Sunnitisch · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen
Die Opfergabe: Zeichen der Hingabe und Symbol der Geschwisterlichkeit
DITIB Religionsamt ·
DITIB ·
2026-05-22
· Köln
· Quelle
Fürsorge · Hauptbotschaft
Gemeinschaft · tragend
Verantwortung · tragend
Die Opfergabe ist kein bloßes Ritual, sondern Ausdruck der Hingabe an Allah und des Gottesbewusstseins (Taqwa), das sich in konkreter Fürsorge für bedürftige Menschen weltweit zeigt.
Die Opfergabe ist keine gewöhnliche Tradition, die lediglich von Generation zu Generation weitergegeben wird, und auch keine bloße kulturelle Gewohnheit. Sie ist vielmehr der Ausdruck der Entschlossenheit, die Liebe zu Allah über jede andere Liebe zu stellen.
Der Text ist eine Freitagspredigt der DITIB zur Vorbereitung auf das Opferfest (Id al-Adha). Er stellt die Opfergabe als zentrales Sinnbild des Islam dar, das bis zum Propheten Adam zurückreicht und mit der Geschichte Ibrahims und Ismails verbunden ist. Die Predigt betont, dass die Opfergabe kein bloßes Ritual oder eine kulturelle Gewohnheit ist, sondern Ausdruck der Hingabe an Allah und des Loslassens des Liebsten. Als eigentliches Ziel wird Taqwa, also Gottesbewusstsein und Frommigkeit, benannt. Taqwa wird als verantwortungsvolles Handeln in allen Lebensbereichen und als Mitgefühl für bedürftige Menschen weltweit definiert. Die DITIB organisiert gemeinsam mit der Türkiye Diyanet Vakfı eine Opferkampagne in 85 Ländern und 410 Regionen. Die Gläubigen werden aufgefordert, ihre Opfergaben nicht bis zum letzten Tag aufzuschieben, damit die Bedürftigen rechtzeitig Hilfe erhalten.
- Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
-
Abkehr von Gott, Gleichgültigkeit, Götzendienst
- Wo sitzt das Übel?
-
im Herzen, im Willen, in der Seele des Einzelnen
- Was hilft dagegen?
-
Gebet, Gottesdienst, Meditation, wiederholte Übung; praktisches Handeln am Nächsten, Werke
- Was ist der Mensch nach diesem Text?
-
von Gott gewollt, mit Aufgabe und Verantwortung
- Wohin geht die Geschichte?
-
die Botschaft steht außerhalb der Geschichte
- Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
-
auf die heilige Schrift der eigenen Tradition; auf den Stifter oder Propheten der Tradition
- Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
-
jedem Menschen, ohne Ansehen des Glaubens
- Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
-
auf die eigene Gemeinschaft und sich selbst
Verwandte Texte aus anderen Traditionen
nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition
Wozu der Text aufruft
- ein Opfertier darbringen (rituell)
- Bedürftigen Hilfe zukommen lassen (gesellschaftlich)
- die Opfergabe nicht bis zum letzten Tag aufschieben (gesellschaftlich)
Genannte Stellen
Koran 22:36 · Koran 5:27 · Tirmidhi, Edahi, 1 · Ibn Mâce, Edahi, 2 · Koran 112:2 · Koran 22:37
Gemessen
- Grundhaltung
- 1 von -2 bis 2
- Eindringlichkeit
- 2 von 3
- Reichweite
- 3 von 5
- Konkretheit
- 2 von 3
- Abgrenzung
- 0 von 3
- Zeitbezug
- früher 2, jetzt 2, künftig 1
Ausgewertet mit qwen3.8-27b, Fassung v3.
Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.
Wortlaut anzeigen
Die Opfergabe: Zeichen der Hingabe und Symbol der Geschwisterlichkeit
(22.05.2026)
Geehrte Gläubige!
Nur noch wenige Tage trennen uns vom Opferfest. So Allah will, werden wir am kommenden Mittwoch das Opferfest begehen. Möge unser Herr uns zu jenen Menschen zählen, die die gesegneten Tage des Monats Dhul-Hiddscha auf würdige Weise beleben.
Meine Geschwister!
