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Katholisch · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen

"Was glaubst du?" mit Bundestagsabgeordneter Ricarda Lang

Bistum Würzburg · Was glaubst du? (Radio Bistum Würzburg) · 2026-09-03 · Würzburg · Quelle

Demut · Hauptbotschaft Gemeinschaft · tragend Wissen · tragend

Die moderne Gesellschaft leidet unter einem destruktiven Kontrollwahn und Hyperindividualismus, der durch die bewusste Annahme der eigenen Bedingtheit, Demut und das Aushalten von Ambivalenz überwunden werden muss, um wieder zu Ruhe und Stärke zu finden.

Ich würde mir wünschen, dass wir in dem Aushalten können, der Bedingtheit durch andere, durch Natur und vielleicht auch durch Glaube, dass wir das als Stärke begreifen können und nicht als Schwäche.

Der Text dokumentiert das Interview der Bundestagsabgeordneten Ricarda Lang mit dem Bistum Würzburg, in dem sie ihre agnostische Haltung und ihre Zweifel an der Existenz eines liebenden Gottes offenlegt. Sie beschreibt, wie das Leid von Kindern und der Kontrollverlust vor dem Tod sie zwingen, den Glauben infrage zu stellen, während sie gleichzeitig die Ruhe ihrer gläubigen Großmutter im Sterben bewundert. Lang kritisiert den modernen Hyperindividualismus und den Wunsch nach totaler Kontrolle, die sie als Quelle von Entfremdung und Angst sieht. Als Gegenentwurf schlägt sie das Aushalten von Ambivalenz, Bedingtheit und Demut vor, was sie als Stärke statt als Schwäche begreifen möchte. Sie verweist auf die Notwendigkeit von Orientierung, die größer ist als das Individuum, und plädiert für eine Rückbindung an Natur und Spiritualität. Der Text rahmt Glaube nicht als dogmatische Gewissheit, sondern als einen Weg, der das Nichtwissen und die eigene Abhängigkeit aushält.

Weltbild

was das heißt
Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
Festhalten, Begehren, Nicht-loslassen-Können; Leere, Orientierungslosigkeit, Verzweiflung
Wo sitzt das Übel?
in der Epoche selbst, im Zustand des Zeitalters
Was hilft dagegen?
persönliche Erfahrung, Zeugnis, Begegnung mit Gott oder Menschen; innere Wandlung, Reue, Sinnesänderung
Was ist der Mensch nach diesem Text?
vor allem Teil einer Gemeinschaft oder Schöpfung
Wohin geht die Geschichte?
es wird schlechter, eine Ordnung geht zu Ende (erschlossen)
Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
auf eigenes Erleben, Zeugnis, Begegnung
Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
jedem Menschen, ohne Ansehen des Glaubens
Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
auf andere, die Gesellschaft, andere Gruppen

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nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition

Wozu der Text aufruft

Genannte Stellen

Bibel (allgemein)

Gemessen

Grundhaltung
1 von -2 bis 2
Eindringlichkeit
2 von 3
Reichweite
4 von 5
Konkretheit
2 von 3
Abgrenzung
1 von 3, benannt: Personen, die nach totaler Kontrolle und Überlegenheit streben (z.B. Elon Musk, Peter Thiel, Donald Trump)
Zeitbezug
früher 1, jetzt 3, künftig 1

Ausgewertet mit qwen/qwen3.8-27b, Fassung v3. Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.

