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Sunnitisch · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen

Wie fühlst du dich?

DITIB Religionsamt · DITIB · 2026-04-17 · Köln · Quelle

Hoffnung · Hauptbotschaft Demut · tragend Umkehr · tragend

Der wahre Glaube besteht im dynamischen Gleichgewicht zwischen der Furcht vor der göttlichen Strafe und der Hoffnung auf die göttliche Barmherzigkeit, wobei die Furcht als liebevolle Sorge und die Hoffnung als Ansporn zur Tugendhaftigkeit zu verstehen ist.

Wenn in einem solchen Augenblick Hoffnung und Furcht im Herzen eines Dieners zusammenkommen, wird Allah ihm gewiss das gewähren, was er erhofft, und ihn vor dem bewahren, was er fürchtet.

Der Text thematisiert das psychologische und spirituelle Gleichgewicht zwischen Gottesfurcht und Hoffnung als Kern des islamischen Glaubens. Er nutzt die Erzählung vom sterbenden jungen Mann, um zu illustrieren, dass diese beiden Gefühle im Herzen des Gläubigen zusammenkommen müssen. Die Predigt warnt davor, die göttliche Barmherzigkeit als Ausrede für Sünden oder Nachlässigkeit zu missbrauchen, was als Falle des Teufels beschrieben wird. Gleichzeitig wird die Furcht als liebevolle Sorge um das Wohlgefallen Gottes und nicht als panische Angst definiert. Die Zuhörer werden ermutigt, trotz eigener Fehler und Schwächen nicht in Verzweiflung zu verfallen, sondern auf die unendliche Vergebung Allahs zu vertrauen. Es wird betont, dass der Mensch in seinem Leben nie allein ist, da Gott ihm näher ist als seine eigene Halsschlagader. Der Text schließt mit dem Aufruf, dieses Gleichgewicht in Gebeten und Lebensführung zu verinnerlichen und fortzusetzen.

Weltbild

was das heißt
Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
Sünde, persönliches Versagen, Schuld vor Gott; Unwissenheit, Illusion, falsche Sicht der Wirklichkeit (erschlossen)
Wo sitzt das Übel?
im Herzen, im Willen, in der Seele des Einzelnen
Was hilft dagegen?
Zuwendung Gottes, Erlösung, die nicht verdient wird; innere Wandlung, Reue, Sinnesänderung
Was ist der Mensch nach diesem Text?
gefallen, aus eigener Kraft nicht heil zu machen
Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
auf den Stifter oder Propheten der Tradition; auf die heilige Schrift der eigenen Tradition
Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
den eigenen Glaubensgeschwistern
Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
auf die eigene Gemeinschaft und sich selbst

Verwandte Texte aus anderen Traditionen

nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition

Wozu der Text aufruft

Genannte Stellen

Tirmizi, Cenaiz 11 · Koran 35:5 · Koran 39:53 · Koran 50:16 · Koran 2:286 · Koran 32:16 · Ibn Abi Shayba, Salawat 579

Gemessen

Grundhaltung
1 von -2 bis 2
Eindringlichkeit
2 von 3
Reichweite
1 von 5
Konkretheit
2 von 3
Abgrenzung
0 von 3
Zeitbezug
früher 2, jetzt 2, künftig 2

Ausgewertet mit qwen/qwen3.8-27b, Fassung v3. Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.