Die Opfergabe gehört zu den wichtigsten Sinnbildern des Islam1 und ist eine uralte Form der Glaubenspraxis, deren Wurzeln bis zum Propheten Adem zurückreichen.2 Den hohen Stellenwert der Opfergabe betonte unser Prophet (s) wie folgt: „Es gibt an den Tagen des Opferfestes keine Tat, die bei Allah geliebter ist als das Darbringen eines Opfertieres.“3 Zugleich warnte er eindringlich diejenigen, die trotz vorhandener finanzieller Möglichkeit auf dieses Opfer verzichten.4
Meine Geschwister!
Die Opfergabe ist keine gewöhnliche Tradition, die lediglich von Generation zu Generation weitergegeben wird, und auch keine bloße kulturelle Gewohnheit. Sie ist vielmehr der Ausdruck der Entschlossenheit, die Liebe zu Allah über jede andere Liebe zu stellen. Die Opfergabe bedeutet, – wenn es nötig ist – wie Ismail (as.) bereit zu sein, sich Allah vollkommen hinzugeben, und wie Ibrahim (as.) sogar das Liebste im Leben Allah zuliebe loslassen zu können.
Allah, Der Erhabene, ist auf nichts angewiesen.5 Er braucht weder unsere Opfertiere noch deren Fleisch oder Blut. So heißt es im edlen Koran: „Niemals erreicht ihr Fleisch und ihr Blut Allah, jedoch erreicht ihn eure Frömmigkeit. (…)“6
Ein weiterer Koranvers macht deutlich, dass Allah die Opfergabe nur von den Gottesfürchtigen annimmt.7 Damit wird deutlich gemacht, dass das eigentliche Ziel der Opfergabe darin besteht, Taqwa, also Gottesbewusstsein und Frommigkeit zu erlangen.
Doch was bedeutet Taqwa genau? Taqwa bedeutet, sich seiner Dienerschaft gegenüber Allah bewusst zu sein und in allen Bereichen des Lebens verantwortungsvoll und sensibel zu handeln. Es bedeutet, alles zu meiden, was uns von Allahs Wohlgefallen entfernt. Wenn das Leben eine Reise ist und der Mensch ein Reisender, dann ist Taqwa das Wertvollste, was uns auf diesem Weg begleitet. Diese Haltung bedeutet nicht nur, an das eigene Heil zu denken. Sie bedeutet auch, das Leid unserer bedrängten und notleidenden Geschwister überall auf der Welt zu unserem eigenen Anliegen zu machen und ihnen Hoffnung zu schenken.
Um dieses Gottesbewusstsein in konkrete Hilfe umzusetzen, organisiert die DITIB auch in diesem Jahr gemeinsam mit der Türkiye Diyanet Vakfı mit großer Sorgfalt die Opferkampagne. Unsere freiwilligen Helferinnen und Helfer sind in 410 Regionen innerhalb von 85 Ländern im Einsatz, um Bedürftigen, die voller Hoffnung auf Unterstützung warten, Hilfe zu bringen. Von der Auswahl der Opfertiere bis zur Verteilung wird jeder einzelne Schritt mit großer Verantwortung durchgeführt. Die Tiere, deren Vollmacht Sie uns anvertrauen, werden unter Nennung Ihrer Namen nach islamischen Richtlinien geschächtet, der gesamte Ablauf wird dokumentiert und transparent an Sie weitergegeben.
Werte Gläubige!
Die Möglichkeit zur Opfergabe per Vollmacht besteht bis zum ersten Tag des Opferfestes. Innerhalb dieses Zeitraums können Sie Ihre Opfergaben entweder persönlich gegen Quittung bei den Verantwortlichen unserer Moscheen abgeben oder über unsere Online-Spendenkanäle übermitteln. Ihre anvertrauten Opfergaben sollten die Bedürftigen rechtzeitig erreichen können. Lassen Sie uns die Spenden deshalb nicht bis zum letzten Tag aufschieben. Möge Allah unsere Opfer zu einem aufrichtigen Ausdruck unserer Hingabe und unserer Taqwa machen. Mögen sie ein Mittel sein, uns unserem Herrn näherzubringen. (Amin)
Die DITIB-Predigtkommission
Quellen:
1 Koran, Hadsch, 22/36.
2 Koran, Maʾide, 5/27.
3 Tirmidhi, Edahi, 1.
4 Ibn Mâce, Edahi, 2.
5 Koran, Ichlas, 112/2.
6 Koran, Hadsch, 22/37.
7 Koran, Maʾide, 5/27.
2026-05-22
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