Wortlaut anzeigen
Zitronengelb ist er. Der lange, zarte, feine Schal, der sich um ihren Nacken legt, wie ein umgedrehtes U, eine offene Kette. Ich glaube, was du glaubst, geht mich da auch irgendwie noch so ein bisschen auf so eine Suche oder vielleicht auch irgendwie so ein Weg. Riccada lang ist sich nicht sicher, ob Gott existiert oder nicht, weil es keine Beweise dafür keine Beweise dagegen gibt. Ich glaube, ich hätte mich in den letzten Jahren wahrscheinlich immer am ehesten als Agnostikerin bezeichnet. Denn es ist manches Leid, dass sie nicht verstehen, nicht nachvollziehen kann, auf das sie keine Antwort hat, dass sie Zweifeln infrage stellen lässt, mit dem Glauben zurückhält. Wenn ich zum Beispiel auf bestimmte Kinderkrankheiten schaue, wenn ein Zeugling nur eine Woche zu leben hat, gerade kleine Kinder, Zeuglinge, die an Krankheiten sterben, wo ich denke, und wie kann ein liebender Gott so was zulassen? Oder ist es ein strafender Gott? Diese Frage stellt sie sich. Diesen Gedanken hat sie. Und er macht ihr Angst, große Angst. Sie spielt mit dem Ende ihres Schals, streift ihn durch ihre Hand, wickelt ihn um einen Finger. Dass natürlich auch was geben könnte, was eine Höhe, eine Gottheit ist, nicht in erstes, nebenbei im Herzen, oder liebend ist. Persönlich finde ich es ein ganz schrecklichen Gedanken. Das finde ich auch deutlich schlimmer, als wenn es nichts gibt, zu denken, dass es etwas gibt, was uns aber nicht liebend begegnet. Eigentlich will ich mir, wenn nur einen liebenden Gott vorstellen. Als Agnostikerin lebt sie dieses dazwischen. Doch manchmal, da würde sie sich eine Entscheidung wünschen. Atheistin zu sein, Gläubig zu sein. Da beneidet, freut sie sich für ihre Großmutter, dass sie ihren Glauben hatte. Würde sich wünschen, selbst diesen Glauben zu haben. Ich glaube, ich wünsche nach Klarheit gibt es auf jeden Fall. Und klar ist es auch das Aushalten von Nichtwissen. Und das fällt mir unglaublich schwer. Aber ich glaube, das ist auch eine Übung, in der wir vielleicht manchmal besser werden müssen. Amivalenz auszuhalten, Widersprüchlichkeit auszuhalten, Lücken auszuhalten. Denn sie widerstreben ihr, diese Menschen, die den Wunsch haben, allmächtig, allwissen zu sein. Die sich anderen Menschen überlegen fühlen. In Intelligenz, Reichtum, Technik. Menschen wie Elon Musk, Peter Thiel, Donald Trump. Der wie Gott werden kann, der alles wissen kann. Das ist eine zutiefst antidemokratische Vorstellung. Der eine Mensch, der sich über alle anderen Menschen erhebt. Also eine zutiefst zerstörerische Vorstellung. Riccada Lang ist davon überzeugt, dass die Menschen etwas brauchen, woran sie glauben können. Sie umschließt, umgreift die Enden ihres Schals mit den Händen. Hält ihn, hält sich daran fest. Ich glaube, dass viele Menschen gerade auf der Suche sind, nach irgendwas, was ihnen Orientierung gibt. Das kann Politik sein, das kann Glaubes sein. Aber wir brauchen diese Orientierung, die größer ist als selbst. Schokoladen brauen sie, ihre langen Haare, die in großen Wellen über ihre Schultern fallen. Lineal gerade der Pony, abgeschnitten über den Augenbrauen. Energetisch wirkt Riccada Lang, aufgewägt, engagiert, passioniert. Da, wo wir nur auf uns selbst zurückgeworfen sind, drehten wir in eine Art von Hyperindividualismus ein, wo es nur darum geht, wie ich selbst ein bisschen mehr vorankomme. Eigentlich verkümmern wir dabei aber emotional und auch intellektuell. Weil es im Leben mehr gibt, um mehr geht als Geld, Konsum, Statussymbole. Da ist sie sich sicher, davon ist sie überzeugt. Schnell antwortet sie, ohne lange zu überlegen, prompt, direkt, ausführlich, wortgewandt. Aber wir sind nicht nur materialistische Wesen, sondern wir sind denkende Wesen, wir sind fühlende Wesen. Und ich glaube, da, wo wir uns nur auf uns selbst zurückwerfen, da machen wir uns eigentlich kleiner, als wir sind. Da schneiden wir uns ein Teil von uns ab. Das ist eine sehr schmerzhafte Erfahrung. In Berührung, in Verbindung, in Kontakt mit dem Glauben brachten sie ihre Großeltern. Ihre Großmutter war sehr gläubig, ihr Großvater Pfarrer. Als er im Sterben lag, Glas Riccada ihm vor. Aus der Bibel, weil er es sich so sehr wünschte. Langsam brüchig. Denn sechs Jahre, was sie damals alt ging in die erste Klasse, lernte gerade lesen. Wir hatten nie wirklich die Zeit, miteinander tiefgreifend darüber zu sprechen. Anders mit ihrer Großmutter, mit der sie in einem Haus wohnte. Aufwuchs, viel Zeit verbrachte. Über den Glaubensprach, als sie im Sterben lag. Ich fand es immer faszinierend für mich, dass sie mit so einer Ruhe in diesen Tod gegangen ist. Ich war da immer und dachte, du musst Angst haben. Du weißt gar nicht, was passiert. Ich glaube, für sie war es ihr Glaube, der in dem Moment