Menschen in allen Lebensphasen, insbesondere in Zeiten von Wohlstand und Gesundheit, sind auf Jesus angewiesen, um geistliche Selbstgenügsamkeit zu überwinden und wahre Bedürftigkeit vor Gott anzuerkennen.
Die Predigt analysiert drei Heilungsgeschichten aus Matthäus 8 (Aussätziger, römischer Hauptmann, Schwiegermutter Petri) und leitet daraus ab, dass Jesus gesellschaftliche Grenzen überwindet und sich um leidende Menschen kümmert. Der Sprecher überträgt diese biblischen Szenen auf verschiedene Lebensphasen der Zuhörer, von der Jugend bis zur Rente, und fragt, ob sie Jesus in diesen Situationen brauchen. Es wird argumentiert, dass auch in Zeiten des Wohlstands und guter Gesundheit eine Abhängigkeit von Gott nötig ist, um Selbstüberschätzung zu vermeiden. Der Brief an die Laodizea wird zitiert, um die Gefahr der geistlichen Gleichgültigkeit ('lau') bei materieller Sicherheit zu thematisieren. Die Predigt ruft dazu auf, die eigene Bedürftigkeit anzuerkennen und auf das 'Klopfen' Jesu am Herzen zu reagieren. Sie betont die Notwendigkeit von Gebet und Gemeinschaft, insbesondere im Umgang mit Krankheit und Leid.
Mt 8,1-4 · Mt 8,5-13 · Mt 8,14-17 · Jak 5,13-18 · Jak 4,13-17 · Off 3,14-22
Ausgewertet mit qwen/qwen3.8-27b, Fassung v3.
Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.
Wortlaut anzeigen
Liebe Geschwister, liebe Freunde und Gäste, wir wollen uns heute mit einem Bibelabschnitt aus Matthäus VIII beschäftigen. Ihr kennt ja alle die Bergbredigt, Matthäus V bis Matthäus VII. Heute verlassen wir mit Jesus den Berg und kehren zurück ins Tal. Wir wollen uns drei Geschichten ansehen und sie auf uns übertragen. Beginnen wir mit der ersten Geschichte und starten in Matthäus VIII Abfers 1. Eine große Menschenmenge folgt Jesus, als er vom Berg herabsteigt. Da kam ein Aussätziger und warst sich vor ihm nieder, Herr, wenn du willst, kannst du mich heilen? Jesus streckte die Hand aus, berührte ihn und sagte, das will ich, sei gesund. Im selben Augenblick war der Mann von seiner Krankheit geheilt. Da befall ihm Jesus nachdrücklich, sagt niemandem etwas, sondern geht sofort zu den Priestern und lasst dich dort von ihnen untersuchen. Danach bringen das Opfer da, wie es Mose vorgegeben hat. So werden die Menschen sehen, dass sich im Auftrag Gottes handele. Die Geschichte klingt erst mal ganz einfach. Ein Aussätziger wird von Jesus geheilt. Aussatz ist höchstwahrscheinlich die Krankheit, die wir heute mit Lebra bezeichnen. Heute ist diese Infektionskrankheit heilbar. Früher bedeutete sie den sicheren Tod und war unheilbar. Man verfaulte bei lebendigem Leib. Deshalb wurden Aussätzige in den biblischen Zeiten aus der Gesellschaft ausgeschlossen. Sie lebten in einer Gruppe außerhalb der Städte und mussten Aussatzunrein rufen, wenn man sich ihnen näherte. Sie waren also ausgestoßene. Die Angehörigen versorgten sie zwar meist noch mit Essen, aber sonst wollte niemand mehr etwas mit ihnen zu tun haben. Man betrachte sie auch als Sünder von Gott bestraft mit dieser schweren Krankheit. Diese Aussätzige in unserer Geschichte hat wohl von Jesu Heilungen erfahren und schöpfte Hoffnung, dass er ihn heilen könnte. Er fragt Jesus nicht, ob er ihn heilen kann, sondern er fragt, ob er heilen will. Von den Fähigkeiten, dass Jesus kranke gesund machen kann, war er wohl überzeugt. Aber er wusste nicht, ob ihn Jesus als Sünder auch akzeptiert. Und Jesus beantwortet die Frage sofort, ja, ich will dich heilen, sei gesund. In dem Buch Sieg der Liebe beschreibt Schwester Weid ganz eindrücklich, wie sich sein verschrumpelter Körper wieder in glatte Haut verwandelt. Jesus macht ihn aber nicht nur gesund, er berührt ihn auch. Von anderen Heilungswundern wissen wir, dass die Berührung eigentlich gar nicht notwendig gewesen