omnist.world

English

Evangelisch · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen

Deserts

ohne Namen · Washington National Cathedral - Sermon-Archiv · 2026-09-20 · Washington · Quelle

Barmherzigkeit · Hauptbotschaft Umkehr · tragend Gerechtigkeit

Gottes Barmherzigkeit ist grenzenlos und nicht an menschliche Verdienstlogik gebunden; sie fordert den Menschen auf, selbst grenzenlose Gnade zu üben, auch gegenüber sich selbst.

Gottes Barmherzigkeit und Gnade mögen grenzenlos sein, aber sie scheinen manchmal auch ungerecht zu sein.

Die Predigt nimmt die Geschichte von Jona und Ninive als Ausgangspunkt, um die Spannung zwischen menschlicher Gerechtigkeit und göttlicher Barmherzigkeit zu thematisieren. Jona hasst die Niniviter wegen der Brutalität des assyrischen Reiches und fürchtet, dass Gott ihnen Gnade schenkt. Die Predigt zeigt, dass Gottes Barmherzigkeit über menschliche Verdienstlogik hinausgeht. Jesus wird als der vorgestellt, der diese grenzenlose Gnade verkündet, etwa im Gleichnis vom verlorenen Sohn und von den Arbeitern im Weinberg. Als gegenwärtiges Beispiel dient der Papst Johannes Paul II., der seinen Attentäter Mehmet Ali Ağca vergab und besuchte. Die Predigt schließt mit einem Appell an die Zuhörer, selbst Barmherzigkeit zu üben, auch gegenüber sich selbst. Die zentrale Botschaft ist, dass Gottes Gnade nicht an Verdienst gebunden ist und auch für die eigenen Grenzen gilt.

Weltbild

was das heißt
Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
Sünde, persönliches Versagen, Schuld vor Gott; Unwissenheit, Illusion, falsche Sicht der Wirklichkeit
Wo sitzt das Übel?
im Herzen, im Willen, in der Seele des Einzelnen
Was hilft dagegen?
Zuwendung Gottes, Erlösung, die nicht verdient wird; innere Wandlung, Reue, Sinnesänderung
Was ist der Mensch nach diesem Text?
gefallen, aus eigener Kraft nicht heil zu machen
Wohin geht die Geschichte?
die Botschaft steht außerhalb der Geschichte
Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
auf die heilige Schrift der eigenen Tradition; auf den Stifter oder Propheten der Tradition
Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
jedem Menschen, ohne Ansehen des Glaubens
Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
auf die eigene Gemeinschaft und sich selbst

Verwandte Texte aus anderen Traditionen

nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition

Wozu der Text aufruft

Genannte Stellen

Jona 1-4 · Mt 18,21-22 · Lk 15,11-32 · Mt 20,1-16 · Eph 5,1

Gemessen

Grundhaltung
1 von -2 bis 2
Eindringlichkeit
2 von 3
Reichweite
1 von 5
Konkretheit
3 von 3
Abgrenzung
0 von 3
Zeitbezug
früher 3, jetzt 2, künftig 1

Ausgewertet mit qwen3.8-27b, Fassung v3. Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.

