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Sikhismus · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen

Wir alle sind Ausländer: Wissenschaft der Seele & die Kunst zirkulären Denkens ◦ WisdomTalk

WisdomTalk – Rat der Sikhi · WisdomTalk – Rat der Sikhi · 2025-07-08 · Frankfurt am Main · Quelle

Wissen · Hauptbotschaft Demut · tragend Umkehr · tragend

Alle Menschen sind unabhängig von Herkunft und Religion in der Diaspora ihres spirituellen Ursprungs und finden durch Selbsterkenntnis, Tugenden und das Hinterlassen menschengemachter Trennungen den Weg zur Heilung und Vervollkommnung.

Wir alle sind in einem Krankenhaus und durchlaufen eine Therapie. Und die Therapie ist die Therapie des Lebens, wo ich nämlich von dem Ursprung, von dem spirituellen Ursprung, von dem wir alle entstanden, in einer gewissen Art und Weise entfremdet bin.

Der Text erklärt Sikhismus als Lebensweg des Lernens und der Selbsterkenntnis jenseits von Körper, sozialer Identität und externer Religionszugehörigkeit. Im Zentrum steht die Dekonstruktion von Prägungen und die Wiederherstellung einer inneren spirituellen Verbindung. Die überlieferten Weisheiten der Gurus werden als Hilfsmittel verstanden, um eine allen Menschen innewohnende Spiritualität zu erschließen. Das Bild der Diaspora wird universalisiert: Alle Menschen leben in der Entfremdung von ihrem spirituellen Ursprung. Daraus leitet sich ein Prinzip des Gastseins ab, das Gleichheit und Rücksicht gegenüber der Natur betont. Interreligiöser Dialog wird als Entblättern menschengemachter Trennungen verstanden, nicht als bloßer kultureller Austausch. Der Gradmesser ist das eigene Wirken im Alltag, gemessen an Tugenden und der Senkung negativer Neigungen wie Wut, Anhaftung und Egoismus.

Weltbild

was das heißt
Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
Unwissenheit, Illusion, falsche Sicht der Wirklichkeit; Festhalten, Begehren, Nicht-loslassen-Können
Wo sitzt das Übel?
im Herzen, im Willen, in der Seele des Einzelnen
Was hilft dagegen?
Einsicht, Lernen, Aufklärung, richtige Erkenntnis; innere Wandlung, Reue, Sinnesänderung
Was ist der Mensch nach diesem Text?
gefallen, aus eigener Kraft nicht heil zu machen
Wohin geht die Geschichte?
die Botschaft steht außerhalb der Geschichte
Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
auf Tradition, Väter, gewachsene Praxis; auf den Stifter oder Propheten der Tradition
Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
jedem Menschen, ohne Ansehen des Glaubens
Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
auf die eigene Gemeinschaft und sich selbst

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nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition

Wozu der Text aufruft

Genannte Stellen

Mand Jot Soro · Abnamul Pechan

Gemessen

Grundhaltung
1 von -2 bis 2
Eindringlichkeit
2 von 3
Reichweite
5 von 5
Konkretheit
2 von 3
Abgrenzung
0 von 3
Zeitbezug
früher 1, jetzt 3, künftig 1

Ausgewertet mit qwen3.8-27b, Fassung v3. Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.

