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Evangelisch · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen

2nTrinitatis ChristianeKehl

ohne Namen · Unser Lieben Frauen Bremen – Predigten (Audio) · 2026-06-14 · Bremen · Quelle

Demut · Hauptbotschaft Dankbarkeit · tragend Gemeinschaft · tragend

Gott offenbart sich den Demütigen und Unmündigen, die Jesu sanftes Joch der Gebote annehmen, während er den selbstbewussten Weisen verborgen bleibt, was den Gläubigen Seelenfrieden schenkt.

Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid. Ich will euch erquicken. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig.

Die Predigt analysiert den Predigtext aus Matthäus 11, 25-30 im Kontext der neuen Ordnung Gottesdienstlicher Texte von 2018. Der Prediger erklärt, dass Jesus die Weisen und Klugen der damaligen Zeit (Pharisäer, Johannes der Täufer) nicht erkannten, während Gott sich den Unmündigen offenbarte. Die Zuhörer werden als 'Unmündige' angesprochen, die durch Jesus Zugang zu Gott finden. Die Einladung Jesu, sein sanftes Joch zu tragen, wird als Übernahme der jüdischen Gebote interpretiert, die Jesus menschlich und barmherzig umsetzte. Der Text verbindet dies mit der aktuellen Sehnsucht nach Ruhe und Frieden in einer belasteten Welt. Die Predigt schließt mit dem Aufruf, Jesus zu folgen und seine Erquickung anzunehmen, um Seelenfrieden zu finden.

Weltbild

was das heißt
Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
Unwissenheit, Illusion, falsche Sicht der Wirklichkeit
Wo sitzt das Übel?
im Herzen, im Willen, in der Seele des Einzelnen
Was hilft dagegen?
Zuwendung Gottes, Erlösung, die nicht verdient wird; Gebote befolgen, Ordnung einhalten, Pflichten erfüllen
Was ist der Mensch nach diesem Text?
gefallen, aus eigener Kraft nicht heil zu machen
Wohin geht die Geschichte?
die Botschaft steht außerhalb der Geschichte (erschlossen)
Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
auf den Stifter oder Propheten der Tradition; auf die heilige Schrift der eigenen Tradition
Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
den eigenen Glaubensgeschwistern
Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
auf andere, die Gesellschaft, andere Gruppen

Verwandte Texte aus anderen Traditionen

nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition

Wozu der Text aufruft

Genannte Stellen

Mt 11,25-30

Gemessen

Grundhaltung
1 von -2 bis 2
Eindringlichkeit
2 von 3
Reichweite
3 von 5
Konkretheit
2 von 3
Abgrenzung
1 von 3, benannt: Weise und Kluge (Pharisäer, Johannes der Täufer)
Zeitbezug
früher 2, jetzt 2, künftig 1

Ausgewertet mit qwen/qwen3.8-27b, Fassung v3. Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.

