Sunnitisch · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen
Oh ihr, die ihr glaubt!
DITIB Religionsamt ·
DITIB ·
2025-09-19
· Köln
· Quelle
Verantwortung · Hauptbotschaft
Gemeinschaft · tragend
Gerechtigkeit · tragend
Der Qur'an ist die höchste göttliche Gnade, deren Verse mit dem Aufruf an die Gläubigen eine unmittelbare Pflicht zur ethischen und spirituellen Lebensführung begründen, die über bloßes Wissen hinausgeht.
Wir sollten jeden einzelnen seiner Verse so in unser Leben aufnehmen, als ob sie direkt zu uns sprächen. Denn in ihm gibt es Anweisungen, die die gläubigen Menschen unmittelbar betreffen.
Der Text ist eine Freitagspredigt der DITIB, die den Qur'an als größte göttliche Gnade und Handlungsanweisung für das tägliche Leben beschreibt. Der Fokus liegt auf den ca. hundert Versen, die mit dem Aufruf 'O ihr, die ihr glaubt!' beginnen, welche die Gläubigen zu konkretem Handeln auffordern. Es werden 19 spezifische Verse zitiert, die ethische, soziale und spirituelle Pflichten wie Geduld, Gerechtigkeit, Verzicht auf Zins und Alkohol sowie gegenseitige Rücksichtnahme beinhalten. Die Predigt mahnt die Gemeinde, diese Gebote nicht nur zu kennen, sondern in Taten umzusetzen, um Errettung in dieser Welt und im Jenseits zu finden. Ein zentrales Motiv ist die Warnung davor, dass Besitz und Kinder den Glauben verdrängen können. Der Text schließt mit einem Gebet, das um die Fähigkeit bittet, nach dem Vorbild des Propheten zu leben und als Muslim zu sterben. Es gibt keinen expliziten Bezug zu aktuellen politischen Ereignissen, sondern einen Fokus auf die zeitlose Anwendung der Schrift.
- Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
-
Abkehr von Gott, Gleichgültigkeit, Götzendienst
- Wo sitzt das Übel?
-
im Herzen, im Willen, in der Seele des Einzelnen
- Was hilft dagegen?
-
Gebote befolgen, Ordnung einhalten, Pflichten erfüllen; Gebet, Gottesdienst, Meditation, wiederholte Übung
- Was ist der Mensch nach diesem Text?
-
von Gott gewollt, mit Aufgabe und Verantwortung
- Wohin geht die Geschichte?
-
die Botschaft steht außerhalb der Geschichte
- Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
-
auf die heilige Schrift der eigenen Tradition; auf den Stifter oder Propheten der Tradition
- Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
-
den eigenen Glaubensgeschwistern
- Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
-
auf die eigene Gemeinschaft und sich selbst
Verwandte Texte aus anderen Traditionen
nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition
Wozu der Text aufruft
- Geduld und Gebet praktizieren (innerlich)
- Gerechtigkeit aufrechterhalten und Zeuge sein (gesellschaftlich)
- Vermögen anderer nicht unrechtmäßig verschlingen (zwischenmenschlich)
Genannte Stellen
Koran 2:153 · Koran 2:172 · Koran 22:77 · Koran 4:29 · Koran 3:130 · Koran 4:135 · Koran 2:254 · Koran 5:90
Gemessen
- Grundhaltung
- 1 von -2 bis 2
- Eindringlichkeit
- 2 von 3
- Reichweite
- 3 von 5
- Konkretheit
- 2 von 3
- Abgrenzung
- 1 von 3
- Zeitbezug
- früher 1, jetzt 3, künftig 2
Ausgewertet mit qwen/qwen3.8-27b, Fassung v3.
Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.
Wortlaut anzeigen
Oh ihr, die ihr glaubt!
(19.09.2025)
Die größte Gnade, die unser erhabener Herr uns, Seinen Dienern, gesandt hat, ist zweifellos der edle Qur’an. Der Qur’an wurde herabgesandt, damit er gelesen, verstanden und – was noch wichtiger ist – gemäß seinen Geboten gelebt wird. Wir sollten jeden einzelnen seiner Verse so in unser Leben aufnehmen, als ob sie direkt zu uns sprächen. Denn in ihm gibt es Anweisungen, die die gläubigen Menschen unmittelbar betreffen. Im Qur’an gibt es ungefähr hundert Verse, die mit dem Aufruf beginnen: „Yâ eyyuhellezîne âmenû – O ihr, die ihr glaubt!“ Diese Verse rufen die Gläubigen auf: „Wenn ihr wahrhaftig in eurem Glaubensbekenntnis seid, dann handelt entsprechend diesen Versen!“
Liebe Gläubige!
