omnist.world

English

Katholisch · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen

"Was glaubst du?" mit Reporter, Moderator, Autor und Produzent Willi Weitzel

Bistum Würzburg · Was glaubst du? (Radio Bistum Würzburg) · 2026-08-27 · Würzburg · Quelle

Hoffnung · Hauptbotschaft Fürsorge · tragend Wissen · tragend

Persönlicher Glaube ist eine stabile, schützende innere Struktur, die durch intellektuelle Aufklärung gereinigt wird und dem Menschen in Momenten der Hilflosigkeit und des Scheiterns emotionale Sicherheit und bedingungslose Liebe bietet.

Man kann nie tiefer fallen als in die Hände Gottes. Ich find das bis heute ein ganz wichtiges Wort, das mich auch ermutigt, wenn ich jetzt irgendwelche Neun Dinge wage, wo man ja immer auch scheitern kann, was passiert im schlimmsten Fall? Dann fällst du vielleicht in dieser Hände, aber es wird nicht schlimmer.

Der Text beschreibt die persönliche Glaubensentwicklung von Willi Weitzel, der sein Bild von Gott als schützendes Zelt versteht. In der Kindheit diente dieser Glaube als emotionaler Schutz, der durch das Studium der Theologie kritisch hinterfragt und gereinigt wurde. Weitzel betont die Trennung von institutioneller Kirche und persönlichem Glauben, wobei letzterer als Quelle von Freiheit und Entlastung von Schuldgefühlen fungiert. Er bezieht sich auf die Weitergabe dieses Glaubens an seine drei Kinder, die er als bedingungslos geliebt und nie bestraft von Gott beschreibt. Die Schönheit der Natur wird als Spiegel Gottes gesehen, was seine staunende Haltung gegenüber der Welt unterstreicht. Der Text verweist auf die Notwendigkeit von Gott für das eigene Glück und die Bewältigung von Hilflosigkeit, insbesondere im Elternsein. Abschließend wird der Glaube als tragende Kraft in Momenten des Scheiterns dargestellt, basierend auf dem Vertrauen, in die Hände Gottes zu fallen.

Weltbild

was das heißt
Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
Sünde, persönliches Versagen, Schuld vor Gott
Wo sitzt das Übel?
im Herzen, im Willen, in der Seele des Einzelnen
Was hilft dagegen?
Zuwendung Gottes, Erlösung, die nicht verdient wird; Einsicht, Lernen, Aufklärung, richtige Erkenntnis
Was ist der Mensch nach diesem Text?
vor allem als Angenommener und Beschenkter beschrieben
Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
auf eigenes Erleben, Zeugnis, Begegnung
Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
jedem Menschen, ohne Ansehen des Glaubens
Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
auf die eigene Gemeinschaft und sich selbst

Verwandte Texte aus anderen Traditionen

nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition

Wozu der Text aufruft

Gemessen

Grundhaltung
2 von -2 bis 2
Eindringlichkeit
2 von 3
Reichweite
1 von 5
Konkretheit
3 von 3
Abgrenzung
0 von 3
Zeitbezug
früher 2, jetzt 3, künftig 1

Ausgewertet mit qwen/qwen3.8-27b, Fassung v3. Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.