Wortlaut anzeigen
von Herzen willkommen zu unserem heutigen Wisdom Talk. Ja, freue mich über die Einladung, freue mich, dass wir hier zusammengekommen sind und dass wir dazu, wo wir auch schon gesprochen, in den Dialog gehen können. Das heißt, ich werde einen Input machen und natürlich besteht immer die Möglichkeit auch im Anschluss Fraunu zu stellen. Sikki bedeutet der Lebensweg des Lermens. In ganz einfachen Worten, wir sind hier Studierende, alle gemeinsam und nicht Studierende von Mathematik in dem Fall oder von Physik, sondern wir sind Studierende der eigenen Seele. Das ist in kurzen Worten, was Sikki bedeutet. Es geht darum zu verstehen, wer bin ich jenseits meines Körpers, jenseits meiner sozialen Identifikationen. Also jenseits all dessen, was ich angenommen habe, meinen sozialen Namen, meine Religion, meine vermeintliche Ethnie, welche Nationalität ich habe. Also all das, was eigentlich von außen nicht zu dem macht, der ich bin. Und das im ersten Schritt zu dekonstruieren, um dann in der Lage zu sein, sich wieder zu konstruieren, und zwar auf einer spirituellen Ebene, das ist die Lebensweise eines Sicks. Also es geht hier überhaupt nicht darum, dass ich im externen einen bestimmten Gott verehre. Es geht nicht darum, dass ich bestimmten Dokumentfolge, dass ich Menschen gemachten Regeln folge, sondern genau das Gegenteil ist der Fall, dass ich mich nämlich dekonstruiere. Ich nenne auch ganz oft das Wort, oder nutze das Wort, Dekolonisierung des Bewusstseins. Eigentlich müsste man vielleicht sogar sagen, des Unbewusstseins. Was tue ich unbewusst aufgrund meiner Prägung, aufgrund meiner Sozialisierung, wie eine Art Laming? Und Sicks sein heißt am Ende, das macht einen guten Schüler, eine gute Schülerin aus, sie sind wachsam bei der Sache. Sie machen das nicht, weil die Eltern es gesagt haben oder weil der strenge Professor sagt, ihr müsst aufmerksam sein, sondern, weil ich selber verstehen möchte, wer bin ich eigentlich, jenseits dieses Körpers, warum bin ich hier, woher komme ich und wohin gehe ich. Das ist der eine Teil. Wir nennen das in den ursprünglich überlieferten Weisheiten, das sind spirituelle Weisheiten, die von über 30, wir sagen, weiße Menschen, erleuchtete Menschen überliefert worden sind. Und das ist erstmal der primäre Zugang für uns zu Weisheit. Diese Weisheiten wurden ab dem 14., 15., 16. Jahrhundert aufgeschrieben und stehen quasi im Zentrum des SickScience. In einer bestimmten Art und Weise sind diese Weisheiten letztlich aber nur eine Hilfe, um zu den Weisheiten zu belangen, die uns allen innewohnend sind, also unabhängig vom Hintergrund, unabhängig davon, welche Hautfarbe ich habe, welche Nationalität, ob ich groß oder klein bin, große Nase, kleine Nase, spielt alles keine Rolle. Wir alle haben als, und das ist die Sichtweise der City, als göttliche spirituelle Wiesen, Zugang zu dieser Spiritualität. Und es gibt bestimmte Hilfen, dazu gehören eben zeitlose spirituelle Weisheiten, dass ich mich am Ende innerlich in der Innenchau damit befassen kann. Das ist so die eine Ebene. Fährst dazu, wäre zum Beispiel Mando Jotzupe, Abnamul Pechan. Erkenne dich selbst, und zwar jemals seines Körpers. Das ist die Aufgabe, die dir mitgegeben wurde. Dann gibt es aber noch eine ganz andere Ebene. Und das ist die Ebene von Yad Yogme Ekeko Ayah. Ich bin gekommen, um eins zu werden. Ich bin gekommen, um zu heilen. Alle Lebewesen, die geboren werden, werden angesehen, als Schülerinnen und Schüler, die quasi etwas zu lernen haben. Ein anderes Bild wäre, wir alle sind in einem Krankenhaus und durchlaufen eine Therapie. Und die Therapie ist die Therapie des Lebens, wo ich nämlich von dem Ursprung, von dem spirituellen Ursprung, von dem wir alle entstanden, in einer gewissen Art und Weise entfremdet bin. Säpen, nennen wir das. Ich bin sozusagen von mir selbst gebrochen, von meinem Ursprung. Und wir alle gemeinsam leben hier in der Diaspora. Das vereint uns alle. Wir sind nicht in der Diaspora, weil ich als Sieg aus dem Punjab in