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Freikirchlich · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen

Vorboten des Reiches – Warum wir nicht über andere urteilen dürfen

Adventgemeinde Nürnberg Hohe-Marter · Adventgemeinde Nürnberg Hohe-Marter · 2026-08-29 · Nürnberg · Quelle

Demut · Hauptbotschaft Geduld · tragend Gemeinschaft

Christen sollen ihre Missionstätigkeit nicht als eigenmächtiges Überzeugen verstehen, sondern als demütiges Einbringen einer Ernte, die Gott bereits bereitet hat, und dabei auf die Reaktionen anderer verzichten.

Wenn ich erlebt habe, dass Gott für mich real ist und dass mein Leben durch Jesus eine andere Richtung bekommen hat, dann wünsche ich mir natürlich auch, dass die Menschen, die mir nahestehen, die mir wichtig sind, das entdecken und verstehen.

Der Prediger thematisiert die Spannung, die entsteht, wenn man anderen Menschen den eigenen Glauben erklären möchte und auf Ablehnung stößt. Er verweist auf die Aussendung der 70 Jünger im Lukas-Evangelium, um zu zeigen, dass Jesus seine Boten als verwundbare Lämmer unter Wölfe schickt. Die zentrale Botschaft ist, dass die Jünger nicht die Ernte hervorbringen, sondern nur einbringen, was Gott bereits bereitet hat. Dies soll die Gemeinde ermutigen, ohne den Druck, andere überzeugen zu müssen, sondern im Vertrauen auf Gottes Wirken zu handeln. Der Text betont die Demut und die Abhängigkeit von Gott gegenüber dem Wunsch, die Reaktionen anderer kontrollieren zu wollen. Es wird davor gewarnt, über andere zu urteilen oder ihnen Gewalt anzudrohen, wie es im Kontext des Textes bei der Ablehnung durch Samariter geschehen ist. Stattdessen soll die Gemeinde in Geduld und Vertrauen auf Gottes Zeitplan leben.

Weltbild

was das heißt
Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
Unwissenheit, Illusion, falsche Sicht der Wirklichkeit
Wo sitzt das Übel?
im Herzen, im Willen, in der Seele des Einzelnen
Was hilft dagegen?
Zuwendung Gottes, Erlösung, die nicht verdient wird; persönliche Erfahrung, Zeugnis, Begegnung mit Gott oder Menschen
Was ist der Mensch nach diesem Text?
gefallen, aus eigener Kraft nicht heil zu machen
Wohin geht die Geschichte?
eine Wende, ein Kommen, eine neue Ordnung steht bevor
Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
auf den Stifter oder Propheten der Tradition; auf die heilige Schrift der eigenen Tradition
Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
jedem Menschen, ohne Ansehen des Glaubens
Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
auf die eigene Gemeinschaft und sich selbst

Verwandte Texte aus anderen Traditionen

nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition

Wozu der Text aufruft

Genannte Stellen

Lk 10,1-20 · Lk 9,51-56 · Ps 23 · Ez 34 · Jes 40

Gemessen

Grundhaltung
1 von -2 bis 2
Eindringlichkeit
2 von 3
Reichweite
3 von 5
Konkretheit
2 von 3
Abgrenzung
1 von 3
Zeitbezug
früher 1, jetzt 2, künftig 2

Ausgewertet mit qwen/qwen3.8-27b, Fassung v3. Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.