Wortlaut anzeigen
Vielleicht ist es tiefrot, dunkelrot, aus dünnem glattem Stoff, gehalten getragen von leichten Metallstangen. Es umhüllt, umschließt ihn, das Zelt, das Willi Weitzel mit seinen Händen formt. Weil ich mich mit diesem Zelt sehr wohl fühlte, so ein kleines Einmannzelt, was so übereim ist, was einen auch von unten schützt. Dieses Zelt, es ist sein Bild von Gott, das er damals malt bei einem Seminar in der Schule. Ich kann mich dann noch ziemlich gut an so Nächte im Sommer in meiner Jugend, in meinem Kinderzimmer erinnern, wenn es zu warm war, um unter der Decke zu schlafen. Aber wenn man die Decke weg nimmt, fühlt man sich so schutzlos. Und dann habe ich mit dieser Sohn, ah ja, der ist da, der ist jetzt da, der beschützt die, du brauchst die Decke nicht, man konnte viel besser dann schlafen. Und dann habe ich das so geübt und mich beschützt gefühlt. So fühlt er sich an für ihn, sein Glaube, ganz tief im Inneren. Dieses Gefühl, es ist ihm geblieben. Er hatte sich bewahrt, es begleitet ihn bis heute. Doch immer wieder schleichen sich dunkle Gestalten in dieses Zelt. Ein schlechtes Gewissen, Schuldgefühle, die seinen Glauben belasten, betrücken. Also wie viele Leute laufen mit schlechten Gewissen rum, weil sie denken, sie müssten irgendeine Erwartung erfüllen, die es ja gar nicht gibt von Gott her. In seiner Jugend rebelliert sein Inneres gegen dieses Bild, stämt sich dagegen. Weil es nicht sein Bild ist von Gott. Er beginnt daran zu zweifeln, es zu hinterfragen, versucht sich davon zu lösen, zu befreien. Wenn man Gott übersetzt als Liebe, die uns umhüllt, die uns auch auffängt, der ist einfach so groß und hat so eine Liebe, die wir uns gar nicht menschlich vorstellen können. Wenn Willi Weitzl erzählt, scheint es, als wäre da keine Mauer, keine Fassade, die ihn schützt. Als würde er sich innerlich öffnen, persönliches, vertrauensvolles Erzählen, sich nahbar machen. Er studiert vier Semester Theologie. Es hilft ihm, er braucht es für sich als Aufklärung. Um sich intensiv damit auseinanderzusetzen, was Glaube ist, um sich von seinem Kinderglauben zu lösen, den er lange mit sich trägt. Das war einfach richtig befreiend, einfach mehr zu verstehen, überglauben, wo kann ich auch unterscheiden zwischen Gott und der Kirche. Und das hat mich frei gemacht und entspannter gemacht mit meinem Glauben. Dieser andere Art zu Glauben, möchte er sein drei Kindern vermitteln nahebringen. Das hat er sich zur Aufgabe gemacht, das hat er sich vorgenommen. Dass sie immer wissen, egal was du für ein Blödsinn anstellst, der liebe Gott, der ist immer für dich da, der wird dich nie bestrafen. Auch die Wurzeln seines Glaubens liegen in seiner Kindheit. Es sind seine Eltern, die ihn an der Hand mitschleppen hineinziehen in die Kirche. Es ist er selbst, der später im Hoppstrahlauf hineinspringt, hineinhüpft. Es sind die immer gleichen Rituale, der Duft nach Herbem, Würzig im Weihrauch. Es ist diese Stimmung, diese Atmosphäre. All das prägt ihn, verbindet ihn bis heute mit seinem Glauben. Wenn ich heute in die Kirche gehe, dann ist es so ein Andocken an das, was ich als Kind erlebt habe. Da kann ich mich erden, da komme ich zu mir, da komme ich zu meinen Wurzeln. Wenn Willi Weitzl strahlt, strahlt er ganz. Mit den Augen, um die sich kleine Lachfältchen kräuseln, die übergehen in die lächelnden Grübchen auf seinen Wangen. Es ist ein Strahlen, das von innen kommt, das nach außen strömt, das ihn ganz umgibt. Wir hatten nur ein Biolärer, der auch Reliläerer war, der hat einfach gesagt, schaut euch das an, schaut euch diese Bäume an. Schaut auch über den Tellerrand, versteht ihr, was das ist? Das ist hier alles Schöpfung. Und so ein bisschen romantisch nach Gültel. Aber trotzdem fand ich das für mich schön, dass sich so Gott in der Schönheit der Welt widerspiegelt. Hellwach ist sein Blick, aufmerksam, aufgeweckt, offen, klar. Als würde er die Welt mit den Augen eines Kindes sehen, entdecken. Mit Augen, die staunen, die neugierig sind, interessiert, gespannt. Ich staune gerne. Und ich finde auch, dass Staunen erst mal so eine Offenheit ist, die ich habe, die ich mir vielleicht aus meiner Kindheit bewahrt habe. Und doch hat er neun Jahre die Sendung Willi-Wilz-Wissen moderiert, will nichts hinnehmen, genau Bescheid wissen, die Dinge, die Welt verstehen. Zweifelten, die ja total menschlich sind, die ja aufkommen müssen, was den Glauben betrifft. Doch ein Leben ohne Gott, das kann das Willer sich nicht vorstellen. Er braucht, er will Gott in seinem Leben. Ich habe gemerkt, so atheistisch durch die Welt zu gehen, das macht mich nicht glücklich. Da fehlt mir einfach eine Dimension. Und wenn ich jetzt nicht wüsste, dass es die theoretische Möglichkeit gäbe, dass es einen Gott geben könnte, ich würde ihn wahrscheinlich tatsächlich erfinden. Da ist es wieder. Dieses innere Kind, das sich Willi Weitzl bewahrt hat, das aufblitzt, aufleuchtet. In den Momenten, wenn das Leben oft die Welt kommt, wenn deine Kinder geboren werden, dann fühlt man sich so hilflos, wie die sich entwickeln. Man möchte am liebsten immer beschützen, was nicht geht. Man älteste Tochter ist jetzt 18. Wenn sie sich ins Auto setzt mit ihrem Führerschein und wegfährt, dann kann es sagen, lieber Gott, beschütze die einfach. Das ist für mich einfach wohltuend, dass ich da diesen Glauben hab. Denn in diesen Momenten weiß er, dass da dieses tiefrote, dunkelrote Zelt ist, in das er schlüpfen kann. Dass ihn behütet, beschützt, ihn beschirmt mit seinem Dach, ihn trägt, aufhängt, hält mit seinem Boden. Man kann nie tiefer fallen als in die Hände Gottes. Ich find das bis heute ein ganz wichtiges Wort, das mich auch ermutigt, wenn ich jetzt irgendwelche Neun Dinge wage, wo man ja immer auch scheitern kann, was passiert im schlimmsten Fall? Dann fällst du vielleicht in dieser Hände, aber es wird nicht schlimmer.