omnist.world

English

Freikirchlich · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen

Gottesdienst mit anschließender Taufe

Freie evangelische Gemeinde Kiel – Predigt-Podcast · Freie evangelische Gemeinde Kiel – Predigt-Podcast · 2026-09-13 · Kiel · Quelle

Umkehr · Hauptbotschaft Hoffnung · tragend Gemeinschaft

In Christus wohnt die ganze Fülle Gottes, und die Taufe ist der Tausch des alten, sündigen Lebens gegen ein neues, unsterbliches Leben mit ihm, das wahre Erfüllung schenkt.

Es geht um den Austausch eines Lebens. Es geht darum, dass ich das, was ich bisher hatte, wirklich Jesus übergebe und dass ich ein neues, besseres Leben mit ihm eintausche.

Der Text ist eine Predigt vor einer Taufe in einer Freien evangelischen Gemeinde in Kiel. Der Predigter entfaltet Kolosser 2,8–15 und stellt vier Gedanken daraus heraus. Kern ist, dass in Christus die volle Fülle Gottes wohnt und damit echte Erfüllung statt leeren Versprechungen anderer Systeme gegeben ist. Die Taufe wird als Zeichen des Sterbens und Auferstehens mit Christus gedeutet, nicht als bloßes äußeres Ritual. Der Predigter vergleicht das neue Leben mit Christus mit einem vollen Tank gegenüber einer leeren Batterie. Er betont, dass die Freude in Jesus auch unter Verlusten bleibt und niemand genommen werden kann. Der Text enthält Alltagsbeispiele wie Partnerschaft, Beruf, Karriere, Urlaub und Kreuzfahrten, um die Vergänglichkeit irdischer Erfüllung zu verdeutlichen. Abschließend wird die Taufe als echter Tausch des alten gegen ein neues Leben mit Christus beschrieben.

Weltbild

was das heißt
Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
Sünde, persönliches Versagen, Schuld vor Gott; Unwissenheit, Illusion, falsche Sicht der Wirklichkeit
Wo sitzt das Übel?
im Herzen, im Willen, in der Seele des Einzelnen
Was hilft dagegen?
Zuwendung Gottes, Erlösung, die nicht verdient wird; innere Wandlung, Reue, Sinnesänderung
Was ist der Mensch nach diesem Text?
gefallen, aus eigener Kraft nicht heil zu machen
Wohin geht die Geschichte?
eine Wende, ein Kommen, eine neue Ordnung steht bevor
Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
auf die heilige Schrift der eigenen Tradition; auf den Stifter oder Propheten der Tradition
Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
den eigenen Glaubensgeschwistern
Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
ausdrücklich auf beide

Verwandte Texte aus anderen Traditionen

nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition

Wozu der Text aufruft

Genannte Stellen

Kol 2,8–15

Gemessen

Grundhaltung
1 von -2 bis 2
Eindringlichkeit
2 von 3
Reichweite
3 von 5
Konkretheit
2 von 3
Abgrenzung
1 von 3, benannt: jüdisch geprägte gesetzestreue Gruppe und esoterisch geprägte Gruppe in Kolosse
Zeitbezug
früher 2, jetzt 2, künftig 2

Ausgewertet mit qwen3.8-27b, Fassung v3. Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.