Wortlaut auf Deutsch
Um unsere erste Lesung für diesen Morgen zu verstehen, müsst ihr verstehen, wie sehr Jona die Niniviter hasste. Ich meine, er hasste die Niniviter. Und aus gutem Grund. Ninive war die Hauptstadt des assyrischen Reiches, und das assyrische Reich war ein brutales Regime. Sie waren militaristisch, aggressiv, blutdürstig. Sie zerstörten das nördliche Königreich Israel im Jahr 722 v. Chr. und das südliche Königreich Juda im Jahr 701 v. Chr. Also, wenn Jona sagte, er würde lieber sterben, als die Stadt Ninive verschont zu sehen, dann scherzte er nicht, er meinte jedes Wort. Erinnert ihr euch, wie die Geschichte von Jona beginnt? Gott kommt zu Jona und sagt ihm, dass er als Gottes Prophet in die Stadt Ninive gehen und den Ninivitern verkünden soll, dass sie für ihre bösen Wege Buße tun oder bestraft werden müssen. Nun, angesichts dessen, wie er fühlte, könntet ihr denken, dass Jona eine solche Aufgabe genießen würde, aber genau das Gegenteil war der Fall. Jona hatte Angst, dass die Menschen von Ninive tatsächlich auf Gott hören und Buße tun könnten. Und wenn sie Buße taten, könnte Gott sie tatsächlich der Bestrafung verschonen, die Jona so sicher für sie verdient hielt. Also, was tat Jona, er versuchte, sich dieser Aufgabe durch Fliehen vor Gott zu entziehen. Hier kommen wir zu dem Teil der Geschichte, den so viele von uns aus der Sonntagschule kennen. Jona steigt an Bord eines Segelschiffs, um so weit wie möglich von Gott weg zu kommen. Aber man kann Gott nicht entkommen, und nach einer Reihe von Stürmen wird Jona über Bord geworfen, wo er prompt von einem Wal verschluckt wird, oder wie die Schrift tatsächlich sagt – ein großer Fisch. Dieser große Fisch bringt ihn an den Ort zurück, an dem er angefangen hatte, und spuckt ihn am Ufer aus, denn wie ich sagte, man kann nicht vor Gott fliehen. Also, in dem Wissen, dass er keine Wahl hat, gibt Jona nach und geht nach Ninive, um Gottes Warnung zu überbringen. Und genau wie Jona befürchtete, tun die Niniviter in der Tat Buße, und Gott verschont sie in der Tat der Bestrafung, die Jona so sehr für sie wünschte. Unser Abschnitt für heute zeigt Jona, der wie ein Kind schmollt, weil Gott den Menschen, die Jona hasste, Barmherzigkeit erwies. Unter einem Busch sitzend muss Jona der Tatsache ins Auge blicken, dass Gottes Vorstellung davon, was Menschen verdienen, oft sehr unterschiedlich von unserer eigenen ist. Er muss mit der Tatsache umgehen, dass, wie der heilige Isaac der Syrer im 7. Jahrhundert sagte – „Wie eine Handvoll Sand, die in das große Meer geworfen wird, so sind die Sünden des ganzen Fleisches im Vergleich zur Barmherzigkeit Gottes." Jesus versuchte während seines gesamten Wirkens immer wieder, den Menschen von der überbordenden Gnade und Barmherzigkeit Gottes zu erzählen. Er versuchte immer und immer wieder aufzuzeigen, dass der Gott der Zehn Gebote im Wesentlichen auch der Gott der Liebe war. Der Gott, der die Feinde Israels im Alten Testament zerstörte, war auch der Gott, der sich tief um die Ausgestoßenen und die Sünder sorgte. Der Gott, der Gehorsam von David und Saul forderte, war auch der Gott, der bereit war, am Kreuz zu sterben. Wir sahen dies in unserem Evangelium letzten Sonntag, als die Jünger Jesus fragten, ob sie jemanden siebenmal vergeben sollen. Jesus sagt ihnen – nein, sie sollen 77mal vergeben, was bedeutet, dass es keine Grenze der Vergebung gibt. In Gleichnissen wie dem vom verlorenen Sohn und unserem Evangelium für heute – dem Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg – sagt Jesus seinen Jüngern, dass der Gott, den sie zu kennen glauben, weit überbordender ist, als sie sich je vorstellen könnten. Er sagt ihnen, dass Gott dem Vater des verlorenen Sohnes ähnelt, der jeden Tag auf die Gelegenheit wartet, nicht seinen abtrünnigen Sohn zu bestrafen, sondern auf die Gelegenheit, diesen Sohn zu lieben, in die Arme zu schließen und seine Heimkehr zu feiern. Der Gott, den Jesus uns kennenlernen lassen will, ist ein Gott, der für alle sorgt, die im Weinberg arbeiten, egal ob sie den ganzen Tag dort waren oder erst vor einer Stunde angefangen haben. Wie der Besitzer des Weinbergs gibt Gott uns nicht, was wir verdienen, er gibt uns, was wir brauchen. Jesus will, dass wir wissen, dass Gottes Liebe alles umspannt, und Gottes Barmherzigkeit grenzenlos ist – ob wir es mögen oder nicht. Nun, ich weiß nicht, wie es euch geht, aber all das macht mich