Deutschland lebe, sondern wir alle leben in der Diaspora, auch in Anführungsstrichen der Bio-Deutsche in Deutschland, lebt auch in der Diaspora. Und wenn ich das einmal verstanden habe, verstehe ich das Prinzip des Gastseins. Wir alle sind Gäste, niemand hat mehr Rechte, niemand hat weniger Rechte. Mutter Natur ist Mutter Natur für alle. Sie ist keine Ressource, die wir ausbeuten sollten. Wir tun das. Aber es ist die Erde, die uns ermöglicht, spirituelle Evolution zu durchlaufen. Natürlich durchlaufen wir natürlich auch materielle Evolution. Das ist ja Teil sozusagen von technischer Entwicklung und so weiter. Aber es geht eben auch in einer ganzheitlichen Sicht und Weise darum, spirituell zu wachsen. Bei dem ganzen Thema Heilung geht es darum, vollständig zu werden. Ein vollständiger Mensch. Ich erinnere mich sehr genau an den letzten Vortrag, das Wort der Vervollkommenung besprochen. Und darum geht es. Abwohnerin gewarnen. Also die Innenschau, ganz ehrlich sein zu ich selber. Einfaches Beispiel, damit es nicht so abstrakt bleibt. Warum flippe ich eigentlich immer so schnell aus, wenn bestimmte Dinge getan werden? Wieso bin ich hier und dort kulerisch? Wieso teile ich dort so schnell aus? Wieso bin ich da so rücksichtslos gegenüber der Umwelt? Meine Defizite erstmal erkennen. Ja, also die Innenschau, gleichzeitig der Blick in den Spiegel, um dann zu sehen, wie verwende ich spirituelle Weisheit zur Transformation. Es geht immer um Transformation, Energie, Erhaltungsrat. Es geht nichts verloren. Wir können Dinge nur transformieren. Insofern sind doch viele Dinge, die wir in der Wissenschaft haben, aus unserer ganzheitlichen Perspektive sehr einfach anzunehmen. Das ist nicht hier das Religion und das Wissenschaft, sondern die Wissenschaft erforscht die Materie, die Spiritualität erforscht die Seele. Das ist sozusagen die Ledisweise, die uns als Sicks leitet. Am Ende können wir selber immer wie ein Fieberterometer selber messen, ob wir unser Fieber senken konnten oder ob wir immer noch hohes Fieber haben. Das ist, indem wir zum Beispiel auf die, wir nennen es die 5 Diebe, die Energie ziehen, schauen. Ich versuche gerade eine gute Übersetzung zu finden für das eine Wort. Verlangen, Wut, Gehe, Anhaftung, Vergänglichkeit und Egoismus. Ich kann immer für mich schauen, wo stehe ich da gerade. Ist meine Anhaftung ans Materielle gesunken oder ist sie sogar angestiegen? Bin ich williger wütend als früher oder noch wütender als früher? Und wenn das quasi hochgeht, würden wir sagen, es ist eine dekressive, sozusagen Entwicklung. Wir gehen zurück. Wenn das wie nieder wird, gehe ich quasi Richtung Gipfel. Der Gipfel ist wie so oft eine Metreffer für Erleuchtung, wenn ich ganz oben stehe und alles ganz klar sehe. Die über 30 Erleuchteten, die unterschiedlichste Hintergründe hatten, unterschiedlichste Sprachen gesprochen haben, sprechen alle über das Gleiche. Sie haben die gleiche Einsicht, weil sie die gleiche Sichtweise haben. Das beantwortet auch am Ende so ein bisschen die Frage nach dem interreligiösen Dialog, das ist eine sehr kluge Frage gestellt. In der city heißt interreligiöser Dialog nicht interkultureller Dialog. Das ist auch schön, aber das ist auf einer anderen Ebene. Wir kommen zusammen, ich erzähle, wie wir leben, die anderen erzählen, wie sie leben und dann machen wir schöne Feste. Das ist aus unserer Sicht nicht interreligiöser Dialog, sondern interreligiöser Dialog heißt, wie entblättere ich die Institutionalisierung der Religion, wie entblättere ich das, was uns Menschen durch menschengemachte Dokumen trennt und wo ich sage, ich fährst zu der Religion an, du gehst zu der Religion an, nein, sondern das menschengemachte Entblättern, all das, was uns trennt. Das können Nahrungsmittelvorschriften sein, das können bestimmte Sichtweisen sein, insbesondere können es Glaubensvorstellungen sein. Es geht ganz explizit darum, Glaubensvorstellungen hinter sich zu lassen und allein auf die Wirkung des eigenen Denkens und Handelns zu