Wortlaut anzeigen
Ihr Lieben, ich freue mich heute an diesen besonderen Gottesdienst vor einer Taufe predigen zu können. Und auch dieses Thema, das Neue am Leben mit Christus, mit euch ein bisschen anhand eines Bibeltextes aus dem Kolosser-Brieb miteinander zu entfalten. Willi hat das schon gesagt, es gibt ja immer so Situationen oder hat ein Beispiel gebracht. Vielleicht kennt ihr das, dass man sich erinnert, wie war das eigentlich noch früher? Wie war das, als wir noch woanders gewohnt haben? Wie war das, als ich noch diesen oder jenen Job hatte? Wie war das eigentlich vorher? Es gibt immer wieder Neuanfänge im Leben. Und doch ist der Beginn, wenn man mit Jesus anfängt zu leben, etwas, was das alles in gewisser Sicht übertrifft. Das ist jedenfalls so zu sagen, dass was in unserem Abschnitt gleich deutlich werden wird. Ich möchte uns jetzt den Predigtext einmal vorlesen aus Kolosser 2, die Verse 8 bis 15. Da heißt es, nehmt euch vor denen in 8, die euch mit einer leeren trügerischen Philosophie einfangen wollen. Mit Anschauung rein menschlichen Ursprungs, bei denen sich alles um die Prinzipien dreht, die in dieser Welt herrschen und nicht um Christus. Dabei ist es doch Christus, in dem die ganze Fülle von ganz Gotteswesen in leiblicher Gestalt wohnt. Und ihr habt an dieser Fülle teil, weil ihr mit Christus verbunden seid, mit ihm, der das Oberhaupt aller Mächte und Gewalten ist. Verbunden mit ihm, seid ihr auch beschnitten worden, allerdings handelt es sich dabei nicht um einen äußerlichen Eingriff an eurem Körper, sondern um das Ablegen der von der Sündel beherrschten menschlichen Natur. Das ist die Beschneidung, die unter Christus geschieht. Ihr wurde zusammen mit ihm begraben, als sie getauft wurde. Und weil ihr mit ihm verbunden seid, seid ihr auch zusammen mit ihm auferweckt worden, denn ihr habt auf die Macht Gottesvertraut, der Christus von den Toten auferweckt hat. Ja, Gott hat euch zusammen mit Christus lebendig gemacht. Ihr wart nämlich tot, tot aufgrund eurer Verfehlungen und wegen eures unbeschnittenen, sündigen Wesens. Doch Gott hat uns alle unsere Verfehlungen vergeben. Den Schuldschein, der auf unserem Namen ausgestellt war und dessen Inhalt uns anklagte, weil wir die Forderung des Gesetzes nicht erfüllt hatten, hat er für nicht mehr gültig erklärt. Er hat ihn ans Kreuz genagelt und damit für immer beseitigt. Und die gottfeindlichen Mächte und Gewalten hat er entwaffnet und ihre Ohnmacht vor aller Welt zur Schau gestellt. Durch Christus hat er einen triumphalen Sieg über sie errungen. Vier Gedanken zu diesem Bibeltext, zu diesem Abschnitt. Das erste echte Erfüllung statt Lehrerversprechen. Kurz nochmal einen Blick auf den Ort unseres Textes. Das ist manchmal schon eine Einsage für sich. Also, der Paulus baut seine Briefe eigentlich immer ähnlich auf und er fängt meistens immer direkt mit einem höflichen Dank und Gruß an. So was die Gemeinde angeht. Und dann geht es um Jesus und dann als zweiten Hauptpunkt hat er immer dieses, dass er nochmal beschreibt, was verändert sich, wenn wir mit Jesus leben gegenüber dem Leben davor. Und danach kommen erst sozusagen die Details, wie wirkt sich das im Alltag auf, in Familie, in Beruf und in allen anderen Sachen. Und jetzt geht es also nochmal um den Grundsatz. Was ist eigentlich die zentrale Veränderung? Und Paulus macht hier deutlich, dass es Jesus echte Erfüllung bringt statt Lehrerversprechung. In jeder Zeit und vielleicht auch in jeder Lebensphase gibt es so Dinge, die uns versprechen wollen. Das ist jetzt die ultimative Erfüllung für dein Leben. Was es ist, das ändert sich so ein bisschen im Laufe des Lebens. Wenn man jung ist, ist es vielleicht vor allem der richtige Partner und der richtige Spaß im Leben und solche Dinge. Dann irgendwann, dass die Frage nach dem Job, nach dem Beruf, nach Karriere, vielleicht nach Geld und vielleicht später dann, dass es mit den Kindern gut läuft. Und in meiner Generation ist es mittlerweile so bei den Boomers. Das sind jetzt einige, die