ein wenig unbehaglich. Ich meine, ich verstehe, wie sich Jona fühlte, als die Nineviten verschont wurden, nachdem sie so schreckliche Dinge getan hatten. Ich verstehe, wie sich jene frühen Weingärtner fühlten in unserem Evangelium für heute, als die Menschen, die nur eine Stunde gearbeitet hatten, genauso viel bezahlt wurden wie diejenigen, die zwölf Stunden gearbeitet hatten. Ich verstehe, wie sich der ältere Bruder fühlte in der Gleichnis vom verlorenen Sohn. Hier war er der pflichtbewusste Sohn, der zu Hause geblieben war, um auf dem Hof zu arbeiten, der wahrscheinlich durchweg beste Noten in der Schule gemacht hatte, der nie nach elf Uhr draußen geblieben war und der seinem Vater immer gehorcht hatte. Er hatte alles getan, was er tun sollte, aber hat ihm sein Vater eine Party gewidmet? Nein, er widmete eine Party seinem jüngeren Bruder, der die Stadt verlassen hatte, seine Familie in Verlegenheit gebracht hatte, das Familienerbe verprasselt hatte und dann nur nach Hause zurückgekehrt war, weil er mittellos und verzweifelt war. Gottes Wege mögen anders sein als unsere Wege. Gottes Barmherzigkeit und Gnade mögen grenzenlos sein, aber sie scheinen manchmal auch ungerecht zu sein. Ich erinnere mich an das Jahr 1981, als ein junger türkischer Schütze namens Mehmet Ali Ağca auf dem Petersplatz stand und Papst Johannes Paul II. zweimal in den Bauch auf kurze Distanz erschoss. Der Papst blutete beinahe aus. Es dauerte Stunden an Operationen, um ihn zu retten, und danach erholte er sich nie wirklich seiner Gesundheit. Allerdings, vier Tage später, während er noch im Krankenhaus war und zu schwach, um öffentlich zu erscheinen, ließ Johannes Paul eine Botschaft für die Menge aufnehmen, die sich auf dem Platz versammelt hatte. Darin bat er sie, für den Mann zu beten, der ihn erschossen hatte — seinen Bruder, nannte er ihn — den er sagte, er habe aufrichtig vergeben. Nun, das ist eine bemerkenswerte Aussage vier Tage nachdem jemand zwei Kugeln in euch gesteckt hat. Aber er ließ es nicht dabei bewenden. Zwei Tage nach Weihnachten 1983 ließ sich Johannes Paul zum Gefängnis Rebibbia in Rom fahren, wo er in Ağcas Zelle ging. Es gibt ein Foto der beiden Männer in einem kargen weißen Raum, sitzend auf Klappstühlen, mit dem Papst, der die Hand des Mannes hielt, der ihn zu töten versucht hatte. Sie sprachen leise etwa zwanzig Minuten. Als er herauskam, fragten Reporter Johannes Paul, was gesagt worden sei, und er sagte ihnen, dass es ein Gespräch zwischen Brüdern gewesen sei, und dass das, was zwischen ihnen stattgefunden habe, zwischen ihnen bleiben würde. Er erzählte es niemandem. Er setzte sich fort, für Ağcas Mutter zu sorgen, und später für seinen Bruder. Genau wie der Vater des verlorenen Sohnes nicht zu Hause wartete, sondern rannte, um sein verirrtes Kind zu begrüßen, stand Papst Johannes Paul auf, überquerte die Stadt und ging, den Mann zu finden, der ihn verletzt hatte — bevor er darum gebeten wurde, bevor es eine Entschuldigung gab, bevor es überhaupt etwas gab. So wirkt unser Gott — Barmherzigkeit taucht irgendwo auf, wo wir bereits entschieden hatten, dass sie nicht hingehört. Wie der heilige Bernhard von Clairvaux einst sagte: „Das Maß der Liebe ist, ohne Maß zu lieben." Lass mich diesen Morgen damit schließen, dass ich euch ein paar Fragen stelle. In seinem Brief an die Epheser sagt der heilige Paulus, dass wir „Nachahmer" Gottes sein sollen und in der Liebe wandeln, wie Christus uns geliebt hat. Als Nachahmer Gottes, welche Art von Barmherzigkeit und Gnade erweist ihr anderen in eurem Leben? Was müsste es erfordern, dass ihr dem Freund eine zweite Chance gebt, der sich nie an euch gewandt hat, als ihr krank wart oder im Krankenhaus? Was müsste es erfordern, dass ihr zu dem Geschwister geht, das euch Unrecht getan hat, bevor es jemals eine Entschuldigung anbietet, und versucht, diese Beziehung zu heilen? Was müsste es erfordern, dass ihr jenem Kollegen ein wenig Gnade erweist, dessen Politik ihr nicht ertragen könnt, und hingehet und euch hinsetzt und ihnen zuhört? Zuletzt, seid ihr bereit, euch selbst ein wenig Gnade und Barmherzigkeit zu erweisen, besonders wenn ihr denkt, dass ihr es nicht verdient? Ich kenne so viele Menschen, die anderen in ihrem Leben den Vorteil des Zweifels einräumen können, die einem Freund fast alles verzeihen können, aber die sich selbst nie verzeihen können für das, was sie getan oder unterlassen