Bahaitum · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen
Riḍván 2026 – To the Bahá’ís of the World
ohne Namen ·
Universal House of Justice – Messages ·
2026-09-11
· Haifa
· Quelle
Hoffnung · Hauptbotschaft
Geduld · tragend
Gemeinschaft · tragend
Die Bahá'í-Gemeinschaft soll in der neuen Planphase durch die Kultivierung einer auf göttlichen Lehren basierenden Lebensweise und das aktive Bauen von Gemeinschaften eine Quelle der Hoffnung für eine in Not geratene Welt werden.
Wenn sich die Horizonte der Welt verdunkeln, wird Hoffnung zu einer knappen und kostbaren Ressource – doch eine, mit der die Gemeinschaft des Größten Namens reich gesegnet ist
Der Text kündigt den Beginn der zweiten Phase des Neunjahresplans der Bahá'í-Gemeinschaft an und würdigt deren Fortschritte im Aufbau lebendiger Gemeinschaften. Er betont, dass die Arbeit nicht nur aus Programmen besteht, sondern aus der Kultivierung einer auf göttlichen Lehren basierenden Lebensweise. Die Gemeinschaft wird ermutigt, in einer von Unruhe geprägten Welt als Quelle der Hoffnung zu dienen und soziale Interaktion zu vertiefen. Besonders hervorgehoben wird die Rolle der Jugend, die trotz gesellschaftlicher Spannungen konstruktiv handelt, sowie die standhafte Haltung der verfolgten Bahá'ís im Iran. Der Text ruft dazu auf, nicht entmutigt zu sein, sondern auf die Gaben Gottes zu vertrauen und aktiv am Plan mitzuwirken. Die Institutionen betonen die Bedeutung von Lernen, Zusammenarbeit und aufrichtiger Sorge um das Wohlergehen aller Menschen.
- Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
-
Leere, Orientierungslosigkeit, Verzweiflung; Feindschaft, Hass, Zerfall der Gemeinschaft
- Wo sitzt das Übel?
-
in Wirtschaft, Politik, gesellschaftlichen Strukturen
- Was hilft dagegen?
-
Zusammenhalt, gegenseitige Hilfe, Zugehörigkeit; praktisches Handeln am Nächsten, Werke
- Was ist der Mensch nach diesem Text?
-
vor allem Teil einer Gemeinschaft oder Schöpfung
- Wohin geht die Geschichte?
-
es wird besser, Entwicklung zum Guten
- Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
-
auf ein gegenwärtiges Oberhaupt, Lehrer, Amt; auf den Stifter oder Propheten der Tradition
- Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
-
den eigenen Glaubensgeschwistern
- Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
-
der Text kritisiert nicht
Verwandte Texte aus anderen Traditionen
nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition
Wozu der Text aufruft
- nicht besorgt oder entmutigt sein (innerlich)
- sich auf die Gaben Gottes verlassen (innerlich)
- konstruktive Wege des Dienstes finden (gesellschaftlich)
Genannte Stellen
Riḍván 2026
Gemessen
- Grundhaltung
- 1 von -2 bis 2
- Eindringlichkeit
- 2 von 3
- Reichweite
- 3 von 5
- Konkretheit
- 2 von 3
- Abgrenzung
- 1 von 3
- Zeitbezug
- früher 1, jetzt 3, künftig 2
Ausgewertet mit qwen/qwen3.8-27b, Fassung v3.
Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.
Wortlaut auf Deutsch
Das Universal Haus der Gerechtigkeit
Riḍván 2026
An die Bahá’í der Welt
Liebste Freunde,
Nun beginnt die zweite, größere Phase des Neunjahresplans. Wir sehen die globale Bahá’í-Gemeinschaft im Gleichschritt voranschreiten, zu Recht vertrauensvoll in den eingeschlagenen Kurs. Ihre Klarheit und Überzeugung sind unverkennbar. Unbeirrt durch die wachsende Unruhe der Welt ist sie auf ihre heilige Mission fokussiert. Wir freuen uns insbesondere, neu bestätigte Gläubige zu sehen, die eifrig ihren Platz im Feld des Dienstes und Handelns einnehmen, neben jenen, die seit langem in dem Glauben bestätigt sind. Die dritten Meilenstein-Cluster erweisen sich als fruchtbarer Boden, um reiche Erfahrungen zu ernten und weiterzuentwickeln. Und wir waren erfreut zu sehen, wie die Freunde überall über die Botschaft nachdachten, die wir an die Berater richteten, die sich im Dezember hier versammelten, und wie sie sich bei ihren Planungen und Handlungen auf deren Inhalte stützten.
