Gut und Böse sind in der Welt so vermischt, dass der Mensch sie nicht selbst trennen kann; Gott allein scheidet zur Erntezeit, und die Aufgabe des Gläubigen ist geduldiges Wachsenlassen statt eigenmächtiges Richten.
Der Text nimmt das Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen (Mt 13) auf und liest es als Geschichte vom Reich Gottes, in dem Gut und Böse vermischt wachsen. Jesus sät das gute Wort aus, doch in der Dunkelheit wird Unkraut gesät – ein Bild für die Durchsetzung von Hass, Schuld und Hoffnungslosigkeit in der Welt. Der Sprecher betont, dass man das Unkraut nicht selbst jäten kann, weil dabei auch der junge Weizen herausgerissen würde. Die zentrale Zusage ist, dass Gott selbst zur Erntezeit scheidet und das Unkraut verbrennt, den Weizen in seine Scheune bringt. Der Text mahnt zur Geduld und Gelassenheit und warnt davor, selbst zum Schnitter mit der Sense zu werden oder das Reich Gottes zum eigenen Reich zu machen. Gleichzeitig wird die Gegenwart angesprochen: alte Geschichten werden zu Geld gemacht, Schuld wird verewigt, Teufelskreisläufe drehen sich schneller. Am Ende wird das tägliche Aussäen des Evangeliums durch Menschen gefordert, die Jesus gleichtun, und mit einem Friedensgebet abgeschlossen.
Ausgewertet mit qwen3.8-27b, Fassung v3.
Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.
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Gutes und Böses gibt es nicht in Reinkultur. Gut und Böse sind immer vermischt. Sogar die Unterscheidung zwischen gut und böse ist nicht immer klar und einfach. Was gut oder böse war, erkennen wir meist erst im Nachhinein. "Gut gemeint" ist nicht selten das Gegenteil von gut. Jesus zeigt uns, wie wir mit dem Guten und Bösen umgehen sollen. Er sät den guten Samen aus und wartet bis zur Ernte, bei der das Böse ausgesondert wird. Eine verwegene Geschichte! Eine verwegene Geschichte! Im Schutz der Dunkelheit schleicht sich ein Typ auf das Feld, auf dem tagsüber feiner Weizen ausgesät worden war. Die, die den Tag über hart gearbeitet haben, sind müde nach Hause gegangen. Und was macht der Unhold in der Nacht? Die Samenkörner einzeln wieder dem Erdreich zu entreißen, geht wohl nicht. Schlicht: Kapazitätsmangel. Und wirtschaftlich ist es auch nicht. Schließlich wäre auch die Nacht viel zu kurz für ein solches Unterfangen. Wenn ich das Feld versauen will, so hören wir den Unhold murmeln, muss ich auch säen. Unkraut. Unkraut. Ach, wie gut, dass niemand weiß, dass ich böser Krauter heiß’. Alles wird wild durcheinander wachsen. Die gute Saat und die schlechte. Bis es jemand merkt, vergehen Wochen. Wer dann panisch reagiert, hätte keine Wahl: Er müsste das ganze Feld ausrotten. Nein, den Weizen, den guten, auszusondern in dieser Unkrautwüste – wer könnte das? Fachmann hin, Fachfrau her. Andererseits: Das Unkraut vom jungen Weizen auszusondern und säuberlich zu jäten – das geht genauso wenig. Eine verwegene Geschichte! Von verkorkster Saat, versautem Feld und zweifelhaften Aussichten. Eine Lösung, die keine ist Nun erzählt Jesus diese Geschichte. Im Deutschen heißt das: ein Gleichnis. Die Geschichte hört sich wie ein Krimi an. Tappen in der Nacht. Ein fein getarntes Verbrechen. Das feine stille Lächeln des Teufels. Geht die Sonne erst wieder auf – es gibt keine Spuren. Der Mond war wohl auch hinter Wolken versteckt. In einer solchen Geschichte muss alles stimmen. Soll ich auch noch ein wenig Nebel verbreiten? Jesus erzählt diese Geschichte als eine Geschichte vom Reich Gottes. Reich Gottes hört sich so vollendet an, übermenschlich, überzeitlich – und natürlich über alles Böse erhaben! Der schöne Schein trügt. In der Nacht … und so weiter… treibt sich ein Unhold herum und sät tatsächlich Unkraut aus. Ganz professionell! Gelernt ist gelernt! Jesus erzählt diese Geschichte als eine Geschichte vom versauten Reich Gottes? Ich werde stutzig. Irgendwas stimmt hier doch nicht. Aber klar doch: Jesus selbst sät gute Saat aus! Sein Wort verändert alles! Sein Wort bringt Liebe in die Welt! Sein Wort überwindet gar