schauen. Also was ist eine gute Lebensweise? Eine gute Lebensweise ist, würden alle so leben wie ich, wäre dann die Welt eine bessere Welt oder eine schlechtere Welt? Wenn ich diese Frage positiv beantworten kann, würden wir sagen, bin ich auf einem guten Weg. Immer wieder der Gradmesser ist nicht wie gut ich rede, ist nicht wie viel abstraktes Wissen ich habe über Theologie, religionswissenschaftlich, historisch und so weiter, sondern wie ist mein Wirken im Alltag? Das ist das, was zählt. Zwei Dinge kommen also zusammen in der Sikki? Das ist einmal gelebte Weisheit, gekoppelt mit Tugenden. Alle Tugenden, die wir uns vorstellen können, sehen wir als erstrebenswert an. Dazu geht zu einer erst die Liebe. Die Liebe zu sich selbst, die Liebe zu den Mitmenschen, die Liebe zu der Tierwelt und natürlich die Liebe zur Natur, zur Mutter, Erde. Das leitet unsere Lebensweise. Deswegen sehen wir auch so schön aus, wie wir aussehen, weil wir dem Körper so belassen, wie er von Mutter, Natur erschaffen wurde. Wir ändern ihn nicht. Es gibt immer wieder verschiedene Modetrends, mal ist es cool, die Haare so zu haben, mal ist es cool, diese Klamotten zu tragen. Idealerweise würde ich auch einen Gewand tragen, das man gar nicht ändert. Das inspiriert sich noch mal dazu, sich von allen Modetrends zu distanzieren. Also es geht darum. Natürlichkeit, Natürlichkeit, Natürlichkeit. All die verrückten Gedanken, die in einem Kopf kommen, wenn ich das mache mit meinem Körper, oder wenn ich das mache, werde ich ein besserer Mensch, zu sagen, nein, davon wirst du kein besserer Mensch, sondern über dir wacht immer eine höhere Weisheit des Lebens. Es wird nicht das passieren im Leben, was wir wollen, sondern es passiert das, was das Leben entscheidet. Und der Turban ist wie so ein Reminder jeden Morgen, den wir binden. Ich bleibe in Verbindung mit der höhere Weisheit des Lebens. Deswegen wird der Turban auch nicht aufgesetzt. Deswegen schneiden wir unsere Haare nicht. Das ist Ausdruck dieser natürlichen Liebesweise. Am Ende erinnert uns das auch immer wieder da dran, beschalten zu sein. Es ist eine höhere Weisheit über mich. Ich bin nur ein ganz kleines Licht im Universum. Deswegen Bescheidenheit, Rücksichtsvollsein, wichtige Turbenden in dieser Lebensweise. Und am Ende, ich habe ja gesagt, das Gastsein ist sehr wichtig, und deswegen auch für den inter-religiösen Dialog, wo es eigentlich um, aus unserer Sicht darum geht, um die Wahrheitsfindung. Nicht an das Kleben, an der eigenen Tradition, das ist unsere Tradition, die wollen wir so bewahren, weil es unsere Tradition ist, sondern ganz das Gegenteil. Wie kommen wir uns im Herzen her? Und wie können wir gegenseitig im Lernen miteinander unsere Tugenden stärken und unsere Schwächen, sozusagen Schwächen stärken, stärken, schwächen, schwächen? Glaube, das reicht erstmal für einen ersten Input und dann beantworte ich gerne die Frage. Sehr bewusst benutze ich keine Übersetzungen, weil die Übersetzungen, die es gibt, und ich habe mich sehr intensiv damit befasst, auch im Kontext von Kolonisierung und so weiter, sind Werke, wo ich sagen wurde, sind weit entfernt vom Original. Und das Original ist geschrieben in einer Schriftsprache, so nenn ich es, Gurnuki. Es ist sozusagen die Weisheit, die aus dem Munde der Weisheit kommt. Das heißt Gurnuki. Diese Schrift wurde eigens entwickelt von den Weisen, ab dem 14., 15. Jahrhundert, basiert auf den verschiedensten indischen Sprachen, die es gibt, Althindi, Althandjabi und so weiter. Der Versuch war quasi eine Sprache zu schaffen, die jeder, der diesen Lebensweg gehen will, lernen kann. Natürlich, weißt du besser als ich als Professor, waren die Menschen damals jetzt nicht alle so gebildet, dass sie alle lesen konnten. Das hat sich dann ja erst im Zuge sozusagen von der Entwicklung von Druck, Presse und so weiter entwickelt. Aber man sieht die Idee, das ganz von Anfang an sehr langfristig gedacht wurde, wie können wir diese zeitlosen Weisheiten bewahren, sodass zukünftige Generationen