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Evangelisch · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen

Eine Geschichte unserer Gemeinde - 3. Advent

Evangelisch-reformierte Gemeinde Frankfurt · Evangelisch-reformierte Gemeinde Frankfurt · 2025-12-14 · Frankfurt am Main · Quelle

Gemeinschaft · Hauptbotschaft Dankbarkeit · tragend Wahrhaftigkeit · tragend

Das bewusste Erinnern der historischen Flucht- und Integrationsgeschichte der Gemeinde schafft eine tiefgreifende, familienähnliche Bindung und eine gemeinsame Identität, die über bloße Mitgliedschaft hinausgeht.

Ich glaube, das Erinnern hilft dabei, glaube ich, auch sich in Verbindung zu setzen. Klar, zu der Geschichte an sich, aber doch dabei auch irgendwie mit Gott in Verbindung zu setzen.

Der Text analysiert die besondere Rolle der historischen Erinnerung in der Evangelisch-reformierten Gemeinde Frankfurt. Die Sprecher beschreiben, wie die Fluchtgeschichte der Vorvahren und das Erinnern an prägende Persönlichkeiten eine starke, familienähnliche Bindung innerhalb der Gemeinde stiften. Im Gegensatz zur oft fluktuierenden Mitgliedschaft in anderen Gemeinden wird hier eine hohe Kontinuität und Verwobenheit über Generationen hinweg betont. Das Erinnern dient dazu, Dankbarkeit für erreichte Rechte und eine tiefe Beziehung zu Gott zu erzeugen. Auch schwierige Kapitel wie die Zeit des Nationalsozialismus werden als Teil dieser Identität thematisiert, wobei das Eingestehen von Versagen als schmerzhaft, aber notwendig beschrieben wird. Die Geschichte fungiert als verbindendes Band, das die Gemeinde als ein Ganzes zusammenhält und ihr ein einzigartiges Profil verleiht.

Weltbild

was das heißt
Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
Feindschaft, Hass, Zerfall der Gemeinschaft (erschlossen)
Wo sitzt das Übel?
in der eigenen Gemeinde, Familie, Religion
Was hilft dagegen?
Zusammenhalt, gegenseitige Hilfe, Zugehörigkeit
Was ist der Mensch nach diesem Text?
vor allem Teil einer Gemeinschaft oder Schöpfung
Wohin geht die Geschichte?
es wird besser, Entwicklung zum Guten
Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
auf Tradition, Väter, gewachsene Praxis
Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
den eigenen Glaubensgeschwistern
Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
auf die eigene Gemeinschaft und sich selbst

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nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition

Wozu der Text aufruft

Gemessen

Grundhaltung
1 von -2 bis 2
Eindringlichkeit
2 von 3
Reichweite
3 von 5
Konkretheit
2 von 3
Abgrenzung
1 von 3
Zeitbezug
früher 3, jetzt 2, künftig 0

Ausgewertet mit qwen/qwen3.8-27b, Fassung v3. Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.

