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Humanistisch · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen

Diffamiert die Linkspartei evangelikale Christen?

Ralf Nestmeyer · Humanistischer Pressedienst · 2026-09-01 · Quelle

Wissen · Hauptbotschaft Wahrhaftigkeit · tragend Gerechtigkeit

Rachels Vorwurf, Die Linke diffamiere evangelikale Christen, beruht auf einer unzulässigen Gleichsetzung von Fundamentalismus mit der jeweiligen Religion und blendet drängendere politische Probleme aus.

Die Passage richtet sich ausdrücklich gegen religiösen Fundamentalismus, nicht gegen Christentum oder Evangelikale als solche. Eine Diffamierung des christlichen Glaubens oder gar eine Gleichsetzung evangelikaler Christen mit islamistischen Terroristen lässt sich daraus nicht ableiten.

Der Kommentar reagiert auf die Kritik von Thomas Rachel, die Partei Die Linke diffamiere evangelikale Christen, indem sie in ihrem Wahlprogramm christlich-evangelikalen Fundamentalismus mit jihadistischem Fundamentalismus gleichsetze. Der Autor hält diese Interpretation für fragwürdig, weil die Passage sich gegen religiösen Fundamentalismus richte, nicht gegen Christentum oder Evangelikale als solche. Er argumentiert, dass zwischen verschiedenen Formen religiösen Fundamentalismus unterschieden werden könne, ohne deren Inhalte oder Folgen als identisch zu behaupten. Der Autor wirft Rachel zudem vor, Pietismus und Aufklärung unzulässig gleichzusetzen und dabei historische Auseinandersetzungen auszublenden. Er kritisiert außerdem, dass Rachel die AfD und deren Positionen zur Schulpflicht und zu evangelikalen Milieus, die staatliche Schule ablehnen, nicht thematisiere. Der Text plädiert für eine differenziertere Betrachtung des Begriffs Fundamentalismus und für eine kritische Auseinandersetzung mit der AfD.

Weltbild

was das heißt
Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
Unwissenheit, Illusion, falsche Sicht der Wirklichkeit
Wo sitzt das Übel?
bei einer benannten anderen Gruppe
Was hilft dagegen?
Einsicht, Lernen, Aufklärung, richtige Erkenntnis
Was ist der Mensch nach diesem Text?
selbstbestimmt, Urheber seines Handelns
Wohin geht die Geschichte?
es wird schlechter, eine Ordnung geht zu Ende (erschlossen)
Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
auf Argument, Logik, Wissenschaft
Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
jedem Menschen, ohne Ansehen des Glaubens (erschlossen)
Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
auf andere, die Gesellschaft, andere Gruppen

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nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition

Wozu der Text aufruft

Gemessen

Grundhaltung
-1 von -2 bis 2
Eindringlichkeit
2 von 3
Reichweite
4 von 5
Konkretheit
2 von 3
Abgrenzung
1 von 3
Zeitbezug
früher 1, jetzt 3, künftig 1

Ausgewertet mit qwen3.8-27b, Fassung v3. Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.