Zugang dazu haben? Das heißt zum Beispiel Gurnanik, einer sozusagen der einflussreichsten Weisen, auch der erste aus der Linie der zehn direkten Weisen, hat angefangen diese Weisheiten zu sammeln, auch die Weisheiten, die ursprünglich mündlich überliefert wurden, sind von Kabir, ein sehr einflussreicher Weiser erleuchteter, der viele gar nicht direkt in der Isik-Tradition sozusagen einsortieren würden. So hat die Kanonisierung sozusagen begonnen und sie wurde immer weiter in Anführungsstrichen, könnte man vielleicht sagen professionalisiert, so dass am Ende ein Gesamtwerk entstanden ist, 1.430 Seiten. Ursprünglich wurde das einfach Boti genannt, Gurbani, heute wird es Guru Granth Sahib genannt. Das Werk umfasst die Weisheiten sozusagen von diesen über 30 Erleuchteten. Es gibt noch ein zweites Werk, was absolut zentral ist, das wurde vom 10. Weisen aus der direkten Linie zusammengestellt, Guru Gowinzing. Das Werk nennt sich das in Granth. Das ist vor allen Dingen wichtig für die Sikhs, die Teil der Karlsath-Tradition sind, also sehr vorbindliche Sikhs, die genau diese Tugenden, die ich angesprochen habe, seit vielen, vielen Jahren im Alltag leben und die dann dazu befähigt werden, Teil dieser Karlsath-Bruderschaft zu werden. Karlsath bedeutet, vielleicht kennt der ein oder andere das Wort, von Reinheit, die wirklich voller Reinheit und Liebe sind, werden Teil dieses Ordens sozusagen. Das ist aber eine spezielle Gruppe, es ist nicht die Erwartung, dass ein Sikh, der sozusagen in Zivil rumläuft, Teil dieses Ordens wird, der eben, man könnte sagen, die Nationalmannschaft darstellt. Nicht jeder muss in der Nationalmannschaft spielen. Das ist so ein bisschen zur Historie. Ich habe ja auch mal Grau- und Geographie gefragt, wir sind also in Nordindien, es gibt ja wunderbaren Teppeln, oder wie das, wo ich schon war, in Delhi, aber Sikhs sind nennweit verbreitet. Das war jetzt auch in Russbritannien, wenn ich die Tour war. Genau, ursprünglich entstanden im Norden von Indien, das, was heute Pakistan ist, zum Beispiel, da hat Gonalen gelebt. Da hat die Verbreitung stattgefunden, da war zum Beispiel allein schon Gonalek sehr viel gereist, auch in arabische Länder gereist. Gurdbubin Singh hat auch gewirbt weit über den Punjab hinaus. Und insbesondere auch im Zuge der Weltkriege sind dann Sikhs teilweise auf Seiten, zum Beispiel von der britischen Armee, nach Europa bekommen, auf Seiten der Franzosen und so weiter. Da hat schon starke Verbreitung stattgefunden. Und dann gab es nochmal einen sehr, sehr starken Schub, der Sikhs weltweit sozusagen verbreitet, Tarte 1984 wurde der sogenannte Golden Temple, der Barsabin Amrit, der Indischen Armee, angegriffen. Es gab vorher schon politische Unruhen und danach viele Jahre. Und das hat dazu geführt, dass insbesondere männliche Sikhs, weil die besonders von Verfolgung betroffen waren, einfach den Punjab verlassen haben. Wer heute in den Punjab geht, wird dort Dörfer auffinden, die sind halt leer, weil einfach alle ausgewandert sind. Ganz viele in Kanada, Amerika, England, Australien. Es gibt aber auch große Gemeinden, zum Beispiel in Kenia. Im deutschsprachigen Raum leben schätzungsweise 35.000 Sikhs, die meisten hier im Rhein-Main-Gebiet. So ist inzwischen die Verbreitung. Also insofern, von dem, was ich eben auch versucht habe, darzustellen, ist es eine ganz klar universell angelegte Religion. Und es ist sozusagen ein Spiel des Lebens, welche Methode das Leben findet, um Verbreitung sozusagen voranzutreiben. Und das ist oftmals auch das Leiden in einem bestimmten Land, wo man nicht die Religion so leben kann, wie man sie möchte, dass dann Menschen auswandern. Die Erleuchteten haben alle Schriften analysiert. Sie sprechen sehr genau darüber, sehr detailliert, wie sie den interreligiösen Dialog wirklich gemacht haben. Also sie sagen, das hat der islamische Gelehrte gesagt. Es gibt also eine religiöse Erörterung, so ein bisschen wie bei Socrates. Und ganz oft sieht man dann in der Analyse, dass dann