Die Vorbereitung auf das neue Jahr durch das Schofar-Blasen und die Auslegung des Wochenabschnitts Ki Tawo dient als spirituelle Übung, um im Dialog und durch das bewusste Loslassen und Festhalten eine innere Erneuerung und Gemeinschaft zu finden.
Der Text führt in den jüdischen Monat Elul und die Vorbereitung auf die Hohen Feiertage ein, wobei der Fokus auf dem Schofar-Blasen liegt. Der Sprecher erklärt die verschiedenen Töne (Tekia, Schofarim, Terua) und deren symbolische Bedeutung für das Loslassen und Festhalten im neuen Jahr. Es wird die Geschichte des Schofars und die Praxis im Elul erläutert, einschließlich der aktuellen Einschränkungen durch die Pandemie. Der Wochenabschnitt Ki Tawo wird als zeitliche Metapher für das Neue Jahr interpretiert. Der Text betont die Heiligkeit des Dialogs und der gemeinsamen Interpretation, wobei die göttliche Gegenwart im Streit über Gott gesehen wird. Es wird ein Aufruf zur inneren Erneuerung und zum bewussten Zuhören formuliert. Die Verbindung zwischen dem räumlichen 'Kommen ins Land' und dem zeitlichen 'Kommen ins neue Jahr' wird als Kernmotiv herausgearbeitet.
5. Mose 26,1
Ausgewertet mit qwen/qwen3.8-27b, Fassung v3.
Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.
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... Grüß Daimen, herzlich willkommen. Schön, dass du da bist und auch unsere Zuschauerinnen und Zuschauer natürlich. Wir sind mitten im Monat Elul und das heißt, wir sind in der Vorbereitungszeit auf die Hohen Feiertage, die furchtbaren Tage, das werden wir noch mal erklären, wenn wir etwas näher dran sind, was das bedeutet. Also, wir gehen dann mit Neujahr und... ...furcht Samen Tage. Furcht Samen. Es ist im Deutschen sehr schwer zu übersetzen. Ja, wir werden heute auch über Übersetzungen sprechen. Ja. Okay. Gut. Aber warum ich das sage, Monat Elul, diese Vorbereitung wird auch schon jeden Tag nicht nur sichtbar, sondern vor allen Dingen hörbar, denn es wird morgens das Schofar geblasen. Ich habe ja in Jerusalem studiert und da war tatsächlich auch, waren die Schofarien zu hören. Und das war sehr, sehr bewegend, wie dieser Ton überhaupt bewegend ist. Wir werden den gleich hören. Andy Steinman ist nämlich ein ausgebildeter Schofarbläser. Also jetzt allerdings eine Einschränkung. Wir haben ja gleich Schabbat. Am Schabbat wird Schofar nicht geblasen, aber sonst jeden Werktag. Und dazu erzählst du uns ein bisschen mehr und lässt uns auch hören, Andy. Ja, gerne. Ich habe dafür zwei mitgebracht. Was ist ein Schofar? Müssten wir vielleicht erst mal für die, die es gar nicht wissen. Das ist das wieder auch. Ja, gerne. Das ist also da müssen wir wieder über Übersetzungen sprechen, weil da haben wir ein großes Problem. Sehr oft wird es als Posaune übersetzt. Also das ist keine Posaune. Das sind die Posaunen von Jericho. Das kennt jeder. Ja, da fangen wir mit einem Witz an. In welcher Tonlage wurde vor Jericho in den Schofar geblasen? In welcher Tonlage wird das wohl gewesen sein? Nu? Nur, das war de Mol. Warum de Mol? Hinterher war alles demoliert. Ah ja, das ist überzeugend. Ja, genau. Ja und es waren wie gesagt keine Posaunen. Damals gab es keine Posaunen. Es waren eben solche. Ja, ein Schofar begegnet uns zum ersten Mal natürlich bei der Geschichte von Abraham, der sein Sohn nicht opfert. Das ist eine sehr, sehr schöne Geschichte. Und die wird auch tatsächlich zu Roscherschanal gelesen. Und zwar an beiden Tagen, weil wir fangen den ersten Teil an, am ersten Tag von Roscherschanal und den zweiten Teil lesen wir dann am