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Katholisch · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen

Jubilieren: Umschau halten

ohne Namen · Dioezese Graz-Seckau – Predigten von Bischof Krautwaschl · 2026-09-11 · Graz · Quelle

Gemeinschaft · Hauptbotschaft Dankbarkeit · tragend Demut

Das bewusste Innehalten und die Pflege des Minanders, symbolisiert durch das musikalische Zusammenspiel, sind der Schlüssel zu einem erfüllten, von Freude und göttlicher Orientierung geprägten Leben in einer geteilten Gesellschaft.

Lernen wir unsere Unterschiede durch das, was "Liebe" genannt wird, auszugleichen und damit für ein ge-lungenes Miteinander Zeugnis zu geben. Als Christen ist dies sogar unsere Berufung!

Die Homilie feiert das 100-jährige Bestehen der Werks- und Ortsmusikkapelle Borckenstein in Neudau. Der Prediger nutzt das Jubiläum als Anlass, die Bedeutung des Innehaltens und der Neuorientierung im Leben zu betonen. Er vergleicht das musikalische Miteinander mit der gesellschaftlichen Notwendigkeit, Unterschiede als Gewinn zu sehen und durch Liebe auszugleichen. Die Pflege des Minanders wird als christliche Berufung und Weg zu einem erfüllten Leben dargestellt. Der Text ermutigt, Freude und Dankbarkeit zu bewahren und sich nicht von Pessimismus leiten zu lassen. Die Gemeinschaft der Kapelle dient als Vorbild für eine Gesellschaft, die aufeinander hört. Schließlich wird das Fest als tiefer spiritueller Moment verstanden, der die Verbindung zu Gott stärkt.

Weltbild

was das heißt
Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
Feindschaft, Hass, Zerfall der Gemeinschaft
Wo sitzt das Übel?
in der Epoche selbst, im Zustand des Zeitalters
Was hilft dagegen?
Zusammenhalt, gegenseitige Hilfe, Zugehörigkeit; persönliche Erfahrung, Zeugnis, Begegnung mit Gott oder Menschen
Was ist der Mensch nach diesem Text?
vor allem Teil einer Gemeinschaft oder Schöpfung
Wohin geht die Geschichte?
die Botschaft steht außerhalb der Geschichte (erschlossen)
Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
auf eigenes Erleben, Zeugnis, Begegnung; auf den Stifter oder Propheten der Tradition
Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
jedem Menschen, ohne Ansehen des Glaubens
Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
auf andere, die Gesellschaft, andere Gruppen

Verwandte Texte aus anderen Traditionen

nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition

Wozu der Text aufruft

Genannte Stellen

Mt 18,20

Gemessen

Grundhaltung
2 von -2 bis 2
Eindringlichkeit
2 von 3
Reichweite
4 von 5
Konkretheit
2 von 3
Abgrenzung
0 von 3
Zeitbezug
früher 2, jetzt 2, künftig 1

Ausgewertet mit qwen/qwen3.8-27b, Fassung v3. Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.