Wortlaut anzeigen
Schönen guten Morgen. Ich freue mich sehr, wieder unter euch zu sein. Wenn ihr euch vielleicht vorstellen könnt, ich bin ein bisschen im Stress. Ich will nächste Woche heiraten. Also ich werde auch nächste Woche heiraten, so der Herr Will. Ich muss euch, bevor ich starte, was beichten. Ich habe nichts Schlimmes. Als ich hierhergekommen bin in diese Gemeinde und gehört habe, dass es einen Musikausschuss gibt, der die Lieder schon festlegt vorher, war ich ein bisschen skeptisch. Auch einfach nur skeptisch, nicht nur ein bisschen. Weil ich mir dachte, wie kann das denn sein? Dann habe ich eine Bachelor-Tese darüber geschrieben, wie man Lieder im Gottesdienst oder für den Gottesdienst raussucht. Und ich erlebe es immer wieder, dass ich predigten für die Gemeinde vorbereite, völlig vergesse, jemanden in den Text zu sagen, den ich vorgelesen haben möchte und mich jedes Mal frage, ich hoffe, die Lieder passen. Und jedes Mal passen die Lieder wie eine Faust aufs Auge. Amen. So weiß ich auch meine Nachricht bestätigt, die ich euch heute mitgeben will. Es gibt Situationen, in denen man schon ziemlich genau weiß, wie der andere reagieren wird. Man hat vielleicht etwas erklärt, man war sehr geduldig dabei. Die Sache müsste doch jetzt klar sein. Man hat gute Gründe genannt, man hat sich Mühe gegeben, man sitzt den Menschen gegenüber und am Ende sagt er trotzdem, ne, das sehe ich anders. Hält uns noch schwerer, wenn uns die Sache wirklich wichtig ist. Bei irgendeiner Kleinigkeit kann man sagen, ja gut, dann denken wir eben unterschiedlich, aber wenn uns etwas selbst viel bedeutet, dann wird es schnell viel, viel größer. Wenn ich mir Sorgen mache, um einen Menschen, der mein Rat überhaupt nicht hören möchte. Wenn ich überzeugt bin, dass es einen bestimmter Weg einem Menschen gut tut und er trotzdem eine andere Richtung einschlägt. Wenn entsteht doch irgendwann das innere Gefühl Mensch, der müsstest doch endlich mal verstehen. Wenn man mir versucht, Spiele zu erklären, dann seid ihr bei mir verloren. Da geht bei mir im Kopf, ist da Leere und ihr könnt mir das 50-fach erklären und ich habe es beim 50. Mal immer noch nicht verstanden. Aber beim Glauben wird es plötzlich persönlicher. Wenn wir von Dingen sprechen, die unser Leben tragen. Wenn ich erlebt habe, dass Gott für mich real ist und dass mein Leben durch Jesus eine andere Richtung bekommen hat, dann wünsche ich mir natürlich auch, dass die Menschen, die mir nahestehen, die mir wichtig sind, das entdecken und verstehen. Man betet und man führt Gespräche. Manchmal denkt man noch Stunden später darüber nach, wie das jetzt funktioniert hat oder was man hätte anders sagen können. Vielleicht kennen das einige von euch im Gespräch über den Glauben und man merkt irgendwann, dass der andere, der ein Gegenübersitz innerlich lange woanders ist. Schlange an einer anderen Stelle steht, Schlange abgeschaltet. Vielleicht finden sie Religion insgesamt super schwierig oder sie haben schlechte Erfahrungen in der Gemeinde gemacht. Vielleicht spielt doch Gott einfach keine Rolle in ihrem Leben. Aber wenn wir ehrlich sind zu uns selbst, dann entsteht da so eine Spannung dann zwischen uns und diesen Menschen. Eine Spannung und auf der anderen Seite so ein Wunsch, dass der andere das doch entdecken solle. Sollte mal die Augen aufmachen und manchmal wünschen wir uns, dass wir die Reaktion des anderen auch beeinflussen könnten. Ich will euch heute Morgen mit in einen Text hineinnehmen. Ihr dürft alle eure Physischen und eure digitalen Bibeln aufschlagen. Heute wird es sehr textlastig. Wir befinden uns im Lukas Evangelium. Lukas Pähen, die Aussendung der 70 Jünger. Ich möchte euch diese Geschichte einmal zu Ohren tragen. Hat jemand heute Frühstück erzählt, wie viele wir heute sind? 105? Was ist die Hälfte von 150? 