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Freikirchlich · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen

Aufbruch zur Ehre Gottes | Karsten Künzl

FeG Würzburg – Predigt-Podcast · FeG Würzburg – Predigt-Podcast · 2026-09-13 · Würzburg · Quelle

Umkehr · Hauptbotschaft Hoffnung · tragend Gemeinschaft

Der Mensch ist durch Sünde und Altlasten gebunden und braucht die Befreiung durch Jesus, um in Gottes Freiheit und Ehre aufzubrechen.

Es ist ganz einfach, genieß Gottes Gnade und breite seine Ehre aus. Das ist das doppelte Ziel hinter der Geschichte von Abraham und hinter der Geschichte, die Gott mit uns schreibt.

Die Predigt verbindet den persönlichen Urlaubserzählungen mit biblischen Aufbruchsgeschichten, um den Hörer zum Aufbruch zur Ehre Gottes aufzufordern. Abraham wird als Vorbild dargestellt, der auf Gottes Verheißung hin sein altes Leben verlässt und dadurch Segen für alle Völker ermöglicht. Der Exodus aus Ägypten wird als zentrales Bild für den Übergang von Sklaverei in Freiheit verwendet. Der Prediger überträgt das auf die Gegenwart: Menschen tragen Altlasten, alte Verletzungen und Sünden, die sie binden. Jesus wird als der vorgestellt, der durch die Wahrheit befreit. Konkrete Handlungen wie Vergebung, Loslassen und Gebet werden als Wege zur Freiheit genannt. Die Predigt endet mit einem Appell, persönliche Fesseln zu erkennen und in Gottes Namen loszulassen.

Weltbild

was das heißt
Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
Sünde, persönliches Versagen, Schuld vor Gott; Festhalten, Begehren, Nicht-loslassen-Können
Wo sitzt das Übel?
im Herzen, im Willen, in der Seele des Einzelnen
Was hilft dagegen?
Zuwendung Gottes, Erlösung, die nicht verdient wird; innere Wandlung, Reue, Sinnesänderung
Was ist der Mensch nach diesem Text?
gefallen, aus eigener Kraft nicht heil zu machen
Wohin geht die Geschichte?
eine Wende, ein Kommen, eine neue Ordnung steht bevor
Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
auf den Stifter oder Propheten der Tradition; auf die heilige Schrift der eigenen Tradition
Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
den eigenen Glaubensgeschwistern
Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
auf die eigene Gemeinschaft und sich selbst

Verwandte Texte aus anderen Traditionen

nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition

Wozu der Text aufruft

Genannte Stellen

1. Mose 12,1-3 · 2. Mose 12,31-33 · 2. Mose 13,19 · Joh 8,31-36

Gemessen

Grundhaltung
1 von -2 bis 2
Eindringlichkeit
2 von 3
Reichweite
1 von 5
Konkretheit
3 von 3
Abgrenzung
1 von 3, benannt: Juden, die Jesus' Aussage über Befreiung ablehnen
Zeitbezug
früher 3, jetzt 2, künftig 2

Ausgewertet mit qwen3.8-27b, Fassung v3. Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.