Wortlaut anzeigen
Inhalt: Jubilieren: Umschau halten Homilie bei der Festmesse am 23. Sonntag im Jahreskreis aus Anlass "100 Jahre Werks- und Ortskapelle Borckenstein" in Neudau Werksmusikkapelle Borckenstein Neudau | Krautwaschl 1. Ein Fest zu feiern, noch dazu, wenn es sich um ein "rundes Jubiläum" handelt, ist eine vielfache Einladung zur Vergewisserung, zur Dankbarkeit und zur Freude - und zudem bietet jedes Fest immer Anlass zum Miteinander, was ja bei dieser das Festjahr abschließenden Feier zum Jubiläumsjahr Ihrer Werks- und Ortsmusikkapelle nunmehr der Fall ist. Ein Fest zu begehen ist beinahe so etwas wie die Pflege der Musikinstrumente, die immer wieder angesagt ist, damit sie auch jene Töne geben, die - gemeinsam - zu einem Wohlklang werden. 2. Sich zu vergewissern, heißt Umschau halten, innehalten und sich neu orientieren. - Wenn Sie auf 100 Jahre Geschichte zurückblicken, dann gab es sicher viele Ereignisse, die für Ihre Musikerinnen und Musiker, für die Zuhörerinnen und Zuhörer von Bedeutung waren. Zum Vergewissern gehören Fragen wie: "Was macht uns eigentlich als Kapelle aus? - Was schweißt uns zusammen?" - Ihr Fest und damit Ihr Innehalten kann somit zum Sinnbild für unser Leben werden: "Wo stehe ich? Woher komme ich? Was bringt die Zukunft? Was ist der Sinn meines Lebens?" Ich wünsche mir und uns, dass wir nicht vergessen, immer wieder innezuhalten und dabei Ausschau halten nach dem, was uns alle - wohl einzelnen Musikinstrumenten vergleichbar - verbindet: Unsere Orientierung an Gott. 3. Ja, Sie dürfen als Kapelle mit 100-jähriger Geschichte dankbar sein. Dankbar, dass sich immer wieder Menschen gefunden haben, die neben ihrer Arbeit, neben all dem anderen, was so das Le-ben ausmacht, sich auch Zeit nehmen, um zu proben, gesellig zu sein und so das Miteinander zu pflegen. Es ist ja interessant: Auch wenn es einzelne Stimmen gibt, die jede für sich schon "etwas hergibt", so wird durch das gepflegte, sprich komponierte Miteinander die Unterschiedlichkeit zu einem Wohlklang. - Wie sehr wünschte ich mir doch in unserer Gesellschaft diese Erfahrung, denn vielfach scheint heute die oder der Einzelne und damit der singuläre Ton, mitunter dann auch als Misston anderen gegenüber, Vorrang zu haben. Lernen wir das Unterschiedliche an Meinungen, an Interessen, an Einstellungen, nicht nur auszuhalten, sondern als Gewinn zu sehen. Lernen wir unsere Unterschiede durch das, was "Liebe" genannt wird, auszugleichen und damit für ein ge-lungenes Miteinander Zeugnis zu geben. Als Christen ist dies sogar unsere Berufung! 4. Schließlich: Feste sind Anlass zur Freude. Ich denke, in der Gemeinschaft der Kapelle erfahren Sie das immer wieder, nicht zuletzt an feierlichen Tagen. Bei allem, was uns hier beschäftigt und was nicht so in Ordnung ist, wie wir es uns vorstellen: Wir haben speziell in Österreich allen Grund zur Freude und sind gerufen, diese mit anderen zu teilen. Auch durch die Musik, die unser irdisches Dasein zu erheben vermag und uns lehrt, dass gemeinsam mehr ist als allein. Sie lehrt uns, uns selbst nicht zu wichtig zu nehmen. Sich aneinander und miteinander zu freuen - etwa wie Sie es in diesen Tagen hier in Neudau machen - wird dann zu jenem Ereignis, von dem Jesus am Ende des heutigen Evangeliums gesprochen hat: "Wenn zwei oder drei in meinem Namen beisammen sind, bin ich mitten unter ihnen." Weil Sie in der Kapelle - und das gilt auch für unser aller Leben! - wirklich aufeinander hören, also gleichsam immer wieder einander so begegnen, wie auch unser Herr Jesus den Menschen begegnet ist, machen Sie sicher die Erfahrung erfüllten Lebens: "Das war einfach schön [was wir da heute gespielt, was wir erlebt haben]!" Bewahren Sie sich diese Freude wider alle Mieselsüchtelei, der wir als gelernte Österreicher nur allzu leicht erliegen. 5. Ja, es lohnt sich zu feiern - einfach deswegen, weil damit auch Tiefenschichten unseres Menschseins und Glaubens angesprochen werden. Ich wünsche Ihnen zu "Ihrem Geburtstag" aus diesem Geist heraus alles erdenklich Gute, viel Geist und Gottes Segen!