Dieser zweckgerichtete Geist war besonders in den institutionellen Zusammenkünften deutlich, die auf der ganzen Welt einberufen wurden. Immer wieder berichteten die Berichte über diese Versammlungen dasselbe Phänomen: eine tiefgreifende, einblicksreiche Unterhaltung, die auf der direkten Erfahrung des Aufbaus lebendiger Gemeinschaften beruht, nicht aber auf Annahmen oder Theorie. Diese Unterhaltung wird durch den fortlaufenden Lernprozess an jedem Ort belebt. Sie ist durchdrungen von einem tieferen Bewusstsein für die Bedeutung der Bemühungen der Bahá’í-Gemeinschaft und für die Implikationen, die diese für eine in Not geratene Welt haben, die dringend nach Orientierung sucht. Ein Gefühl der Verantwortung und Entschlossenheit wird weitgehend gespürt, und es besteht ein scharfes Bewusstsein für das Ausmaß der Aufgabe, die vor uns liegt. Oft öffnet diese Unterhaltung eine zusätzliche, ergänzende Perspektive, die die Bemühungen von Gemeinschaften und Einzelpersonen nicht einfach als die Verfolgung von Programmen und Projekten erkennt, sondern als die Kultivierung einer Lebensweise, die nach den göttlichen Lehren geformt ist – eine Gestaltung von Handlungen, Interaktionen und Bestrebungen.
Diese gleiche aufrichtige Unterhaltung, die ein Engagement für das Lernen widerspiegelt, wird innerhalb der Gemeinschaft vorangetrieben, von den nationalen und regionalen Ebenen bis hinunter zu Dorf und Nachbarschaft, und in einer Vielzahl von Settings, einschließlich von den Institutionen arrangierter Zusammenkünfte sowie anderer, sich herausbildender Räume. Sie wird sicher auch ein Merkmal der Nationalen Versammlungen sein. Wir freuen uns darauf, zu sehen, wie Muster individuellen und kollektiven Handelns gestärkt und erweitert werden, während sich diese Unterhaltung entfaltet. Wie immer ist es eine Unterhaltung, die auf immer weiterreichende Kreise von Freunden, Nachbarn und anderen gleichgesinnten Seelen ausgedehnt werden sollte, die sich mit den Bemühungen identifizieren, geistlichen und materiellen Fortschritt auf der Einheit der Menschheit zu gründen. Die Räume, die geschaffen werden, um diese Unterhaltung zu erweitern – ob sie spontan entstehen oder lange im Voraus geplant sind – sind ein Hinweis auf eine vertiefte Einbindung in die Gesellschaft, und wir hoffen, dass sie immer häufiger werden.
Viele in der breiteren Gesellschaft, die die basisnahe Aktivität der Bahá’í begegnen, sind von ihren charakteristischen Merkmalen beeindruckt: Sie entspringt einer aufrichtigen Sorge um das Wohlergehen aller, sie ist auf Einheit und Dienst ausgerichtet, und sie folgt klaren Prinzipien, nimmt aber nicht an, eine sofortige Antwort auf jedes Problem zu haben. Im Geist gemeinsamen Wirkens suchen Bahá’í, mit anderen zusammenzuarbeiten und gemeinsam zu lernen; und in den Beziehungen, die sie mit jenen eingehen, die in der Gesellschaft Positionen von Autorität und Verantwortung innehaben, sind sie aufrichtig und klarblickend. Sie verfolgen sozialen Wandel ohne politische Ambitionen oder Eigeninteresse, und sie erkennen an, dass, da die Prominenz des Glaubens steigt, es wichtig wird sicherzustellen, dass sein wahrer Charakter und seine Ziele gut verstanden werden. An vielen Orten bedeutet die wachsende Tiefe der Interaktionen der Gemeinschaft mit der Gesellschaft zwangsläufig, dass es neue Situationen zu navigieren und neue Fragen zu beantworten gibt, und dies zwingt die Gemeinschaft dazu, ihre eigenen Fähigkeiten weiterzuentwickeln.