Wortlaut anzeigen
Ja, herzlich willkommen zur dritten Folge. Wir wollen über das Erzählen erzählen und in der heutigen Folge geht es um Gemeinde, um die Geschichte unserer Gemeinde. Das letzte Mal haben wir ja über unsere eigene Geschichte gesprochen. Jetzt geht es um die Geschichte von was Größerem, wo man selbst teil ist und die Frage, wie man das erzählt. Die Geschichte der Gemeinde hat hier ja eine sehr besondere Funktion, wie wir ja beide festgestellt haben. Wir beide sind ja nicht hier aufgewachsen, sondern kamen irgendwie vor ein paar Jahren mehr, ich vor zwei Jahren hier in die Gemeinde. Und uns beide sind wir direkt aufgefallen, die Geschichte hat hier einen sehr besonderen Stellenwert. Gerade als ich dann auch angefangen habe, über die Geschichte hier für den Geschichtswettbewerb zu fordern, ist mir das dann irgendwie auch begegnet, eine ganz besondere Geschichte, die die Gemeinde hier hat. Und darüber wollen wir heute sprechen, Angelina Viel und Daniel Fricke. Was macht die Geschichte dieser Gemeinde denn besonders? Die Geschichte der Gemeinde macht besonders, als dass sie sehr zentral im Gedächtnis der Mitglieder verankert ist. Also ich glaube, egal wo man hierher kommt, man wird immer irgendwie mit der Geschichte konfrontiert und auch aus ganz unterschiedlichen Perspektiven. Einerseits natürlich diese Fluchtgeschichte, dass die Gemeinde eigentlich aus so anderen Orten kamen, aber hier ist die Flüchtlinge dann eben gelandet ist vor fast 500 Jahren. Aber dann natürlich auch andere Perspektiven. Wir haben sehr viel über die ZDN gesprochen. Unser Archival Lutz-Bech hat auch ein Mucht dazu veröffentlicht, was auch auf ein reges Interesse gestoßen ist. Und jetzt ja auch kürzlich, also kürzlich, insofern vor 20 Jahren, ist ja auch erst dieses Gemeindezentrum, wie es heute ist, entstanden. Also es gab es natürlich schon irgendwie vorher, aber dann ja einen Neubau. Und es ist auch einfach so, dass viele Mitglieder das auch noch alles erlebt haben. Also die irgendwie, die Schwester Lisa, bei der wir auch letztes Jahr gesprochen haben, auch persönlich gekannt haben, ebenal Gefahrer, die hier irgendwie sehr zentral waren und das ist irgendwie sehr im Gedächtnis geblieben und wird auch noch gerne erzählt heute. Also ich glaube bei den Fahrern kann ich gleich einhaken, Fahrern und Fahrerinnen, die Namen fallen natürlich immer wieder. Also es ist ja normal, dass es irgendwie in der Gemeinde, dass Menschen, die prägend waren, dass man sich an die erinnert, aber auch nochmal irgendwie Orte und Situationen. Das kenne ich nicht so stark aus anderen Gemeinden. Willfahrungsdekret als Stichwort, wo irgendwie die Gemeinde mehr Rechte bekommen hat, um die sie lange gekämpft hat. Also das ist doch nicht allen Leuten präsent, aber doch vielen Leuten präsent. Also verschiedene Bits und Bites aus der Gemeindegeschichte, was dann schon so eine eigene DNA irgendwie webt insgesamt. Und das ist ja mehr vor allem sehr spannend. Also ich will sagen, es ist vor allem so im harten Kern der Gemeinde sehr zentral, im harten Kern der Mitglieder. Und es ist ja auch total spannend, weil die wissen ja auch teilweise Sachen, die wir gar nicht wissen oder die auch sonst irgendwie auftauchen, was irgendwie erzählt wurde über Generationen hinweg oder jetzt neue Geschichten natürlich auch persönlich erlebt wurde. Und wir dann auch irgendwie ganz viel Neues lernen können und irgendwie dann auch viel, jetzt auch wenn man hervorkommt, was vorher nicht klar war. Und trotzdem noch Dinge auch noch völlig unerforscht sind. Also da gibt es schon noch viel, viel mehr zu holen, als wir bisher wissen. Die Auseinandersetzung damit ist aber sehr zentral. Und ich glaube, das hat auch etwas damit zu tun, dass mir diese Gemeinde manchmal