segeln sozusagen auf den Huhestand zu. Und da habe ich bei dem einen oder anderen den Eindruck, dass der Hauptinhalt jetzt so ein bisschen immer die Frage ist, wie machen wir schönen Urlaub. Also für die, die sich leisten können. Also hier, welche Kreuzfahrt ist die nächste? Und ich glaube, das geht auch immer von Kiel hier oder immer mal wieder. Und so weiter. Das alles sind so Dinge, wo Menschen sich so ein bisschen mit vertrößen. Also das erfüllt mich oder das oder das. Bei den Colossern gab es Menschen, die hatten die Vorstellung darüber hinaus, oder es gab zwei große Gedankenströme, die die Colosser beeinflusst hatten. Das eine war eine sehr jüdische geprägte Gruppe, die sehr gesetzlich waren und drauf geachtet haben. Ihr müsst alles genauso machen, wie es sozusagen nicht nur im alten Testament steht, sondern darüber hinaus in den Gesetzen der Juden. Und eine andere Gruppe, die war so ein bisschen esoterisch geprägt, da ging es immer darum, man müsste auf die Sonne, Mond und die kosmischen Mächte achten. Und wenn du das machst, dann würde endlich eine Erfüllung in deinem Leben reinkommen. Aber Paulus nennt das leere trügerische Philosophie. Also nichts gegen Philosophie, ein und für sich. Aber wenn sie uns nicht zum Ziel führt zu Christus, dann nutzt sie eben nichts. Und er stellt dem eine andere Fülle entgegen, die Fülle in Christus. Es ist doch Christus, in dem die ganze Fülle von Gottes Wesen in leiblicher Gestalt wohnt. Er macht drei Dinge deutlich, weshalb wir von Christus wirklich die Fülle erwarten können. Zum einen ist er die Erfüllung einer langen Story. Der gesamten Geschichte des Volkes Israel aus dem alten Testament. Er ist derjenige, auf den sie lange gewartet hatten. Und endlich ist er gekommen als der lange verheißene Messias. Und er gibt der ganzen Story einen Sinn. Und das Zweite ist, dass Gott mit der ganzen Fülle seines Wesens leibhaftig in Jesus wohnt. Das bedeutet, wenn wir Jesus anschauen, wenn wir über Jesus nachdenken, dann sehen wir Gott selbst. In seinem Charakter, in seiner Vollmacht und in seiner Herrlichkeit. Das ist der Grund, weshalb wir solche Zeiten haben, wie wir sie eben gemacht haben, wo wir diese Lieder singen, weil das uns eigentlich immer wieder genau auf diesen Jesus und seine Fülle ausrichten soll. Deshalb ist es an der Stelle immer gar nicht wichtig, ob ich die Lieder besonders schön singen kann oder auch noch nicht mal, ob sie mir gefallen oder nicht, sondern ob ich mich in dieser Zeit immer ausrichte darauf oder nicht. Ich habe immer den Eindruck, Männer tun sich ja mit Gesang in Gemeinden und kehre hier immer ein bisschen schwieriger. Und dann versuche ich immer, mir und anderen deutlich zu machen. Es geht darum, dass es wie ein geistliches Training, wo wir uns wirklich auf ihn ausrichten. Eine Zeit, die ihm gehört und wo es wichtig ist. Vielleicht denkt ihr nach der Predigtsegel noch ein sehr schönes Lied. Vielleicht denken wir daran, dass es darum geht, uns so ganz auf ihn ausrichten, weil in ihm wirklich die Fülle ist. Und diese Fülle Jesus selbst schenkt umfassende, tiefe Freude. Mehr als alles andere im Leben und das spürt man im Laufe des Lebens, kann dir so ziemlich alles genommen werden. Es kann dir dein beruflicher Erfolg genommen werden, dein Ruf, es kann die Gesundheit genommen werden und alles. Die Freude in Jesus ist tatsächlich etwas vom ersten Augenblick bis zum letzten Atemzug und darüber hinaus kann dir das niemand nehmen. Und das ist das große und besondere an ihm. Und deshalb sollten wir uns im Leben, die anderen Dinge, die ich genannt habe, die sind ja alle nicht unbedingt schlecht. Auch eine Kreuzfahrt muss sie nicht schlecht sein. Ich habe noch keine gemacht, aber ich möchte auch gerne mal eine machen. Willi, wollen wir zusammen? Ne? Willi will nicht. Also okay, muss ich mir jemand anders suchen. Gut, also versteht ihr, dass es gar nicht so, dass diese Dinge schlecht wären. Aber sie werden nicht die Erfüllung bringen, die wir eigentlich mit unserem Leben, mit