haben, obwohl sie sich möglicherweise unzählige Male bereut haben. Wenn ihr in diese Kategorie fallt, erinnert euch — Barmherzigkeit und Gnade sind auch für euch da. Die Barmherzigkeit Gottes hört nicht am Rand eures eigenen Lebens auf. Wie das alte Lied sagt: „Da ist eine Weite in Gottes Barmherzigkeit, wie die Weite des Meeres; da ist eine Güte in seiner Gerechtigkeit, die mehr ist als Freiheit. Da ist Willkommen für den Sünder, und mehr Gnaden für die Guten; da ist Barmherzigkeit beim Erlöser, da ist Heilung in seinem Blut." Das, meine Freunde, ist eine gute Nachricht für euch, für mich, für uns alle. Amen. Der Beitrag Wüsten erschien zuerst auf Washington National Cathedral.
Wortlaut im Original
In order to understand our first reading for this morning you have to understand just how much Jonah hated the Ninevites. I mean he hated the Ninevites. And for good reason. Nineveh was the capital of the Assyrian empire, and the Assyrian empire was a brutal regime. They were militaristic, aggressive, blood thirsty. They destroyed the northern kingdom of Israel in 722 BC and southern kingdom of Judah in 701 BC. So, when Jonah said he would rather die than see the city of Nineveh spared, he wasn’t kidding around, he meant every word. Do you remember how the story of Jonah begins? God comes to Jonah and tells him that as God’s prophet he is to go to the city of Nineveh and proclaim to the Ninevites that they must repent for their evil ways or be punished. Now, given how he felt, you might think that Jonah would relish such a task, but quite the opposite. Jonah was afraid that the people of Nineveh might actually listen to God and repent. And if they repented, God might actually spare them the punishment Jonah was so sure they deserved. So, what did Jonah do, he tried to get out of this assignment by running away from God. This is when we get to the part of the story that so many of us remember from Sunday school. Jonah gets aboard a sailing ship, trying to get as far away from God as he can. But you can’t escape God, and after a series of storms, Jonah is thrown overboard where he is promptly swallowed by a whale, or as scripture actually says – a large fish. That large fish brings him back to where he started and spits him out on the shore, because as I said, you can’t run away from God. So, knowing he has no choice, Jonah relents and goes to Nineveh to deliver God’s message of warning. And just as Jonah feared, the Ninevites do in fact repent and God does in fact spare them the punishment Jonah was so eager for them to receive. Our passage for today finds Jonah pouting like a child because God showed mercy to the people Jonah hated. Sitting under a bush, Jonah has to confront the fact that God’s idea of what people deserve is often very different from our own. He has to deal with the fact that, as St. Isaac the Syrian said in the 7 th century – “As a handful of sand thrown into the great sea, so are the sins of all flesh as compared with the mercy of God.” Jesus throughout his ministry repeatedly tried to tell people about the extravagant grace and mercy of God. He tried over and over again to reveal that the God of the Ten Commandments was also more essentially the God of love. The God who destroyed the enemies of Israel in the Old Testament was also the God who cared deeply about the outcast and the sinful. The God who demanded obedience from David and Saul was also the God who was willing to die on the cross. We saw this in our gospel last Sunday when the disciples ask Jesus if they should forgive someone seven times. Jesus tells them – no, they should forgive 77 times, meaning there is never a limit to forgiveness. In parables like the Prodigal Son and our gospel for today – the parable of the Laborers in the Vineyard – Jesus tells his disciples that the God they think they know is far more extravagant than they could ever imagine. He tells them that God closely resembles the father of the prodigal son who waits every day for the opportunity not to punish his wayward child but for the opportunity to love, embrace and celebrate that child’s homecoming. The God Jesus wants us to know is a God who provides for all those who work in the vineyard whether they have been there all day long or only started an hour ago. Like the owner of the vineyard, God doesn’t give us what we deserve, he gives us what we need. Jesus wants us to know that