Menschliches Leid und die Illusion der Trennung entstehen durch das Festhalten an gedanklichen Konstrukten; Befreiung und Frieden werden durch das Loslassen dieser Projektionen und die Rückkehr in die ursprüngliche, ungeteilte Mitte des Herzens erreicht.
Der Text analysiert den Zen-Ausspruch Joshus, dass der wahre Weg nicht schwer sei, sondern nur Wahl und Anhaftung verabscheue. Er argumentiert, dass menschliches Leid aus verwirrten Gedanken und der Projektion eigener Bilder auf die Wirklichkeit resultiert. Zitiert wird das 'Zweite Buch des Dao' (Shangjunzi), das die Kultivierung des Dao als tiefstes Lernen beschreibt. Der Sprecher betont, dass der Verstand als 'Taschenrechner' die Wahrnehmung durch vergangene Erfahrungen einschränkt. Als Gegenmittel wird die Rückkehr in die eigene Mitte und die Aktivierung der 'Intelligenz des Herzens' genannt, die Mitgefühl und Frieden erzeugt. Der Text ruft dazu auf, in einer von Machtstreben geprägten Welt inneren Frieden zu schaffen, um als Zentrum des Universums zu wirken. Es wird die Übung empfohlen, projektive Gedanken in Begegnungen wegzulassen und das 'So-Sein' direkt wahrzunehmen.
Hikigan Rokko, Beispiel 58 · Hikigan Rokko, Beispiel 2 · Hikigan Rokko, Beispiel 57 · Hikigan Rokko, Beispiel 59 · The Second Book of the Dao, Kap. 1
Ausgewertet mit qwen/qwen3.8-27b, Fassung v3.
Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.
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Sen, der Podcast von Chukka Sangha. Iho san si shi shibashi sumbu sam kosa, o goja horomi. Im 58. Beispiel des Hikigan Rokko heißt es Joshu's keine Rechtfertigung. Ein Mönch sagte zu Joshu, du zitiest so oft die Worte der wahre Weg. Also Dao ist nicht schwer. Er verabscheut nur Wahl und Festhalten. Ist das nicht genau dein eigenes Anhaften? Joshu antwortete. Mich fragte schon einmal einer das Gleiche. Und fünf Jahre später habe ich immer noch keine Rechtfertigung dafür. Im Hikigan Rokko wird an verschiedenen Stellen dieser Ausspruch von Joshu aufgegriffen. Es fängt schon damit an, dass das zweite Beispiel des Hikigan Rokko sich damit befasst. Da heißt es ja, Joshu sprach zu der Versammlung und sagte, der wahre Weg ist nicht schwer. Er verabscheut nur wählerische Wahl und Anhaftung. Mit nur einem einzigen Wort können Wahl und Anhaften entstehen oder es kann Klarheit entstehen. Damit geht es erst mal los, ergreift von Sengtzan, Sing Sing Bing, der meiste Schrift des Glaubens an den Geist, die ersten vier Zeilen jeweils auf. Und bringt seiner Sanga dieses Zitat immer wieder zum Gehör. Und hier in dem zweiten Beispiel heißt es ja, dieser alte Mönch hat diese Klarheit nicht. Die Klarheit, die da auch erwähnt wird in diesem Beispiel, ja, die Klarheit, die steht für Erwachen. Dieser alte Mönch hat diese Klarheit nicht. Versteht ihr die Bedeutung oder nicht? Da fragt ein Mönch, wenn ihr diese Klarheit nicht habt, was versteht ihr denn dann überhaupt? Und Joshu antwortete, ich weiß auch das nicht. Der Mönch, wenn ihr das nicht wisst, wie könnt ihr dann behaupten, ihr hättet diese Klarheit nicht? Spitz finde ich der Bursche, ja. Joshu sagte dann zu ihm, genug gefragt macht deine Verbeugung und verschwindel. In einem anderen Beispiel des Higikann Rokonummer 57 kommt auch wieder ein Mönch zu Joshu und sagt, man sagt, der wahre Weg ist nicht schwer, er verabscheut nur Wahl und Festhalten. Was ist dann nicht Wahl und nicht Anhaften? Joshu antwortete, ich allein bin heilig im Himmel und auf der Erde, der Mönch dazu. Das ist immer noch Wahl und Anhaften. Joshu erwiderte, du Tölpel, wo ist da Wahl und Anhaften? Der Mönch war sprachlos, ja. Und im 59. Beispiel wird es nochmal angezogen. Ein Mönch sagte zu Joshu, der wahre Weg ist nicht schwer, er verabscheut nur Wahl und Festhalten. Wenn du ein Wort sagst, dann entstehen Wahl und Anhaften. Wie aber kannst du dann jemanden helfen? Joshu antwortete, warum zitiere es zu mich nicht zu Ende? Nämlich am Anfang die Geschichte der Mönch, ich habe