Lasst uns also gemeinsam den klaren Ruf unseres Herrn an die Gläubigen hören und uns fest vornehmen, die Gebote dieser Verse in unser Leben zu tragen:
„Gläubige! Sucht Hilfe in Geduld und im Gebet!1 Gläubige! Wenn ihr Allah dient, dann esst von den guten Dingen, die Wir euch gegeben haben, und seid Allah dankbar!2 Gläubige! Verbeugt euch, werft euch nieder, dient eurem Herrn; und wenn ihr errettet sein wollt, tut Gutes, das euch für diese Welt und das Jenseits nützt!3 Gläubige! Verschlingt nicht auf unrechtmäßige Weise das Vermögen anderer, außer es geschieht durch beiderseitig einvernehmlichen Handel!4 Gläubige! Haltet euch fern von Zinsgeschäften!5 Gläubige! Haltet die Gerechtigkeit aufrecht, selbst wenn es gegen euch selbst, eure Eltern oder Verwandten geht und seid jene, die Zeugen für Allah sind!6 Gläubige! Gebt von dem, was Allah euch gewährt hat, auf Seinem Wege aus, bevor der Tag kommt, an dem es weder Handel noch Freundschaft noch Fürsprache gibt!7 Gläubige! Wein, Glücksspiel, Götzensteine und Losorakel sind ein Gräuel von Satans Werk – meidet sie, damit ihr errettet seid!8 Gläubige! Fürchtet Allah und seid mit den Wahrhaftigen!9 Gläubige! Lasst nicht zu, dass euer Besitz und eure Kinder euch Allah vergessen lassen!10 Gläubige! Wenn ein Frevler euch eine wichtige Nachricht bringt, dann prüft ihre Wahrheit, damit ihr nicht aus Unwissenheit anderen schadet und später Reue empfindet!11 Gläubige! Spottet nicht übereinander! (…) Erniedrigt einander nicht, gebt euch keine schlechten Beinamen!12 Gläubige! Meidet Mutmaßungen, die keine sichere Grundlage haben! (…) Spioniert nicht, redet nicht schlecht übereinander hinter dem Rücken!13 Gläubige! Geht euren Verantwortungen nach!14 Schützt euch und eure Familien vor dem Feuer, dessen Brennstoff Menschen und Steine sind.15 Gläubige! Kehret in aufrichtiger Reue zu Allah zurück!16 Sagt niemals etwas, das ihr nicht tun werdet!17 Gläubige! Wenn Allah und Sein Gesandter euch zu dem rufen, was euch Leben verleiht, dann folgt diesem Ruf!18 Gläubige! Fürchtet Allah, wie es Ihm gebührt, und sterbt nicht anders als Muslime!19
Möge unser Herr uns zu jenen zählen, die als Muslime sterben. Möge Er uns zu jenen machen, die ihren Glauben nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten bezeugen! Möge Er uns niemals vom Qur’an trennen und uns ermöglichen, nach dem schönen Vorbild unseres Propheten Muhammad (s.a.s.) zu leben!20 (Âmîn)
Die DITIB-Predigtkommission
Quellen:
1) Baqara, 2/153.
2) Baqara, 2/172.
3) Hadsch, 22/77.
4) Nisâ, 4/29.
5) Âl Imran, 3/130.
6) Nisâ, 4/135.
7) Baqara, 2/254.
8) Mâide, 5/90.
9) Tewbe, 9/119.
10) Munafiqûn, 63/9.
11) Hudschurât, 49/6.
12) Hudschurât, 49/11.
13) Hudschurât, 49/12.
14) Mâide, 5/105.
15) Tahrîm, 66/6.
16) Tahrîm, 66/8.
17) Saff, 61/2.
18) Enfal, 8/24.
19) Âl Imran, 3/102.
20) Nesâî, Îdeyn, 22.
2025-09-19
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