wie eine Familie vorkommt. Also wenn ich so überlege, was ist das für ein Gebilde eigentlich? Also klar, ein Wirtschaftsunternehmen ist es letztlich nicht. Aber es ist auch nicht irgendwie ein loses Zusammenkommen, wo man sich mal trifft und im Tisch versammelt und dann gemeinsam Gottesdienst feiert, sondern es ist mehr. Also man teilt auch Geschichten miteinander, Lebensgeschichten. Ich sage, man mag sich seit Jahrhunderten, man hasst sich seit Jahrhunderten. Manche teilen, manche Personen ist auch völlig okay. Aber es verbindet einen trotzdem darüber. Ein Band, was stärker ist als jetzt eine normale Beziehung. Ja, ich finde, das macht die Gemeinde irgendwie auch relativ einzigartig. Also ich weiß nicht, wie es in anderen Landeskirchen ist, aber so die Gemeinde, wo ich jetzt bin oder in der Freikirche, wo ich eben auch bin, dort habe ich das eher weniger. Also dort wird natürlich oft gesagt, hey, wir sind eine Familie als Gemeinde. Und das ist ja auch für eine Anspruch, die eine Gemeinde an sich haben sollte. Aber jetzt bei ca. 300, 400 Leuten, die in den Gottesdienst kommen, ist das natürlich einerseits unrealistisch und andererseits besteht dort teilweise auch eine sehr hohe Fluktuation. Also irgendwie Leute, die mal kommen, dann wieder gehen. Leute, die dann regelmäßiger kommen, vielleicht aber auch wieder gehen, neue Leute, die kommen. Das ist irgendwie ständig im Wandel. Aber weil sich hier in der Gemeinde erlebe, ist irgendwie keine Fluktuation so richtig so klar. An gemeindemäklicher Zahlen sieht man das schon irgendwie. Aber die Leute, die zum Gottesdienst kommen, die zum Angeboten hier kommen, die sind irgendwie ein fester Teil. Und die bleiben auch. Und wenn ich jetzt auch für die Recherche christenlidischer Herkunft mir die Tauffbücher anschaue, dann sehe ich irgendwie viele Namen, die mir auch teilweise heute noch bekannt vorkommen. Und wo ich denke, so, ey, das ist doch ein Vorfahre, der irgendwie vor 200 Jahren schon hier in der Gemeinde war und wo die Nachfahren heute auch noch hier sind. Und das ist, wie du gesagt hast, also irgendwie, man kennt sich seit Generationen und irgendwie, man wächst ja auch irgendwie dann zusammen. Und man ist irgendwie da verwoben, tatsächlich. Man ist Teil dieser Geschichte. Ich habe das in den Dörfern, in denen ich Fahrer war, immer auch so ein bisschen gesagt. Man wird so ein bisschen Teil der Geschichte da. Man schreibt auch ein Stück weit daran mit. Und dann wurde gesagt, so jetzt gehst du in die Großstadt und da ist es alles ganz anders und da würde ich keiner kennen. Das ist super anonym. Und wenn ich das jetzt aber vergleiche, das Gefühl hier in der Gemeinde, dann ist das eigentlich gar nicht anders. Ja, und ich finde gerade, auch wenn man jetzt neu dazukommt, ist irgendwie auch irgendwie spannend zu beobachten. Also ich weiß noch, als ich das erste Mal hier war, war meine Eindruck schon, das ist eine sehr fest bezogene Gruppe auf sich irgendwie. Man kommt da rein und alle sind irgendwie beieinander, aber die kennen sich auch irgendwie extrem gut. Und aus meiner Freikirche kenne ich das eher so, dass man grüßt jeden, aber man hat keine wirklich feste Bindung zu den Menschen. Also es bleibt eher meistens auf diesem Smalltalk-Level. Aber sich hier erlebe, ist dann halt wirklich das komplette Gegenteil. Also irgendwie eine feste Gruppe, aber die Gespräche dort sind dann total in ich und total tief. Und was mir auch aufgefallen ist, man erinnert sich auch irgendwie extrem viel. Das finde ich irgendwie auch so zentral in dieser Gemeinde irgendwie das Erinnern. An einerseits natürlich persönliche Geschichten, persönliche Gespräche. Aber wenn wir es jetzt auf den Gesamtkontext uns anschauen, dann natürlich kommen wir auch wieder auf die