Wie wir in unserer Botschaft an die jüngste Konferenz der Berater erklärt haben, war eine bedeutende Entwicklung der letzten vier Jahre das Hervortreten der Gemeinschaft als ein auffälligerer Protagonist des Plans, die sich organisiert, um bestimmte Bedürfnisse zu erfüllen und bestimmte Bereiche des Wirkens voranzutreiben, um gegenseitige Unterstützung durch kooperative Arrangements zu bieten und zu lernen, innerhalb eines sich entwickelnden Handlungsrahmens zunehmend wirksam zu sein. Ein bemerkenswertes Beispiel hierfür sind Gruppen von Jugendlichen, die in einer Region zusammenarbeiten und die Teilnahme ihrer Altersgenossen fördern. Natürlich profitieren ihre Bemühungen enorm von der liebevollen Ermutigung und Anleitung der Institutionen, doch die Jugendlichen haben auch ihre Fähigkeit gezeigt, Initiative zu ergreifen und fruchtbare Wege des Dienstes zu identifizieren. Zu oft vollziehen sich ihre Bestrebungen vor dem Hintergrund von Konflikt und Unordnung, wirtschaftlicher Ungleichheit und tiefen gesellschaftlichen Spaltungen. Wir erkennen die Herausforderungen an, denen die Jugendlichen unter solchen Bedingungen gegenüberstehen, und rühmen sie dafür, dem Impuls zu widerstehen, zu kritisieren und zu verurteilen, und stattdessen konstruktive Wege zu finden, um diese gewaltigen Hindernisse zu umgehen und darauf hinzuarbeiten, sie letztlich zu überwinden.
Geliebte Freunde, wie stürmisch die Zeiten auch sein mögen, drängen wir euch, nicht besorgt oder entmutigt zu sein. ‘Abdu’l-Bahá rät uns allen, sich auf die Gaben Gottes zu verlassen und so „immer hoffnungsvoll“ zu sein, in unserer Hoffnung „fest“ zu sein und „die Ursache der Hoffnung für die verzweifelte Seele“ zu sein. Wenn sich die Horizonte der Welt verdunkeln, wird Hoffnung zu einer knappen und kostbaren Ressource – doch eine, mit der die Gemeinschaft des Größten Namens reich gesegnet ist, aufgrund ihrer Überzeugung über die Zukunft der Menschheit und aufgrund dessen, was sie aus ihrer eigenen Erfahrung gelernt hat. Unzählige sehnen sich nach der Hoffnung, die ihr in ihre Herzen bringen könnt.
Für ein goldenes Beispiel einer Gemeinschaft, die lange die Flamme der Hoffnung beherbergt hat, blicken wir zu den unrechtgehandelten, doch immer geduldigen, immer standhaften, immer widerstandsfähigen Anhängern Bahá’u’lláhs in der Wiege Seines Glaubens. Seht, wie diszipliniert sie geblieben sind, wie engagiert sie sich über Jahrzehnte unermüdlicher Unterdrückung dem Prinzip verschrieben haben – und wie entschlossen sie gewesen sind, von den Fortschritten zu lernen, die ihre Glaubensbrüder in anderen Ländern gemacht haben, wie bestrebt sie sind, ihre Mitbürger in ihrem eigenen Land zu dienen und zu trösten. Für so viele ihrer Landsleute sind sie es gewesen und sind es weiterhin, ein Leuchtturm der Hoffnung, eine Quelle der Mitgefühl und Einsicht, und vertrauenswürdige Gefährten auf dem Weg des Dienstes. In den letzten Wochen und Monaten waren diese Freunde, die wir so innig schätzen, eine ständige Präsenz in unseren Gedanken und das wiederholte Thema unserer Gebete, wie wir sicher sind, dass sie es auch in den euren waren, indem wir den immer Liebenden Herrn baten, sie in die Umarmung Seiner zärtlichen Fürsorge zu nehmen.
Eure eigenen Bestrebungen, die Sache Gottes voranzubringen, sind nicht weniger der Fokus der Bitten, die wir am Heiligen Schwellenort erheben – insbesondere jetzt, zu Beginn der neuen Phase im Neunjahresplan. So oft wir zu den Heiligen Stätten pilgern, flehen wir um göttliche Hilfe und Unterstützung für eure Bemühungen und bitten um Standhaftigkeit und Stärke für euch in euren Arbeiten. Möget ihr schnell zum Handeln bereit und eifrig im Lernen sein, und mögen alle Segnungen des himmlischen Reiches euch zuteilwerden.
[unterschrieben: Das Universalhaus der Gerechtigkeit]
Wortlaut im Original
The Universal House of Justice
Riḍván 2026
To the Bahá’ís of the World
Dearly loved Friends,
Now begins the second, greater phase of the Nine Year Plan. We see the global Bahá’í community advancing in unison, justly confident in the course it has set. Its clarity and conviction are unmistakable. Undaunted by the world’s swelling turmoil, it is focused on its sacred mission. We rejoice in particular to see newly confirmed believers eagerly taking their place in the field of service and action alongside those long confirmed in the Faith. Third milestone clusters are proving to be fertile ground for rich experience to be harvested and propagated. And we have been pleased to see the friends everywhere reflecting on the message we addressed to the Counsellors who assembled here in December and drawing on its contents as they plan and act.