diejenige, mit denen der Dialog geführt würde, am Ende sagen, eigentlich, wenn wir ehrlich sind, stellen wir fest, dass wir sehr oberflächlich in Abgrenzung zueinander leben. Aber die in Kern der Spiritualität verloren haben. Es gibt zum Beispiel eine Fährseinheit, Gosti, da geht es genau darum. Und da lernt man übrigens auch, wie macht man interreligiösen Dialog? Ich bittend weitersetze zum konkreten Liedern im Dialog, den du betreitest, aus dem Geist, den wir uns gerade gestündet hast. Vielleicht zu sagen, es wird sicher, dass vorher nur kurz anmoderiert deine paupofliche Tätigkeit, denn einer oder andere interessiert und zugleich auch bis Gründungsmittel jedes Ratistereligons. Und so ein bisschen sammeln wir ja auch bei den verschiedenen Auftritten. Hier sagen wir jetzt mal, die anderen, warum kommt Anjali George und so weiter, das ist vielleicht auch aus zu deiner Perspektive. Ich fange vielleicht mal an mit einem Fers, nur eine sinngemäß Übersetzung, wo gefragt wird, das ist eine rhetorische Frage. Es ist so ein Stilmittel, wo die Menschen, die reden in Metaphern, oft in Fragen und die Antwort regt an quasi zu reflektieren. Da steht nie drin, was ist eins plus eins, ja, es ist zwei. Sondern es ist immer ein Spiel mit den Bildern des Lebens. Und da wird gefragt, was ist ein guter Muslim? Und dann kommt die Antwort, ein guter Muslim ist jemand, der keine Angst vor dem körperlichen Tod hat, der die höhere Weisheit des Lebens annimmt und dessen Herz voller Liebe ist und der nachsichtig ist. Dann kommt die Frage, wer ist ein guter Sufi? Kommt die gleiche Antwort. Dann kommt, wer ist ein guter Sikh? Kommt die gleiche Antwort. Also es geht immer um den Kern des Menschseins. Das entblättern, was ich meinte. Und das ist quasi der Ausgangspunkt für mich natürlich, für den interreligiösen Dialog. Wenig Fokus auf das, was uns trennt, weg von dem, was Menschen gemacht ist. Also wenn wir im interreligiösen Dialog nach halb Stunden darüber sprechen, wer was ist und welche Essensgebote, würde ich die Zeit gemäß meiner Tradition, weil es mir mitgegeben ist, darüber sprechen. Wie kommen wir uns im Herzen nahe? Wie können wir Verständnis erhöhen? Und ganz konkret, wie können wir gemeinsam ein konkretes Problem, in dem Fall in der Stadtgesellschaft in Frankfurt, lösen? Denn was zeichnet einen spirituellen Menschen aus? Wer kreiert keine Probleme, sondern er löst Probleme. So, und wenn das der Ansatz ist, höre ich mir erstmal genau an im interreligiösen Dialog. Wo ist denn ein Problem? Das heißt, die erste Fähigkeit im interreligiösen Dialog ist zuhören. Ich höre dir zu, weil du ein Problem hast. Und das Zweite ist, ich kann das hier nur tun, wenn ich meine eigene Suppe verlasse. Bin ich schön, die ganze Zeit in meiner Gemeinschaft, und töre mir da die Predigten an. Bin ich ja sozusagen in meiner Bubble, das so ein bisschen wie das eigene Facebook. Immer die gleichen Meinungen, immer die gleichen Dokumen und so weiter. Wir lernen aber in der Regel immer nur in zwei Kontexten. Erstens, wenn ich leide. Zweitens, wenn ich aus der Komfortzone rausgehe und in eine neue Situation geschmissen werde. Drei Wochen am Strand liegen, ist schön, aber ich lerne nicht viel dabei. Mache ich aber eine Konversation mit Joachim oder irgendeinem anderen. Und stuße aus Sichtweise, wo ich denke, so, hä? Das ist ganz fremd. Fängt es an zu arbeiten. Deswegen greibe ich auch den Jugendlichen, deswegen inspiriere ich die auch immer. Und sag denen, ich sitze auf dem Stuhl, auf dem ich heute sitze, weil ich sehr, sehr früh die eigene Soße verlassen habe. Und deswegen fände ich es auch wichtig in den Schulen. In meiner Universität, dass wir viel stärker lernen, alle die auch quasi pädagogisch später mal unterwegs sein werden, Techniken. Wie kooperiere ich? Was bedeutet nicht in Konkurrenz gehen, sondern gemeinsam ein Problem lösen. Wie höre ich respektvoll zu? Wie reagiere ich, wenn jemand eine Meinung vertritt, die nicht meine Meinung ist? Also diese Grundmethodiken. Wie kom