52,5. Also ein bisschen mehr als die Hälfte, sagen wir vielleicht diese Seite, sind 70 Menschen. Ich bin sehr schlecht im Schätzen. Vielleicht stimmt es auch nicht. Lukas Zehn. Danach aber bestimmte der Herr noch 70 andere und da sannte sie je zwei und zwei vor sich herren alle Städte und Orte, wohin er selbst kommen wollte. Er sprach nun zu ihnen, die Ernte ist groß, aber es sind wenig Arbeiter. Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in die Ernte sendet. Geht hin, siehe, ich sende euch wie Lämmer mitten unter die Wölfe. Tragt weder Beutel noch Tosche, noch Schuhe und grüßt niemanden auf dem Weg. Wo ihr aber in ein Haus hineingeht, da sprecht zuerst Friede diesem Haus. Und wenn dort ein Sohn des Friedens ist, so wird euer Friede auf ihm ruhen. Wenn aber nicht, so wird er zu euch zurückkehren. In demselben Haus aber bleibt und esst und trinkt das, was man euch vorsetzt, denn der Arbeiter ist seines Lohnes wert. Geht nicht aus von einem aus ins andere. Und wenn ihr in eine Stadt kommt und sie euch aufnimmt, dann esst was euch vorgesetzt wird und heilt die Kranken, die dort sind und sagt zu ihnen, das Reich Gottes ist nahe zu euch herbeigekommen. Wenn ihr aber in eine Stadt kommt und sie euch nicht aufnehmen, da geht aus ihren Gassen hinaus und sprecht auch den Staub, der sich an eurer Stadt an uns gehängt hat, Streifen weh abgegen euch. Doch sollt ihr wissen, dass das Reich Gottes nahe zu euch gekommen ist? Ich sage euch aber, es wird so dann an diesem Tag erträglicher gehen als dieser Stadt. Entschuldigung, dieser letzte Vererst, der macht mich ein bisschen fertig. Vielleicht kennen viele von euch diese Geschichte schon, die Aussendung. Und es ist krass, dass man diesen Text auf, ja du musst halt den lieben Gott vertrauen, nimm halt nix mit reduzieren kann. Aber ich glaube, dass da noch so viel mehr drin steckt als nur sich auf Gott zu verlassen und zu vertrauen. Wir wollen das jetzt gleich durchgehen, diesen Abschnitt mal langsam auseinander pflücken. Da wird schnell viel deutlicher, dass da mehr passiert als nehmt nichts mit von Erntes, von Lämmern und Wölfen, Häusern und Gastfreundschaft und am Ende sogar von Sodom und Gericht. Dieser Bibeltext wird spannend, wenn wir ihn nicht vorher auf eine Botschaft festlegen. Um diesen Text ein bisschen mehr zu verstehen, gibt es vorher einen Abschnitt, in dem Jesus seine Jünger vorausschickt. Er ist auf dem Weg nach Jerusalem und er schickt Boten in ein samaritanisches Dorf, die seine Ankunft vorbereiten sollen. Und auch sie sollen nichts mitnehmen und sie sollen da nur mal schauen. Wir wissen, Juden und Samariter, nicht so die besten Freunde. Das samaritanische Dorf hat die Boten nicht aufgenommen und sie kommen zurück und berichten Jesus, Jesus ist das Dorf, geh da lieber nicht hin, die wollen dich. Und Johannes und Jacobus stehen da. Jesus, ich hab