This purposeful spirit has been especially evident in the institutional meetings that have been convened around the world. Again and again, the accounts of these gatherings have reported the same phenomenon: a profound, insightful conversation based on direct experience of building vibrant communities rather than on assumptions or theory. This conversation is animated by the ongoing process of learning in each place. It is imbued with a deeper recognition of the significance of the Bahá’í community’s endeavours and the implications they hold for a troubled world in desperate need of direction. A sense of responsibility and resolve is widely felt, and there is an acute awareness of the scale of the task at hand. Often, this conversation opens up an additional, complementary perspective which recognizes the efforts of communities and individuals not simply as the pursuit of programmes and projects, but as the cultivation of a way of life patterned on the divine teachings—a shaping of actions, interactions, and aspirations.
This same earnest conversation, reflecting a commitment to learning, is being advanced across the community from the national and regional levels all the way to the village and neighbourhood, and in a variety of settings, including meetings arranged by the institutions as well as other spaces that are emerging. It will surely be a feature of National Conventions too. We look forward to seeing patterns of individual and collective action being strengthened and expanded as this conversation unfolds. As always, it is a conversation which should be extended to ever-widening circles of friends, neighbours, and other like-minded souls who identify with efforts to bring about spiritual and material progress founded on the oneness of humankind. The spaces being created for broadening this conversation—whether they are spontaneous or planned long in advance—are an indication of a deepening involvement with society, and we hope they will become more and more common.
Many in the wider society who encounter the grassroots activity of Bahá’ís are struck by its distinctive characteristics: it springs from a sincere concern for the well-being of all, it is oriented towards unity and service, and it follows clear principles yet does not presume to have an immediate answer to every problem. In a spirit of common endeavour, Bahá’ís seek to collaborate with others and to learn together; and in the relationships they form with those who occupy positions of authority and responsibility in society, they are earnest and clear-sighted. They pursue social change without political ambition or self-interest, and they recognize that, as the prominence of the Faith rises, it becomes important to ensure that its true character and aims are well understood. In many places, the growing depth of the community’s interactions with society means, inevitably, that there are new situations to navigate and new questions to answer, and this is compelling the community to further develop its own capabilities.
As we explained in our message to the recent Counsellors’ Conference, a significant development over the last four years has been the emergence of the community as a more conspicuous protagonist of the Plan, organizing itself in order to meet particular needs and advance particular fields of endeavour, to provide mutual support through collaborative arrangements, and to learn to be increasingly effective within an evolving framework for action. A striking example of this is groups of youth, working together in a locality and encouraging the participation of their peers. Naturally, their efforts benefit tremendously from the loving encouragement and guidance of the institutions, but the youth have also shown their ability to take initiative and identify fruitful avenues of service. All too often, their endeavours are occurring against a backdrop of conflict and disorder, economic inequity, and deep social divisions. We recognize the challenges the youth face in such conditions, and we commend them for resisting the impulse to criticize and condemn, finding instead constructive ways to steer around these imposing obstacles and work towards ultimately overcoming them.
Beloved friends, however turbulent the times, we urge you not to be apprehensive or disheartened. ‘Abdu’l-Bahá counsels us all to rely on the bounties of God, and so to be “ever hopeful”, to be “firm” in our hope, and to be “the cause of hope to the despairing soul”. When the world’s horizons darken, hope becomes a scarce and precious resource—but one with which the community of the Greatest Name has been richly blessed because of its conviction about the future of humanity and because of what it has learned from its own experience. Multitudes yearn for the hope you can bring to their hearts.
For a golden example of a community that has long sheltered the flame of hope, we look to the wronged yet ever-patient, ever-steadfast, ever-resilient followers of Bahá’u’lláh in the Cradle of His Faith. See how disciplined they have remained, how committed to principle over decades of unrelenting oppression—and how resolved they have been to learn from the advances made by their fellow believers in other lands, how determined to serve and console their fellow citizens in their own land. To so many of their compatriots they have been, and continue to be, a beacon of hope, a fount of compassion and insight, and trusted companions on the path of service. In recent weeks and months, these friends whom we cherish so dearly have been a constant presence in our thoughts and the repeated subject of our prayers, as we are sure they have been of yours, asking the Ever-Loving Lord to hold them in the embrace of His tender care.
Your own endeavours to advance the Cause of God are no less the focus of the supplications we offer at the Sacred Threshold—especially now, at the commencement of the new phase in the Nine Year Plan. As often as we repair to the Holy Shrines, we implore divine aid and assistance for your efforts, and beseech fortitude and strength for you in your labours. May you be swift to act and eager to learn, and may all the blessings of the celestial kingdom be yours.
[signed: The Universal House of Justice]