God’s love is all encompassing, and God’s mercy is boundless – whether we like it or not. Now, I don’t know about you, but all of this makes me just a little bit uncomfortable. I mean, I get how Jonah felt when the Ninevites were spared after doing such terrible things. I get how those early vineyard workers felt in our gospel for today when the people who only worked one hour got paid as much as those who worked twelve hours. I get how the older brother felt in the parable of the Prodigal Son. Here he was the dutiful son who stayed home to work on the farm, who probably made straight A’s in school, who never stayed out past 11, and who always obeyed his father. He did everything he was supposed to do but did his father throw him a party? No, he threw a party for his little brother who skipped town, embarrassed his family, blew the family inheritance and then only returned home because he was destitute and desperate. God’s ways may be different from our ways. God’s mercy and grace may be boundless, but they also sometimes seem unfair. I remember back in 1981 when a young Turkish gunman named Mehmet Ali Agca stood in St. Peter’s Square and shot Pope John Paul II twice in the stomach at close range. The Pope nearly bled to death. It took hours of surgery to save him, and after that he never really recovered his health. However, four days later, while still in the hospital and too weak to appear in public, John Paul had a message recorded for the crowd gathered in the square. In it he asked them to pray for the man who had shot him — his brother, he called him — whom he said he had sincerely forgiven. Now, that is a remarkable thing to say four days after someone has put two bullets in you. But he did not leave it there. Two days after Christmas in 1983, John Paul had himself driven to Rebibbia prison in Rome, where he walked into Agca’s cell. There is a photograph of the two men in a bare white room, sitting in folding chairs with the Pope holding the hand of the man who tried to kill him. They talked quietly for about twenty minutes. When he came out, reporters asked John Paul what had been said, and he told them that it was a conversation between brothers, and that what passed between them would stay between them. He never told anyone. He went on to minister to Agca’s mother, and later his brother. Just as the father of the Prodigal Son didn’t wait at home but ran to greet his wayward child, Pope John Paul got up, crossed the city, and went to find the man who had injured him — before he was asked, before there was an apology, before there was anything at all. That’s the way our God works – mercy turns up somewhere we had already decided it did not belong. As St. Bernard of Clairvaux once said, “The measure of love is to love without measure.” Let me close this morning by asking you a couple of questions. In his letter to the Ephesians, St. Paul says that we are supposed to be “imitators” of God and walk in love as Christ loved us. As an imitator of God, what kind of mercy and grace are you extending to others in your life? What would it take for you to give a second chance to the friend who never reached out to you when you were sick or in the hospital? What would it take for you to go to the sibling who wronged you, before they ever offer an apology, and seek to heal that relationship? What would it take for you to offer a bit of grace to that colleague whose politics you cannot abide and go sit and listen to them? Finally, are you willing to extend to yourself a bit of grace and mercy, especially if you think you don’t deserve it? I know so many people who can give the benefit of the doubt to others in their lives, who can forgive a friend for almost anything, but who can never forgive themselves for what they have done or left undone even though they may have repented numerous times. If you fall into that category, remember – mercy and grace are there for you too. The mercy of God does not stop at the edge of your own life. As the old hymn says, “There’s a wideness in God’s mercy like the wideness of the sea; there’s a kindness in his justice, which is more than liberty. There is welcome for the sinner, and more graces for the good; there is mercy with the Savior, there is healing in his blood.” That, my friends, is good news for you, for me, for all of us. Amen. The post Deserts appeared first on Washington National Cathedral .