Sunnitisch · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen
Und auf der Erde sind Zeichen für die fest Glaubenden, und in euch selber – seht ihr denn nicht?
DITIB Religionsamt ·
DITIB ·
2026-04-03
· Köln
· Quelle
Umkehr · Hauptbotschaft
Wissen · tragend
Dankbarkeit
Der Frühling ist ein Zeichen Gottes, das an die Wiederauferstehung erinnert, und der Koran ist das Mittel, das das im Alltag verhärtete Herz des Gläubigen wiederbelebt.
Halten wir also fest am Koran, den unser Prophet (s) uns hinterlassen hat, und an der Sunna, die den Koran in die Praxis umsetzt.
Der Text ist eine Freitagspredigt der DITIB, die den Frühling als religiöses Zeichen deutet. Sie beginnt mit einem Koranzitat, das dazu auffordert, in der Erde und im Menschen selbst Zeichen Gottes zu erkennen. Der Frühling wird als Analogie zur Wiederauferstehung verstanden, gestützt auf eine Prophetenüberlieferung. Anschließend wird der Blick auf das innere Herz gelenkt, das im Alltag verhärtet und von weltlichen Strömungen mitgerissen werden kann. Als Heilmittel wird das Festhalten am Koran und an der Sunna genannt, die dem Herzen Ruhe, Licht und Lebendigkeit schenken sollen. Die Predigt schließt mit einem Bittgebet, in dem der Koran zum Frühling des Herzens gemacht werden soll. Der Gegenwartsbezug liegt in der aktuellen Jahreszeit und der alltäglichen inneren Verhärtung der Gläubigen.
- Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
-
Abkehr von Gott, Gleichgültigkeit, Götzendienst; Leere, Orientierungslosigkeit, Verzweiflung
- Wo sitzt das Übel?
-
im Herzen, im Willen, in der Seele des Einzelnen
- Was hilft dagegen?
-
Gebet, Gottesdienst, Meditation, wiederholte Übung; innere Wandlung, Reue, Sinnesänderung
- Was ist der Mensch nach diesem Text?
-
gefallen, aus eigener Kraft nicht heil zu machen
- Wohin geht die Geschichte?
-
Wiederkehr, kein Ziel, immer dasselbe Muster
- Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
-
auf den Stifter oder Propheten der Tradition; auf die heilige Schrift der eigenen Tradition
- Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
-
den eigenen Glaubensgeschwistern
- Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
-
auf die eigene Gemeinschaft und sich selbst
Verwandte Texte aus anderen Traditionen
nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition
Wozu der Text aufruft
- über die Frühlingszeit nachdenken (innerlich)
- am Koran und an der Sunna festhalten (innerlich)
- das Bittgebet des Propheten sprechen (rituell)
Genannte Stellen
Koran 51:20-21 · Musned XXVI, 16196 · Buhari, Iman 39 · Koran 8:24 · Muwatta, Qader 3 · Musned VI, 3712
Gemessen
- Grundhaltung
- 1 von -2 bis 2
- Eindringlichkeit
- 2 von 3
- Reichweite
- 3 von 5
- Konkretheit
- 2 von 3
- Abgrenzung
- 0 von 3
- Zeitbezug
- früher 2, jetzt 2, künftig 2
Ausgewertet mit qwen3.8-27b, Fassung v3.
Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.
Wortlaut anzeigen
﷽:
وَفِي الْاَرْضِ اٰيَاتٌ لِلْمُوقِن۪ينَۙ. وَف۪ٓي اَنْفُسِكُمْۜ اَفَلَا تُبْصِرُونَ
وَقَالَ رَسُولُ اللّٰهِ صَلَّي اللّٰهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ:
Koran und Sunna: der Frühling unseres Herzens
(03.04.2026)
Alles Lob gebührt unserem Erhabenen Schöpfer, Der alles aus dem Nichts erschaffen und uns nach dem Winter den Frühling geschenkt hat.
Werte Gläubige!