Wortlaut anzeigen
Ja, es ist total schön, euch alle wieder zu sehen, nachdem wir jetzt aus dem Urlaub zurück seiten. Einige Weise waren in Tansania und haben die Big Five Live erlebt, wunderbares Erlebnis. Andere haben in Kroatien drei Wochen am Strand gelegen und sind jetzt ganz braun. Und ja, das ist alles total klasse. Und unsere Jugend, die war sogar in Holland und dem Summercamp und hat dort groß mit unserem Gott erlebt, auch wenn das Wetter da vielleicht nicht so heiß und sonnig war wie an anderen Stellen, einfach toll, wie viele Erlebnisse dort zusammenkommen. Und das Beste ist, mein Urlaub kommt erst noch. Auch die Bibel ist ja voll von Geschichten, von Menschen, die aufgebrochen sind und etwas Wunderbares mit Gott erlebt haben. Und ich staune darüber, wie mutig sie sich diesen Herausforderungen gestellt haben. So haben wir vor den Ferien bereits von dem Teenager Daniel hier im Gottesdienst gehört. Der wurde nach Babylon gebracht und er hat dort diese Reise nicht nur irgendwie überlebt, sondern er hat sie genutzt. Er hat eine Challenge am Königshof gehabt und hat es erreicht, dass tatsächlich in Babylon auch die Leute auf unseren Gott aufmerksam wurden und ihn schließlich verehrt haben. Ein anderes Mal bedurfte es bei diesen vielen Geschichten, die Gott oft schreibt, so auch eines kleinen Schubsers von Gott, damit die Menschen sich diesen Herausforderungen und diesem Aufbruch gestellt haben. So war das bei Abraham. Von ihm wird berichtet, dass Gott zu ihm sagte, geh aus deinem Vaterland und von deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Haus in ein Land, das ich dir zeigen will. Und ich will dich zum großen Volk machen und will dich segnen und dir einen großen Namen machen und du sollst ein Segen sein. Ich will segnen, die dich segnen und verfluchen, die dich verfluchen. In dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden, alle Völker auf Erden. Also Gott will Abraham segnen, wenn der für ihn aufbricht. Und der alte kinderlose Abraham hat sich gesagt, also wenn diese Verheißungen alle wahr sind, dann brech ich auf, dann wag ich es. Und tatsächlich wurde nicht nur Abraham dadurch gesegnet, sondern durch seinen Aufbruch floss der Segen Gottes zu allen Völkern, also auch zu uns. Gott hat da Abraham damals eingeladen, seinen Segen zu genießen, zu erleben. Und das Wunderbare ist, während Abraham das Tat, breitete sich die Ehre Gottes auf der ganzen Welt aus. An diesem biblischen Prinzip hat sich meines Erachtens bis heute nichts verändert. Es ist ganz einfach, genieß Gottes Gnade und breite seine Ehre aus. Das ist das doppelte Ziel hinter der Geschichte von Abraham und hinter der Geschichte, die Gott mit uns schreibt. Und wenn du jetzt hier sitzt und merkst, dass du bisher so mehr auf dem Genießen deinen Schwerpunkt und Augenmerk gelegt hast, dann lad ich dich ein, vielleicht auch mal das andere zu betrachten und mit mir zur Ehre Gottes aufzubrechen. Wie das geht, das wollen wir heute lernen, indem wir uns ansehen, wie das Volk Israel im Jahr 1446 vor Christus aus Ägypten auszog. Und Gott sagte dazu, ich will meine Größe und Macht am Pharao und seinem Ganzen her zeigen, damit die Ägypte erkennen, dass ich wirklich der Herr bin. Wie Bibelkenner wissen, zehn Plagen waren schließlich nötig, bis der Pharao tatsächlich ein sah, dass er sich der Macht Gottes beugen musste. Erst als sein ältester Sohn starb und er in seinen Armen hielt, da war sein Stasen gebrochen und er ließ das Volk Gottes ziehen. In Zweite Mose 12 lesen wir darüber. Noch in derselben Nacht ließ der Pharao Mose und Aaron zu sich rufen und drängte sie. Schnell, verlass das Land, geht fort von meinem Volk, ihr und die anderen Israeliten. Bringt dem Herrn eure Opfer, wie er es verlangt hat. Nehmt eure Schafe, ziegen und rinder mit, aber geht. Bittet euren Gott, dass er auch mich segnet. Den ersten Teil dieses Verses, den kenne ich schon lange, aber dass der Pharao tatsächlich am Ende noch um den Segen Gottes gebeten hat, das war mir auch neu. Was für