Katholisch · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen
Vorstellung der beiden Preisträger 2021 Dr. Rudolf Voderholzer, Bischof von Regensburg Vatikan, 13.11.2021
ohne Namen ·
Bistum Regensburg – Predigten des Bischofs ·
2021-11-13
· Regensburg
· Quelle
Wissen · Hauptbotschaft
Wahrhaftigkeit · tragend
Die Verbindung von Glaube und Vernunft sowie die Synthese aus historischer Exegese und traditioneller Schriftauslegung sind zentrale theologische und philosophische Anliegen, die in der Arbeit der beiden Preisträger zum Ausdruck kommen.
Frau Professor Gerl-Falkovitz ist eine Zeugin für die gegenseitige Verwiesenheit von „Fides et ratio“. Glaube ohne Vernunft (und das heißt ohne Philosophie) wird fanatisch; Vernunft ohne Glaube wird letztlich blind.
Der Text stellt die beiden Preisträger des Jahres 2021 der Fondazione Ratzinger vor: Professorin Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz und Professor Ludger Schwienhorst-Schönberger. Er skizziert deren biographische und akademische Werdegänge, ihre Lehrtätigkeiten und ausgewählte Veröffentlichungen. Gerl-Falkovitz wird als Philosophin mit Schwerpunkt Religionsphilosophie und Kulturanthropologie vorgestellt, die sich besonders um die Werke Edith Steins und Romano Guardinis verdient gemacht hat. Schwienhorst-Schönberger wird als Bibelwissenschaftler für das Alte Testament beschrieben, der eine Synthese aus historischer Exegese und traditioneller Schriftauslegung vertritt. Der Text betont die Verbindung von Glaube und Vernunft als zentrales Anliegen des Preises. Er würdigt die Arbeit beider Preisträger als Beitrag zur theologischen und philosophischen Reflexion in der Gegenwart.
- Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
-
Leere, Orientierungslosigkeit, Verzweiflung
- Wo sitzt das Übel?
-
in der Epoche selbst, im Zustand des Zeitalters
- Was hilft dagegen?
-
Einsicht, Lernen, Aufklärung, richtige Erkenntnis; Zusammenhalt, gegenseitige Hilfe, Zugehörigkeit
- Was ist der Mensch nach diesem Text?
-
von Gott gewollt, mit Aufgabe und Verantwortung
- Wohin geht die Geschichte?
-
die Botschaft steht außerhalb der Geschichte
- Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
-
auf Tradition, Väter, gewachsene Praxis; auf Argument, Logik, Wissenschaft
- Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
-
jedem Menschen, ohne Ansehen des Glaubens
- Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
-
der Text kritisiert nicht
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Genannte Stellen
Jos 6 · Ex 20,22–23,33 · Koh 2,24
Gemessen
- Grundhaltung
- 1 von -2 bis 2
- Eindringlichkeit
- 2 von 3
- Reichweite
- 4 von 5
- Konkretheit
- 2 von 3
- Abgrenzung
- 1 von 3
- Zeitbezug
- früher 2, jetzt 2, künftig 1
Ausgewertet mit qwen3.8-27b, Fassung v3.
Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.
Wortlaut anzeigen
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Vorstellung der beiden Preisträger 2021 Dr. Rudolf Voderholzer, Bischof von Regensburg Vatikan, 13.11.2021
Heiliger Vater, Eminenzen, Exzellenzen, verehrte Preisträgerinnen und Preisträger, sehr geehrte Damen und Herren Ich freue mich, Ihnen die beiden Preisträger des Jahres 2021 vorstellen zu dürfen.
Mit Frau Professor Dr. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz ehrt die Fondazione Ratzinger eine Philosophin mit einem gewissen Schwerpunkt auf Religionsphilosophie und Kulturanthropologie. Man kann es auch an Namen festmachen, um deren Werk sie sich besonders verdient gemacht hat: Edith Stein - die heilige Sr. Benedicta a Cruce, und der Religionsphilosoph Romano Guardini. Mit diesen beiden großen Gestalten verbindet sie die Methode der Phänomenologie, des genauen Hinschauens und Beschreibens.
Frau Professor Gerl-Falkovitz ist 1945 in der kleinen Ortschaft Oberwappenöst in der nördlichen Oberpfalz (Bistum Regensburg!) geboren. Nach Studien in München und Heidelberg folgte 1971 in München die Promotion in Philosophie mit einer Dissertation über den Renaissance-Philosophen Lorenzo Valla. Von 1975 bis 1984 war sie Studienleiterin auf Burg Rothenfels, jener Bildungsstätte, die auch mit dem Wirken Romano Guardinis eng verknüpft ist. 1979 wurde sie habilitiert. Die Habilitationschrift trägt den Titel Leonardo Brunis Übertragung der Nikomachischen Ethik.
Von 1993 bis 2011 war Frau Professor Gerl-Falkovitz Inhaberin des Lehrstuhls für Religionsphilosophie und vergleichende Religionswissenschaft an der Technischen Universität Dresden. Nach
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ihrer Emeritierung ist sie weiterhin unermüdlich tätig als Autorin und Referentin, nicht zuletzt auch bei Priesterkonferenzen und für Exerzitien.
In der Hochschule Papst Benedikt XVI. in Heiligenkreuz bei Wien leitet sie seit 2011 das Institut EUPHRat (die Abkürzung steht für „Europäisches Institut für Philosophie und Religion“).
Aus der Fülle ihrer Veröffentlichungen greife ich nur einige wenige heraus:
Romano Guardini 1885–1968. Leben und Werk. Matthias-Grünewald- Verlag, Mainz 1985. Erweitert ²1995 (Übersetzungen ins Italienische und Französische) Einführung in die Philosophie der Renaissance. Wissenschaftliche Buch- Gesellschaft, Darmstadt, 1989.
