Sunnitisch · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen
Du hast Geschwister, die dich brauchen!
DITIB Religionsamt ·
DITIB ·
2026-03-06
· Köln
· Quelle
Fürsorge · Hauptbotschaft
Gemeinschaft · tragend
Dankbarkeit
Das wahre Fasten im Ramadan besteht nicht nur im eigenen Verzicht, sondern in der aktiven materiellen und emotionalen Hilfe für Bedürftige, was durch institutionelle Spendenkanäle ermöglicht wird.
Gerade deshalb, liebe Geschwister, ist es unsere Pflicht, an diesen Türen zu klopfen! Denn unser erhabener Herr macht deutlich, dass in unserem Besitz auch ein Anteil für die Bedürftigen bestimmt ist.
Der Text ist eine Predigt der DITIB, die den zweiten Teil des Ramadan-Monats einläutet und die Gläubigen zur Solidarität aufruft. Er erinnert an die religiösen Praktiken wie Fasten, Koranrezitation und Gebet, betont aber vor allem die soziale Verantwortung gegenüber Bedürftigen. Die Predigt kontrastiert den eigenen Wohlstand mit der Not von Waisen, Alten und Kranken, die auf Hilfe angewiesen sind. Es wird die Pflicht hervorgehoben, durch Fitre, Zekat und Sadaqa diese Lücke zu schließen. Die DITIB stellt ihre Hilfsarbeit in 30 Ländern und in Erdbebengebieten als institutionellen Rahmen für diese Spenden dar. Der Text schließt mit einem Hadith, das das Teilen als Weg zur göttlichen Erlösung beschreibt. Die Ansprache richtet sich an die eigene Gemeinde, um sie zu konkretem Handeln und Spenden zu motivieren.
- Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
-
Unwissenheit, Illusion, falsche Sicht der Wirklichkeit
- Wo sitzt das Übel?
-
im Herzen, im Willen, in der Seele des Einzelnen
- Was hilft dagegen?
-
praktisches Handeln am Nächsten, Werke; Zusammenhalt, gegenseitige Hilfe, Zugehörigkeit
- Was ist der Mensch nach diesem Text?
-
vor allem Teil einer Gemeinschaft oder Schöpfung
- Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
-
auf den Stifter oder Propheten der Tradition; auf die heilige Schrift der eigenen Tradition
- Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
-
den eigenen Glaubensgeschwistern
- Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
-
auf die eigene Gemeinschaft und sich selbst
Verwandte Texte aus anderen Traditionen
nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition
Wozu der Text aufruft
- Spenden abgeben (gesellschaftlich)
- Bedürftige unterstützen (zwischenmenschlich)
- Gemeinschaft pflegen (zwischenmenschlich)
Genannte Stellen
Koran 51:19 · Muslim, Birr, 58
Gemessen
- Grundhaltung
- 1 von -2 bis 2
- Eindringlichkeit
- 2 von 3
- Reichweite
- 3 von 5
- Konkretheit
- 3 von 3
- Abgrenzung
- 0 von 3
- Zeitbezug
- früher 1, jetzt 3, künftig 1
Ausgewertet mit qwen/qwen3.8-27b, Fassung v3.
Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.
Wortlaut anzeigen
Du hast Geschwister, die dich brauchen!
(06.03.2026)
Elhamdulillah, wir haben die erste Hälfte des gesegneten Monats Ramadan bereits hinter uns gelassen. Möge Allah uns ermöglichen, auch die verbleibende Zeit in rechter Weise zu nutzen. Möge der Ramadan, der uns stets willkommen ist, auch von uns zufrieden Abschied nehmen. Möge der Ramadan zu einem der schönsten Zeugen unseres Glaubens werden.
Geschwister! Werte Gläubige!