Geschichte zu sprechen. Irgendwie vieles, was bekannt ist, vieles, was sich erinnert wird. Ja, und ich meine, da ist natürlich auch ein Link zum jüdischen Glauben und auch zum Selbstverständnis des Volks Israel. Das fällt mir immer so auf. Ich will nicht sagen, wir sind da genauso. Aber wir sind da zumindest ähnlich als Gemeinde. Das Beispiel kennst du und haben wir auch manchen noch mal erzählt. In der Kirche am Kornmarkt stand ja auch auf so einem Stein eingelassen. Gemeinde erinnert dich an die Zeit, als du in Wockenheim Gottesdienst gefeiert hast und da extra hinfahren musstest. Also da wurde sozusagen extra gesagt. Also erinnert euch, was ihr jetzt hier erreicht habt und was das für ein Wert ist, auch in Frankfurt nun endlich angekommen zu sein, endlich Gottesdienst feiern zu dürfen. Damit waren auch noch nicht alle Rechte sozusagen gleichgestellt. Aber das war ein ganz, ganz großer Schritt. Aber eben nicht einfach zu sagen, okay, es geht immer nach vorne, sondern wir gucken auch auf das, was war. Und wir wissen das, was ja auch häufig eine Dankbarkeit erzeugt. Wenn du weißt, was war und dich erinnerst, dann merkst du, was du jetzt vielleicht hast. Es schlägt so eine Brücke über die ganzen Zeiten tatsächlich hinweg. Und wo du es jetzt gerade gesagt hast, ich muss irgendwie an unsere letzte Folge denken, wo wir über das Scheitern gesprochen haben und wie uns das manchmal irgendwie im Gedächtnis geblieben ist. Und wenn du das so erzählst, dort habe ich den Eindruck, dass das kann eine komplette Gegenteil ist. Also dass wir uns hier als Gemeinde irgendwie sehr die Erfolger erinnern und natürlich auch irgendwie an die Zeit, wo es schlecht lief, aber irgendwie, wenn man sich das vergegenwärtigt, irgendwie was für eine krasse Leistung ist, man kommt als Flüchtlingsgemeine hierhin, hat erst mal eine Odyssee durch verschiedene Städte, Länder, man wird irgendwie irgendwo aufgenommen, dann wird man hier irgendwie aufgenommen, wird auch irgendwie erst mal ganz gut aufgenommen, aber dann wird einem verboten, hier Gottesdienstes zu feiern, man muss nach Borgeneheim gehen, was ja damals nicht zu Frankfurt gehörte. Es war nicht alles Gute, wenn wir auf die Zeit des Nationalsozialismus schauen, dann ist dort auch viel Scheitern gewesen in der Gemeinde, wo wir auch gemerkt haben, das war irgendwie in der langen Zeit auch ein schwieriges Thema, was dann irgendwie gerne unter den Tisch gefallen ist, wo man sich dann lieber an dieser Folgstory erinnert hat. Aber wenn wir jetzt das so ein bisschen ausklammern erstmal, wirklich überlegen, wir sitzen hier heute im Gemeindehause, der Reformieren Gemeinde im Westend, im sehr zentralen Stadtviertel, wir sind irgendwie als Gemeinde anerkannt in der Stadtgesellschaft und auch deutschlandweit. Und mich würde interessieren, wenn man 500 Jahre zurückschauen würde, wenn wir das den Leuten damals gesagt hätten, wo wir heute stehen, also wie die Reaktion darauf gewesen wäre. Ich glaube, das Erinnern hilft dabei, glaube ich, auch sich in Verbindung zu setzen. Klar, zu der Geschichte an sich, aber doch dabei auch irgendwie mit Gott in Verbindung zu setzen. Ich glaube, das ist wirklich das Wertvolle. Also wenn ich mich so erinnere an Dinge und Erfolge, auch an Scheitern auch erinnere, und das im Herzen habe und das nicht einfach vergesse, sondern irgendwie dazustehe, dann finde ich, schafft das ja in der Identität und schafft es auch nach Haltung, finde ich gegenüber Gott. Ich weiß nicht, ob du dem Gedanken folgen kannst, aber das setzt mich in Beziehung. Also setzt mich als Einzelne in Beziehung zu etwas größerem und dann eben auch zu dem ganz großen Ganzen. Das steckt für mich da nochmal drin. Du hast jetzt die Zeit des Nationalsozialismus schon angesprochen. Wie ist