eine Frage, ja, sollen wir Heimel vom Feuer vom Himmel fallen lassen auf das Dorf? Und Jesus so, weiß? Sie schlagen ernsthaft vor, lass uns doch Feuer vom Himmel regnen auf dieses Dorf und steht im Text Jesus, weißt sie zurecht und sie gehen in ein anderes Dorf. Steht nicht wie er sie zurecht weist, aber er geht in ein anderes Dorf. Dieser Vorschlag, dass da Feuer vom Himmel fallen soll, vielleicht sagen sie das um besonders gerecht zu sein, um besonders entschieden zu sein, um besonders treu zu sein, weil sie Jesus verteidigen müssen. Aber am Ende weiß ich nicht, ob es vielleicht auch ein bisschen übertrieben war. Und dann kommen wir in Kapitel 10 an. Menschen werden vorausgeschickt. 2 und 2 in je Städte und Orte, in die Jesus selbst kommen wollte. Hier fällt jetzt auch der Kreisens größer geworden als die 12. Sind jetzt 70 noch dazu. Wir wissen die Namen nicht, wir kennen nicht ihre besonderen Fähigkeiten oder ihre Qualifikation. Keiner hat da in Bewerbungsschreiben eingereicht. Wir wissen nur, dass sie zu Jesus gehören und dass sie außerwählt wurden. Sie müssen auch nicht auf eigene Faust losgehen, sondern sie werden vor ihm her geschickt. Der Zielort wird ausdrücklich benannt. Ihr zwei geht dorthin, ihr zwei geht in dieses Dorf, ihr zwei geht dorthin, in die Orte, in die Jesus selbst kommen möchte. Was ist 70 durch 2? 35. Das heißt, 35 Städte und Orte. 35 Zweiergruppen, die dann losziehen. Das Bild hier ist eigentlich ziemlich klar. Jesus ist unterwegs und vor ihm bewegen sich kleine Zweiergruppen durch die Dörfer und direkt danach spricht Jesus von einer Ernte. Die Ernte ist groß, die Arbeiter aber sind wenig. Darum bittet den Herrn der Ernte, was er Arbeiter aussende. Das Bild von Erntes in der Bibel ziemlich stark aufgeladen. In den Schriften Israel kann Ernte für eine Sammlung stehen, also für eine faire Sammlung. Wir versammeln uns nicht für eine, für eine Sammlung, aber auch für Gericht. Bei Joel wird die reife Ernte ein Bild dafür, dass der Zeitpunkt des Gerichts gekommen ist. Einbringen der Ernte mit Sammlung und Bewahrung verbunden. Jesus schaut auf die Menschen, zu denen seine Jünger gehen und sagt, die Ernte ist bereits da, sie muss nur eingebracht werden. Und jeder von euch, der vielleicht ein bisschen Ahnung von landwirtschaftlichen Sachen hat, ich gucke hier mal nach drüben, wenn die Ernte reif ist, muss sie eingebracht werden. Die kann da nicht noch drei Wochen stehen, oder? Wenn die Ernte reif ist, muss sie eingebracht werden, sonst wird sie schlecht, sonst wird das Gras, Nass, das Heu. Jesus beschreibt die Ernte, als sie ist bereits da. Dadurch wird den Jüngern direkt am Anfang bewusst, sie sind nicht die jenigen, die etwas zum Wachstum bringen müssen. Sie sind nicht diejenigen, die aussehen, sie sind diejenigen, die Ernten. Der sagt nicht, geht hinaus und sorgt dafür, dass irgendwann eine Ernte entsteht, er sagt, die Ernte ist groß. Noch bevor diese 70 einen Fuß in das erste Dorf gesetzt hat, spricht Jesus davon, was bereits vorhanden ist. Und aufwändig wird jetzt, wem diese Ernte überhaupt gehört? Gott, dem Herrn der Ernte, spricht ausdrücklich, Jesus spricht ausdrücklich von seiner Ernte. Das heißt, die Jünger kommen in ein Feld hinein, dass sie nicht gehört und arbeiten an etwas, dessen Wachstum bereits vor ihrem Einsatz begonnen hat. Und vielleicht