Ruhe gegeben hat. Der Tod. Riccada lang hat Angst vor ihm. Weil es sie traurig macht, dass Menschen sterben müssen. Weil es oft verbunden ist mit Schmerz, mit Leid. Wenig Dinge machen den Menschen gerade. Da beziehe ich mich mit einen so viel Angst wie Kontrollverlusten. Das ist der ultimative Kontrollverlust. Riccada lang konfrontiert sich mit diesem Thema, spricht offen darüber, ohne Scheu direkt. Das loslassen können. Das ist für mich auch so, was ich am Glaube, am Faszinierensten finde, dass es so eine Demut ist. Ich wünsche mir, dass die Demut, dass wir die viel mehr leben. Dass wir Demut eine andere Rolle in unserer Gesellschaft spielt. Wenn sie erzählt, scheint es, als würde sie sich viele Gedanken machen über die Menschen, die Gesellschaft, diese Zeit. Ich glaube, wir haben uns so verloren in einem Wunsch nach alles kontrollieren können. Wir haben uns ja sehr angewöhnt als Menschen, ich würde sagen in sehr individualistischen Zeiten, dass wir immer alles selbst beherrschen müssen, dass wir alles kontrollieren müssen, dass wir immer die volle Handlungsfähigkeit haben müssen. Das ist so synonym mittlerweile von uns mit Stärke. Der Gegenpol, der Kontrapunkt. Die eigene Bedingtheit, die eigene Abhängigkeit, die Tatsache, dass man selbst teilt, was größerem ist, so anzuerkennen und darin nicht Angst, um Kontrollverlust oder Schwäche zu erkennen, sondern darin Ruhe und Stärke zu finden. Ich würde mir wünschen, dass wir in dem Aushalten können, der Bedingtheit durch andere, durch Natur und vielleicht auch durch Glaube, dass wir das als Stärke begreifen können und nicht als Schwäche. Es klagt, dass sich die Menschen abregeln, abgrenzen, von all den Dingen, von denen sie in Abhängigkeit stehen, die sie nicht kontrollieren können, die Natur, Naturkatastrophen, dass sie sie wegschieben, abwehren. Man könnte es fast als so eine entfremdete Gesellschaft beschreiben, also dieser Wunsch, nie in Abhängigkeitsverhältnissen zu irgendwas zu stehen. Wieder in der Natur, noch mit anderen Menschen und eben in gewisser Weise auch mit einer Spiritualität, einem größeren Wesen, einem Gott, der eigentlich alles zusammenhängt. Und ich suche gerade sehr individuell für mich in letzter Zeit sehr Wege, aus dieser Entfremdung herauszukommen. Sie verbringt wieder mehr Zeit in der Natur, wie damals, als sie noch ein Kind war. Dreimal in der Woche zum Reiten ging, zu den Pferden, auf die Schwäbische Alb, als die Natur Teil ihres Erlebens ihrer Welt war. Denn sie ist verschwunden aus ihrem Leben, vertrocknet, verkümmert, als sie zum Studieren in die Stadt zog, nach Heidelberg, Berlin. Da habe ich aber gemerkt, dass mir eigentlich so eine ganze Erlebnisswelt irgendwie auch fehlt. Auch was, was an so ein bisschen erdelt, was an so Ruhe bringt. Und die Momente versuche ich mir jetzt wieder ganz bewusst zu schaffen. Die Natur. Sie war lange Zeit etwas Rationales für Riccadalang, etwas Logisches. Eine Gleichung, eine Formel. Zu viel CO2, gleich weniger Sicherheit, Wohlstand, soziale Gerechtigkeit. Aber diesen Selbstwert der Natur habe ich dabei sehr wenig gesehen. Und den erkenne ich je älter, ich werde immer mehr. Und da würde ich schon sagen, dass das auch eine Form von ... Spiritualität tatsächlich ist. Dabei tut sie sich lange Zeit schwer mit diesem Begriff der Spiritualität. Aber es ist ja was Tietiefgreifendes und viel Umfassenderes. Also auch da wiederum, das Erkennen, dass es Dinge gibt, die größer sind als wir selbst, dass es Kräfte aus uns selbst gibt. Ihr Bezug zum Glauben, er verändert sich ständig. Sie durchlebt verschiedene unterschiedliche Phasen. Als Teenagerin rebelliert sie gegen den Glauben, lehnt ihn ab. Sie lacht, erdbeerot ist der Lippenstift, der von ihren Lippen strahlt. Was ja auch irgendwie relativ normal ist, dass Teenagern ein bisschen gegen das rebellieren, was sie zu Hause vorgelebt bekommen. Dann eine etwas identitäre, artheistische Phase, wo ich mich immer mit meinem Religionslehre gestritten habe. Meine große Mutter ist sehr viel über das Thema. In den letzten Jahren ist er ihr wichtiger geworden, hat eine stärkere Rolle eingenommen, ist in den Vordergrund gerückt, der Glaube. Weil es viele Umbrüche gab in ihrem Leben. Sie denkt kurz darüber nach, was sich verändern würde, welchen Einfluss es hätte, wenn es in der Zukunft den wissenschaftlichen Beweis gäbe, dass es einen Gott gibt. Wahrscheinlich nicht ganz alltäglich, aber spirituell schon. Ich würde eher zu denen gehören, diesem schönen Gedanken für eine Wendelssohware. Der Zitronengelbe Schal, der sich um ihre Nacken legt, wie eine offene Kette. Vielleicht ist sie ein Symbol für den Bezug, den Riccada lang zum Glauben hat. Vielleicht wird sie sich schließen irgendwann. Vielleicht bleibt sie offen für immer.