unserer Seele suchen. Und genau, das macht auch der nächste Abschnitt deutlich voller Tank statt leere Batterie. Da geht es, im Grunde ist das eine kleine Fortsetzung von dem. Paulus macht hier nochmal deutlich, wie haben die Leute damals praktisch versucht Erfüllung und auch Gottes Wohlgefallen. Das war ja für sie wichtig zu kriegen. Und er bezieht sich hier vor allem dann auf den jüdischen Teil, den es in Colosse auch gab. Und da war die Einhaltung von äußerlichen Riten und auch die Beschneidung. Das war ein ganz großes Thema. Die Beschneidung spielt auch im Alten Testament eine Rolle. Sie war Zeichen des Bundes, Schlusses zwischen Gott und seinem Volk, Israel. Und im Laufe der Jahrhunderte stellte man allerdings fest, dass das sozusagen nur noch ein äußerliches Ritual war. Dass es nicht etwas war, was das Leben und das Herz der Menschen verändert hätte, sondern das wurde gemacht. Das konnte sich ja auch keiner erinnern. Die waren ja acht Tage alt, die Gnaben und so weiter. Und auch andere Gesetze aus dem jüdischen Kultus, aus den Fünfigermose waren oft äußere Zeichen und es fehlte die innere Verbindung. Und dem stellt Paulus jetzt die Taufe gegenüber. Und die Taufe steht hier für das Sterben und Auferstehen mit Jesus. Die alte, sündige Natur. Und das werdet ihr ja nachher am eigenen Leib, zumindest die beiden, so richtig erleben. Es geht so schnell, dass man das vorher einmal durchdenken muss. Das kann man nicht während der Taufe machen. Also, während... was? Das kann auch länger dauern, bietet Willi an. Okay, das müsst ihr mit ihm bitte klären. Also, die Taufe steht tatsächlich für das Sterben des alten Menschen, der alten Natur. Und das wieder hochkommt dann für die Auferstehung mit Jesus. Die alte, sündige Natur wird abgelegt. Mit Christus steht ein neuer Mensch auf. Und jetzt könnte man sagen, aber ist die Taufe bei manchen nicht auch nur ein äußerlicher Akt, so wie die Beschneidung. Gibt es nicht Menschen, die sind getauft. Aber der Glaube ist nur oberflächlich, ohne Konsequenzen im Leben. Und da kann man tatsächlich nur zustimmen, wo die Taufe nur eine äußerliche Handlung ist. Wo Menschen ihr altes Leben mit Christus nicht begraben haben. Wo sie es nicht im Glauben tun, da bleibt wirklich alles beim Alten. Deshalb ist sie auch... Deshalb gehört sozusagen das Bekenntnis, auch das, was wir nach der Predigt noch hören. Das gehört dazu, dass jemand auch eine Geschichte erzählt und erzählen kann. Und auch erzählt, wie der Glaube an Jesus wirklich begonnen hat. Es geht bei diesen Dingen oder bei diesen Gewohnheiten dann nicht um Routinen. Es geht auch nicht um Verbisseneskämpfen, um Erneuerung, wo dann doch nichts wirklich neu wird. Es geht nicht um Taufschein. Es geht nicht um Mitarbeiterarbeit in der Gemeinde und selbst eine Mitgliedschaft in einer freien evangelischen Gemeinde, nutzt am Ende nichts, wenn das Entscheidende fehlt. Diese lebendige Beziehung. Voller Tank statt leere Batterie, das gilt nicht, wenn wir mit Frommamine auf uns selbst vertrauen. Wir laufen dann leer, wenn wir auf uns selbst bauen. Es geht um den Austausch eines Lebens. Es geht darum, dass ich das, was ich bisher hatte, wirklich Jesus übergebe und dass ich ein neues, besseres Leben mit ihm eintausche. Das ist vielleicht ja noch vergleichbar mit einer Hochzeit, wo ich dann auch sage, nein, das alte Leben, das lasse ich in gewisser Hinsicht hinter mir. Ich werde das neue Leben mit jemand anderem völlig teilen. Mindestens so radikal ist das. Eigentlich noch radikale. Es geht um einen echten Tausch, wo du etwas, was vergänglich ist, was sterben wird, gegen etwas eintauscht von Christus her sein Leben, was nie vergehen wird. Und die praktische Konsequenz ist, dass wir nicht aus eigener Kraft leben müssen und dass wir selbst unsere eigene Vergangenheit, unsere eigenen Schulden, nicht mehr, dass wir das nicht mehr alleine irgendwie begleichen müssen. Das nächste Vers 14, der Schuldstein, der auf unseren Namen ausgestellt war und dessen Inhalt uns