erklärt das auch, warum Jesus jetzt zum Gebet auffordert. Sie sollen den Herrn der Ernte bitten, aus Arbeiter auszusenden. Und genau danach, was sagt Jesus? Geht hin. Das ist ein kleiner Wink mit dem Zaunsfall. Betet doch mal, den er senden soll. Ach, hier sind ja 70. Schön. Geht hin. Diejenigen, die um Arbeiter bitten, werden selbst zu arbeiten. Diejenigen, die sagen, ah Herr, es gibt so viele Menschen auf der Welt, ich kann das gar nicht. Ja, geht selbst. Die Rollenverteilung bleibt da. Es bleibt klar, dass der Herr die Ernte besitzt und die Jünger dahin eingesandt werden. Die Ernte können sie nicht herstellen und sie können auch nicht darüber verfügen. Das Verb für Ausenden, was hier im griechischen Text steht, ist total ein sehr kräftiges Wort für Dringlichkeit. Es muss jetzt geschehen. Die Ernte ist reif und du musst jetzt hinausgehen. Dann geht es weiter. Ich sende euch wie Lämmer mitten unter die Wölfe. Das ist ein ziemlich drastisches Bild. Und jeder von uns wird das verstehen. Du bist verletzlich. Du sollst, du kannst, dich nicht wehren. Ein Lamm kann die Begegnung nicht kontrollieren. So beschreibt Jesus die Menschen, die er in seine Ernte schickt. Na danke auch. Hätte ich irgendein anderes Tier nehmen können. Ich sende euch wie Löwen ins Feld, keine Ahnung. Im Alten Testament ist die Herr de Gottes, das Volk Israel. Und in Ezekiel spricht Gott selbst darüber, wie er seine zerstreuten Schafe zurückführen wird und sammeln wird. Und im Jesaja wird das Bild eines Gottes bezeichnet, der ein Hirte ist. Wir haben es gehört. Der Herr ist mein Hirte. Ein Hirte sammelt, ein Hirte trägt die Lämmer. Haben sollen die Lämmer denn jetzt unter die Wölfe gehen? Das ist ja ein richtiges Dilemma. Die Wölfe bilden hier einen krassen Gegenpult zu diesen Lämmern. Bedrohung, das Gewalt. Und Jesus verschweigt den Jüngern nicht, dass ihre Sendung sie ein Ort führen kann, wo es Widerstand geben wird. Vielleicht sogar Bedrohung und Gewalt. Dieses Bild bereitet sie auf eine reale Erfahrung vor, die sie haben werden. Wer vor Jesus hergeht, wird nicht überall willkommen sein. Und dieser Satz spricht bis ins Heute. Wer vor Jesus hergeht, der wird nicht überall willkommen sein. Dann geht es weiter. Jesu Antwort ist überhaupt nicht, ja dann werdet doch einfach Wölfe. Das Lamm bleibt Lamm. Die Haltung ist klar. Ich sende euch wie Lämmer unter Wölfe. Yay. Und dann kommt mein Lieblingspart. Ich packe meinen Koffer und nehme mit. Nichts. Ich packe nämlich gar keinen Koffer, weil den darf ich auch nicht mitnehmen. Tragt kein Geldbeutel, keine Tasche, keine Schuhe. Das erinnert stark an die Ausländung von den zwölf in Lukas Kapitel vorher. Und wenn wir weiter in die Zukunft vorausblicken in Lukas 22, dann wird der Fragen, als ich euch ohne Geldbeutel Tasche und Schuhe ausgesandt habe, hat euch da etwas gefehlt? Und was antworten die Jünger? Nein, Herr. Das ist eine knappe Ausrüstung und ist bewusst ein Teil dieser besonderen Sendung, wo sie jetzt hingesandt werden. Sie sind unterwegs auf Versorgung angewiesen. Sie haben kein Geld mit. Sie können sich nichts kaufen. Sie haben keine Tasche mit, wo sie provient reinstecken könnten, sondern leicht reisen. Und ihre Sendung nicht dadurch absichern, dass sie für jede Möglichkeit vorgesorgt haben. Stellt ihr mal vor, wir haben kein Wasser. Na gut, dass ich