das denn für so eine Gemeinde? Wie kann man sich da zur eigenen Geschichte oder zu der Geschichte der Gemeinde positionieren, die man vielleicht im Überblick ja auch gar nicht sieht oder was denkst du? Na ja, natürlich ist es irgendwie auch eine gewisse Art von Schmerz, die da einhergeht, weil ich weiß nicht, wie es anderen geht, aber ich habe immer eine sehr starke Verbundenheit mit meiner Gemeinde, weil ich denke, das ist meine Art von Zuhause oder auch, wie wir von besprochen haben, auch eine Art von Familie. Und dann einzugestehen, diese Gemeinde, diese Familie, die mir so viel bedeutet, hat in der Vergangenheit viel missgebaut. Wenn wir jetzt Nationalsozialismus anschauen mit dieser Betteleumann und auch irgendwie Christen-Jüdischer Herkunft, wo wir jetzt gerade ja aufarbeiten sind, mehr ist es natürlich schon schwierig. Ja, sagt vielleicht mal zu Christen-Jüdischer Herkunft nochmal ein bisschen mehr. Wir lassen das hier manchmal so fallen, aber vielleicht ist das Leuten gar nicht klar. Was ist das genau? Also wir recherchieren gerade über Christen, die bei uns in der Gemeinde getauft wurden, aber laut den gesetzten Nationalsozialismus eben jüdisch waren, also jüdische Eltern, jüdische Großeltern, und die eben aufgrund dessen dann eben auch nicht als Christ anerkannt wurden, sondern eben verfolgt wurden oder eventuell verfolgt wurden und so wollen wir eben jetzt herausfinden, wer dort die Leute waren und was die Geschichten dahinter sind. Ja, weil es ja doch spannend ist, weil der Nationalsozialistische Staat eben gesagt hat, die Großeltern sind entscheidend und es ist nicht entscheidend, ob du getauft bist. Das bricht es nicht, sondern diese sozusagen Rasse in Anfangstrichen, Merkmale, das ist entscheidend und das hat eben diesen Kampf des Staates auch gegen die Kirchen und gegen die Menschen natürlich in die Kirchen hineingetragen. Also es war ja eigentlich in jeder Kirchengemeinde oder in vielen Kirchengemeinden gab es solche Fälle und dann war die Frage, wie verhält man sich dazu und ich würde auch sagen, das war nicht einheitlich in dieser Gemeinde. Es gab irgendwie Pfarrer, die sich da auch eingesetzt haben für andere, wir wissen das Pfarrering, der dann auch Teil der bekannten Kirche war, obwohl die bekannten Kirche ja auch nicht nur die Guten waren, aber er hat da ja auch sich um Christenjüdische Herkunft gekümmert. Ja, aber es gab dann eben auch die andere Seite, also auch Menschen, die wahrscheinlich denunziert haben, so wie viele in dieser Zeit, also andere Menschen ins offene Mess haben laufen lassen. Und insofern ist diese Geschichte eben auch relativ diffus, also sich dazu in Verbindung zu setzen zu so einem, wir wissen es ja gar nicht so genau, wir haben es vielleicht auch nicht erzählt bekommen oder es wurde auch verschwiegen, worüber wir in der ersten Folge gesprochen haben. Ich glaube, das macht es schwierig und deswegen ja auch dieses Projekt nochmal zu sagen, wer waren diese Menschen eigentlich und vielleicht merken wir ja auch oder erfahren etwas über die Brüche zur Gemeinde. Also was ist da passiert? Also es kann ja in alle Richtungen gehen, es kann ja auch sein, Mensch uns wurde geholfen, diesen Weg über die Grenzen zu gehen, uns wurde irgendwie, also wurde in einer gewissen Art und Weise geholfen. Ich habe jetzt gerade aus der Gemeinde eine Geschichte gehört, da habe ich sie auch noch nicht erzählt, wo das ein jüdischer Mensch war, der dann jemand, der so einen Handel hatte, ihm das Silberbesteck verkauft hat. Und der Deal war, ich verkaufe dir das und der brauchte das Geld zur Ausreise und der Punkt war, dass er ihm versprochen hat, eben auch in Gemeinde mitgibt, dass er ihm das Besteck dann wieder gibt tatsächlich, wenn er wieder kommt. Also dass sie so ein