ACHAREI MOT - KEDOSCHIM
Heiligkeit ist kein automatischer Status durch Geburt oder Konversion, sondern wird erst durch aufrichtiges Handeln im Sinne der Tora und reuige Umkehr erreicht; Gott erkennt den wahren Wert des Menschen trotz seiner Sünden und ermöglicht dessen Reinigung.
Sowenig es eine Erbsünde gibt – die Seele, die Gott uns eingehaucht hat, ist rein –, sowenig gibt es eine automatische Heiligkeit. Man kann sich ihr nur durch wirkliche Guttaten (Mizwot) und reuige Umkehr annähern.
Der Text verbindet die Wochenabschnitte Acharej Mot und Kedoschim und fragt, wie Heiligkeit und Reinigung zusammenhängen. Anhand einer Anekdote des Rabbiners Zalman Schachter-Schalomi wird gezeigt, dass der wahre Wert eines Menschen nicht durch äußere Beschädigung verloren geht, weil Gott ihn wie eine Zentralbank den von ihr ausgegebenen Schein erkennt und bei Reue reinigt. Die Erwählung Israels wird nicht als privilegierter Status verstanden, sondern als Auftrag, Gebote von ganzem Herzen zu erfüllen und für Übertretungen reuig zu sein. Wer koscher lebt, aber andere verletzt, erfüllt die Mizwot nicht wirklich. Heiligkeit ist keine Erbschaft, sondern ein Weg, den man durch Guttaten und reuige Umkehr beschreitet. Der Text richtet sich an die jüdische Gemeinde und betont, dass erst das Handeln im Sinne der Tora den Weg zur Heiligkeit eröffnet.
Weltbild
was das heißt- Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
- Sünde, persönliches Versagen, Schuld vor Gott
- Wo sitzt das Übel?
- im Herzen, im Willen, in der Seele des Einzelnen
- Was hilft dagegen?
- innere Wandlung, Reue, Sinnesänderung; Zuwendung Gottes, Erlösung, die nicht verdient wird
- Was ist der Mensch nach diesem Text?
- von Gott gewollt, mit Aufgabe und Verantwortung
- Wohin geht die Geschichte?
- die Botschaft steht außerhalb der Geschichte
- Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
- auf die heilige Schrift der eigenen Tradition; auf Tradition, Väter, gewachsene Praxis
- Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
- den eigenen Glaubensgeschwistern
- Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
- auf die eigene Gemeinschaft und sich selbst
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Wozu der Text aufruft
- Mizwot von ganzem Herzen und mit ganzer Seele erfüllen (innerlich)
- Für Übertretungen, die andere betreffen, reuig sein (zwischenmenschlich)
- Im Sinn der Tora und der jüdischen Tradition handeln (rituell)
Genannte Stellen
3. Buch Moses 16,6 · 3. Buch Moses 19,2
Gemessen
- Grundhaltung
- 1 von -2 bis 2
- Eindringlichkeit
- 2 von 3
- Reichweite
- 3 von 5
- Konkretheit
- 2 von 3
- Abgrenzung
- 1 von 3
- Zeitbezug
- früher 2, jetzt 2, künftig 1