Allgemeine Rabbinerkonferenz
Der Aaronitische Priestersegen ist auch ohne theologisches Wissen und ohne strenge Religiosität ein zugängliches, tröstendes und gemeinschaftsstiftendes Ritual, das Frieden und göttlichen Schutz in den Alltag bringt.
Auch die Melodie des Priestersegens, des Kiddusch oder des Kol Nidre sind Gottesdienst, selbst wenn man die Worte nicht versteht oder gar nicht kennt
Der Text erklärt den Aaronitischen Priestersegen (Birkat Kohanim) aus dem 4. Buch Mose als ältesten überlieferten biblischen Segensspruch und seine liturgische Praxis im jüdischen Gottesdienst. Anhand einer Anekdote eines Rabbiners wird gezeigt, wie der Segen einem depressiven, arbeitsüberlasteten Geschäftsmann als schlichtes, alltagstaugliches religiöses Erlebnis zugänglich wird. Die drei Segenszeilen werden mit Kommentaren von Raschi, Ibn Esra und Sforno ausgelegt: Wachstum positiver Eigenschaften, göttliche Erleuchtung und Frieden. Der Frieden wird als umfassend beschrieben und ausdrücklich auch auf Nichtjuden ausgeweitet. Der Text betont, dass bereits das Summen der Melodie ohne Worte als Gottesdienst und Verbindung zur Tradition der Söhne Aarons gilt. Der Gegenwartsbezug liegt in der Entlastung von religiöser Überforderung und der Einladung zu einem minimalen, aber verbindenden Ritual im Familienalltag.
Weltbild
was das heißt- Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
- Leere, Orientierungslosigkeit, Verzweiflung
- Wo sitzt das Übel?
- im Herzen, im Willen, in der Seele des Einzelnen
- Was hilft dagegen?
- Gebet, Gottesdienst, Meditation, wiederholte Übung; Zusammenhalt, gegenseitige Hilfe, Zugehörigkeit
- Was ist der Mensch nach diesem Text?
- vor allem als Angenommener und Beschenkter beschrieben
- Wohin geht die Geschichte?
- die Botschaft steht außerhalb der Geschichte
- Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
- auf die heilige Schrift der eigenen Tradition; auf Tradition, Väter, gewachsene Praxis
- Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
- jedem Menschen, ohne Ansehen des Glaubens
- Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
- der Text kritisiert nicht
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Wozu der Text aufruft
- den Priestersegen summen (rituell)
- die Augen schließen und sich in den Stuhl lehnen (innerlich)
- die Hand über die Kinder legen (zwischenmenschlich)
Genannte Stellen
4. Mose 6,24-26 · Jesaja 57,19
Gemessen
- Grundhaltung
- 1 von -2 bis 2
- Eindringlichkeit
- 2 von 3
- Reichweite
- 2 von 5
- Konkretheit
- 3 von 3
- Abgrenzung
- 1 von 3
- Zeitbezug
- früher 2, jetzt 3, künftig 1