wäre, um ihn zu heilen. Wir sehen das gleich in unserer nächsten Geschichte. Jesus gibt diesem elenden Menschen nicht nur die Gesundheit zurück, sondern auch menschliche Nähe. Das, was diese Person vielleicht seit vielen Jahren nicht mehr erfahren hat, sagt niemand etwas, sondern geht sofort zum Priester und lasst dich untersuchen. Danach bringt das Opfer da, wie es Mose vorgeschrieben hat. Diese Heilung wäre doch gute Werbung für Jesus gewesen. Warum verbietet er ihm das weiter zu erzählen? Wenn die Priester erfahren hätten, dass Jesus ihn geheilt hätte, dann hätten sie vielleicht aus Hass zu Jesus heraus ein falsches Urteil gefällt und ihn nicht gesund erklärt. Wir sehen, wie sehr Jesus dieser Mensch am Herzen liegt. Lesen wir weiter in Matthäus V. V. Als Jesus in Kapernaum eintraf, kam ein Hauptmann des römischen Heeres zu ihm und bat ihn um Hilfe. Herr, mein Diener liegt gelähmt bei mir zu Hause und leidet entsetzlich. Jesus antwortete, ich will mitkommen und ihn heilen. Der Hauptmann erwidert, Herr, ich bin es nicht wert, dich in meinem Hause zu empfangen. Sag nur ein einziges Wort, dann wird mein Diener gesund. Auch ich stehe unter höherem Befehl und habe andere Soldaten, die mir gehorchen. Wenn ich zu einem sage, geh, dann geht er. Befehle ich einem anderen, komm, dann kommt er. Und wenn ich zu meinem Diener sage, tu dies, dann führt er meinen Auftrag aus. Als Jesus das hörte, wunderte er sich sehr. Er sagte zu den Menschen, die ihn folgten, eins ist sicher, unter allen Juden in Israel bin ich keinem Menschen mit einem so festen Glauben begegnet. Und ich sage euch, viele Menschen aus aller Welt werden kommen und mit Abraham, Isaac und Jakob im Himmel das Freudenfest feiern. Aber die ursprünglich für Gottes Reich bestimmt waren, werden in die tiefe Finsternis hinausgestoßen, wo es nur noch heulen und ohnmächtiges Jammern gibt. Dann sagte Jesus zu dem Hauptmann, geh wieder nach Hause. Was du geglaubt hast, soll nun geschehen. Zur selben Zeit wurde sein Diener gesund. Wieder ein Heilungswunder. Diesmal über die Ferne. Der Diener eines römischen Hauptmanns ist gelähmt und leidet entsetzlich. Wir wissen, was wir von den Römern zu halten haben. Sie hatten das römische, also das jüdische Volk unterjocht. Sie waren die Feinde. Sie haben das Volk mit hohen Steuern und Zöllen belastet. Sie haben das Volk richtig ausgebeutet. Zum Aufbau des römischen Reiches wurden besiegte Völker ausgequetscht wie Zitronen. Und hier kommt nicht irgendein kleiner Soldat. Hier kommt ein Hauptmann. Und wie wir in der Geschichte sehen, ein Hauptmann, der ist der Hauptmann, weil er Befehle gibt, die ausgeführt werden. So einer findet bei Jesu Gehör. Es gab bestimmt oder in den Jüngern gleich ein Getuscher. Was macht Jesus hier? Hilft er unseren Feinden? Ja, Jesus hilft. Er sagt dem Hauptmann, dass er unbesorgt nach Hause gehen kann, weil sein Knecht gerade gesund wird. Jesus setzt sich über die Konventionen, die gesellschaftlichen Grenzen hinweg. Er heilt die Menschen, die zu ihm kommen. Er denkt nicht in den Freundfeind-Kategorien, wie es vom jüdischen Volk her bekannt ist. Die dritte Geschichte schließt sich in Matthäus 8, abwärts 14 an. Als Jesus in das Haus von Petrus kam, lag dessen Schwiegermutter mit hohem Fieber im Bett. Jesus ergriff ihre Hand und sofort verschwand das Fieber. Sie konnte sogar aufstehen und für ihre Gäste sorgen. Am Abend brachte man dann viele von Dämonen beherrschte Menschen zu Jesus. Er brauchte nur ein Wort zu sagen und die Besessenen wurden frei und alle Kranken geheilt. So sollte sich erfüllen, was Gott durch den Propheten Jesaja vorher gesagt hatte. Er nahm unsere Leiden auf sich und trug unsere Krankheiten. Auch hier erleben wir, wie er die damaligen gesellschaftlichen Konventionen