darauf folgenden Tag. Roscherschanal ist ein zweitägiges Fest und ist auch bekannt als Jom Terroa. Jom Terroa ist also Terroa, ist eine der Töne, die wir hören beim Schofarblasen. Da gibt es Teki-A, Terroa, und dann gibt es dazwischen Schwarim. Und in der Synagoge muss das auch immer angesagt werden vorher. So habe ich es mal gehört. Ja, natürlich. Das ist das Gesunderschöne. Das heißt also, das sind die Befehlsgaben sozusagen. In einer großen Synagoge gibt der Rabiner diese Befehle an. Dann sagt er Teki-A und dann wird Teki-A geblasen. Das hört sich ungefähr so an. Teki-A, das ist ein Teki-A. Dann kommt Schwarim. Und Schwarim ist schon, also es sollte genauso lange sein wie Teki-A, aber zweimal unterbrochen gibt also drei Töne, die ungefähr so lauten. Das wäre Schwarim. Man kann das nicht übersetzen. Was heißt Schwarim? Schwarim heißt Schwarim. Und dann gibt es Terroa. Und Terroa hört sich dann so an, dass die einzelnen Töne, die bei Schwarim unterbrochen wurden, noch mal unterbrochen werden. Das heißt, wir haben jetzt hier ein Stakato von insgesamt mindestens neun Tönen. Also wir haben einen langen, dann haben wir einen Schwarim, sind dann unterbrochen, drei und jetzt haben wir neun. Also es ist schon ein bisschen Mathematik dabei. Also erst mal durch drei geteilt und dann noch einmal durch drei geteilt. Und dieses Stakato, dieses Terroa hört sich dann so an. Der Letzte ist ein bisschen länger geworden, aber gut, am Ende geht man dann halt hoch. Und dann gibt es am Ende, wenn ein guter Schofarbläser da ist, dann heißt es Tikiya Ghadolah. Und das ist ein lang gestreckter Ton. Dafür nehme ich gerne noch ein zweites hier in... Also es ist keine Schlange, ne? Das ist eine afrikanische Version. Was ich hier hatte und zuerst benutzt habe, ist aus Israel. Das ist ein Horn von einem Widder. Dieses Widderhorn übrigens hat historischen Wert. Dieses Widderhorn ist das Widderhorn, das als erstes auf der arabischen Halbinsel geblasen wurde. Im Rahmen des Goldkrieges damals habe ich dabei gehabt und habe das auch einem Kollegen, das war der inzwischen verstorbene Rabbi Romer. Und der hat als erster drauf geblasen. Also ein Militärabiner, aber das ist... Er hat es sein vergessen. Ich habe mich hinterher gereist mit einem Schofar. Und dann waren wir die Ersten, die auf der arabischen Halbinsel seit vielleicht 1000 Jahren... Na, ich muss mich alleine jetzt korrigieren. Jemen gehört selbstverständlich mit dem arabischen Halbinsel. Und die Juden im Jemen haben selbstverständlich auch geblasen. Aber im mittleren Teil, also war das nicht zu hören, gewesen vielleicht 1000 Jahre lang. Also hier ein historisches Teil. Und was ich hier habe, ist, da möchte ich versuchen, den Ton zu treffen für Tiki Agdullah. Meine Trägen kannst du mir dann den Befehl dazu geben. Und dann hören wir sozusagen ein... Das ist eine Antilope. Und ich sage dazu immer, das ist das Horn von Afrika. Und das hat mir ein etiopischer Jude geschenkt, als ich auch in Israel studiert habe. Da haben wir wieder was Gemeinsames. Und das hat mir geschenkt und sagte, ja, wir Juden in Äthiopien, wir haben immer das Horn einer Antilope genommen. Hauptsache, es ist ein koscheres Tier. Wurde entsprechend auch koscher zubereitet. Und da kann man eben auch ein... Hier werden wir hören, es ist ein ganz anderer Ton. Dann sagst du mir... Du hast einen hohen Spielberg gemacht. Oder? Es wird ausgelten, naja, dann nehme ich lieber den kurzen. Der wird hier... Na ja, ist das schwer, jetzt die in die Kamera zu... Der wird ausgehöhlt. Ausgehöhlt, dann