet Eyyub (a.s.), der wusste, dass sowohl die Krankheit als auch die Heilung von Allah kommen, fand Heilung durch sein Vertrauen auf Allah. Der Prophet Yusuf (a.s.), der von seinen Brüdern in einen Brunnen geworfen wurde, handelte gemäß den Anforderungen des Glaubens, wich nie von seinem tugendhaften Charakter ab und wurde schließlich Minister im Lande Ägypten. Der Prophet Yaqub (a.s.), der unter der Sehnsucht nach seinem Sohn regelrecht litt, glaubte daran, dass sein Schmerz und sein Trauer allein von Allah geheilt werden konnten. Er zeigte mit seiner vorbildlichen Geduld das beste Beispiel - letztendlich bekam er sowohl seinen Sohn als auch sein Augenlicht zurück. Auch die Hingabe des Propheten Ismail (a.s.), der mit seinem Leben geprüft wurde, und des Propheten Ibrahim (a.s.), der mit seinem Sohn geprüft wurde, entspringt einzig und allein dem Glauben. Der Glaube ist eine große Leidenschaft, ein großes Anliegen! Wie es der Gesandte Allahs (s) ausdrückte: Auch wenn man ihm die Sonne in die rechte und den Mond in die linke Hand legen würde, würde er nicht davon ablassen.
Verehrte Gläubige!
Obwohl der Glaube nicht greifbar oder sichtbar ist, sind seine Auswirkungen und Spiegelungen spürbar, sichtbar und erlebbar. Der Glaube spiegelt sich in den Worten eines Menschen wider: Eine Person, von deren Zunge jeder sicher ist und niemand Schaden fürchtet, wird „Mumin“ (Gläubige/r) genannt. Der Glaube zeigt sich im Gesicht: Eine gläubige Person, die das Lächeln als Ausdruck ihrer Hingabe zu Allah versteht, sollte mit ihrem Lächeln nicht geizig sein. Der Glaube spiegelt sich auch in der Arbeit wider: Eine gläubige Person, die Ehrlichkeit und legitimen (halal) Verdienst als Grundlage ihrer Arbeit sieht, muss stets vertrauenswürdig sein. Wenn sich der Glaube im Lebensunterhalt widerspiegelt, so wird der Tisch mit Fülle (Baraka) gesegnet; wenn er sich in der Familie widerspiegelt, wird das Heim von Glück erfüllt.
Liebe Geschwister! Vergessen wir nie, dass der Glaube unsere größte Chance ist. Der Glaube ist eine Möglichkeit, die die Welt mit Frieden und Wohlergehen erfüllen, und uns im Jenseits das Paradies bringen kann. Lasst uns alle eine lebendige Verkörperung des Glaubens sein!
Ich möchte meine Predigt mit einer frohen Botschaft unseres erhabenen Herrn beenden, die Er jenen verkündet, die an Ihn glauben und auf Ihn vertrauen: „Wer rechtschaffen handelt – ob Mann oder Frau – und gläubig ist, dem werden Wir gewiss ein gutes Leben gewähren und ihn für das Beste seiner Taten reichlich belohnen.“
Die DITIB-Predigtkommission
2025-06-13
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