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Humanistisch · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen

Motivation: Menschenliebe

ohne Namen · diesseits – Das humanistische Magazin · 2026-09-09 · Berlin · Quelle

Fürsorge · Hauptbotschaft Gemeinschaft · tragend Gerechtigkeit · tragend

Selbstbestimmung am Lebensende ist ein zentraler Ausdruck von Menschenliebe und Würde, der durch umfassende palliative Versorgung flankiert werden muss, um sicherzustellen, dass Entscheidungen frei und nicht aus Not oder Vernachlässigung resultieren.

Der Text argumentiert, dass die Menschenliebe und die Würde des Einzelnen den zentralen Antrieb für humanistisches Handeln am Lebensende bilden. Er verankert diese Haltung in der evolutionären Natur des Menschen als kooperatives Wesen, das in Beziehungen existiert. Selbstbestimmung wird dabei nicht als kühle Kalkulation, sondern als Ausdruck von Mitgefühl und Respekt vor der Persönlichkeit verstanden. Der Text bezieht sich auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 2020, das das Recht auf selbstbestimmtes Sterben als Teil der persönlichen Freiheit anerkennt. Gleichzeitig betont er die Notwendigkeit umfassender palliativer Versorgung, Pflege und psychologischer Begleitung, um sicherzustellen, dass der Wunsch nach dem Tod nicht aus Vernachlässigung oder Schmerz resultiert. Die Akzeptanz eines freiwilligen Wunsches nach Beendigung des Lebens wird als ethisch geboten dargestellt, sofern dieser in Klarheit und Freiheit geäußert wird. Der Text grenzt sich von einer reinen 'Entsorgungsmentalität' ab und stellt fest, dass sowohl die Linderung von Leid als auch die Achtung der Autonomie Ausdrücke der Liebe zum Menschen sind.

Weltbild

was das heißt
Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
Krankheit, Tod, Vergänglichkeit als Grundproblem
Wo sitzt das Übel?
in Wirtschaft, Politik, gesellschaftlichen Strukturen
Was hilft dagegen?
praktisches Handeln am Nächsten, Werke; Zusammenhalt, gegenseitige Hilfe, Zugehörigkeit
Was ist der Mensch nach diesem Text?
selbstbestimmt, Urheber seines Handelns
Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
auf Argument, Logik, Wissenschaft; auf eigenes Erleben, Zeugnis, Begegnung
Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
jedem Menschen, ohne Ansehen des Glaubens
Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
auf andere, die Gesellschaft, andere Gruppen

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nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition

Wozu der Text aufruft

Gemessen

Grundhaltung
1 von -2 bis 2
Eindringlichkeit
2 von 3
Reichweite
4 von 5
Konkretheit
2 von 3
Abgrenzung
0 von 3
Zeitbezug
früher 1, jetzt 3, künftig 1

Ausgewertet mit qwen/qwen3.8-27b, Fassung v3. Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.