verletzt. Er geht zu einer kranken Frau ans Bett. Diese war bestimmt nicht passend gekleidet. Doch für Jesus war das egal. Ihm geht es um den Menschen, er hilft. Was entnehmen wir aus diesen drei Geschichten für uns? In welcher Lebenssituation bist du gerade? Bist du ein Jugendlicher, der nur so vor Kraft strotzt, weil ihm die Welt zu klein ist? Brauchst du Jesus? Kann er dir helfen? Oder kommst du gut allein zurecht? Hast du gerade eine Familie gegründet und deine Babys rauben dir den Schlaf? Brauchst du Jesus? Steckst du mitten im Beruf? Deine Arbeit nimmt dich gefangen. Brauchst du Jesus? Oder sind deine Kinder gerade erst im Haus und du musst dich neu orientieren? Brauchst du Jesus? Bist du Rentner? Bekanntlich hast du dann am wenigsten Zeit? Brauchst du Jesus? Oder steckt dir das Alter in den Knochen? Du verlierst deine Eigenständigkeit und bist auf die Hilfe anderer angewiesen? Brauchst du Jesus? Jeder dieser Lebensabschnitte hat seine eigenen Herausforderungen. Brauchst du Jesus oder kommst du allein zurecht? Wir leben in einem reichen Land. Die meisten von uns kommen finanziell recht gut zurecht. Das Gehalt, die Rente oder Sozialleistungen kommen regelmäßig aufs Konto. Brauchst du Jesus? Wenn wir gesundheitliche Probleme haben, dann sind wir am ehesten bereit, uns an Jesus zu wenden. Wie die Menschen in den drei Geschichten. Wir alle kennen in unserer Mitte eine ganze Reihe von Personen, denen es nicht gut geht. Und wir wenden uns mit Führbitte an unseren Herrn Jesus und bitten um Hilfe, um Heilung für Sie. Jakobus fordert uns dazu im letzten Kapitel seines Briefes auf. Leidet jemand unter euch der Bete? Ist jemand guten Mutters der Singe Psalmen? Ist jemand unter euch krank, der rufe zu sich die Ältesten der Gemeinde, dass sie über ihn beten und ihn salben mit Öl im Namen des Herrn. Und das Gebet des Glaubens wird dem Kranken helfen und der Herr wird ihn aufrichten. Wenn er Sünde begangen hat, wird ihm vergeben werden. Bekennt also einander eure Sünden und betet füreinander, dass ihr gesund werdet. Des gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist. Elia war ein schwacher Mensch wie wir und er betete ein Gebet, das es nicht regnen sollte. Und es regnete nicht auf Erden drei Jahre und sechs Monate. Und er betete Abermals und der Himmel gab Regen und die Erde brachte Jere Frucht. Lasst uns füreinander beten, wenn jemand krank ist. Es ist nicht umsonst. Auch wenn es manchmal länger dauert, als uns lieb ist. Gott wird auf die eine oder andere Weise helfen, so wie er es in der Vergangenheit getan hat. Jesus war für kranke da, als er auf unserer Erde war. Und so ist er auch jetzt, heute für uns da. Wir alle liegen ihm am Herzen. Aber brauchst du Jesus, wenn in deinem Leben gerade alles glatt läuft? Wenn du einen lieben Lebenspartner gefunden hast und in Kürze heiraten wirst? Wenn du gesunde Kinder zur Welt gebracht hast? Wenn die berufliche Karriere gerade gut läuft und sinnbildlich alle deine Aktien steigen? Oder du noch fit in Pension gehst und dir eine gute Rente, manche Reise ermöglicht? Jacobus nennt uns dazu Gedanken in Kapitel 4. Nun zu euch, die ihr mit großen Worten ankündigt. Heute oder morgen wollen wir in diese oder jene Stadt gehen. Wir wollen dort ein Jahr bleiben, gute Geschäfte machen und viel Geld verdienen. Ihr wisst doch gar nicht einmal, was morgen sein wird. Was ist denn schon euer Leben? Nichts als ein flüchtiger Hauch, der kaum ist, der da, auch schon wieder verschwindet? Darum sollt ihr lieber sagen, wenn der Herr will, wenn wir dann noch leben, dann wollen wir dies oder jenes tun. Ihr aber seid stolz auf eure Pläne und gebt damit an. Eine solche Überheblichkeit ist verwerflich. Ich denke, dieser Text spricht nicht nur für Selbstständige. Auch als