haben wir so ein Horn. In Deutschland früher hat man die sogar noch unter Feuer gehalten und flach gepresst. Warum weiß ich nicht? Das war so Uusus. Und in Israel macht man das nicht. Und deswegen ist mein Horn hier ein bisschen so, also geschwungen. Und da wird dann hier das Knorpel drin und so, das wird alles entfernt. Und da hat man ein sehr, sehr einfaches Instrument, ein sehr primitives Instrument. Und ein Ton daraus zu locken ist entsprechend eine Frage der Übung. Du hast vorhin gesagt, dein ausgebildeter Schoferbläser, vielen Dank. Das ist nur eine Frage der Übung. Ich mache das seit meinem 22. Lebensjahr, so inzwischen schon 40 Jahre. Es wäre peinlich, wenn man das jetzt nicht gelingen würde. Aber es braucht sehr viel Übung, um überhaupt so ein Horn einen Ton daraus zu bringen. Ja, da gibt es auch verschiedene Tricks. Ich habe da auch schon andere gesehen, die haben zum Beispiel am Abend vor, Roschischana dieses Horn in Essig eingelegt, weil die gemeint haben, dadurch wird, das ist ja Knöffenmaterial im Prinzip. Und dadurch wird das etwas Geschmeidiger und es vibriert dann besser. Ich habe es mal ausprobiert. Der Gestank war unerträglich, also schon allein deswegen mache ich das nicht mehr. Dieses Jahr müssen wir leider sehr aufpassen. Es darf nicht in geschlossenen Räumen geblasen werden. Ich bin hier bei mir zu Hause, ist das ja okay. Aber in einem öffentlichen Raum ist das eigentlich sehr, sehr schwierig. Ich weiß hier in Frankfurt, bei der großen Synagoge, wird Schofar geblasen innerhalb eines Plexiglas-Gavics. Und die haben mehrere, die Gemeinde hat mehrere Termine angeboten. Damit nicht alle auf einmal kommen. Und es ist eine Mitzwa an Roschischana, ein Schofar zu hören. Und überhören wollen wir auch nachher im Wochenabschnitt etwas sprechen. Denn hören, zuhören, schmar, da gibt es also einiges zu besprechen. Das Interessante ist auch, dass sehr viele jüdische Philosophen sich ausgelassen haben und Rabino selbstverständlich über den Klang des Schofar. Wir haben ja vorhin gesehen, es gibt den Langen, den Tequilla, dann gibt es Schwarim und dann gibt es dann der Roa. Und diese drei verschiedene Töne, also was Rambam geschrieben hat, ist, es ist ein Gebet ohne Worte. Wir werden auch nachher im Wochenabschnitt etwas auch dazu finden. Es ist also schön getaktet auch mit den Wochenabschnitten, dass wir jetzt im Elul gerade Kitavo lesen. Also wenn du kommst, nämlich in das Land. Und jetzt, wenn du kommst in ein neues Land und wenn du kommst jetzt in ein neues Jahr. Also wir sind jetzt in der Zeit der Erneuerung. Und deswegen ist es ganz sinnvoll, dass wir darüber uns auch unterhalten über Veränderungen. Es gibt diesen langgestreckten Ton, wo der Rambam, Rabi Moshe Ben-Maimon, Rambam Maimonides, darauf hingewiesen hat, das sind Sachen, die wir festhalten. Sachen, die unverändert sind im neuen Jahr. Es ist ein neues Jahr, aber es gibt bestimmte Konstanten. Wir müssen suchen, wo sind die Konstanten? Und dann haben wir, ich überspringe, Schwarim und Gegegleich zu Teroa. Teroa ist unterbrochen, es gibt bestimmte Sachen, die müssen wir loslassen. Deswegen dieses Abgehackte. Und dann gibt es irgendwas dazwischen, die Grautöne, die bestimmten Kompromisse, die wir auch schließen müssen. Und jeder hört da was anderes heraus. Eigentlich geht es durch Mag und Bein. Es ist auch Mag und Bein und soll durch Mag und Bein gehen. Jeder hört da was anderes und der Rambam sagt deswegen, es ist ein Gebet ohne Worte. Und es ist ganz interessant, dass wir das dann auch... Also jeder hört dasselbe