nur so viel in Erinnerung. Joshu, du weißt, der wahre Weg ist nicht schwer, er verabscheut nur Wahl und Festhalten. Also Joshu ist regerecht, eins mit diesem Zitat. Er streit es in alle Richtungen aus in seiner Sanker und immer wieder fragen sich die Mönche, ja, wählerische Wahl, was ist das und wie können wir dem Anhaften denn entkommen, ja. Und er gibt darauf verschiedene Antworten, aber im Kern sagt er, der Weg des Dau ist nicht schwer. Und das ist das, was wir ungern ihm abnehmen. Weil wir machen uns vom Weg des Dau ein Bild, das der schwer, mehr oder weniger unbegreiflich ist. Und dass wir lebenslänglich daran rumknacken. Die Schwankze, der ein Schüler von Laoze war, der hat ja selber sich häufig in Schriften dazu geäußert. Und Steven Mitchell, der hat die Äußerungen von Schwankze und von einem Enkel des Konfuzios, die beide Studenten des Laoze waren, zusammengefasst in einem Buch, das mir dankenswerterweise Björn mal erwähnt hat. Nämlich das The Second Book of the Dau, ja. Also das zweite Buch des Dau, eine Ergänzung zu dem Tautaching. Und da heißt es in dem ersten Kapitel, da wird Schwankze zitiert. Was uns bei der Geburt gegeben ist, nennt man menschliche Natur. Die Entfaltung der menschlichen Natur nennt man Dau. Die Kultivierung des Dau ist die tiefste Form des Lernens. Noch mal, die Kultivierung des Dau ist die tiefste Form des Lernens. Das Dau ist die wahre Natur der Dinge, von der man nicht einen Augenblick abweichen kann. Wenn man davon abweichen könnte, wäre es nicht das Dau. Deshalb blickt die Meisterin in ihr eigenes Herz und achtet auf das Unsichtbare und Unhörbare. Nichts ist offenkundiger als das Verborgenne. Nichts ist deutlicher als das Unsichtbare. Deshalb achtet die Meisterin auf das, was in ihrem Innersten geschieht. Steven schreibt dazu in seinem Kommentar noch ein paar wichtige Sätze, wie ich finde. Und er sagt, wir glauben die menschliche Natur zu kennen. Was, wenn unsere liebsten Annahmen falsch sind? Was, wenn alles Leid aus verwirrten Gedanken resultiert? Das würde unser Weltbild grundlegend verändern. Wir werden ins offene hineingeboren, in den unermesslichen Geist, frei von jeglichen Bedeutungen. Jenseits von Gedanken, jenseits von Dingen ist die Wirklichkeit einfach. Die menschliche Natur muss nicht erfüllt werden. Noch müssen wir das bereits vollkommene kultivieren. Sobald wir dies erkennen, kehren wir zum Ursprung aller Dinge zurück. Es gibt keine Bewegung hin oder weg. Wir bleiben, wo immer wir waren. Doch nun erkennen wir es, als wäre es das erste Mal. Vom Dau abzuweichen geschieht nur im Geist. Es ist eine Illusion, die zu unserer Realität wird. Obwohl wir in dem Leben was ist, denken wir uns in das hinein, was nicht ist. Obwohl jeder scheinbare Umweg der richtige Weg ist, verirren wir uns in unseren eingebildeten Erfahrten. Deshalb gibt es für uns, wenn wir nach Freiheit streben, nichts Schöneres, als das so sein zu kultivieren. Zu kultivieren, uns mit Kelle und Hacke in den gedankenreichen Boden des Geistes zu begeben. Es geht darum, aufmerksam zu beobachten, was in unserem innersten Vorsicht geht, bis das Unsichtbare, das Un hinterfragbare so deutlich wird, wie das Sichtbare. Wenn der Geist frei von seinen Gedanken ist, findet er seine Erfüllung. Gut, das sind jetzt einige markige Aussprüche, die uns ganz schön zu schaffen waren. Es heißt das so sein, anzuerkennen und anzunehmen. Und wieso schieben wir immer wieder Interpretation und Vorstellung zwischen das Ursprüngliche und uns? Jemand hier aus der Sangat, der übt gerade, wenn er in der Begegnung einem anderen trifft, diese projektiven Gedanken wegzulassen, ihn so direkt wahrzunehmen. Und der sieht, dass es unheimlich schwierig ist. Wir schauen einen anderen Menschen an, dann sehen wir so ein paar kleine Merkmale an ihm, die uns entweder bekannt vorkommen oder unbekannt. Auf jeden Fall fangen wir sofort an, uns ein Bild von diesen Menschen zu machen. Dieses Bild tritt dann in dem Augenblick zwischen