Unerbittliches Licht. Edith Stein – Philosophie, Mystik, Leben, Grünewald Verlag, Mainz, 1991. ²2015.
Verzeihung des Unverzeihlichen? Ausflüge in Landschaften der Schuld, der Reue und der Vergebung, Graz: Styria 2007. Erweitert: Dresden ²2013.
Frau – Männin – Menschin. Zwischen Feminismus und Gender, Kevelaer Butzon & Bercker 2009.
Maria. Der andere Anfang, Heiligenkreuz 2016.
Spielräume. Zwischen Natur, Kultur und Religion: der Mensch, Dresden 2020.
Hinzukommen etliche Ehrenämter und Berateraufgaben: So ist Frau Professor Gerl-Falkovitz seit 1992 Vorsitzende des Freundeskreises Mooshausen, sie hat die Herausgeber der Kritischen Gesamtausgabe der Werke von Edith Stein beim Verlag Herder in Freiburg wissenschaftlich beraten, und sie ist Mitherausgeberin der italienischen Gesamtausgabe der Werke Guardinis.
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Frau Prof. Gerl-Falkovitz sagt von sich, dass sie vor allem durch die Philosophie im Glauben gehalten und immer tiefer in ihn hineingeführt wurde. Ihre Erfahrungen als philosophische Wegbereiterin zum Credo in einem weitgehend atheistischen Kontext an der Technischen Universität Dresden in Ostdeutschland bringt sie immer wieder außerordentlich fruchtbringend ein in die Diskurse im Westen, wo die Säkularisierung ebenfalls voranschreitet. Mit ihren Forschungen zur Geschlechteranthropologie und ihr Gespräch mit etlichen großen Frauengestalten schenkt sie uns ein wertvolles Gegengewicht zur gnostischen Nivellierung der Polarität von Mann und Frau. Frau Professor Gerl-Falkovitz ist eine Zeugin für die gegenseitige Verwiesenheit von „Fides et ratio“. Glaube ohne Vernunft (und das heißt ohne Philosophie) wird fanatisch; Vernunft ohne Glaube wird letztlich blind. Sie vertritt damit eines der zentralen Anliegen des Namensträgers des Preises, der ihr heute mit vollem Recht verliehen wird.
Prof. Dr. Ludger Schwienhorst-Schönberger ist Bibelwissenschaftler.
1957 in Lüdinghausen in Nordrhein-Westfalen geboren, studierte er Theologie in Münster und Jerusalem. Nach der Promotion 1989 und der Habilitation 1992 wurde er im Jahr 1993 Professor für alttestamentliche Exegese und Hebräische Sprache in Passau. 2007 erhielt er den Ruf auf den Lehrstuhl für Alttestamentliche Bibelwissenschaft an der Katholisch- Theologischen Fakultät der Universität Wien.
Aus den Buchveröffentlichungen greife ich heraus:
Die Eroberung Jerichos. Exegetische Untersuchungen zu Josua 6, Stuttgart 1986.
Das Bundesbuch Ex 20,22 – 23,33, Berlin / New York 1989 (Dissertation).
„Nicht im Menschen gründet das Glück“: (Koh 2,24); Kohelet im Spannungsfeld jüdischer Weisheit und hellenistischer Philosophie; Herder Freiburg, 1994. (Habilitation)
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Studien zum Alten Testament und seiner Hermeneutik, Stuttgart 2005.
Ein Weg durch das Leid. Das Buch Ijob, 2007 Das Buch Kohelet, Freiburg ²2011 (Herders Theologischer Kommentar zum Alten Testament) Das Hohelied der Liebe, Freiburg 2015.
Ganz besonders freuen wir uns und wir sind sehr gespannt auf die zum Frühjahr 2022 angekündigte Theologie des Alten Testaments.
Prof. Schwienhorst-Schönberger zeigt in seinem Werk, dass die von der Offenbarungskonstitution „Dei Verbum“ Artikel 12 geforderte Synthese von historischer Exegese einerseits und traditioneller Schriftauslegung andererseits (Berücksichtigung der Einheit der Schrift, Analogia fidei etc.
nach dem Vorbild der Kirchenväter) kein schlechter Kompromiss gewesen ist, sondern der allein angemessene Umgang mit dem Zeugnis der Offenbarung, die im Fleisch gewordenen WORT Gottes zu ihrem Höhepunkt und Abschluss kommt. Ohne die Erkenntnisse der historischen Exegese geringzuachten, steht Prof. Schwienhorst- Schönberger doch für die „Rehabilitation des traditionellen Schriftverständnisses“, wie es in den Worten des heiligen Augustinus so trefflich formuliert ist: „Novum testamentum in vetere latet, vetus in novo patet.“ Es bedurfte dafür allerdings eines „Paradigmenwechsels in der modernen Bibelwissenschaft“, den Prof. Schwienhorst-Schönberger nicht nur selbst vollzogen, sondern auch klarsichtig beschrieben hat.
Und so ist es innerlich konsequent, dass Herr Prof. Schwienhorst- Schönberger nicht nur ein gelehrter Bibliker, sondern als Erforscher des „geistigen Sinnes“ auch ein gefragter geistlicher Lehrer und ein Führer zur Kontemplation ist. Er ist somit ein würdiger Träger des Premio Ratzinger, ist es doch eines der zentralen theologischen Anliegen Joseph Ratzingers / Papst Benedikts XVI., die Botschaft des Glaubens aus einer gesamtbiblischen Sicht heraus zu entwickeln.