Wasser mit habe. Stellt ihr mal vor, wir haben kein Schlafplatz. Na gut, dass ich eine Schlafrolle mitgenommen habe. Sie sollen nichts mitnehmen. Und ein wenig später wird auch sichtbar, wie diese Versorgung denn funktionieren soll. In den Häusern, die ihnen geöffnet werden von den Menschen, an deren Tisch sie essen werden. Die Gastfreundschaft. Wer mit wenig Versorgung aufbricht, muss sich von anderen etwas geben lassen. Und ich glaube auch, zumindest schätze ich die Jünger von damals so ein, dass sich wenige gerne helfen ließen. Oh, Jesus sendet mich. Ich bin einer von den 70. Ja klar kriege ich das hin. Nehmt nichts mit. Oh. Und jetzt, ich habe mich doch so vorbereitet, ich habe doch, ich habe doch alles schon geplant. Es ist eine sehr praktische Abhängigkeit. Sie werden selber zu gesten. Sie kommen mit der Botschaft vom Reich Gottes. Das ist das, was sie mithaben. Die gute Botschaft. Dann gibt es die Aufforderung, grüßt niemandem auf dem Weg. Das ist eine Dringlichkeit. Ein großes für uns heute vielleicht zwei Sekunden oder Kopfnicken. So ein Hallo. Morgen. Ein großer in der damaligen Zeit hat Zeit eingenommen. Hallo Mensch, wie geht es deiner Kusine? Wie geht es deiner Familie? Wie geht es dein Vater, deinem Onkel, deinem verwandten fünften Grades? Wie sind die Schafe, die Ziegen, die Gänse? Wie läuft es? Wie ist die Ernte? Da war ein ganzes Kapitel aufgemacht bei einer Begrüßung. Selbst bei Menschen, die man nicht kannte, eine Dringlichkeit. Und das heißt nicht, dass die Botschafter des Reiches Gottes jetzt unfreundlich werden sollen, sondern es geht um diese Dringlichkeit. Du musst behalten nicht an. Es gibt ein Paralleltext im Alten Testament, wo der Prophet Elisa sein Diener Gehazi aussendet und genau das Gleiche sagt, wenn du jemandem begegnest, grüße ihn nicht und wenn dich jemand grüßt, antworte nicht, weil es um Leben und Tod geht. Da kommt eine Verbindung. Wenn die Jünger unterwegs sind, ist es so dringlich, dass es um Leben und Tod gehen wird. Sie sollen sich auf dem Weg nicht verlieren. Sie sollen sich auf ihn verlassen. Die Ernst ist reif, die Arbeiter müssen jetzt los. Sie werden in eine verletzliche Position hineingebracht, in einer Reiseweise, in der sie auf andere Menschen angewiesen sind und sie sollen ohne unnötige Verzögerungen an dem Ort ankommen. Und dann wird es konkret. Step by step, Doppelpunkt. Erstens, du klopst an die Tür. Zweitens, Friede mit diesem Haus. Dieses Wort zuerst, es gibt hier in Fests 5, wo ihr aber in ein Haus hineingeht, da sprecht zuerst. Friede diesem Haus. Das Wörtchen zuerst fällt auf, weil der Friedensgruß noch vor allem anderen kommt. Ihr hättet noch klingeln können und sagen können, ich hab Hunger, kann ich mal aufs Klo? Wie lange ist es noch? Habt ihr ein schönes Sofa, auf dem ich mich hinlegen kann? Nein, das Erste, was sie sagen ist, Friede mit diesem Haus. Schallom, das ist mehr als eine höfliche Begrüßung. Das ist Wohlergehen, Heil. Das ist ein Leben, das unter Gottes guter Gegenwart heil werden darf. Das ist eine sehr lange Definition für das Wort Frieden. Friede diesem Haus. Das ist nicht hier im angenehmen Tag, sondern sie sprechen diesem Haus Gottes heilvolle Gegenwart zu. Und bei Lukas wird es noch ganz spannend, denn im ganzen Lukas-Evangelium geht es ständig um Frieden. Frieden ist das so ein Schlüsselwort. Frieden