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Judentum · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen

Feiertage: »Die Sterne neu berechnen«

Mascha Malburg · Juedische Allgemeine, Wochenabschnitt · 2026-09-10 · Quelle

Wissen · Hauptbotschaft Wahrhaftigkeit · tragend Gemeinschaft

Moderne astronomische Berechnungen ermöglichen es, die traditionelle Definition des Schabbatendes präziser umzusetzen, was zu einer Verlängerung der Ruhe führt und als treuerer Umgang mit der Quelle gilt.

Ich würde argumentieren, dass uns die moderne Technologie ermöglicht, der wörtlichen Bedeutung des traditionellen Textes näherzukommen.

Der Text behandelt die Frage, wie das Ende des Schabbats und jüdischer Feiertage bestimmt wird. Die Astrophysikerin Aster Taylor argumentiert, dass moderne Technologien es ermöglichen, die traditionelle Definition – das Sichtbarwerden von drei Sternen – präziser zu berechnen als die gängigen Näherungswerte. Sie stellt fest, dass die Sterne aufgrund von Lichtverschmutzung oft erst später sichtbar sind, was zu einer Verlängerung der Ruhetage führt. Taylor betont, dass dies der wörtlichen Bedeutung der alten Quellen näherkommt. Die Reaktion der religiösen Welt ist gespalten: Während einige Rabbiner und Zeitschriften die Forschung unterstützen, lehnen streng Orthodoxe sie ab, da sie sich auf talmudische Zeitangaben stützen. Taylor argumentiert, dass das längere Halten der Ruhe in jedem Fall dem Gebot entspricht. Der Text zeigt den Dialog zwischen wissenschaftlicher Präzision und religiöser Tradition.

Weltbild

was das heißt
Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
Unwissenheit, Illusion, falsche Sicht der Wirklichkeit (erschlossen)
Wo sitzt das Übel?
in Wirtschaft, Politik, gesellschaftlichen Strukturen (erschlossen)
Was hilft dagegen?
Einsicht, Lernen, Aufklärung, richtige Erkenntnis; Gebote befolgen, Ordnung einhalten, Pflichten erfüllen
Was ist der Mensch nach diesem Text?
selbstbestimmt, Urheber seines Handelns (erschlossen)
Wohin geht die Geschichte?
es wird besser, Entwicklung zum Guten
Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
auf Argument, Logik, Wissenschaft; auf die heilige Schrift der eigenen Tradition
Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
den eigenen Glaubensgeschwistern
Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
auf andere, die Gesellschaft, andere Gruppen (erschlossen)

Verwandte Texte aus anderen Traditionen

nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition

Wozu der Text aufruft

Genannte Stellen

Talmud

Gemessen

Grundhaltung
0 von -2 bis 2
Eindringlichkeit
1 von 3
Reichweite
3 von 5
Konkretheit
3 von 3
Abgrenzung
1 von 3, benannt: streng Orthodoxe
Zeitbezug
früher 2, jetzt 3, künftig 0

Ausgewertet mit qwen/qwen3.8-27b, Fassung v3. Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.