Wortlaut anzeigen
:﷽ وَقَالَ رَسُولُ اللّٰهِ صَلَّي اللّٰهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ: (…)نَرْجُو رَحْمَتَكَ وَنَخْشٰى عَذَابَكَ (…) Leben im Gleichgewicht von Gottesfurcht und Hoffnung (17.04.2026) Unser Prophet (s) besuchte einen jungen Mann, der im Sterben lag, und fragte ihn: „Wie fühlst du dich?“ Der junge Mann antwortete: „O Gesandter Allahs; ich hoffe auf die Barmherzigkeit Allahs, doch ich fürchte mich auch vor meinen Sünden.“ Angesichts dieses aufrichtigen Geständnisses verkündete der Prophet der Barmherzigkeit (s) am Beispiel dieses jungen Mannes allen Gläubigen folgende frohe Botschaft: „Wenn in einem solchen Augenblick Hoffnung und Furcht im Herzen eines Dieners zusammenkommen, wird Allah ihm gewiss das gewähren, was er erhofft, und ihn vor dem bewahren, was er fürchtet.“1 Werte Gläubige! Der Islam ist eine Religion des Gleichgewichts. Zu den wichtigsten Begriffen, die dieses Gleichgewicht sicherstellen, gehören Furcht und Hoffnung. Vergleicht man den Glauben mit einem Vogel, so sind Furcht und Hoffnung seine beiden Flügel; ohne ihr Gleichgewicht kann er sein Ziel nicht erreichen. Werte Muslime! Die Gottesfurcht ist keine gewöhnliche Angst wie das Erschrecken vor der Dunkelheit oder das Fliehen vor einer Gefahr. Vielmehr ist diese Furcht die Sorge, die Liebe unseres Herrn zu verlieren, die Angst, Sein Vertrauen zu verspielen und die Scheu, sich ihm gegenüber zu schämen. Die Hoffnung hingegen ist die Lebensquelle des Gläubigen, die Freude seiner Seele. Es ist ein Gefühl, das den Diener befähigt, sich -ganz gleich wie viele Fehler er begeht - niemals von der unendlichen Barmherzigkeit Allahs abzuwenden. Doch eines dürfen wir nicht vergessen: Wahre Hoffnung bedeutet nicht, seine Pflichten zu vernachlässigen oder auf Sünden zu beharren, indem man sagt: „Allah wird ohnehin vergeben“. Denn zu den hinterlistigsten Fallen des Teufels gehört es, den Menschen zu täuschen und ihn zu einem leichtfertigen Umgang mit Allahs Vergebung zu verleiten.2 Liebe Geschwister! Ein Gläubiger ist ein Mensch des Gleichgewichts; einerseits zittert er vor der Sorge, in Sünde zu verfallen, andererseits strebt er nach dem Wohlgefallen Allahs. Wie trostreich ist doch die göttliche Botschaft: „Sag: Meine Diener, die ihr gegen euch selbst maßlos gewesen seid, verzweifelt nicht an Allahs Barmherzigkeit. Allah verzeiht alle Sünden, er ist der Vergebende, der Barmherzige.“3 Werte Gläubige! Lasst uns wohlwissend verinnerlichen: Hoffnung ist kein tatenloses Abwarten. Hoffnung zu haben bedeutet, gemäß den Geboten Allahs des Erhabenen zu leben, an rechtschaffenen Taten festzuhalten und mit aller Aufrichtigkeit Sein Wohlgefallen zu suchen. Wir sind Menschen und begehen – bewusst oder unbewusst – Fehler. Doch wahre Hoffnung heißt, selbst wenn wir in Sünde verfallen, nicht zu verzweifeln, sondern sich mit den Worten „Mein Herr ist allvergebend“ erneut der Barmherzigkeit Allahs zuzuwenden. Vergessen wir nicht: Wir sind in diesem Leben niemals allein, wir sind nicht schutzlos, nicht einsam und nicht ziellos. Wir haben einen Herrn, der Seinem Diener näher ist als dessen eigene Halsschlagader4 und der jedes unserer Gebete erhört. Wir haben einen Schöpfer, dessen Barmherzigkeit unendlich ist, der unsere Mängel verzeiht und unsere Fehler vergibt.5 Liebe Geschwister! Lasst uns unser Leben auf diesem feinen Gleichgewicht errichten und sowohl unsere Hingabe als auch unsere Gebete unter der Führung dieses göttlichen Maßstabs gestalten, den der Koran uns vorgibt.6 Wie im Bittgebet unseres Propheten (s): „Wir hoffen auf Deine Barmherzigkeit und fürchten Deine Strafe“7, sollten wir dieses feine Gleichgewicht in unseren Gebeten zum Ausdruck bringen, es tief verinnerlichen und unsere Lebensreise in unerschütterlichem Vertrauen auf Allah fortsetzen. Möge unser Herr uns zu jenen Dienern machen, die sich vor Seiner Strafe hüten, aber nicht einen Augenblick lang die Hoffnung auf Seine Barmherzigkeit verlieren. Die DITIB-Predigtkommission 1 Tirmizi, Cenaiz 11. 2 Fatır, 35/5. 3 Zumer, 39/53. 4 Qaf, 50/16. 5 Baqara, 2/286 6 Sedschde, 32/16. 7 İbn Ebî Scheybe, Salavât, 579. 2026-04-17 Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form ohne schriftliche Genehmigung der DITIB reproduziert, vervielfältigt oder verarbeitet werden. 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