das so sein, dieses Menschen und unser so sein, als Hindernis. Und erkennen wir das ja gar nicht. Wir sind ja gar nicht mit diesem Prozess oft vertraut, sondern wir sehen da so drei, vier Zeichen an dem und haben ein Urteil über diese Person. Und das ist dann für uns die Wirklichkeit. Das ist diese Irrfahrt, die wir antreten, indem wir unsere irrigen Vorstellungen an die wahre Welt herantragen und die zu unserer Wirklichkeit werden lassen. Wie können wir das durchdringen? Und meiner Meinung nach oder meine Erfahrung nach, verlangt das einfach sehr viel Übung. Und das Schwierigste dabei ist, unseren eigenen Standpunkt zu sehen und loszulassen. Wie kriegen wir das hin? Wir haben sofort Urteile. Und diese Urteile sind ja auch nachvollziehbar für andere. Und sie gehören zu unserer Verstandestätigkeit dazu. Unser Verstand ist ja das Organ, mit dem wir uns im Leben versuchen, zurechtzufinden und einzuordnen. Und es ist der Taschenrechner oder Kopfrechner, den wir haben, der uns immer aus der Vergangenheit vorrechnet, was wir da jetzt gerade erleben. Und der engt auch unsere Wahrnehmungsperspektiven konstant ein, weil es muss ja mit den vergangenen Erfahrungen, die wir gemacht haben, kopatibel sein, was wir da jetzt gerade sehen. Und wenn wir etwas sehen, was da nicht dazu gehört, dann ist es eben nicht. Es ist Schein oder Einbildung oder so was. Und es ist eine große Herausforderung, aus der verstandesmäßigen Wahrnehmung ein Stück weit auszutreten in die Wahrnehmung mit dem Herzen. Das ist eine andere Wahrnehmungsebene, die wir auch haben. Es pocht ja in unserem physischen Herzraum nicht nur unser physisches Herz, sondern da ist ja auch die besondere Intelligenz des Herzens zu Hause. Die besondere Intelligenz des Herzens ist die Intelligenz des Mitgefühls. Und das Mitgefühl ist eine Frucht der Erkenntnis der Verwobenheit aller Erscheinungen miteinander. Wir können uns gar nicht mehr distanzieren von all diesen anderen Wesen, Menschen, Dingen, die uns umgeben. Wir sind nur so eine Art selbstgemachtes Zentrum in dem getümmelt der universellen Dinge. Aber wir sind unter Umständen auch ein Zentrum in unserem Herzen. Wenn es uns gelingt, wirklich mit unserer Mitte zu sein, dann bringen wir Frieden in die Welt. Wenn wir weckerissen werden von Trauer, Zorn, Neid, all diesen Gefühlen, dann sind wir aus unserer Mitte raus. Das ist in gewisser Weise normal. Aber es ist nicht das, was uns weiterhelft. Weil wenn wir erst mal aus der Mitte raus sind, dann sind wir offen für alle möglichen Urteile, Verurteilungen und Fehlwahrnehmung. Deshalb fragen wir uns, wie können wir in die Mitte zurückkehren? Und Juju sagt dazu, der wahre Weg, das wahre Dao ist gar nicht schwer. Man muss nur aufhören, ständig zu wählen, einfach die Fülle zu nehmen, wie sie ist. Dann kann Klarheit entstehen und dann können wir uns auch anders in der Welt bewegen. Wir erleben ja jetzt gerade wieder mal so verstörende Zeiten. Scheint es gilt auf der Welt jetzt nur noch, wer die größte Macht kommandieren kann. So kommt es uns vor. Aber das ist eine gefährliche Interpretation der Welt, wenn wir so denken. Wenn wir nicht sehen, welche Fähigkeiten wir selber haben, zum Frieden dazu beizutragen, indem wir Frieden in uns schaffen. Diese ganzen Vorgänge im Außen, die bringen ja uns selber auch in Aufruhr, innerlich. Und so wichtig, diesen innerlichen Aufruhr zu verfolgen, wahrzunehmen, uns damit zu verbinden und zu sehen, welche Schritte wir tun können, um diesen inneren Aufruhr zu versöhnen. Und das ist nicht unmöglich, aber es ist irgendwie etwas, was wir üben, um es zu erreichen. Manchmal wird davon gesprochen, dass in uns viele Stimmen gleichzeitig sind. Man kann es auch prüfen, wie sieht es eigentlich aus, wer spricht eigentlich alles so aus mir. Da werdet ihr sehen, dass es ganz unterschiedliche Stimmen sind. Euer inneres Kind, eure Eltern, eure Kritiker, euer Fokus, alles Mögliche ist da als Stimmgewehr vorhanden. Und wir haben die