eine Veränderung in seinem Leben. Zumindest für diesen einen Moment hat er tatsächlich erkannt, wie mächtig Gott ist und wem alle Ehre gebührt. Und auch bei den anderen Ägyptern können wir erkennen, dass die Wunder, die sie durch Gott erlebt haben, Eindruck bei ihnen hinterlassen hat. Denn die Geschichte geht weiter. Nach der Anweisung Moses erwarten die Israeliten von den Ägyptern Schmuckstücke aus Silber und Gold und festliche Kleider und der Herr sorgte dafür, dass die Ägypter ihnen wohlgesonnen waren und ihnen alles gaben, was sie verlangten. Alles. Die Israeliten sind nicht heimlich aus Ägypten geflohen. Sie sind zur Ehre Gottes in ein neues Leben aufgebrochen und das wurde vom ersten Augenblick angesegnet und war sogar anziehend für viele. Es brachen nämlich etwa 600.000 Menschen auf, die Frauen, Kinder und Alten noch nicht mal mitgezählt und auch eine erhebliche Anzahl von Fremden schlossig ihnen an, so wird uns überliefert. Rechnen wir das alles zusammen, dann schätzt man, dass mindestens 2 Millionen Menschen sich damals auf den Weg ins verheißene Land gemacht haben. Ein Land, in dem Milch und Honig fließen würden, so wie Gottes verheißen hatte. Und diese Aussicht veranlasste sogar fremde Menschen, also Menschen, die noch nicht mal zum Volk Gottes gehörten, altes loszulassen und Neues zu wagen. 430 Jahre lang hatten die Israeliten in Ägypten gelebt. Nach Ablauf dieser Zeit an dem genannten Tag zog das Volk des Herrn in geordneten Scharen aus Ägypten aus. Ich habe überlegt, wie ist das wohl damals gewesen? Wie fühlte sich das an, alles zurückzulassen und in ein neues Leben aufzubrechen? Sind die Schritte total leicht gefallen? Oder haben sich die Leute vielleicht doch noch ein paar Mal nach den Pyramiden umgedreht und haben noch mal darüber nachgedacht, was sie alles verlassen haben? Eine schlimme Vergangenheit liegt hinter ihnen. 400 Jahre lang wurden die Israeliten in Ägypten als Sklaven gehandelt. Doch nun ist der Rauch der Ziegelbrennöfen vergangen. Die Angst vor den Schlägen und die Angst vor den Antreibern ist weg. Die Schwielen an Händen und am Rücken, die heilen. Und die Angst, dass einem die Kinder weggenommen werden, ist auch weg. Die Schreie sind verstummt, die Tränen sind getrocknet. Alles, was über Jahrzehnte hin an Demütigung da war und was die Luft zum Atmen genommen hat, nichts davon ist mehr da. Nichts bleibt zurück. Nach allem, was die Israeliten mit Gott in den vergangenen Monaten erlebt haben, kann die Zukunft nur besser für sie aussehen. Sie sind nun ihr eigener Herr, sie werden bald ihr eigenes Land bestellen und Früchte genießen. Bei einer ungestörten Reise werden sie so ungefähr in zwei Wochen in Karnan ankommen. Traumhafte Aussichten. Und vielleicht bist du inzwischen auch ein bisschen auf den Geschmack gekommen. Im Urlaub, da ist dir so manche Idee gekommen, wie du noch mal von vorne anfangen könntest. Beruflich willst du dich nicht mehr so schikanieren lassen. In der neuen Ausbildung da hast du dir so einiges vorgenommen. Mit dem neuen Schuljahr willst du noch mal ein ganz neues Kapitel in deinem Leben aufschlagen. Und manches von dem, was in den vorigen Kapiteln falsch gelaufen ist, das hast du einfach abgehakt. So das, was bisher dich belastet hat, das hast du einfach wie so ein altes Kalenderblatt abgerissen und weggelegt. Doch ich weiß nicht, ich habe schon ein paar Mal festgestellt, dass das doch nicht so einfach ist. Man kann das Kalenderblatt zwar wechseln, aber im Leben, da ist das doch oft viel schwerer. Da holt ein die Vergangenheit wieder ein, alte Fehler tauchen wieder auf, Altlasten, die man so schön irgendwo vergraben hat, die melden sich zurück. Der Sack mit den sterblichen Überresten von Josef wird wieder ausgegraben und steht plötzlich wieder vor aller Augen. Er erinnert daran, welche Schuld überhaupt dazu führte, dass das Volk nach Ägypten kam. In 2.Mose 13 lesen wir, Mose nahm die Gebene Josefs mit, wie dieser es vor seinem Tod ausdrücklich erbeten hatte. Damals hatte Josef zu