und doch hört jeder was anderes. Wie bei der Tora. Genau, ganz genau, richtig. Und es heißt ja auch, jede Tora ist heilig. Das heißt also auch jede Interpretation. Und so müssen wir miteinander auch irgendwie suchen. Es gibt keine absolute Wahrheit, keine Wahrheit, das genauso war wie meine. Und im Gespräch miteinander, so wie jetzt, im Dialog haben wir dann auch etwas Heiliges. Das habe ich gehört, gibt es auch im Christentum. Also die Mischner sagt, wenn es weiß ich über Gott streiten, dann ist die Schrinat, die göttliche Gegenwart zwischen ihnen. Und was diese Spannung ausmacht, ist, kann vielleicht auch eben so ein Gebet sein. Es kann alles mögliche sein. Es kann auch eine Auseinandersetzung sein, eine Interpretation. Du interpretierst das so, ich interpretiere das anders. Und dann suchen wir dann eben gemeinsam nach einer Synthese. Das heißt, du hast eine These, ich habe eine Antithese, vielleicht haben wir zusammen eine Synthese. Und da ist dann die Schrinat immer dabei. Ich habe gehört, im Christentum sieht man das irgendwie ähnlich. Also da gibt es irgendwie einen Spruch dazu. Und wir hören jetzt also, ich muss dann hier... Der Roa Gedolà. Ja, sagst du ruhig nochmal. Der Roa Gedolà. Das war der Klang Afrikas. Da braucht man mehr Gelunge zum Vergleich. Hiermit kann ich bestimmt viel länger. Aber gut, ich weiß nicht, ob wir so viel Sendezeit haben. Die Zuhörer sind bestimmt auch gespannt auf den Wochenabschnitt. Kitavo. Genau. Kitavo. Und wer mitlesen will, fünfte Buchmose, Kapitel 26, Vers 1, geht es los. Genau. Und das hören wir auch von dir in der Heiligen Sprache. In der Heiligen Sprache. Da haben wir schon ein gewisses Muster. Immer wenn wir zusammenkommen, dann hören wir auch immer diesen Eingangsspruch. Und das hört sich dann so an. Ve haia ki tavo el haarets asher adonai aloha hachanotten lechá nachalá reir shatá v'yá sháftabá. Wenn du in das Land kommst, dass der ewige Dein Gott dir zum Erdbesitz gibt und du es in Besitz nimmst und darin wohnst. So. Und dann habe ich darauf hingewiesen, das ist nicht nur eine Angelegenheit, die das Räumliche betrifft, sondern wo wir jetzt in der zeitlichen Vorbereitung sind, auf das neue Jahr können wir das auch auf das zeitliche ausweiten. Das heißt auch, das neue Jahr ist ein Jahr, in dem wir wohnen werden, leben werden. Was erwarten wir vom neuen Jahr? Ist es ein Jahr von Theroa? Ist es, wo wir also ein gutes Beispiel für Theroa, für Loslasten ist? Man muss auch manchmal die Kinder loslassen. Ja, man würde sie gerne festhalten, aber man muss sie auch mal loslassen können, wenn sie ein bestimmtes Alter erreichen. Wenn sie noch nicht bereit sind, dann ist das vielleicht Schwarem. Und wenn sie ganz klein sind, dann ist das auf jeden Fall ein Tecchia. Das wäre vielleicht mal ein Beispiel für Tecchia, Schwarem, Theroa. Ich wollte gerne hinweisen auf ein Satz im Kapitel 27. Und zwar Kapitel 27 Satz 9. Mose und die Priester aus dem Stammelevi sprachen zu ganz Israel, sei still und höre Israel. Am heutigen Tage bist du zu dem Volke des Ewigen, deines Gottes geworden. Was hat mich da so, was ist mir da so ins Herz gesprungen? Sei still und höre. Da habe ich gedacht, das ist doch fast wie jetzt in dieser Pandemie. Ich wohne hier in der Einflugschneise zum Frankfurter Flughafen. Wir sprechen jetzt miteinander schon einige Minuten und ich gucke hier zum Fenster raus. Ich sehe gerade ein Vogel. Das ist ja was Tolles. Ich sehe aber kein Flugzeug. Früher, in normalen Zeiten, wenn man hier gesessen hat, da hat man laufen die Teile gehört, man