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Humanistisch · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen

Islamisten und Rechtsextremisten gegen die moderne Welt: Ein aufklärerischer Band von Sebastian Schnelle

Armin Pfahl-Traughber · Humanistischer Pressedienst · 2026-08-31 · Quelle

Wissen · Hauptbotschaft Wahrhaftigkeit · tragend

Islamismus und Rechtsextremismus teilen trotz ideologischer Gegensätze ein gemeinsames Feindbild der politischen Moderne, das sich ideengeschichtlich an Krisenerfahrungen und erkenntnistheoretischen Grundlagen ausrichten lässt.

Auch wenn es einen ideologischen Gegensatz von Islamisten und Rechtsextremisten gibt, so eint sie doch die gemeinsame Frontstellung gegen die politische Moderne.

Der Text ist eine Rezension des Buches 'Gemeinsam gegen die moderne Welt' von Sebastian Schnelle. Der Rezensent Armin Pfahl-Traughber stellt dar, dass das Buch ideengeschichtliche Gemeinsamkeiten zwischen Islamismus und Rechtsextremismus aufzeigt. Beide Strömungen werden als antimodern charakterisiert, da sie die politische Moderne in Form von parlamentarischer Demokratie, Liberalismus und Menschenrechten ablehnen. Der Autor des rezensierten Buches verweist auf Krisenerfahrungen als gemeinsamen Ursprung dieser Ideologien. Es werden verschiedene Denker und Akteure aus beiden Lagern vorgestellt, darunter Hasan al-Banna, Alain de Benoist, Carl Schmitt und Martin Sellner. Der Rezensent lobt den erzählenden Stil und die aufklärerische Wirkung des Buches. Er schlägt am Ende vor, dass ein weiterer Band zu ähnlichen Aversionen gegen die politische Moderne bei bestimmten Linken oder der US-Oligarchie sinnvoll wäre.

Weltbild

was das heißt
Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
Unwissenheit, Illusion, falsche Sicht der Wirklichkeit
Wo sitzt das Übel?
in Wirtschaft, Politik, gesellschaftlichen Strukturen
Was hilft dagegen?
Einsicht, Lernen, Aufklärung, richtige Erkenntnis
Was ist der Mensch nach diesem Text?
selbstbestimmt, Urheber seines Handelns (erschlossen)
Wohin geht die Geschichte?
es wird schlechter, eine Ordnung geht zu Ende
Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
auf Argument, Logik, Wissenschaft
Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
jedem Menschen, ohne Ansehen des Glaubens (erschlossen)
Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
auf andere, die Gesellschaft, andere Gruppen

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nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition

Gemessen

Grundhaltung
0 von -2 bis 2
Eindringlichkeit
1 von 3
Reichweite
4 von 5
Konkretheit
2 von 3
Abgrenzung
2 von 3, benannt: Islamisten und Rechtsextremisten als gemeinsame antimoderne Front
Zeitbezug
früher 2, jetzt 2, künftig 1

Ausgewertet mit qwen3.8-27b, Fassung v3. Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.