seinen Brüdern gesagt, Gott wird euch nicht vergessen und wenn das so ist, dann müsst ihr meine Gebene von hier mitnehmen. Das ist über 400 Jahre her. Seine eigenen Brüder hatten Josef nach Ägypten verkauft. Dem Vater hatten sie erzählt, dass sein Lieblingssohn von einem wilden Tier gerissen worden sei. Immer wieder plagte die Brüder deswegen auch ihr schlechtes Gewissen, aber sie hatten nicht den Mut, dem Vater die Wahrheit zu sagen. Und dann mussten sie wegen einer Hungersnot nach Ägypten reisen. Und wen trafen sie da? Ihren Bruder Josef, der sich nun an ihren Rechen könnte. Aber er tat es nicht. Doch wenn du glaubst, dass nun wieder alles in der Familie in Ordnung war, dann täuscht du dich. Noch Jahre später hatten die Brüder Angst, dass Josef es ihnen eines Tages heimzahlen würde. Wir schaffen das eben nicht einfach, das Kalenderblatt abzureißen und das Alte beiseite zu schieben. Wir brauchen Hilfe, um das Alte loszuwerden. Und genau dazu reicht uns Jesus heute die Hand. Er hat die Vergangenheit Israels damals aufgebrochen und sie in die Freiheit geführt. Und er wird auch mit unseren Altlasten fertig und kann uns wirklich frei machen. Hören wir mal, was Jesus dazu sagt. Wenn ihr meinem Wort bleibt, seid ihr wirklich meine Jünger und ihr werdet die Wahrheit erkennen. Und die Wahrheit wird euch frei machen. Wir sind doch Nachkommen, Abrahams entgegneten die Juden. Wir haben nie jemandem als Sklaven gedient. Was war denn damals eigentlich in Ägypten? Wie kannst du sagen, ihr müsst frei werden? Jesus antwortete, ich sage euch, jeder der sündig, des ein Sklave der Sünde. Und ein Sklave gehört nur vorübergehend zur Familie, ein Sohn dagegen für immer. Nur, wenn der Sohn euch frei macht, seid ihr wirklich frei. Ja, es gibt eine Menge Dinge im Leben, die uns die Freiheit nehmen wollen. Der Satan wird nicht müde, sich immer wieder Neues einfallen zu lassen, um uns zu binden. Manchmal werden wir durch Worte verletzt und da sind wir tagelang gekränkt und tragen es dem anderen nach. Dabei merken wir gar nicht, wie sehr uns das selber lähmt. Darum bittet dich, Jesus, heute. Versuch doch mal, deine Wut bei ihm abzugeben und loszulassen. Trage es dem anderen nicht mehr hinter er und sprich ein Wort der Vergebung. Vielleicht hat der andere ja gar nicht gemerkt, wie sehr dich deine Worte verletzt haben. Oder er hat das ganz anders gemeint, als es bei dir angekommen ist. Selbst in der Kommunikation mit meiner Frau kommt es manchmal vor, dass wir Dinge tatsächlich klären müssen, weil wir einander verletzt haben und wir haben es wirklich nicht so gemeint. Ein anderes Mal, da haben wir vielleicht einen Fehler gemacht und es tut uns leid und plagt uns in unserem Gewissen. Aber wir haben nicht den Mut, um Vergebung zu bitten. Dabei hat Jesus doch am Kreuz genau dafür den Weg gebahnt. Mir jedenfalls fällt immer irgendetwas ein, was ich noch loslassen kann, um mehr von der Freiheit Gottes in meinem Leben zu erfahren. Darum nehme ich das auch gerne in Anspruch, Dinge, die mich belasten, zum Kreuz zu bringen. Manchmal lege ich dazu symbolisch ein Stein vor dem Kreuz ab und bete. Ein anderes Mal schreibe ich sogar einen Namen auf oder eine Situation und ich lege dieses Zettel dann ans Kreuz und verbrenne ihn irgendwann. Die Freiheit ist tatsächlich etwas, was wir uns immer wieder nehmen müssen. Sie ist nicht einfach automatisch da. Und ich hoffe, dass du heute diese Einladung von Jesus hörst und nicht wie die Juden damals sagst, ich muss doch nicht frei werden. Ich war noch nie von irgendjemandem ein Sklave. Jesus fragt dich heute, was unterdrückt dich? Und er lädt dich ein, es zu ihm zu bringen. Jesus fragt dich heute, was hat dir die Freiheit geraubt? Und er lädt dich ein, dass du dir von ihm die Augen öffnen lässt. Jesus fragt dich heute, womit hält dich der Satan immer noch gefangen? Und du darfst es in seinem Namen loslassen. Wie gesagt, der Weg in die Freiheit ist nicht leicht. Denn das Volk Israel hat so weit ich das weiß nicht 14 Tage gebraucht, um im verheißenden Land anzukommen, sondern am Ende waren es 40 Jahre, bis sie die Füße in das verheißene Land stellten. 