Die Jahreszeiten sind nicht nur Übergänge von einer Zeitspanne zur anderen. Vielmehr sind sie Zeichen für die Existenz, die Allmacht und die einzigartige Schöpfung Allahs. Mit folgenden Worten weist uns Allah auf die Wichtigkeit hin, über die Welt und unsere eigene Schöpfung nachzudenken: „Und auf der Erde sind Zeichen für die fest Glaubenden, und in euch selber – seht ihr denn nicht?“[1] Denn dieses Nachdenken bringt uns Allah näher, stärkt unseren Glauben und macht uns zu bewussteren Dienern. Es kann einen solchen Zustand erreichen, dass wir in jedem Schritt und in allem, was wir betrachten, die Werke Allahs erkennen. So lasst uns gemeinsam über die Frühlingszeit nachdenken.
Verehrte Muslime!
Der Frühling erinnert uns an die Wiederauferstehung. Einer der Gefährten, Ebu Rezin el-Uqayli (r.a.), fragte unseren geliebten Propheten (s): „O Gesandter Allahs! Wie erweckt Allah die Geschöpfe wieder zum Leben?“ Darauf antwortete unser geliebter Prophet (s): „Hast du noch nie ein ausgetrocknetes Tal gesehen, das später wieder grün wurde? So erweckt Allah auch die Toten wieder zum Leben.“[2] Ja, die Erde, die im Winter auskühlt und manchmal sogar gefriert, erwacht mit der Frühlingssonne zu neuem Leben. Sie wird wärmer, fruchtbarer und beginnt zu sprießen. Die Nächte werden kürzer, die Tage länger, und unsere Umgebung wird lebendig. Die Welt nimmt ein farbenfrohes Erscheinungsbild an; Zugvögel kehren zurück, Schmetterlinge und Bienen zeigen sich wieder. So beobachten wir gewissermaßen eine Auferstehung.
Werte Gemeinde!
Nachdem wir über unsere äußere Welt nachgedacht haben, wollen wir uns nun unserer inneren Welt zuwenden. Wie unser Prophet (s) sagt, gibt es in unserem Körper ein Stück Fleisch, das den ganzen Körper beeinflusst: Ist es gut, so ist der ganze Körper gut. Dieses Stück Fleisch ist unser Herz.[3] So wie die Erde im Frühling wieder zum Leben erwacht und sich Grün kleidet, braucht auch unser Herz einen Frühling. Denn mit der Zeit nehmen die alltäglichen Verpflichtungen zu, das Leben vergeht, und unser Herz verhärtet sich, verliert sein Ziel und wendet sich in eine falsche Richtung. Unachtsamkeit umhüllt uns, und wir lassen uns vom Strom des weltlichen Lebens mitreißen. Unsere Glaubenspraxen verhelfen uns nicht zur inneren Ruhe, und auch die weltlichen Vergnügungen füllen unser Herz nicht. Wir leben zwar, aber wirklich glücklich sind wir nicht. Soll ich euch also mitteilen, was unser Herz aus diesem Zustand befreien und wiederbeleben kann?
Geehrte Muslime!
Gewiss ist es Allah, der unser Herz wiederbelebt. Was unserem Herzen Ruhe, Gelassenheit und Frieden schenkt, ist der Koran, den Allah uns durch unseren geliebten Propheten (s) gesandt hat. So fordert uns Allah im Koran auf, dem lebensspendenden Ruf Allahs und dem Seines Gesandten zu folgen.[4] Halten wir also fest am Koran, den unser Prophet (s) uns hinterlassen hat, und an der Sunna, die den Koran in die Praxis umsetzt.[5] Halten wir daran fest, damit unser Herz zum Zeitpunkt der Wiederauferstehung lebendig und auf dem rechten Weg ist.
Ich möchte meine Predigt mit einem Bittgebet beenden, das wir von unserem Propheten (s) gelernt haben: „O Allah! Bei all Deinen Namen, die nur Du kennst, wünsche ich, dass Du den Koran zum Frühling meines Herzens, zum Licht meines Herzens, zum Vertreiber meiner Trauer und zum Entferner meiner Sorgen machst!”[6] Amin, welhamdulillahi rabbilalemin.
Die DITIB-Predigtkommission
[1] Zariyat, 51/20-21.
[2] Musned, XXVI, 16196.
[3] Buchari, Iman, 39.
[4] Enfal, 8/24.
[5] Muwatta, Qader, 3.
[6] Musned, VI, 3712.
2026-04-03
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