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Liberal · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen

Allgemeine Rabbinerkonferenz

ohne Namen · Allgemeine Rabbinerkonferenz – Paraschat HaSchawua · 2026-09-10 · Berlin · Quelle

Gemeinschaft · Hauptbotschaft Hoffnung · tragend

Feste und Gedenktage – ob biblisch oder modern – dienen dem Zusammenhalt des jüdischen Volkes, indem sie gemeinsame Erinnerung und Feier schaffen und das Volk zu einem Ganzen zusammenfügen.

Genauso ist die Entstehung der neuen Feier- und Gedenktage, für die das jüdische Volk einen sehr hohen Preis zahlen musste, ein Versuch, Israel zu einen, es zu einem Ganzen zusammenzufügen, indem man gemeinsam gedenkt und gemeinsam feiert

Der Text erklärt den Wochenabschnitt Emor, der vor allem die Pflichten und Reinheitsvorschriften der Kohanim, der Tempelpriester, behandelt. Er verweist darauf, dass die biblischen Feste eng mit dem Tempelkult verbunden waren und zugleich als gemeinsamer Nenner des jüdischen Volkes dienten, da die Menschen zur Pilgerfahrt nach Jerusalem verpflichtet waren. Heute haben Gebete die Opfer ersetzt und es gibt keine Tempelpilgerfahrten mehr. Der Text stellt drei moderne Gedenktage vor – Jom HaSchoa, Jom HaSikaron und Jom HaAzmaut –, die weder im Tanach noch in der rabbinischen Literatur erwähnt werden, sondern von Menschen erschaffen wurden. Diese Tage verbinden das Gedenken an die Opfer der Schoa, die Erinnerung an die gefallenen Soldaten Israels und die Feier der Staatsgründung. Der Autor zieht eine Parallele zwischen den biblischen Festen, die eine Gruppe ehemaliger Sklaven zu einem Volk einten, und den neuen Gedenktagen, die das jüdische Volk weltweit zusammenführen sollen. Die zentrale Botschaft ist, dass Feste und Gedenktage den Zusammenhalt des Volkes fördern und es zu einem Ganzen zusammenfügen.

Weltbild

was das heißt
Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
Feindschaft, Hass, Zerfall der Gemeinschaft
Wo sitzt das Übel?
in der eigenen Gemeinde, Familie, Religion
Was hilft dagegen?
Zusammenhalt, gegenseitige Hilfe, Zugehörigkeit; Gebet, Gottesdienst, Meditation, wiederholte Übung
Was ist der Mensch nach diesem Text?
vor allem Teil einer Gemeinschaft oder Schöpfung
Wohin geht die Geschichte?
Wiederkehr, kein Ziel, immer dasselbe Muster
Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
auf die heilige Schrift der eigenen Tradition; auf Tradition, Väter, gewachsene Praxis
Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
den eigenen Glaubensgeschwistern
Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
der Text kritisiert nicht

Verwandte Texte aus anderen Traditionen

nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition

Wozu der Text aufruft

Genannte Stellen

Lev 21–23

Gemessen

Grundhaltung
1 von -2 bis 2
Eindringlichkeit
2 von 3
Reichweite
5 von 5
Konkretheit
2 von 3
Abgrenzung
1 von 3
Zeitbezug
früher 3, jetzt 2, künftig 1

Ausgewertet mit qwen3.8-27b, Fassung v3. Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.