anklargte, weil wir die Forderung des Gesetzes nicht erfüllt hatten, hat er für nicht mehr gültig erklärt. Er hat ihn ans Kreuz genagelt und damit für immer besiegt. Das Wort Sünde-Schuld hat in der Bibel mehrere Aspekte und Dimensionen. Sünde und Schuld entstehen dort, wo wir durch Taten an anderen Menschen schuldig werden, wo wir sie schädigen, Dinge tun, die nicht in Ordnung waren. Die Konsequenz der Sünde ist dann Trennung, zerbrochene Beziehungen und beides erleben wir eigentlich ständig. Und davon berichten die Zeitungen, davon berichten die Nachrichten, dass unsere Welt voll davon ist und dass wir eigentlich keine Antwort darauf haben, wie gehen wir mit all diesen Dingen um. Eine dritte Dimension ist aber die Grundlegende, dass Sünde auch bedeutet, dass wir das Ziel verfehlen, an Gottes Willen vorbeileben, ohne ihn leben. Und das bedeutet, dass selbst wenn sich, wenn gewisse Dinge in Ordnung gebracht werden, dass eigentlich das Gleiche immer wieder von vorne passiert. Ich will dann Beispiel nennen, ich habe mir öfter das Berichten lassen von Leuten, die in der Schuldnerberatung tätig sind, dass es meistens gar nicht nutzt, wenn man die Schulden eines Schuldners einfach, wenn man das dadurch regelt, dass man einfach das Konto ausgleicht. Sondern, dass dann, wenn man über die Ursachen nicht spricht, zum Beispiel über eine dahinterliegende Sucht oder über Beziehungsprobleme oder über andere Verhaltensweisen, dann passiert eigentlich immer das Gleiche wieder von vorne. Denn läuft das gleiche System ab. Und Christen wissen aber, dass es tatsächlich an der Stelle eine Systemänderung braucht. Dass Gott unser Problem, unser Schuldproblem gelöst hat, bedeutet, beinhaltet beides. Dass er uns die Schuld für konkrete Taten und auch kaputte Beziehung vergibt, aber auch die, dass wir völlig an ihm vorbeigelebt haben. Gott macht mit uns keinen Am-Umschuldungsvertrag, dann, wo wir dann so über sieben Jahre oder so Dinge nochmal abzahlen müssen, sondern er gibt radikal, macht er ein Neuanfang. Und wer Jesus vertraut, bekommt denn alle Sündenprobleme, auf einmal gelöst, alle Schuldproblemen. Er bekommt neue Ziele für sein Leben, erlebt aus der Kraft des Heiligen Geistes und ein anderes neues Leben und erst auch eingebundenen in die Gemeinschaft der Leute Gottes, die sich Gemeinde nennt. Und auch Taufe ist darum übrigens immer etwas, nicht nur rein individuelles, sondern auch Taufe bedeutet, ja, ich mache was mit Gott, aber Gott und ich ausgetauschtes Leben, aber ich werde auch immer hineingebundenen in eine neue Gemeinschaft, um das neue Leben mit Christus zu üben, um mit seiner, in seinem Reich mit anderen unterwegs zu sein, um mich weiter zu entwickeln. Und das alles, neue Ziele, Begleichung des Kontostandes und eine neue Gemeinschaft, das alles bekommen wir in der Taufe. Und das ist keine Last, das ist nicht irgendwas, sondern erst diese drei Dinge zusammen, die helfen uns wirklich neu und anders zu leben, was für ein Geschenk so leben zu dürfen. Und die Konsequenz davon kann eigentlich nur sein, dass wir so dankbar sind, wie wir das eben in dem Lied vor der Predigt auch nochmal gesungen haben, dass der echte Freude kommt. Ein letzter Gedanke, Sieger, Mannschaft statt Absteiger. Paulus beschreibt hier nochmal das Verhältnis von Jesus Christus zu den anderen Mächten und Gewalten in dieser Welt. Und er nutzt da ein ziemlich drastisches Bild, könnte man sagen. Also er macht da nicht auf irgendwie klein, sondern er nutzt ein starkes Bild, dass in Christus wir absolut den Sieg haben, dass wir in der Siegermannschaft sind. Wenn man in Deutschland was hört über Christen und über Kirche, dann hat man eigentlich den Eindruck, naja, Christen, wenn du irgendwie zur Christen gehörst zu einer Gemeindekirche oder Freikirche, dann bist du eigentlich nicht in der Siegermannschaft, sondern dann bist du in einem etwas komischen Verein und pass auf, dass die nichts Komisches mit dir machen. Es gibt vor allem zwei Kritikpunkte in unserer Zeit, die Menschen immer