hat sie immer gesehen, ohne Übertreibung, drei, vier Stück auf einmal zu weilen. Einen ganz hinten, einen etwas vorne, einen oben, einen unten. Irgendwie muss man diese ganzen Flieger bewerkstelligen, die auf diesen Flughafen nach Frankfurt kommen. Ich sage immer wieder, Frankfurt am Main ist ein Flughafen mit einem kleinen Dorf angegliedert. Es ist ein Riesenflughafen. Man fragt sich, wie kommt dann so eine Stadt wie Frankfurt zu so einem Riesenflughafen? In jedem Fall ist dann jetzt während der Pandemie auf einmal keinen Flieger mehr zu sehen gewesen. Ich sage das ganz wertneutral, die waren einfach nicht da. Man hörte die Vögel, es gab auch weniger Verkehr. Und ich denke, auch in Erfurt gab es weniger Verkehr und überall. Und auf einmal hörte man wieder ein bisschen Natur. Und das haben wir dann hier in diesem wunderschönen Satz. Sei still und höre. In der Übersetzung, die ich hier habe, ich muss immer wieder gucken, wer ist das denn? Das ist ein gewisser Bamberger, glaube ich. Bleichrode, Entschuldigung, die Haftarott sind hier von Bamberger. Bleichrode und Wohlgemut. In einer ausgabe, hier eine jüdischen Ausgabe, die haben sogar ein Komma gesetzt zwischen höre und Israel. Ist also ein anderes höre Israel, als das, was wir gewöhnlich kennen. Aus dem Buch Deutronomium. Und jetzt wäre eine interessante Gelegenheit, auch über die Bezeichnung dieses Buches zu verlieren. Weil das Buch Deutronomium heißt auf Hebräisch Dvarim. Dvarim ist plural für Dvar. Dvar ist ein Wort, was Wort bedeutet, aber nicht nur Wort, sondern auch Sache, Handlung, Tat, Gottsprach und es wurde. Das heißt, es wurde etwas, Dvar. Mit dem Wort fängt es an, nicht? Und das heißt, am Anfang war das Wort, da haben wir es doch. Es ist aber nicht nur ein Wort, es ist auch eine Handlung. Und das Gegenteil von Sprechen ist ja Hören. Wir haben auf Hebräisch das Wort Schmarr. Auf Deutsch haben wir Hören und Zuhören, das ist interessant. Der Unterschied zwischen Hören und Zuhören, glaube ich, ist die Fokussierung. Ich höre ja alles. Also ich höre auch die Geräusche, die ich hier hinaus filtere. In meiner täglichen seelsorgerischen Arbeit habe ich auch viel mit alten Leuten zu tun. Bin ja Altenheimseelsorger. Und oft geht es einfach nur um ganz einfache Sachen, wie zum Beispiel, da kommt jemand und sagt, ich höre schlecht. Es heißt ja höre Israel, aber ich höre schlecht. Wie soll ich da hier also diese Mitzwelle erfüllen? Da sag ich ja, Hörgerät. Und dann heißt es am Anfang, wenn man ein Hörgerät bekommt, das ist so schwierig für mich, heißt es da, ich höre alles. Ich will aber nicht alles hören. Wir lernen immer seit Kindesbeinen an, alles, was wir hören, entsprechend zu filtern. Genauso wie wir alles sehen. Wir können uns auf etwas fokussieren. Und durch dieses Filtern lernen wir dann Nebengeräusche automatisch irgendwie. Das sind ganz natürliche Vorgänge, über die wir uns nicht bewusst sind. Es sei denn, wir brauchen ein Hörgerät, dann muss man ganz neu wieder zu hören lernen und diese Nebengeräusche auszusondieren. Das heißt, man will zuhören und das, was man hört, eventuell rausfiltern. Das ist der Unterschied zwischen hören und zuhören. Wir haben aber auf Hebräisch schmar und das heißt eigentlich beides und kann nur über den Kontext dann entsprechend aufgedröselt werden. Deswegen werde ich die Ausnahme machen hier und nochmal ein Satz vorlesen. Und zwar das ist wert. Endi, das wird in anderen Übersetzungen auch nochmal vielleicht deutlicher. Ja. Über übersetzt den Vers Merkel. Merkel höre Israel oder evangelische