Möglichkeit, um Frieden zwischen diesen inneren Stimmen beizutragen. Und wenn wir diesen Frieden tatsächlich erlangen können, dann machen wir von einer großen Güte gebraucht, die uns erwächst aus diesem Vorgehen. Und diese große Güte in meinen Augen, eine Frucht des Nachinnenschauens und zur Kenntnis nehmens, dass wir nicht getrennt sind von dem, was wir als feindlich erleben. An der Stelle im Dau-Te Ching heißt es, der Weise, der sieht, in dem was feindlich erscheint, seinen eigenen Schatten deshalb, ist er zum Friedensschluss bereit. Wenn wir das schaffen, dass wir gerade jetzt in dieser tosenden, tumulthaften äußeren Welt, wo ewige Werte pläßig von einem Tag auf einen anderen verschwinden und bedeutungslos werden, scheinbar. Ja, in diesem Moment zu sehen sind Schatten, die uns folgen, die erscheinen uns feindlich, der erscheinen Menschen feindlich. Und gerade deshalb kommen sie zu uns und porren an unsere Tür, weil wir die Möglichkeit haben, uns zu zentrieren. Und wenn wir uns zentrieren, dann sind wir in dem Augenblick das Zentrum des Universums. Jeder einzelne von uns ist das Zentrum des Universums, wenn wir uns zentrieren, wenn wir mit unserer eigenen Mitte in Kontakt sind. Und deshalb ist unsere Übung hier so wichtig, weil unsere Übung eine Einladung ist, uns zu zentrieren und unseren Inneren zu lauschen, unserem Herzen zu lauschen, unser Mitgefühl uns an zu vertrauen und das zu erleben, wie die Güte in uns entsteht und nach außen drängt. Es ist ein ganz natürlicher Prozess, wie es so schön heißt. Was uns bei der Geburt gegeben ist, nennt man menschliche Natur. Sobald wir geboren sind, gibt es zwei Tendenzen in uns. Wir suchen Geborgenheit und wir suchen Autonomie. Beides sind die wichtigsten Gestaltungskräfte in diesem Universum. Und natürlich stoßen wir da manchmal auf Wiedriges, dass uns nicht erlaubt, unser Bedürfnis nach Geborgenheit voll auszuleben. In manchen Kulturen werden die Kinder schon sehr früh daran gehindert, in die Geborgenheit zu gehen. Was sich an Japan interessant finde ist, da gibt es ein Begriff, der nennt sich Amal. Und Amal bedeutet, die Kinder bis sie sechs oder sieben Jahre sind, haben absolute Narrenfreiheit in der Familie. Die können sich aufhören, wie sie wollen. Und alle Erwachsenen, Herzen, küssen sie, lassen ihnen diesen Raum, weil sie wissen, dass das die Grundlage ist für ein erfülltes Leben, dass man einmal Geborgenheit satt hat. Und das macht die Menschen auch bereit, die Wichtigkeit der Familie, der Gruppe überhaupt zu registrieren. Die Kleinen, die erfahren schon, die gehören alle dazu hier. Meine Eltern, meine Oldies. Das ist alles eine Welt. Das ist die Welt, in der wir uns gegenseitig Geborgenheit bieten kann man dann später verstehen. Und das ist der Ausgangspunkt echter Autonomie, wenn wir das haben. Und echte Autonomie brauchen wir auch, weil wir uns nämlich ganz klar in unserem Leben, wenn wir uns immer wieder nach Geborgenheit sehen, auch in die Anpassung begeben und manchmal in eine Anpassung, die unsere Autonomie dämpft oder äußerst zurückdrängt. Und dann spüren wir, jetzt müssen wir wieder Richtung Autonomie aufbrechen. Gut, und dann sagen wir zu unserem augenblicklichen Partner, Schüss und suchen uns einen neuen, weil bei dem augenblicklichen, da ist es ja ins Anhaften übergegangen. Das ist ja nicht mehr der wahre Weg des Dau, ist ganz einfach. Ne, der wahre Weg des Dau hat sich da verdünnisiert und ist in der Anhaftung gelandet. Und das haben wir bemerkt und da sagen wir uns, hier will ich raus. Aber die Schritte, die wir da vollziehen, sind vielleicht nicht die geeigneten, um mit wirklicher Autonomie in Kontakt zu uns zu wirklichen Autonomie gehört, der Kontakt zum Verborgenen unsichtbarer und wie wir den herstellen, das ist Teil unserer Übung. Und dazu wünsche ich uns die entsprechende Geduld. Um jungen Menschen den Aufenthalt im Togenji zu ermöglichen, bitten wir um ihre Spende. Alle Spendenmöglichkeiten finden sie auf chukkasanga.de.