Wortlaut anzeigen
EMOR Gemeinsam stark Feste und Feiertage einen das Volk und fördern den Zusammenhalt Auslegung von Rabbiner Konstantin Pal Der Wochenabschnitt Emor beschäftigt sich vor allem mit den Kohanim, den Priestern im Tempel. Er legt ihre zeitlichen und kultischen Aufgaben fest und beschreibt detailliert, was ein Priester zu tun und zu lassen hat, damit er für seine heilige Funktion rein bleibt. Es scheint eine sehr schwierige Aufgabe gewesen zu sein, all die Vorschriften zu befolgen, die die Priester vom Rest des Volkes unterschieden und ihren besonderen Status hervorhoben. Bis zur Zerstörung des Zweiten Tempels erfüllten die Priester eine wichtige Funktion beim Darbringen von Opfern. Durch sie erreichte der einfache Mensch den Ewigen. In manchen Richtungen des Judentums spielt die priesterliche oder levitische Abstammung eines Menschen heute keine Rolle mehr. Doch in traditionell ausgerichteten Strömungen haben die Nachfahren der Priester nach wie vor eine besondere Stellung. So sind heute noch die Reinheitsgebote, Teile des Familienrechts und die Funktion der Kohanim in liturgischen Handlungen an die alten Traditionen gebunden. Priestergesetze Es erscheint folgerichtig, dass im zweiten Teil unseres Wochenabschnitts, nachdem die Priestergesetze genannt worden sind, die biblische Erzählung mit dem Aufzählen der Feste beginnt. Bekanntermaßen waren die Feiertage damals fest mit dem Tempelkult verbunden. Die Feste hatten aber auch eine weitere, sehr wichtige Funktion: Sie waren der gemeinsame Nenner des jüdischen Volkes, denn die Menschen hatten die Pflicht, zu den Festen zum Tempel nach Jerusalem zu pilgern und dort gemeinsam die Feiertage zu begehen. Durch die historischen Umstände pilgern wir heute nicht mehr nach Jerusalem, um die Gnade Gottes durch Tempelopfer zu suchen. An die Stelle der Opfer sind Gebete getreten. In den vergangenen zwei Wochen haben wir drei Feiertage begangen, die weder im Tanach noch in der rabbinischen Literatur erwähnt werden: Jom Haschoa, Jom Hasikaron und Jom Haazmaut. Das sind die neuen »heiligen Tage« unseres Kalenders. Anders als die meisten anderen Feiertage hat sie der Ewige dem jüdischen Volk nicht in der Wüste gegeben. Dementsprechend haben wir auch keine Vorgaben, wie viele Stiere geopfert werden sollen und welche Menge Wein über dem Altar vergossen wird. Gedenktage Es sind von Menschen erschaffene Feiertage. Manchen Observanten bereitet es Probleme, dass dem jüdischen Kalender neue Feiertage hinzugefügt wurden und dass dazu auch »kultische Handlungen« entwickelt und durchgeführt werden. Aber diese neuen Feiertage haben eine sehr große Bedeutung für das jüdische Volk. Im Gegensatz zu den Festen der Bibel, die immer einen religiösen Bezug haben, sind die neuen Feier- und Gedenktage für das gesamte jüdische Volk gemacht. Es sind Tage, die sowohl sehr religiöse als auch absolut säkulare Juden betreffen. Alle drei Tage stehen in enger Verbindung zueinander. Das Gedenken an die Opfer der Schoa, die Erinnerung an die gefallenen Töchter und Söhne des jüdischen Staates und die Feier der Unabhängigkeit Israels stehen in unmittelbarem Zusammenhang. Auf der einen Seite steht die größte und schlimmste Katastrophe in der jüdischen Geschichte und auf der anderen Seite die Erfüllung der göttlichen Prophezeiung: die Rückkehr in das versprochene Land und die Gründung eines unabhängigen jüdischen Staates. Zwei Gegensätze, die miteinander zusammenhängen und so typisch für das Schicksal unseres Volkes sind. Wie oft in unserer leidvollen Geschichte standen wir kurz vor dem Ende und wurden dann erlöst. Dazwischen liegt der Tag des Gedenkens an die Menschen, die im Kampf für den Staat Israel fielen, die ihr Leben dafür gaben, dass das jüdische Volk weiter existieren kann. Der Zusammenhang zwischen dem, was im Wochenabschnitt beschrieben wurde, und der heutigen Zeit ist für mich eine Wiederholung. Damals in der Wüste war es wichtig, der Gruppe ehemaliger Sklaven einen Zusammenhalt zu geben: Feste, die sie gemeinsam begehen konnten und die sie zu einem Volk einten. Genauso ist die Entstehung der neuen Feier- und Gedenktage, für die das jüdische Volk einen sehr hohen Preis zahlen musste, ein Versuch, Israel zu einen, es zu einem Ganzen zusammenzufügen, indem man gemeinsam gedenkt und gemeinsam feiert: Tage, die alle Juden weltweit an unser Schicksal und unsere Geschichte erinnern und uns zusammenführen. Wiederverwendung mit freundlicher Genehmigung der Jüdischen Allgemeinen. Der Artikel ist dort am 25.04.2013 erschienen. 08.05.2026 Artikelarchiv >> Rabbiner & Rabbinerinnen Strömungen Positionen Bet Din Publikationen Links Impressum Home © Allgemeine Rabbinerkonferenz