den Tod. Alle Ängste, Verzagtheiten, Mutlosigkeiten, Resignationen – außer Kraft gesetzt. Es entstehen überall neue Geschichten. Neue Geschichten von Menschen, die aus Teufelskreisläufen heraustreten, Schuldkartelle durchbrechen, Hass-Spiralen entwirren. Eine großartige Saat! Wenn sie aufgeht – ist die Welt nicht mehr wiederzuerkennen! Eigentlich ganz einfach, eigentlich auch nur wünschenswert. Haben Sie etwas anderes gehört? Na ja, ich schon. Mit den alten Geschichten lässt sich richtig gut Geld verdienen! Hass-Spiralen sind lukrativ. Sind sie noch nicht an der Börse notiert – ran, ihr Haie! Schuldkartelle verdingen sich für die Ewigkeit. Schuld darf nie enden. Erst wird sie in Erinnerungen verpackt, dann kommt sie in die Lehrbücher und am Ende weiß kein Mensch, was wahr ist oder falsch. Bildung liebt Erbstücke. Natürlich nur die richtigen. Schließlich drehen die Teufelskreisläufe immer schneller. Wenn da nur nicht der Haken wäre: wir glauben doch nicht mehr an den Teufel und stehen doch in seinem Bann. Die großen Verwirrer – sie bringen sogar die Saat so durcheinander, dass der Weizen zum Unkraut, das Unkraut zum Weizen wird. Ein wenig schüchtern stehe ich vor dem Feld. Weht der Wind, sieht alles gleich, alles gleich schön aus im Wogen der Halme. Wenn es nicht die Tageszeiten gäbe, Tag und Nacht, Licht und Finsternis! Jesus erzählt eine Geschichte vom Reich Gottes, er erzählt sie als eine Geschichte von Tag und Nacht. Das gute Wort, das Evangelium, wird jeden Tag ausgesät. Von Menschen, die es Jesus gleichtun. Treu und beharrlich. Die Welt ist voller guter Worte – und hört sie doch nicht. Die Sähleute wissen, was im Schutz der Dunkelheit geschieht! Wie Hoffnungslosigkeit ausgebreitet wird - wie Unkraut. Wie das Böse durch die Furchen kriecht - wie Unkraut. Wie der Glaube sich furchtsam versteckt – wie Unkraut. Nur: was machen? Jäten! Jäten? Nur: Wer sich ans Jäten macht, reißt die zarten Halme der Liebe, der Hoffnung, des Aufbruchs aus und steht vor einem riesigen Komposthaufen. Die Mistkäfer, die freuen sich. Aber die hat noch niemand lächeln gesehen. Wir wissen oft nicht einmal, was gute, was schlechte Saat ist. Ich habe nur kleine Körner in der Hand. Was aus ihnen wohl wird? Werden kann? Lassen, was zu lassen ist Ob die ersten Zuhörer Jesu – es sind eigentlich die Jünger, also der harte Kern – das Gleichnis ihres Meisters verstanden haben? Wachsen lassen? Zuschauen? Einerseits ist das starker Tobak für alle, die keine Geduld mehr haben mit der Welt – andererseits spricht eine so große Gelassenheit aus der Geschichte Jesu, dass wir IHM das letzte Wort lassen können. Das schält sich als große Zusage heraus: Er ist der Richter. In seiner Geschichte heißt es: "Lasst beides wachsen bis zur Ernte und zur Zeit der Ernte werde ich den Schnittern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, um es zu verbrennen; den Weizen aber bringt in meine Scheune!" ER spricht die Schnitter an – nicht ich. ER sammelt in seiner Scheune – nicht in meiner. ER öffnet sein Reich – es ist nicht mein Reich. Eigentlich möchte ich gerne die Schnitter beauftragen, nein, am liebsten wäre ich der Schnitter mit der großen Sense. Wie eine Furie möchte ich wüten. Dann wäre es aus mit dem Bösen. Eigentlich möchte ich alles, was gut wächst, als meinen Erfolg ansehen und die Ernte einfahren. Genüsslich zähle ich die guten Taten. Wenn ich nicht wäre! Eigentlich baue ich am liebsten an meinem Reich. Ich habe Maximen und Werte, Mittel und Wege. Wer draußen bleibt, ist es selber schuld. Ich regle das schon. Jesus eröffnet sein Gleichnis mit einem Satz: "Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der guten Samen auf seinen Acker säte." Wir ahnen schon, wer gemeint ist: Jesus. Er sät sein Wort aus, seine Liebe, seine Nähe. Wir ahnen noch mehr: Ich säe sein Wort aus, seine Liebe – meine Nähe. Diese Saat geht auf! Und der Friede Gottes, der höher ist als unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne, in Christus Jesus, unserem Herrn! Vom Wachsen des Volkes Gottes <div