Wortlaut anzeigen
Gnade sei mit Euch und Friede von Gott, unserem Vater und unserem Herrn Jesus Christus. Amen. Liebe Gemeinde, der heutige Predigtext steht bei Matthäus im 11. Kapitel. Die Predigtexte sind ja immer Perikopen, also ein paar Verse, die mittendrin im Evangelium oder an anderen Abschnitten unserer Bibel stehen. Manchmal kann man sie direkt verstehen, aber diesmal nicht, weil der Text aus dem erzählten Zusammenhang herausgezogen ist. Aber in diesem kurzen Textteil steht der schöne Wochenspruch. Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid. Ich will euch erquicken. Das ist eine sehr schöne Einladung von Jesus und deshalb wollen wir doch sicher wissen, in welchem Kontext Jesus diese Einladung aussprach. Das ist vermutlich auch der Grund, weil dieser Text 2018 in die neue Ordnung Gottesdienstlicher Texte hineingenommen wurde. Und das wurde dann auch ein neuer Wochenspruch. Also lese ich jetzt den Predigtext und versuche ihn anschließend zu erläutern. Jesus sprach, ich preise dich Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du dies den Weisen und Klugen verborgen hast und hast es unmündigen offenbart. Ja, Vater, denn so hat es dir wohl gefallen. Alles ist mir übergeben von meinem Vater. Und niemand kennt den Sohn als nur den Vater und niemand kennt den Vater als nur den Sohn und wem es der Sohn offenbaren will. Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid. Ich will euch erquicken. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig. So werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen, denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht. Das ist der heutige Predigtext mit vier verschiedenen Texteilen. Jeden Teil müssen wir in seiner Bedeutung und dem ursprünglichen Sinn verstehen, damit wir einen Zugang zu dieser Perikope bekommen. Also beginne ich mit dem ersten Teil. Jesus sprach, ich preise dich Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du dies den Weisen und Klugen verborgen hast und hast es unmündigen offenbart. Ja Vater, denn so hat es dir wohl gefallen. Als Jesus das sprach, war er nicht allein, sondern mit vielen Menschen zusammen, die ihn hörten. Jesus zog durch das Land und hatte schon ganz viele Wunder getan, seine Jünger gefunden und sich auch von Johannes dem Teufa taufen lassen. Aber die Menschen in seiner Nähe verstanden nicht, wer er ist. Die Farisea kritisierten ihn immer wieder mit seinem Tun, vor allem am Shabbat, an dem er nicht arbeiten soll. Das haben wir ja auch schon in der Lesung gehört. Und es gibt viele Texte, in denen es um diese Kritik geht. Auch Johannes der Teufa erkannte Jesus nicht, obwohl er schon einen guten Kontakt mit ihm hatte. Als er im Gefängnis war und dort von Jesus guten Taten erfuhr, schickte er seine Jünger zu Jesus und ließ sie fragen, bist du der, der kommen soll, der Retter Gottes oder müssen wir noch auf einen anderen warten? Also Johannes der Teufa und die Farisea wussten nicht, wer Jesus ist. Sie sind die Weisen und Klugen, denen Gottes Sohn verborgen ist. Das hat Gott so gemacht. Und wir sind wer Weise und Kluge oder Unmündige. Als ich diesen Text gelesen habe, habe ich mich selbst auch gefragt, ob ich klug oder unmündig bin in theologischen Themen. Eigentlich habe ich ja in Berlin eine umfassende Prädikantenausbildung gemacht, aber bei diesem Text fühlte ich mich gar nicht klug und hatte Sorge, ob ich darauf, darüber überhaupt predigen kann. Viele jüdische Menschen rund um Jesus, die sich intensiv mit ihrer Religion beschäftigten, waren klug und hatten viele Informationen über die Auslegung ihrer Gesetze. Sie hatten sicher auch die Einstellung, dass sie alles gut und richtig wissen. So kritisierten sie Jesus mit seiner Auslegung und hatten dadurch gar keinen Blick auf Jesus als Gottes Sohn. Die Unmündigen sind auch Kinder, die noch kein großes Wissen und Erfahrungen haben und die Jesus direkt zuhören. Jesus bedankt sich bei seinem Vater, dass Gott beschlossen hat, den Unmündigen seinen Sohn Jesus zu offenbaren. Und weiter sagt Jesus im zweiten Textteil, alles ist mir übergeben von meinem Vater und niemand kennt den Sohn als nur den Vater und niemand kennt den Vater als nur den Sohn und wem es der Sohn offenbaren will. Jesus ist also in enger Beziehung und Vertraute zu Gott und handelt und spricht so, wie Gott es will. Deshalb kennen die Unmündigen sowohl Gott als auch Jesus. Dazu können wir ja sicher auch Ja sagen, auch wenn wir Jesus nicht persönlich kennengelernt haben. Aber wir sind ja Christen meistens schon lange und haben viele gute Überlieferungen von Gottes Sohn Jesus in unserer Bibel und auch weitere erklärende Texte, zum Beispiel von Paulus. Paulus war ja auch als Christ sehr aktiv und überdachte intensiv Jesu Leben und Tod und schrieb alles auf. So können wir zum dritten Abschnitt kommen und Jesu Einladung annehmen. Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid. Ich will euch erquicken. Dieser Vers ist auch ein bisschen anders übersetzt. So verstehen wir ihn wahrscheinlich besser. Auf zu mir alle, die abgemühten und beladenen. Ich werde euch ausruhen lassen. Das Ausruhen ist die Sehnsucht der Menschen und auch im Schabatgebot formuliert. Mit einer guten Gottesbeziehung und einem Seelenfrieden können wir viele negative Themen in unseren Alltagen ohne Panik wahrnehmen. Natürlich sind wir nicht immer fröhlich, gesund und ohne Angst und Sorgen. Wir denken ja auch an die vielen Kriege und die Menschen, die darunter leiden und auch an uns selbst und unsere Freunde und Familie, denen es gerade schlecht geht. So sind wir mühselig und beladen und können auch zu Gott und Jesus beten. Und Jesus erquickt uns. Denn er hört unsere Gebete. Er ist in unserer Nähe. Er hat uns durch seinen Tod und seine Auferstehung ein ewiges Leben geschenkt. Er bringt uns näher zu Gott und vieles mehr. Aber dann sollen wir noch Jesu Joch auf uns nehmen. Den letzten Textteil. Was bedeutet das? Dazu sagt Jesus. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir. Denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig. So werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht. Jesu Joch sind die 613 Gebote und Verbote im Alten Testament, die er gelernt und interpretiert hat und nach denen erlebt. So will Gott das Leben haben mit Disziplin und Gehorsam und so wie Jesus die Gesetze in seinem Leben umgesetzt hat. Dazu gehörte auch, dass Jesus Menschen am Schabbathalf und sie heilte. Denn das Menschenleben ist ihm wichtiger als der Schabbath, an dem er nicht arbeiten soll. Wir lernen von ihm durch seinen Verhalten in den vielen Überlieferungen. So müssen wir auch nicht die 613 jüdischen Gebote und Verbote lernen. Zu unserem christlichen Leben gehören ja auch die Zehn Gebote, die Gott auf dem Berg Sinai Mose übergeben hatte. Unser christliches Leben gestalten wir sicher als Unmündige, denn wir kritisieren Jesus nicht und haben ja auch schon im Salm gebetet, dass bei Gott die Quelle des Lebens ist und er uns hilft. Das Joch ist ein sanftes Joch, mit der Sicht auf viele Menschen, die Hilfe brauchen und mit einem guten gemeinsamen Leben hier auf der Erde. Dieses Joch fordert uns auch heraus, damit wir die Gebote einhalten und Jesus folgen. Die Erklärungen dieses Predigtextes verweisen auf viele jüdische Themen. So können wir den Predigtext jetzt besser verstehen. Wir wissen ja schon oder lernen heute, dass Jesus in der jüdischen Religion aufgewachsen ist. Jetzt kommen wir zum Fazit dieser Perikope. Gott und Jesus sind sehr nah beieinander und dadurch kommt uns auch Gott mit Jesus-Überlieferungen nah. Jesus und Gott tun uns viel Gutes, sodass wir sehr dankbar sein können und uns auch Mühe geben, Jesus zu folgen. Damit können wir seine Einladung annehmen. Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid. Ich will euch erquicken. Amen. Und der Friede Gottes, der höher ist als unsere menschliche Vernunft, bewahre unserer Herzen und Sinne in Christus Jesus.