Angestellter kann ich diese Denkweise mir zu eigen machen. Ich plane und habe alles im Griff. Brauchst du Jesus? Brauche ich Jesus? Als Adventsgemeinde beziehen wir den Brief, den ich an die Gemeinde Laodicea geschrieben wurde, auf uns. An den Engel der Gemeinde in Laodicea schreibe, dies sagt ihr der eine, der die Erfüllung aller Zusagen Gottes ist, seinen treuer und wahrhaftiger Zeuge. Er ist der Ursprung von allem, was Gott geschaffen hat. Also es spricht Jesus zu uns. Ich kenne dich genau und weiß alles, was du tust. Du bist weder kalt noch heiß. Ach, wärst du doch das eine oder andere. Aber du bist lau, deshalb werde ich dich ausspucken. Du bildest dir ein, ich bin reich, ich habe alles, alles, was ich brauche. Mir fehlt es an nichts. Du machst dir selbst etwas vor. Du merkst gar nicht, wie jämmerlich du in Wirklichkeit dran bist, arm, blind und nackt. Darum solltest du dich endlich um Waren, Reichtum bemühen, um das reine Gold, das im Feuer geläutert wurde. Nur dieses Gold macht dich reich. Und nur von mir kannst du es bekommen. Lass dir auch weiße Kleider von mir geben, damit du nicht länger nackt dastehst und dich schämen musst. Kauf dir Augenseilbe, die deine blinden Augen heilt. Bei allen, die ich liebe, decke ich die Schuld auf und erziehe sie mit Strenge. Nimm dir das zu Herzen und kehre um zu Gott. Merkst du es denn nicht? Noch stehe ich vor deiner Tür und ich klopfe an. Wer jetzt auf meine Stimme hört und mir die Tür öffnet, zu dem werde ich hineingehen und Gemeinschaft mit ihm haben. Wer durchhält und den Sieg erringt, wird mit mir auf dem Thron sitzen, so wie auch ich als Sieger auf dem Thron meines Vaters mich gesetzt habe. Wer ohren hat, soll hören, was Gottes Geist den Gemeinden sagt. Ja, hier spricht Jesus zu uns und fordert uns auf, auf seinen Klopfen an der Tür unseres Herzens zu reagieren. Wir sind ihm nicht egal. Er will uns helfen, wie er den Menschen in den drei Geschichten, die wir zu Anfang gelesen haben, auch geholfen hat. Wir wollen uns ihm zuwenden. Ja, Herr, ich brauche dich. Meine Pläne sind nicht unwichtig, aber sie sollen den richtigen Platz einnehmen. Wenn der Herr es will, werden wir leben und dieses oder jenes tun. Jesus gibt uns so wunderbare Verheißungen. Ihr lesen in Matthäus 11 und Petti hat ihn ja schon gelesen, den Fers. Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid. Ich will euch erquicken. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig. So werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen, denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht. Ihr meint es jemand richtig gut mit uns. Kommt zu mir in jeder Lebenslage, ob du jung bist oder alt. Verheiratet oder singt. Arm oder reich. Gesund oder angeschlagen. Komm einfach zu mir. Bei mir findest du Ruhe. Wenn du jung bist und dich noch nicht für die Taufe entschieden hast, dann sage heute Ja zu ihm. Wenn du dich schon vor langer Zeit für Jesus entschieden hattest, sag heute erneut, ja, ich will bei dir sein. Wenn dein Glaube schwach geworden ist, dann bekenne ihm ja, Herr, ich brauche dich. Und wenn du die Entscheidung vielleicht schon viele Jahre vor dir her schiebst, dann sage heute zu Jesus, ja, ich will ganz dir gehören. Wir hören jetzt ein Lied zur Besinnung. Bewegt diese Gedanken in eurem Herzen, Jesus klopft an. Danke, Herr, dass du auf diese Welt gekommen bist, um uns Rettung zu bringen. Danke, dass du viele Kranke geheilt hast und dass du auch uns in unserem Leben Heilung schenkst. Herr, wir wollen uns dir anvertrauen. Wir wollen unser Leben mit dir führen. Hilf uns dabei und begleite uns, denn wir können vieles aus uns nicht tun. Aber du, Herr, du kannst an unsere Herzenstür klopfen und uns das schenken, was du für uns vorbereitet hast. Danke, Herr. Amen.