Sunnitisch · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen
Gleichgewicht von Wissen und Handeln
ohne Namen ·
IGMG Freitagspredigt ·
2026-08-13
· Quelle
Wissen · Hauptbotschaft
Verantwortung · tragend
Wahrhaftigkeit · tragend
Wissen und Handeln sind im Islam zwei sich ergänzende Werte, die untrennbar zusammengehören: Wissen ohne Umsetzung bleibt unvollständig, und Handeln ohne Wissen steht auf keinem festen Fundament.
Denn Wissen bleibt unvollständig, wenn es nicht umgesetzt wird. Und Handeln kann auf keinem festen Fundament stehen, wenn es nicht vom Wissen getragen wird.
Der Text ist eine islamische Predigt, die die zentrale Bedeutung des Wissens im Islam herausstellt. Er verweist auf das erste Offenbarungswort 'Lies!' und auf Koranverse sowie Hadithe, die den Erwerb von Wissen als Pflicht und segensreiche Handlung darstellen. Die Kernbotschaft lautet, dass Wissen und Handeln untrennbar zusammengehören: Wissen ohne Umsetzung bleibt unvollständig, Handeln ohne Wissen steht auf keinem festen Fundament. Der Text zitiert eine Dua des Propheten, in der er vor nutzlosem Wissen flehentlich Zuflucht sucht, und einen Ausspruch des Gefährten Muaz ibn Dschabal, der betont, dass Allah nur für umgesetztes Wissen belohnt. Als Gegenwartsbezug wird der leichtere Zugang zu Wissen durch technische Möglichkeiten genannt. Der Text fordert die Zuhörer auf, Gebet mit Andacht zu verrichten, aufrichtig zu sprechen und Bedürftigen konkret zu helfen. Er schließt mit einem Gebet, das um nützliches Wissen, dessen Umsetzung und Vorbildhaftigkeit bittet.
- Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
-
Unwissenheit, Illusion, falsche Sicht der Wirklichkeit
- Wo sitzt das Übel?
-
im Herzen, im Willen, in der Seele des Einzelnen
- Was hilft dagegen?
-
praktisches Handeln am Nächsten, Werke; Einsicht, Lernen, Aufklärung, richtige Erkenntnis
- Was ist der Mensch nach diesem Text?
-
von Gott gewollt, mit Aufgabe und Verantwortung
- Wohin geht die Geschichte?
-
die Botschaft steht außerhalb der Geschichte (erschlossen)
- Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
-
auf den Stifter oder Propheten der Tradition; auf die heilige Schrift der eigenen Tradition
- Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
-
den eigenen Glaubensgeschwistern
- Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
-
auf die eigene Gemeinschaft und sich selbst
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Wozu der Text aufruft
- Wissen erwerben (innerlich)
- Gelerntes im Leben umsetzen (zwischenmenschlich)
- Bedürftigen die Hand reichen (gesellschaftlich)
Genannte Stellen
Koran 39:9 · Muslim, Zikir, 39 · Muslim, Zikir, 73
Gemessen
- Grundhaltung
- 1 von -2 bis 2
- Eindringlichkeit
- 2 von 3
- Reichweite
- 3 von 5
- Konkretheit
- 2 von 3
- Abgrenzung
- 0 von 3
- Zeitbezug
- früher 2, jetzt 2, künftig 1
Ausgewertet mit qwen3.8-27b, Fassung v3.
Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.
Wortlaut anzeigen
Verehrte Muslime!
Allah misst dem Wissen große Bedeutung bei und ermutigt den Menschen zum Lernen. So war das erste Gebot der ersten Offenbarung „Lies!“ . Dieses göttliche Gebot zeigt uns die zentrale Stellung des Wissens im Islam. An anderer Stelle im Koran heißt es: „Sind die, die wissen, denen gleich, die nicht wissen? Wahrlich, nur die Verständigen lassen sich ermahnen.“ [1] Auch unser geliebter Prophet Muhammad (s) hat den Erwerb von Wissen als eine wichtige Pflicht für jeden Muslim betrachtet. In einer Überlieferung sagt er: „ Wer einen Weg beschreitet, um Wissen zu erlangen, dem erleichtert Allah den Weg ins Paradies. “ [2] So gibt er denen, die sich auf dem Weg des Wissens bemühen, die frohe Botschaft, dass sie an der Barmherzigkeit und dem Beistand Allahs teilhaben werden. Denn Wissen führt den Menschen dazu, seinen Schöpfer zu erkennen, den Sinn seiner Erschaffung zu verstehen und sein Leben in schöne Bahnen zu lenken.
Das Wissen, das der Islam preist, ist nicht nur eine Kenntnis, die im Kopf verbleibt. Das wahre Wissen ist jenes, das den Menschen zu gutem Charakter, zu rechtschaffenem Handeln und zur Dienerschaft führt. Deshalb sind in unserer Religion Wissen und Handeln zwei Werte, die einander ergänzen. Das Wissen lehrt uns, was richtig ist. Das Handeln setzt das Gelernte im Leben um. Mit anderen Worten: Das Wissen ist ein Licht, das unseren Weg erhellt. Das Handeln ist der Gang auf diesem erhellten Weg.
Liebe Geschwister!
Im Koran werden Glaube und rechtschaffenes Handeln gemeinsam genannt. Das zeigt uns, wie wichtig es ist, dass Wissen umgesetzt wird. Unser Prophet (s) hat folgendes Dua gesprochen: „ O Allah, ich suche Zuflucht bei dir vor Wissen, das keinen Nutzen bringt, vor einem Herzen, das keine Ehrfurcht empfindet, vor einem Nafs, das niemals satt wird, und vor einem Dua, das nicht erhört wird. “ [3] Auch einer der großen Gefährten, Muaz ibn Dschabal (r) hat uns einen wichtigen Hinweis gegeben: „ Wie viel Wissen ihr auch besitzen mögt, Allah wird euch für euer Wissen nicht belohnen, solange ihr es nicht umsetzt. “ Die edlen Gefährten bemühten sich, jeden Vers, den sie hörten, in ihrem Leben umzusetzen. Sie hielten sich niemals davon zurück, ihr Wissen auszuleben.
Verehrte Muslime!
Heute ist der Zugang zu Wissen dank der technischen Möglichkeiten so leicht wie nie zuvor. Wichtig ist jedoch, in welchem Maß sich das Wissen in unserem Leben widerspiegelt. Es reicht nicht, den hohen Rang des Gebets zu kennen. Wir müssen es auch mit Andacht verrichten. Es reicht nicht, die Bedeutung der Aufrichtigkeit zu lernen. Wir müssen auch in jeder Lage aufrichtig sprechen. Es reicht nicht, den Lohn der gegenseitigen Hilfe zu kennen. Wir müssen den Bedürftigen auch tatsächlich die Hand reichen. Denn Wissen bleibt unvollständig, wenn es nicht umgesetzt wird. Und Handeln kann auf keinem festen Fundament stehen, wenn es nicht vom Wissen getragen wird.
Bemühen wir uns, weiterhin Wissen zu erwerben. Und tragen wir das Gelernte auch in unser Leben. Schmücken wir unser Wissen mit unserem Charakter und unsere Ibadas mit Aufrichtigkeit. Möge unser Schöpfer uns zu Dienern machen, die nützliches Wissen erwerben, ihr Wissen umsetzen und die für ihre Umgebung ein Vorbild im Guten sind. Amin!
[1] Sure Zumar, 39:9
[2] Muslim, Zikir, 39
[3] Muslim, Zikir, 73
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