40 Jahre. Und auch bei uns geht dieser Weg in die Freiheit nicht von heute auf morgen. Er ist so eher wie das Durchqueren einer Schlucht, da muss man erst eine Weile bergab gehen, dann vielleicht einen Fluss überqueren, dann vielleicht noch ein paar Wege nach rechts oder links gehen und dann geht es wieder bergauf. So ist es oft auch in unserem Leben. Und immer nur nach oben zu klettern, oder immer nur gebückt herum zu laufen, oder immer nur zu springen, das kann gefährlich werden. Darum lass Jesus an die Alten heran, damit du nicht auf dem Weg in deine Freiheit scheiterst. Lern bei ihm, was wahre Freiheit ist, damit du aus deiner Wüste wieder herausfindest. Wie wichtig das ist, können wir heute auch an der schwarzen Bevölkerung in den USA sehen. Sie wurden auch 400 Jahre lang unterdrückt. Heute haben sie aber die gleichen Rechte und Freiheiten wie die Weißen. Mit Barack Obama haben sie sogar einen der ersten farbigen Präsidenten gestellt. Doch die neuen Rechte und Freiheiten sind ja noch lange nicht bei allen angekommen. Shelby Steelein schwarzer Professor aus den USA hat das untersucht und erschreibt in seinem Abschlussbericht, die 400 Jahre der Unterdrückung wirken leider immer noch nach. Es ist ein harter Weg in die Freiheit für die schwarze Gemeinschaft in Amerika. Ja, auf einmal haben sie alle Freiheiten, die sie immer haben wollen, und einige wenige, die nutzen das auch und kommen weit nach oben. Aber diejenigen, denen das nicht so schnell gelingt, für die ist der Weg mühsam. Und für sie fühlt sich die Freiheit manchmal sogar an wie eine Demütigung. Soweit Shelby Steelein, die Freiheit eine Demütigung, das klingt Paradox. Aber sehen wir nicht genau das Gleiche bei den Israeliten in der Wüste? Sie sehen sich ganz schnell zurück nach den Fleischtöpfen in Ägypten. Und sie kamen auf dem Weg in die Freiheit nicht wirklich vorwärts, so dass es 40 Jahre dauerte. Sie meckerten dauernd herum und verloren irgendwann sogar das Gute völlig aus dem Blick. Darum gebot ihnen Gott schon beim Aufbruch aus Ägypten, das Passermal zu feiern und es auch regelmäßig zu wiederholen. Bis heute essen die Israeliten dabei ungesäuertes Brot und Bitterkräuter. Warum? Die Bitterkräuter erinnern sie daran, was für eine bittere Zeit in Ägypten zu Ende ging. Denn wie schnell vergessen wir sowas? Und diese Bitterkräuter erinnern sie auch daran, dass da etwas Neues wachsen darf, dass die Freiheit bei Gott wunderschön ist und dass man dafür bereit sein muss. Darum bleiben die Israeliten bis heute in dieser besonderen Nacht auch wach. Die Verheißung dazu steht in 2.Mose 12. Während der Nacht in der sie der Herr aus Ägypten herausführte, wachte er über sie. Seitdem ist diese Nacht für alle in Israel eine Nacht, in der sie zur Ehre des Herrn wach bleiben. Außerdem essen die Israeliten dieser besonderen Nacht ungesäuertes Brot. Also Brot, das keine Zeit zum Gehren hatte. Es signalisiert ihnen, dass keine Zeit zu verlieren ist. Jeder Tag in Ägypten war einer zu viel. Und jeder Tag, indem du in all deinen Ängsten und Sorgen und Süchten lebst, ohne Jesus, ist auch ein verlorener Tag. Darum lass ihn an deine Altlast näher ran. Er hat Mittel und Wege, um dir wirklich zu helfen und all das Negative auszuräumen. Lass das Alte los und übergib es an Jesus. Und vergiss dabei nicht, dass das erst der erste Schritt in die Freiheit ist. Der zweite ist mindestens genauso wichtig. Er heißt Umwege akzeptieren. In Zweite Mose 13 lesen wir weiter. Als der Pfarrer oder das Volk endlich ziehen ließ, führte Gott sie nicht am Mittelmeer entlang und durch das Land der Felister, obwohl das der kürzeste Weg gewesen wäre. Gott dachte, wenn das Volk dort auch Widerstand stößt und kämpfen muss, dann ändert es seine Meinung und kehrt wieder nach Ägypten zurück. Darum ließ er das Volk einen Umweg machen und führte es durch die Wüste den Weg zum Schilfmeer. Von Sukkot zogen die