Wortlaut anzeigen
Humanist*innen tre­ten für Selbst­be­stim­mung am Lebens­en­de ein. Unser inners­ter Antrieb ist Lie­be zum Men­schen und zum Mensch­sein. Und weil das so ist, wol­len wir, dass die­ses ein­zig­ar­ti­ge Leben bis zuletzt eines sein kann, das der Wür­de, dem Wil­len und der Per­sön­lich­keit jedes Men­schen gerecht wird. Die­se Hal­tung wur­zelt tief in dem, was wir als Men­schen im Licht der Evo­lu­ti­on sind: koope­ra­ti­ve und pro­so­zia­le Wesen. Wir über­le­ben, wach­sen und wer­den mensch­lich in Bezie­hung zu ande­ren. Dar­um berührt uns frem­des Leid, dar­um kön­nen wir Anteil neh­men, hel­fen, schüt­zen und beglei­ten. Ein sol­cher Blick sieht den Men­schen nicht nur als Pfle­ge­fall oder Dia­gno­se. Auch am Lebens­en­de bleibt er ganz Mensch, mit Erin­ne­run­gen und Bezie­hun­gen, Ängs­ten und Hoff­nun­gen, Idea­len und Träu­men. Dies zu ach­ten heißt, ihn nicht zu ent­mün­di­gen, wenn er beson­ders ver­letz­lich ist. Am Lebens­en­de. Des­halb gehört zur Men­schen­lie­be die Ach­tung vor Selbst­be­stim­mung. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat 2020 klar­ge­stellt, dass das Recht auf selbst­be­stimm­tes Ster­ben zur per­sön­li­chen Frei­heit gehört. Eine Per­son, die in der Lage ist, frei und selbst­stän­dig Ent­schei­dun­gen zu tref­fen – ohne Zwang und mit eige­nem Wil­len zu han­deln –, darf am Lebens­en­de nicht grund­sätz­lich dar­an gehin­dert wer­den, über sich selbst zu bestim­men. Selbst­be­stim­mung zuzu­las­sen ist Aus­druck von Men­schen­lie­be. Und die beinhal­tet ein hohes Maß an Mit­ge­fühl. Genau dann, wenn wir hin­hö­ren, wirk­lich zuhö­ren. Was erlebt die­ser Mensch? Wovor fürch­tet er sich? Was trägt ihn? Was ist für ihn nicht mehr aus­zu­hal­ten? Was braucht er jetzt? Wer mit­füh­len kann, urteilt nicht vor­schnell, drängt nicht, beschämt nicht und kommt nicht mit mora­linge­tränk­ten Lösun­gen daher. Mit­ge­fühl will ver­ste­hen. Hel­fen, wo gehol­fen wer­den kann. Und akzep­tie­ren, was zu akzep­tie­ren ist. Des­halb gilt für uns: Wer Selbst­be­stim­mung am Lebens­en­de ver­tei­digt, will kei­nes­wegs einer kühl kal­ku­lier­ten „Ent­sor­gungs­men­ta­li­tät“ das Wort reden – son­dern ver­hin­dern, dass Men­schen über­gan­gen wer­den. Dafür set­zen wir uns ein. Dabei ist uns bewusst, was vie­le Men­schen am Lebens­en­de brau­chen: ver­läss­li­che Nähe, gute Pfle­ge, nach­hal­ti­ge Schmerz­the­ra­pie, sorg­sa­me Hos­piz­be­glei­tung, psy­cho­lo­gi­sche Unter­stüt­zung und viel Zeit. All das muss gestärkt wer­den. Nie­mand darf sich den Tod wün­schen, weil er ein­sam ist, weil Pfle­ge fehlt oder Schmer­zen nicht behan­delt wer­den. Eine huma­ne Gesell­schaft muss alles tun, damit Men­schen leben kön­nen, solan­ge sie leben wol­len. Dann wird aus Mit­ge­fühl kon­kre­te Für­sor­ge. Pal­lia­ti­ve Beglei­tung ermög­licht vie­len Men­schen ein Ster­ben in Wür­de. Gleich­zei­tig ist sie nicht der ein­zi­ge Weg, Men­schen­lie­be und Ver­ant­wor­tung zu leben. Sie kann Leid lin­dern, aber nicht jedes Lei­den auf­he­ben. Sie kann Angst min­dern, aber nicht für einen Men­schen ent­schei­den, was noch trag­bar ist und was nicht. Lie­be­vol­le Für­sor­ge darf nicht hei­ßen, nur einen ein­zi­gen Weg für ethisch gebo­ten zu erklä­ren. In sorg­fäl­tig geprüf­ten Fäl­len wird sich Men­schen­lie­be gera­de dar­in äußern, einen frei­ver­ant­wort­lich mit­ge­teil­ten Wunsch nach beglei­te­ter Been­di­gung des eige­nen Lebens zu akzep­tie­ren. Auch wenn es schmerzt und die Beschäf­ti­gung mit der eige­nen Sterb­lich­keit her­vor­ruft. Unse­re Moti­va­ti­on für huma­nis­ti­sches Han­deln am Lebens­en­de dient nicht dem Tod, son­dern dem Leben. Wir wol­len mit­tra­gen hel­fen, was getra­gen und gelin­dert wer­den kann. Und wir wol­len akzep­tie­ren, wo ein Mensch in Frei­heit und Klar­heit sagt: Für mich ist es genug. Das ist nicht immer ein­fach. Doch am Ende des Lebens ist bei­des ein Aus­druck der Lie­be zum Men­schen und sei­ner unan­tast­ba­ren Wür­de.