Wortlaut anzeigen
Religionen Kommentar Diffamiert die Linkspartei evangelikale Christen? Aufregung im Wahlkampf von Sachsen-Anhalt: Der Beauftragte der Bundesregierung für Religions- und Weltanschauungsfreiheit Thomas Rachel wirft der Partei Die Linke vor, in ihrem Wahlprogramm den christlichen Glauben zu diffamieren und evangelikales Christentum mit Jihadismus gleichzusetzen. Bei genauer Lektüre erweist sich jedoch weniger das Wahlprogramm, denn Rachels Interpretation als fragwürdig. Ralf Nestmeyer 01.09.2026 5 Thomas Rachel ist Beauftragter der Bundesregierung für Religions- und Weltanschauungsfreiheit Foto: © Tobias Koch In Sachsen-Anhalt ist Wahlkampf. Doch statt sich mit dem faschistischen Weltbild der AfD auseinanderzusetzen, die Chancen hat, in dem Bundesland am 6. September die absolute Mehrheit zu bekommen, hat Thomas Rachel, Bundestagsabgeordneter und Beauftragter der Bundesregierung für Religions- und Weltanschauungsfreiheit, ein ganz anderes Feindbild ausgemacht: Die Linke, also ausgerechnet jene Partei, auf deren Stimmen es im Fall einer möglichen Verhinderung eines AfD-Ministerpräsidenten ankommen könnte. Die Linke schreibt in ihrem Wahlprogramm unter anderem, „dass religiöser Fundamentalismus, sei er christlich-evangelikaler oder jihadistischer Prägung, durch Intervention, Aufklärungsarbeit, Prävention und zivilgesellschaftliche Initiativen entschieden bekämpft wird.“ Die Passage richtet sich ausdrücklich gegen religiösen Fundamentalismus, nicht gegen Christentum oder Evangelikale als solche. Eine Diffamierung des christlichen Glaubens oder gar eine Gleichsetzung evangelikaler Christen mit islamistischen Terroristen lässt sich daraus nicht ableiten. Man könnte auch behaupten, die Linke habe sich der Aufklärung verschrieben. Fundamentalismus ist nicht gleich Christentum Angesichts der politischen Entwicklung in Sachsen-Anhalt gäbe es für einen CDU-Bundestagsabgeordneten durchaus drängendere Themen: Rachel könnte vor dem politischen und kulturellen Kahlschlag warnen, den eine AfD-Regierung hinterlassen würde. Stattdessen stürzt er sich auf die angebliche Bedrohung evangelikaler Christen durch die Linkspartei. Als Vorsitzender des Evangelischen Arbeitskreises der CDU/CSU und Mitglied der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) setzt sich Rachel mit bemerkenswertem Eifer für seine evangelikalen Glaubensbrüder ein. „Die Gleichsetzung von sogenanntem 'evangelikalen' Christentum mit dem menschenverachtenden und antisemitischen Terror des islamistischen Dschihadismus ist eine ungeheuerliche Diffamierung dieses bis heute so vielfältigen, lebendigen Frömmigkeitszweiges des christlichen Glaubens in unserem Land“, empört er sich . Das ist eine bemerkenswerte Verkürzung. Wer zwischen verschiedenen Formen religiösen Fundamentalismus' unterscheidet, behauptet nicht, dass ihre religiösen Inhalte, ihre Geschichte oder ihre politischen Folgen identisch seien. Fundamentalismus kann in unterschiedlichen Religionen auftreten und sehr unterschiedliche Erscheinungsformen annehmen. Gerade ein Vorsitzender des Evangelischen Arbeitskreises sollte in der Lage sein, zwischen evangelischem Christentum, Evangelikalismus und christlich-evangelikalem Fundamentalismus zu unterscheiden. Noch problematischer wird Rachels Argumentation, wenn er auf seiner Homepage Pietismus und Aufklärung gleichsetzt und dabei völlig ausblendet, dass es an Universitäten wie in Halle im 18. Jahrhundert zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen orthodoxen Pietisten und rationalen Anhängern der Wolffischen Philosophie kam. Während die Aufklärung den menschlichen Verstand und die empirische Wissenschaft in den Mittelpunkt rückte, betonte der Pietismus das persönliche Bekehrungserlebnis, die Wiedergeburt und religiöse Erfahrung. Auch die politische Zurückhaltung Rachels ist auffällig. Die AfD stellt in ihrem Wahlprogramm selbst zentrale Errungenschaften der Aufklärung infrage und fordert unter anderem eine weitgehende Aufhebung der allgemeinen Schulpflicht. Gerade in evangelikalen und pietistischen Milieus gibt es Gruppen, die staatliche Schule ablehnen und ihre Kinder selbst unterrichten möchten, etwa weil sie Sexualkunde oder die Evolutionstheorie zurückweisen. Hier wäre eine kritische Auseinandersetzung durchaus angebracht. Rachel schweigt dazu. Kommentare (5) Netiquette für Kommentare Ihr Name E-Mail Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt. Startseite Ihr Kommentar Klartext Keine HTML-Tags erlaubt. Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt. 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