wieder an Glaube und Kirche haben. Das eine ist, dass der Glaube manchmal nicht modern oder wissenschaftlich, sondern eher als verstaubt und naiv gilt, könnte man lange darauf eingehen. Ich möchte nur an dieser Stelle sagen, dass die Wissenschaft eigentlich mit dem christlichen Glauben einen großen Aufschwung bekommen hat, weil die Christen damals auch davon ausgegangen sind, die Wissenschaftler, dass die Welt wie Gott sie geschaffen ist, dass sie geordnet ist, dass sie einen Sinn ergibt und deshalb kann man das erforschen. Wenn das Ganze nur Chaos wäre oder wie auch immer, wird es gar keinen Sinn machen. Es gibt unglaublich viele gute Argumente für den Glauben. Also da passt für die, die Zeit haben am nächsten Wochenende noch mal diese Veranstaltung Geistlichen Rüstzentrum Kreling, wo viel darüber nachgedacht wird. Das andere, was Christen heute auch noch vorgeworfen wird, ist, dass sie andere diskriminieren mit ihren Maßstäben und Vorstellungen über Ethik, über wie man leben sollte. Der wichtige Punkt an der Stelle ist, dass Christen aber eigentlich dazu nicht andere Leute zwingen wollen oder sagen müssen, es müssen jetzt alle in Kiel so leben, wie die frei evangelische Gemeinde. Das ist überhaupt nicht der Punkt. Wir sind eine Freikirche aus dieser Tradition, kommen wir, aber wir gehen davon aus, dass die Bibel tatsächlich gute Maßstäbe hat für die Menschen, die mit Christus leben. Wenn man gar nicht mit Christus leben will, dann macht das auch keinen Sinn, unbedingt sich an diese ganzen Dinger dazuhalten. Ja, dann lass es doch einfach. Aber wenn du mit Christus leben willst, dann mit dem, der sich das Leben ausgedacht hat, der weiß, wie es geht, dann ist es gut, auch sich danach zu richten. Also ich bin jemand, der in seinem Leben immer wieder auf Experten angewiesen ist. Neulich hatten wir Stromausfall bei uns im Haus. Ich kann nicht sagen, da wurde ich echt nervös und ich habe wirklich keine Ahnung davon. Also wirklich gar keine Ahnung davon. Und damit meine ich so viel wie null Ahnung, außer dass ich weiß, wo der Sicherungskasten ist, welche Sicherung rauf und runter. Und dann, was bin ich froh, dass es Elektriker gibt. Auf dem musste ich dann ein bisschen länger warten. Es war nicht so schön. Aber es gibt so viele Dinge im Leben, wo ich auch auf Experten vertraue. Ich bin in meinem IT-Bereich und bei anderen Dingen. Und Jesus ist der Experte fürs Leben. Und deshalb kann es nur eine gute Idee sein, sich auf ihn zu vertrauen, sich ihm anzuvertrauen. Wer mit ihm lebt, der lebt in der Siegermannschaft. Egal übrigens, wie er selbst drauf ist. Und egal, was andere davon darüber denken. Schon die ersten Christen wurden ja für ihren Glauben belechelt. Und die Römer fanden es absolut komisch, dass man an einen Gott glauben sollte, der am Kreuz verurteilt worden ist. Mit der bösen und demütigendsten Todesstrafe, die es überhaupt gab. Da haben die gesagt, das kann doch nicht sein. Du witzst doch nicht an jemanden glauben, der da so am Kreuz hängt. Hey, hallo, das soll dein Gott sein? An den willst du glauben, der da so hängt? Ist es dein Ernst? Schau dir unsere Paraden an. Schau dir unsere Pauten an. Schau dir unsere Herrschaft an über das ganze Römische Reich. Das ist cool. Das ist richtig stark. Aber das, hey, hallo, meinst du das wirklich ernst? Das war das, was ganz viele gedacht haben über den christlichen Glauben. Der Theologe M.T. White hat es mal folgendermaßen formuliert. Die Herrscher und Autorität von Rom und Israel, der beste Regierung und die höchst entwickelte Religion, die es je gab, konspirierten, um Jesus ans Kreuz zu bringen. Sie haben zusammengearbeitet, gemeinsam war es dann möglich. Diese Mächte angefressen, weil sie in ihrer Autorität herausgefordert wurden, haben ihnen nackt ausgezogen, der öffentlichen Verachtung preisgegeben und einen Triumph über ihn zelebriert. Also Kreuzigungen waren immer öffentliche Darstellungen der Herrschaft und der Macht, Roms über Leute, die sich nicht an die Gesetze gehalten haben. I