ganz am Anfang, als Gott sein Volk auf dem Weg des Friedens wird er es führen. Und dann bei der Geburt Jesu wird verkündet durch ein Engel und Frieden auf Erden. Da ist es schon wieder. Und Jesus, die bei Jesus der Menschen, Menschen, die bei ihm Heil gefunden haben, Jesus sagt zu ihm, dein Glauber hat dich gerettet. Geh hin in Frieden. Heute habe ich durchgeblättert und es gibt da diesen schönen Text. Denn Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens. Nicht der Ordnung, schön wäre es, das wäre so schön einfach, aber des Friedens. Friede sei mit euch. Das sind die ersten Worte, die die Jünger da an der Haustür sagen sollen. Das bettet sich also ein in die größere Bewegung dieses ganzen Evangeliums. Es gehört zu dem Heil, mit dem Jesus in die Welt kommt. Friede mit euch. Fast so, als würden sie schon von seiner Ankunft etwas sagen, bevor er selbst überhaupt an dem Ort gewesen ist. Und wenn dort ein Sohn des Friedens ist, und da steht tatsächlich wortwörtlich ein Sohn des Friedens, dann ist das jemand, der für Frieden offen ist, in dem Frieden Raum finden darf. Frieden kann also angeboten werden und kann auch aufgenommen werden. Und der Raum findet dann ruht er auf diese Menschen. Wenn nicht, sagt Jesus, kehrt der Frieden zu den Jüngern zurück. Der Friedensgroß ist also mehr als eine Höchlichkeitsformel. Es ist kein Mittel, mit dem die Jünger die Menschen kontrollieren können. Friede sei mit euch und jetzt lass uns eintreten. Wir sprechen Frieden aus und lassen ihn bei den anderen ankommen. Wenige Fresse vorher, wie erinnern uns, wollten Jakobus und Johannes auf die Ablehnung von Jesus noch Feuerkorben himmel schicken. Ja, jetzt schickt Jesus seine Jünger erneut und legt ihn als erstes Wort Frieden in den Mund. Ich frag mich, wie Johannes und Jakobus während dieser Aussendungen reagiert haben so, oh, das mit dem Feuer war vielleicht doch nicht so gut. Friede diesen Haus. Die Jünger, die kommen nicht nur mit einer Botschaft über das Reich Gottes, sondern ihr erster Satz erzählt schon, wie dieses Reich Gottes sein wird. Friedlich. Und dann sollen sie in dem Haus bleiben und essen und trinken. Und in dem Text fällt auf, dass sich ziemlich häufig wiederholt bleiben und essen. Sie sollen sich nicht von Haus zu Haus bewegen und sagen, das esse ich nicht, ich möchte gern was anderes essen. Sie sollen in dem Haus bleiben. Sie sollen sich nicht unterwegs eine bessere Unterkunft suchen. Sie sollen dort bleiben, wo Gastfreundschaft ihnen angeboten wird und wo sie bleiben dürfen. Sie sollen tatsächlich Zeit mit diesen Menschen verbringen. Sie sollen an ihren Tischen sitzen und ihr essen essen und durch diese Begegnung wird doch viel konkreter, was nur eine kurze Botschaft abliefern könnte. Friede mit eurem Haus. Tschüss. Hier wird die Botschaft konkret, so wie sie mit Leuten umgehen, so wie sie Beziehungen aufbauen. Erst danach formuliert Jesus ausdrücklich, was sie verkündigen sollen. Erst nach diesen ganzen Anweisungen, die er gerade bekommen haben. In Vers 9 heilt die Kranken, die dort sind und sagt zu ihnen, das Reich Gottes ist nahezu euch gekommen. Das ist die Botschaft dieses ganzen Abschnittes. Das Reich Gottes ist nahe. Jesus schickt seine Jünger nicht nur mit einem Satz über das Reich Gottes los, sondern ergibt ihnen konkrete, sehr konkrete Anweisungen darüber, wie s