Wortlaut anzeigen
Aster Taylor, was machen Sie an den kommenden Feiertagen anders als sonst? Ich halte sie ein paar Minuten länger ein. Denn ich berechne das Ende anders, als es von unserer örtlichen Gemeinde angegeben wird. Das machen mein Mann und ich übrigens schon seit einem Jahr jeden Schabbat. Wie kommen Sie darauf? Das Ende des Schabbats und einiger Feiertage wird nach den jüdischen Quellen dadurch definiert, dass man drei Sterne am dunkelnden Abendhimmel erkennen kann. Heute verwenden die meisten jüdischen Gemeinden Methoden, die auf Näherungswerten beruhen, die sich an den Minuten nach Sonnenuntergang oder dem Stand der Sonne unter dem Horizont orientieren. Da ich derzeit meinen Doktor in Astrophysik mache, habe ich mich damit näher beschäftigt und festgestellt, dass man das heute tatsächlich genauer berechnen kann: Und siehe da, die Sterne sind eigentlich erst ein paar Minuten später sicher sichtbar. Stellen Sie damit nicht ein uraltes Prinzip infrage? Das Schabbatende war schon immer Gegenstand von Diskussionen. Die frühen Quellen besagen, dass der Schabbat vorüber ist, wenn man drei mittelgroße Sterne sehen kann. Spätere Rabbiner waren strenger und sagten, dass man drei kleine Sterne an einer Stelle beobachten muss. Schließlich konnte niemand genau sagen, was ein mittelgroßer Stern eigentlich ist. Außerdem stellte sich die Frage, wie nah sie beieinander liegen müssten und wessen Augen man trauen könne. Heute können wir den Himmel viel genauer beobachten. Ich würde argumentieren, dass uns die moderne Technologie ermöglicht, der wörtlichen Bedeutung des traditionellen Textes näherzukommen. Auch andere Bedingungen haben sich in unserer modernen Welt verändert … Nicht zuletzt die Lichtverschmutzung! Dadurch kann man die Sterne erst viel später sehen – in New York würde der Schabbat quasi nie enden. Allerdings argumentiere ich in meiner Forschung, dass es sich bei Lichtverschmutzung ähnlich wie bei Wolken nur um eine temporäre Verdeckung des Himmels handelt. Wir können uns also auf Berechnungen verlassen, die angeben, wann wir theoretisch die Sterne sehen können. Wie hat die religiöse Welt auf Ihre Entdeckungen reagiert? Ich bekomme viele interessierte Mails von Rabbinern. Eine Masorti-Zeitschrift wird meine Forschung publizieren. Die streng Orthodoxen scheinen aber nicht gerade glücklich über meine Forschungen. Sie argumentieren, dass vielmehr die Zeitangaben im Talmud entscheidend sind. Und es stimmt, dass dort neben den Sternen auch die Zeit nach Sonnenuntergang als Kriterium eingeführt wird, wobei sich in dem Abschnitt die Gelehrten wiederum widersprechen. So oder so: Mein Modell verpflichtet mich, die Ruhetage etwas länger zu halten – damit tue ich in jedem Fall nichts Falsches! Aster Taylor promoviert an der University of Michigan in Astrophysik. Das Gespräch führte Mascha Malburg. Simanim Äpfel, Erbsen, schwingende Hühner Die Feiertage sind voller symbolischer Speisen und Rituale. Ist das Aberglaube? Nicht unbedingt, sagen die Weisen von Rebbetzin Chana Baumel 10.09.2026 9/11 Suche nach Gewissheit Auch 25 Jahre nach dem Terror sind noch nicht alle Opfer eindeutig identifiziert. Das stellte jüdische Gelehrte vor halachische Fragen – neben dem großen Ringen um eine religiöse Erklärung für die Katastrophe von Rabbiner Dovid Gernetz 08.09.2026 Talmudisches Sitzen Was unsere Weisen über das Verharren auf Stuhl, Sessel und Sofa lehrten von Detlef David Kauschke 04.09.2026 Nizawim–Wajelech Geheimnis des Neubeginns Die Rückkehr zum Ewigen ist ein tiefgreifender Prozess – für den Einzelnen und das ganze Volk von Rabbiner Salomon Almekias-Siegl 03.09.2026 Interview »Meine Musik soll Herzen öffnen« Motty Steinmetz ist in der orthodoxen Welt ein Superstar. Sein Großvater überlebte Auschwitz, nun tritt er zum ersten Mal in Deutschland auf. Wir haben mit dem chassidischen Sänger gesprochen von Jan Feldmann, Mascha Malburg 02.09.2026 Ki Tawo Demut ist größer als Erfolg Was die Tora über Dankbarkeit, Besitz und den respektvollen Umgang mit anderen lehrt von Rabbiner Elie Dues 28.08.2026 Rezension »Eine ziemlich dramatische Zeit« Rabbiner Walter Rothschild wäre beinahe an einer Infektion gestorben – nun hat er über den Kampf um sein Leben geschrieben von Detlef David Kauschke 28.08.2026 Talmudisches Die Folgen des Hasses Was unsere Weisen über die Konsequenzen aus Feindschaft und Groll lehrten von Chajm Guski 27.08.2026 Schule Jüdisch alphabetisiert Zum ersten Mal seit der Schoa entstehen in Deutschland Arbeitsbücher für den jüdischen Religionsunterricht. Der erste Band widmet sich der Tora und ist nun erschienen von Mascha Malburg 25.08.2026 zurück