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Orthodox · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen

Hirtenbrief zum Beginn der heiligen großen vierzigtägigen österlichen Fastenzeit

ohne Namen · Griechisch-Orthodoxe Metropolie von Deutschland · 2026-02-18 · Bonn · Quelle

Umkehr · Hauptbotschaft Gemeinschaft · tragend Hoffnung · tragend

Christliche Askese und Fasten sind keine Verneinung des Lebens, sondern eine befreiende, schöpferische und freudvolle Hinwendung zu Gott und zum Mitmenschen.

Die Askese als Befreiung vom Haben und Verhaftetsein an Besitz — und vor allem als Befreiung vom Ich, vom „Suchen des Eigenen", vom „Besitz unseres Seins" — ist Quelle und Ausdruck wahrer Freiheit.

Der Text widerspricht der modernen Auffassung, christliche Askese sei eine Verneinung der Lebensfreude und Kreativität. Er definiert Askese als Befreiung vom Besitz und vom Ich, die wahre Freiheit und schöpferische Kraft freisetzt. Fasten wird als ganzheitliche Lebenshaltung und gemeinsame Übung der Kirche vorgestellt, nicht als individuelles Ringen. Die Umkehr wird als existenzielle Hinwendung zur Wahrheit und zur göttlichen Gnade beschrieben. Die Große Fastenzeit wird als „geistlicher Frühling“ und „Zeit der Freude und des Lichtes“ gedeutet. Der Text verweist auf die frühchristliche Taufe als Vorbild und auf das „Ethos der Umkehr“. Er bezieht sich auf eine gegenwärtige anthropologische Verwirrung und kulturelle Entfremdung, der die Fastenzeit besondere Aktualität verleiht.

Weltbild

was das heißt
Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
Festhalten, Begehren, Nicht-loslassen-Können; Leere, Orientierungslosigkeit, Verzweiflung
Wo sitzt das Übel?
im Herzen, im Willen, in der Seele des Einzelnen
Was hilft dagegen?
innere Wandlung, Reue, Sinnesänderung; Genügsamkeit, Fasten, freiwilliges Opfer, Loslassen
Was ist der Mensch nach diesem Text?
in Täuschung oder Begehren verfangen, aber befreibar
Wohin geht die Geschichte?
eine Wende, ein Kommen, eine neue Ordnung steht bevor
Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
auf Tradition, Väter, gewachsene Praxis; auf Argument, Logik, Wissenschaft
Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
den eigenen Glaubensgeschwistern
Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
auf andere, die Gesellschaft, andere Gruppen

Verwandte Texte aus anderen Traditionen

nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition

Wozu der Text aufruft

Gemessen

Grundhaltung
1 von -2 bis 2
Eindringlichkeit
2 von 3
Reichweite
3 von 5
Konkretheit
1 von 3
Abgrenzung
1 von 3, benannt: moderne Denker
Zeitbezug
früher 2, jetzt 2, künftig 1

Ausgewertet mit qwen3.8-27b, Fassung v3. Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.

Wortlaut anzeigen
Unglücklicherweise und zu Unrecht wurde die christliche Askese von modernen Denkern als Verneinung der Lebensfreude und als Einschränkung menschlicher Kreativität bezeichnet. Nichts ist unwahrer als das! Die Askese als Befreiung vom Haben und Verhaftetsein an Besitz — und vor allem als Befreiung vom Ich, vom „Suchen des Eigenen", vom „Besitz unseres Seins" — ist Quelle und Ausdruck wahrer Freiheit. Was ist wahrer als der Auszug aus dem Gefängnis des „individuellen Rechts" und die Offenheit und Liebe zum Mitmenschen, als die innere „positive Wandlung" und die Beständigkeit in der Erfüllung der Gebote Gottes? Was ist schöpferischer als das Fasten, wenn es eine ganzheitliche Lebenshaltung ist und den asketischen und eucharistischen Geist der Kirche ausdrückt, wenn es eine „gemeinsame Übung" und kein individuelles Ringen ist? Was ist existentiell umwälzender als die Umkehr, die innere Wandlung als lebensentscheidende Hinwendung zur Wahrheit, als die erneute Entdeckung der Kraft der göttlichen Gnade, der Tiefe des Lebens in Christus und der Hoffnung auf ewiges Leben? Bemerkenswert ist die Tatsache, dass, als der frühchristliche Charakter der Heiligen und Großen Fastenzeit als Vorbereitungszeit auf die heilige Taufe in der Auferstehungsliturgie durch das „Ethos der Umkehr" ersetzt wurde, ihr Erleben als „zweite Taufe" bestehen blieb. Deshalb ist die Zeit des Fastens und der Umkehr nicht düster. Unsere Hymnographie spricht vom „Frühling des Fastens", und die Theologie nennt die Große Fastenzeit „geistlichen Frühling" und „Zeit der Freude und des Lichtes". All dies erhält besondere Aktualität und Bedeutung angesichts der gegenwärtigen anthropologischen Verwirrung und der neuen, kulturell bedingten Entfremdungen.