Sunnitisch · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen
Der Frühling des Mumin
DITIB Religionsamt ·
DITIB ·
2026-09-25
· Köln
· Quelle
Dankbarkeit · tragend
Gemeinschaft · tragend
Umkehr
Der Winter bietet dem Gläubigen durch kurze Tage und lange Nächte eine besondere Gelegenheit, durch Fasten, Gebet und Besinnung geistig zu erneuern und Gott näherzukommen.
Der Winter ist der Frühling des Mumin: Seine Tage sind kurz, sodass er fastet, und seine Nächte sind lang, sodass er zum Gebet aufsteht.
Die Predigt ruft Muslime auf, den beginnenden Herbst und Winter als geistige Gelegenheit zu begreifen. Sie verweist auf einen Koranvers, der die Schöpfung als Zeichen Gottes beschreibt, und auf einen Hadith, der den Winter als „Frühling des Mumin“ bezeichnet. Die kurzen Tage eignen sich demnach für freiwilliges Fasten, die langen Nächte für Gebet, Koranrezitation und Bittgebet. Der Text vergleicht die innere Erneuerung des Gläubigen mit dem Frühling der Natur. Er ermutigt, die kalte Jahreszeit in eine Zeit der Barmherzigkeit und inneren Wärme zu verwandeln. Es wird dazu aufgerufen, mehr Zeit mit der Familie zu verbringen und gemeinsam mit Kindern den Koran zu lesen. Die Predigt schließt mit einem Bittgebet des Propheten, das Hilfe beim Gedenken, Danksagen und Dienen an Allah erbittet.
- Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
-
Abkehr von Gott, Gleichgültigkeit, Götzendienst (erschlossen)
- Wo sitzt das Übel?
-
im Herzen, im Willen, in der Seele des Einzelnen
- Was hilft dagegen?
-
Gebet, Gottesdienst, Meditation, wiederholte Übung; Genügsamkeit, Fasten, freiwilliges Opfer, Loslassen
- Was ist der Mensch nach diesem Text?
-
von Gott gewollt, mit Aufgabe und Verantwortung
- Wohin geht die Geschichte?
-
Wiederkehr, kein Ziel, immer dasselbe Muster
- Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
-
auf den Stifter oder Propheten der Tradition; auf die heilige Schrift der eigenen Tradition
- Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
-
den eigenen Glaubensgeschwistern
- Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
-
der Text kritisiert nicht
Verwandte Texte aus anderen Traditionen
nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition
Wozu der Text aufruft
- in den langen Nächten beten und den Koran rezitieren (rituell)
- an den kurzen Tagen freiwillig fasten (rituell)
- gemeinsam mit Kindern den Koran lesen (zwischenmenschlich)
Genannte Stellen
Koran 3:190 · Ahmed b. Hanbel, Musned, 3/75 · Tirmizi, Savm, 74 · Ebu Dawud, Vitr, 26
Gemessen
- Grundhaltung
- 1 von -2 bis 2
- Eindringlichkeit
- 2 von 3
- Reichweite
- 3 von 5
- Konkretheit
- 2 von 3
- Abgrenzung
- 0 von 3
- Zeitbezug
- früher 2, jetzt 2, künftig 1
Ausgewertet mit qwen3.8-27b, Fassung v3.
Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.
Wortlaut anzeigen
Verehrte Muslime!
Unser erhabener Herr hat das gesamte Universum mit unzähligen Zeichen und Weisheiten ausgestattet und sie für uns zu Anlässen des Nachdenkens gemacht. Im edlen Koran weist Er auf einige davon hin und spricht: ”Wahrlich, in der Schöpfung der Himmel und der Erde und im Unterschied zwischen Nacht und Tag liegen Zeichen für diejenigen, die Verstand besitzen.” 1
Dieser Koranvers fordert uns dazu auf, die Natur nicht nur zu betrachten, sondern auch über das, was wir sehen, nachzudenken, die dahinterliegende göttliche Weisheit zu erkennen und uns durch diese Besinnung unserem Herrn zuzuwenden. Auch der Unterschied zwischen Tag und Nacht gehört zu den Naturereignissen, über die wir nachdenken sollten.
Werte Gläubige!
Wir befinden uns in den Tagen, in denen der Herbst beginnt und Tag und Nacht gleich lang sind. In den kommenden Wochen werden mit dem Herannahen des Winters die Nächte noch länger und die Tage kürzer. Viele von uns verbinden mit dem nahenden Winter Kälte, kürzeres Tageslicht und das Bedürfnis, sich zurückzuziehen. Doch unser geliebter Prophet (s.) lehrte uns, diese Jahreszeit aus einer ganz anderen Perspektive zu betrachten. Er sagte: „Der Winter ist der Frühling des Mumin: Seine Tage sind kurz, sodass er fastet, und seine Nächte sind lang, sodass er zum Gebet aufsteht.” 2
So wie im Frühling die Natur zu neuem Leben erwacht, die Bäume blühen und die Erde sich erneuert, findet auch der Gläubige im Winter mit seinen langen Nächten und kurzen Tagen eine Gelegenheit zur geistigen Erneuerung und zum inneren Aufblühen. An den kurzen Tagen fastet der Gläubige, während er sich in den langen Nächten mehr Zeit für das Gebet, das Gedenken Allahs, die Besinnung, die Koranrezitation, das Bittgebet und die Bitte um Vergebung nimmt. Auf diese Weise macht er den Winter zu einer Gelegenheit, Allah näherzukommen.
In einem weiteren Hadis lenkte unser Prophet (s.) die Aufmerksamkeit auf die Erleichterung, die der Winter für das Fasten bietet, indem er sagte: „Die mühelose Beute ist das Fasten im Winter.“ 3
Werte Geschwister!
Lasst uns die bevorstehende Jahreszeit und die kälter werdenden Tage in eine Zeit der Barmherzigkeit verwandeln, in der wir innerlich Wärme finden. Lasst uns die langen Nächte mit Gebet, Koranrezitation und Bittgebeten und die kurzen Tage mit freiwilligem Fasten, guten Taten schmücken.
Verbringen wir mehr Zeit mit unseren Familien. Lesen wir gemeinsam mit unseren Kindern den Koran und führen wir gute Gespräche mit ihnen. Vergessen wir nicht, dass jede Jahreszeit für den Gläubigen eine Gelegenheit ist, seinem Herrn näherzukommen.
Ich möchte meine Predigt mit dem schönen Bittgebet unseres geliebten Propheten (s.) beenden, das uns gerade in einer solchen Zeit dabei helfen soll, Allah noch besser zu dienen:
„O Allah, hilf mir, Deiner zu gedenken, Dir zu danken und Dir auf die beste Weise zu dienen!“ 4
Âmin.
Die DITIB-Predigtkommission
Quellen:
1 Al-i İmran, 3/190.
2 Ahmed b. Hanbel, Musned, 3/75.
3 Tirmizi, Savm, 74.
4 Ebu Dawud, Vitr, 26.
2026-09-25
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