Lute. Also, ich habe eine Überversetzung. Merkel auf und höre. Also, im Grunde, ja, fokussiere dich. Aufmerksam. Aufmerksam, ja. Bei uns hat es etwas sehr Negatives im Deutschen. Wenn ich dir sage, hör mir mal zu. Genau, hör zu. Aber im Hebräischen, im modernen Hebräisch ist das viel üblicher. Das kannst du auf dem Markt überall hören. Tischmar. Tischmar. Meine Tomaten sind besser als die nebenan. Genau. Es ist ja schon fast ein bisschen komisch an sogar. Hebräisch hat auch eine gewisse eingebauten Komik. Jedisch noch mehr, aber dazu vielleicht einen anderen Tag. Das ist Buba und ich habe hier noch jemand hier vorbereitet. Also müsste man so übersetzen. Eigentlich fokussiere dich. Richtig, fokussiere mal. Richtig, ja. Und was heißt es hier? Ja, interessant. Bei Tuziger heißt es auch Merk auf. Also sei aufmerksam. Interessant ist, wenn wir auf Hebräisch sagen würde, sei aufmerksam, dann sagen wir Simlev. Gebe einen Herz. Simlev, ja. Wenn man jemand sieht, der über die Straßen gehen will und da hat nicht geguckt, Simlev. Also pass auf. Und das alles ist ganz interessant von der Sprache her. Weil hier geht es ja, bei der Sprache, beim Zuhören haben wir sehr viele Bibelstellen. Übrigens, die darauf hinweisen, dass wir eigentlich mehr über die Sprache aufnehmen und über das Zuhören als über das Sehen. Denken wir etwa zum Beispiel an diese Situation, wo der Jitzrak den Sohn segnet, den Falsch, also er segnet ja nicht den Esoph und er sagt, es ist ... pardon, er sagt, es ist die Stimme ... aber es ist die Hand des anderen. Er lässt sich täuschen. Weil die anderen Sinne ja auch dabei sind, vergessen wir ja nicht, er bringt ihn was zu essen und er bringt ihn was zum Riechen und so weiter. Es sind alle Sinne, sind also dabei nur die Augenlicht nicht, weil der Mann da schon alt war und konnte nicht mehr richtig sehen. Und da sehen wir also, was die Sinne betrifft, da haben wir einige Bibelstellen wo wir sehen also welche Rolle, große Rolle das Zuhören spielt. Und da heißt es wie gesagt, 27 fers 9 ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... Ich habe jetzt ein bisschen Urlaub gehabt und wie das so üblich ist im Urlaub. Da nimmt man was zu lesen mit und da hat mir jemand empfohlen, nimm doch mal mit die Theorie der Kommunikation von Jürgen Habermas. Jetzt benutze ich einen unkurscheren Begriff, dass es so einschinken. Und da ist mir aufgefallen, an einer Stelle spricht Habermas tatsächlich, von der Fähigkeit still zu sein und zuzuhören. Er nennt das, das muss ich sagen, ist natürlich Habermas. Die Inferiorität des menschlichen Bewusstseins und der menschlichen Kommunikation an sich. Na gut, da verstehe das wer will, das ist Habermas, das habe ich zuerst nicht verstanden. Und dann lese ich die Bibel und auf einmal öffnet sich mehr Habermas. Also das ist auch eine ganz interessante Sache. Die Bibel als Hilfe zu einem komplizierten, nicht immer verständlichen Philosophen. Jetzt kann ich sagen, ich habe Habermas gelesen und verstanden. Das ist schon eine tolle Sache. Das erinnert mich auch an einen anderen Witz über Reim Weitzmann und Albert Einstein. Reim Weitzmann war der erste Staatspräsident von Israel, aber er hat gemeint, der erste sollte ein wirklich bekannter und beliebter Mann sein. Ein kluger Einstein, aber es war sehr schwer den Einstein zu erreichen. Reim Weitzmann hat dann den Rat bekommen, du kannst mit Einstein sprechen, auf der Überfahrt nach Amerika. Da hat man ihnen eine Überfahrt gebucht auf demselben Schiff. Da war man auf dem Schiff, da gab es kein Internet, w