Wenn wir an den Ramadan denken, kommen uns viele schöne Dinge in den Sinn; vor allem das Fasten und mit dem Fasten Taqwa (Gottesbewusstsein) und Geduld. Wir denken an den Koran, das Wort Allahs – an die Muqabele und die Rezitationen des gesamten Koran. Wir denken an den Segen des Sahur, an die Freude des Iftars und an die besondere Atmosphäre der Terawih-Gebete. Ramadan bedeutet Gemeinschaft, Zusammenhalt und Geschwisterlichkeit. Der Monat Ramadan erinnert uns an die Fitre als Dank dafür, diesen Monat erleben zu dürfen. Und wir denken an unsere Zekat, die wir im Ramadan mit Freude geben, um noch mehr Anteil an seinem Segen zu erhalten.
Doch bei all diesen Schönheiten sollten wir vor allem auch an jene denken, die sehnsüchtig auf unsere Unterstützung warten – an die betrübten Herzen, die dem Ramadan mit Hoffnung entgegensehen. Denn Ramadan bedeutet nicht nur, den eigenen Hunger zu spüren. Er bedeutet, dem Hunger anderer abzuhelfen und ihre Sorgen zu unseren eigenen zu machen.
Geschwister!
Allah sei Dank können viele von uns fasten, ohne sich Gedanken darüber machen zu müssen, was sie zum Iftar essen werden. Wir sitzen an reich gedeckten Tischen mit vielfältigen Gaben. Aber leider vergessen wir manchmal, dass es viele Geschwister gibt, die auf eine warme Suppe oder eine helfende Hand angewiesen sind.
Geschwister!
Vergessen wir nicht: Es gibt Menschen, die den Ramadan mit noch größerer Hoffnung und Sehnsucht erwarten als wir. Es gibt Waisen, Menschen, die niemanden um sich herum haben, und Bedürftige. Es gibt Menschen, die aus Scham niemanden um Hilfe bitten und ihre Not nur Allah kundtun. Es gibt ältere Menschen, die niemanden haben, der in ihrem Zuhause eine warme Mahlzeit zubereitet. Es gibt viele, die durch Krankheit, Armut oder Not geprüft werden und darauf warten, dass jemand an ihrer Tür klopft. Gerade deshalb, liebe Geschwister, ist es unsere Pflicht, an diesen Türen zu klopfen! Denn unser erhabener Herr macht deutlich, dass in unserem Besitz auch ein Anteil für die Bedürftigen bestimmt ist.1
Geschwister!
Wie also erreichen Fitre, Zekat, Sadaqa und unsere Spenden die Bedürftigen? Seien wir beruhigt: Elhamdulillah verrichtet die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DİTİB) seit über vierzig Jahren ihren Dienst in diesem Bereich. Wir als DITIB arbeiten mit großer Hingabe Seite an Seite mit der Türkiye Diyanet Stiftung. Im Rahmen unserer diesjährigen Hilfsaktion unter dem Motto „Du hast Geschwister, die dich brauchen!“ werden eure Spenden an Bedürftige in 30 verschiedenen Ländern sowie an Menschen in Erdbebengebieten weitergeleitet. Eure Unterstützung verwandelt sich in Lebensmittelpakete auf dem Herd einer Familie, in den Segen eines Mahls zum Fastenbrechen und in das dankbare Gebet eines Bedürftigen. Mit Einkaufsgutscheinen helfen wir Menschen in akuter Not, und mit schönen Kleidungen zu den Festtagen bringen wir Kinder ohne Angehörige zum Lächeln.
Wenn auch ihr Teil der Bittgebete der Bedürftigen sein möchtet, könnt ihr eure Spenden gegen Quittung persönlich bei unseren Religionsbeauftragten und den Vorständen der Moscheegemeinden abgeben. Ebenso besteht die Möglichkeit, eure Fitre, Zekat und sonstigen Spenden per Überweisung oder über das digitale Spendensystem zukommen zu lassen.
Ich schließe meine Worte mit der frohen Botschaft unseres Propheten (s) ab, der das Teilen als Weg zur Erlösung verkündete: „Wer die Bedürfnisse seines Bruders erfüllt, dessen Bedürfnisse wird auch Allah erfüllen.“2
Die DITIB-Predigtkommission
Quellen:
1 Koran, Zariyat, 51/19.
2 Muslim, Birr, 58.
2026-03-06
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