Israeliten weiter nach Etham, wo die Wüste beginnt. Dort schlugen sie ihr Lager auf. Leider fällt es uns oft leichter, uns für den Aufbruch zu entscheiden, als dann tatsächlich den langen, beschwerlichen Weg in die Freiheit konsequent weiter zu verfolgen. Das musste auch das Volk Israel nach wenigen Tagen begreifen. Sie wurden eben nicht auf dem geraden Weg in die Freiheit geführt, sondern Gott machte aus wirklich trifftigen Gründen einen Umweg mit ihnen. Aber Umwege sind auch Wege. Das erkennen wir nur oft erst im Nachhinein. Und manchmal sind Umwege so aber wirklich die besseren Wege, so wie hier. Vor den blühenden Landschaften im gelobten Land steht plötzlich eine Wüste, die uns herausfordert. Und so heißt der erste Ort, den das Volk erreicht, Etham. Etham bedeutet in unserer Sprache Raubvogelort. Das ist der Ort, wo die Geier darauf warten Beute zu machen. Und spätestens hier sollte uns aufgeben, dass es im Christentum nicht um einen lieben Gott geht, der nur darauf aus ist, dass wir immer gut schlafen und alle Tage Sonnenschein erleben. Nein, Gott lässt es zu, dass wir auch manchmal an Orten lagern, wo die Geier auf uns warten. Und vielleicht empfindest du es sogar gerade so, dass du an solch einem Ort dich gerade befindest. Vielleicht ist dein Zuhause sogar solch ein Ort geworden. Seit Monaten zermürbt es dich, dass deine Kinder einen Weg eingeschlagen haben, der dir nicht gefällt. Oder du bist bitter darüber geworden, weil du schon seit Jahren ein krankes Familienmitglied pflegen musst. Deine Lebenskraft wurde in den vergangenen Monaten aufgesaut. Der Schwung ist erlarmt. Bittere Linien des Leidens haben sich in deinem Gesicht eingegraben. Du hast geglaubt, dass du mit Gott immer auf der Sonnenseite des Lebens unterwegs sein würdest. Aber nun stellst du fest, dass du am Raubvogelort lagerst. Von Gott und seiner Freiheit spürst du nichts mehr. In den letzten Monaten hast du beruflich und privat einen Gerückschläge erlebt. Dinge, von denen du dich befreit glaubtest, zogen dich wieder in den Bann. Und dann hast du geklagt. Wäre ich doch nur da geblieben, wo ich war. Hätte ich mir doch bloß nicht so viel vorgenommen. Auf Gott ist doch scheinbar auch kein Verlass. Ja, der Teufel ist in solchen Stunden immer gleich zur Stelle und flüstert uns ein. Wo ist denn nun dein Gott? Wollte er dir nicht Glück und Segen bringen? Aber das, was wir uns wünschen und was sich Gott für uns wünscht, das liegt manchmal ganz schön weit auseinander. Was denkst du zum Beispiel über folgende Fragen? Soll Gott uns alle Schwierigkeiten vom Leib halten? Oder möchte er uns die Kraft geben, um Schwieriges im Leben zu bewältigen? Soll Gott uns allen Schmerz nehmen? Oder darf er uns auch den Mut geben, dem Schmerz manchmal in die Augen zu schauen? Soll Gott alles in deinem Leben zum Besten verändern? Aber darf er dich auch selbst verändern? Und woran wächst du in deinem Leben wohl am meisten? An den Herausforderungen oder an deinen Urlaubstagen? Darum hat Gott das Volk Israel einen Umweg geführt. Und er tut es manchmal auch bei dir und bei mir, damit wir ihn und seine Kraft mehr und mehr kennenlernen. Ich habe dir zwei Beispiele dazu mitgebracht. Nach der Grundschule, das passt ja heute auch ganz gut, da wollte ich mit meinen Klassenkameraden auf ein naturwissenschaftliches Gymnasium gehen. Ja, es hatte nicht den besten Ruf, aber das wusste ich natürlich als Kind nicht. Meine Eltern haben dann entschieden, dass ich auf ein altsprachliches Gymnasium ging. Ein einziger aus meiner Klasse ging mit mir mit und in den Herbstferien zog er weg. Ich habe ganz schön gekämpft an diesem Gymnasium. Die alten Sprachen, die lagen mir überhaupt nicht. Es war sehr, sehr schwer. Erst viele Jahre später konnte ich dankbar auf diese Zeit blicken, nämlich, als ich anfing, Theologie zu studieren. Latein und Griechisch hatte ich schon in der Schule, das musste ich gar nicht mehr lernen. Wunderbar. Aber es war trotzdem eine sehr schwere Zeit. Unsere Tochter Theresa wollte nach dem Abitu