Wortlaut anzeigen
Politik Rezension Islamisten und Rechtsextremisten gegen die moderne Welt: Ein aufklärerischer Band von Sebastian Schnelle Auch wenn es einen ideologischen Gegensatz von Islamisten und Rechtsextremisten gibt, so eint sie doch die gemeinsame Frontstellung gegen die politische Moderne. Darauf macht anhand ideengeschichtlicher Beispiele eine Monografie von Sebastian Schnelle aufmerksam, mit leichter Hand geschrieben und mit aufklärerischer Wirkung. Armin Pfahl-Traughber 31.08.2026 Martin Sellner, einflussreicher identitärer Aktivist Martin MAGA via Wikimedia Commons CC BY-SA 4.0 Diskursive Angriffe auf die politische Moderne kommen von verschiedenen Seiten. Dabei bestehen diverse Ausgangspositionen, es gibt aber ein gemeinsames Feindbild. Dies gilt auch für Islamismus und Rechtsextremismus, ideengeschichtlich wie realpolitisch. Darauf macht das neue Buch des Philosophen und Podcasters Sebastian Schnelle aufmerksam: „Gemeinsam gegen die moderne Welt. Wie Rechtsradikalismus und religiöser Fundamentalismus die offene Gesellschaft bedrohen“. Entgegen dem Haupttitel unterstellt der Verfasser darin nicht, dass es eine aktive Kooperation der genannten politischen Strömungen gibt. Gleichwohl bestehen viele Gemeinsamkeiten, sei es bezogen auf deren Entwicklung, sei es hinsichtlich der Feindbilder. Dazu soll „ein wilder Ritt durch die Zeit und verschiedene Ausprägungen antimoderner Ideologien“ (S. 13) erfolgen. Und diese Ankündigung wird in der genannten Monografie von Schnelle anschaulich umgesetzt, wendet er sich doch diversen geistigen Bewegungen und politischen Denkern aus beiden genannten Kontexten zu. Am Beginn stehen kurze Erläuterungen darüber, was für die Analyse mit „politischer Moderne“ gemeint ist. Hierbei orientiert sich der Autor an der Erkenntnistheorie und der „offenen Gesellschaft“ von Karl R. Popper, konkret verankert in „parlamentarische[r] Demokratie, Liberalismus und Menschenrechte[n]“ (S. 119). Bereits vorab sei bezogen auf Schnelle betont, dass er keine falschen Idealisierungen vornimmt. Es geht ihm um die direkte und indirekte Ablehnung dieser Grundprinzipien in den behandelten politischen Ideologien. Dabei blickt der Autor auf die erkenntnistheoretische Basis, die den Antimodernismus in all seinen Facetten prägt, sei es bezogen auf politische, aber auch religiöse Quellen. Er betont treffend die Bedeutung von Krisenerfahrungen, welche zum Feindbild der Moderne führen würden. Und tatsächlich lässt sich für die Entwicklung meist ein ähnliches Muster konstatieren, entstanden doch die gemeinten Ideologien in derartigen Kontexten. Dies machen die Darstellungen in den folgenden Kapiteln deutlich, wobei ganz unterschiedliche Denker jeweils Thema sind. Bereits vor der Einleitung finden sich entsprechende Namen einer „Dramatis Personae“, wozu etwa gehören: Hasan al-Banna, der Gründer der Muslimbruderschaft , Alain de Benoist, der einflussreiche französische Neue Rechte, Helena Petrovna Blavatsky, die wirkmächtige Esoterikerin, Maximilian Krah, der führende AfD-Politiker, Armin Mohler, der eigentliche Begründer der deutschen Neuen Rechten, Sayyid Qutb, der bekannte islamistische Ideologe, Carl Schmitt, der einflussreiche Staatsrechtler, Martin Sellner, der bedeutende identitäre Aktivist, oder Oswald Spengler, der bekannte Geschichts- und Kulturphilosoph. Man würde Gemeinsamkeiten bei einigen der Genannten vermuten, aber nicht bezogen auf das Gesamtpaket dieser Personen. Das gemeinsame Feindbild der politischen Modere rechtfertigt aber dieses Sammelbild. Mit dem angekündigten „Ritt“ veranschaulicht dies Schnelle, der mit leichter Hand die entsprechenden Ideologen vorstellt. Er verweist bei einzelnen Fällen gar auf direkte Kooperationen, etwa die von Mohammed Amin al-Husseini mit den deutschen Nationalsozialisten. Außerdem geht der Autor bezogen auf die Neue Rechte darauf ein, dass dort keineswegs nur das Feindbild Islam dominiert. Es gibt auch anerkennende Kommentierungen und bündnispolitische Vorstellungen. All dies trägt Schnelle in einem erzählenden Stil vor, gelegentlich mit ironischen Kommentierungen, aber nie mit billiger Polemik. Er betont in der Einleitung zur Klarstellung, es werde kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. Man könnte an ihn aber einen weiteren Buchwunsch herantragen: Die gemeinten Aversionen gegen die politische Moderne gibt es auch unter bestimmten politisch Linken oder in der neuen US-Oligarchie, bei allen sonstigen Unterschieden. Ein gesonderter Band dazu würde sich aufklärerische Verdienste erwerben. Sebastian Schnelle, Gemeinsam gegen die moderne Welt. Wie Rechtsradikalismus und religiöser Fundamentalismus die offene Gesellschaft bedrohen , Aschaffenburg 2026, Alibri Verlag, 131 Seiten, 15 Euro Share news Armin Pfahl-Traughber Prof. Dr. Armin Pfahl-Traughber, Jg. 1963, ist hauptamtlich Lehrender an der Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung mit den Schwerpunkten "Politischer Extremismus" und "Politische Ideengeschichte". Außerdem gibt er seit 2008 ebendort das "Jahrbuch für Extremismus- und Terrorismusforschung" heraus.