Deal gefunden haben, ok, ich helfe dir, jetzt nicht auf den großen Ding irgendwie, ich schleuse dich über die Grenze, aber ich gebe dir jetzt das Geld, weil du es brauchst und wir haben hier einen Commitment, dass ich dir das dann wieder wieder zurückgebe. Eigentlich auch eine coole Geschichte, oder? Ja, auf jeden Fall, also ich hatte das ja jetzt auch zum ersten Mal. Aber ich finde, dass er zeigt irgendwie ganz deutlich, auch diese unterschiedlichen Arten von Hilfe. Also Unterstützung muss ja nicht sein, irgendwie ich schleuse mich über die Grenze, wie es mit Elisabeth Neumann passiert ist, sondern es sind ja meistens eher diese kleineren Stories, die aber das große Ganze ausmachen, das ist ja das Spannende. Ja, was ich immer gerne sage, das weißt du irgendwie, also Nachbarn werden zu feinden, aber es sind eben auch manche Nachbarn Freunde geblieben. Und gerade eben in den Kirchen gemeinten gab es diesen Druck, weil ich denke, dass das eigentlich für viele sehr sichtbar war, was sich da verändert hat. Und das plötzlich manche Leute eben nicht mehr kamen und die ja auch noch zum Teil sehr stark geglaubt haben, dass sie das irgendwie schützt und dass die Kirchen gemeinten sie vielleicht auch schützen würden. Und plötzlich standen sie da und wurden auch deportiert, den Judenstern tragen. Das wissen ja zum Beispiel bei Elisabeth Neumann eben auch. Das hat sie später ja auch geltend gemacht, um sozusagen Geld zu bekommen, als Kompensation für das, was sie erlitten hat an Leib und Leben. Also klar, das hat sie überhaupt nicht geschützt und das muss ja eine große Enttäuschung irgendwie erzeugt haben, kann ich mir vorstellen. Ja klar, und ich meine, wenn wir jetzt bei Elisabeth Neumann als Beispiel bleiben, gerade sie hatte ja eine sehr starke Verbundenheit zu der Gemeinde, was sich dann ja gezeigt hat, dass sie nach dem Krieg aus der Schweiz und wieder hierher geflohen ist und mir hier weiter zu arbeiten. Trotz irgendwie diesen ganzen Widerständen und den Insozionen, die sie irgendwie hier erlebt hat. Aber vielleicht, wenn wir uns den Familienaspekt wieder zu eigen machen, vielleicht ist es auch gerade das. Also irgendwie, es ist eine Familie, es ist nicht alles perfekt und es gibt irgendwie auch Schwierigkeiten und Herausforderungen, aber irgendwie bleibt dieses Band bestehen und irgendwie ist dieses Band noch wichtig. Also keine Ahnung, aber ich glaube, dass jetzt auch bei vielen Gemeinden möglich sind, auch heutzutage, also dass sie irgendwie trotz Schwierigkeiten oder auch Sachen, die irgendwie nicht gut gelaufen sind hier in der Gemeinde, also das ist ja nicht nur irgendwie nur im Nationalsozialismus, sondern das zieht sich ja auch irgendwie eine Linie durch die Geschichte, also das ist ja auch normal, dass es immer irgendwie bessere Zeiten gibt und schlechtere, aber irgendwie diese Gemeinde, dass sie trotzdem irgendwie zusammenbleibt und eben nicht irgendwie bei der ersten Schwierigkeit, was wir ja irgendwie heutzutage oft haben, irgendwie die erste Schwierigkeit und dann ist man weg und man sucht sich dann lieber was Neues, sondern irgendwie es ist eine Art Commitment, würde ich sagen. Ja, das ist schon, wie du das sagst. Ich meine, ein Aspekt, den wir noch nicht besprochen haben, wenn man jetzt hier, ich meine, wir gucken jetzt nicht auf die Gemeinde Geschichte, weil die so toll ist, sondern wir wollen ja exemplarisch drauf gucken, was bedeutet das eigentlich und dass man vielleicht auch selbst überlegen kann, in welchen Kontexten bin ich unterwegs, wo erlebe ich das vielleicht auch so ähnliche Dinge oder vielleicht das ganz anders, wo mich vielleicht auch was stört oder vielleicht ist das für manche auch zu eng, die vielleicht auch gesagt haben, hey, ich such mir was anderes, weil mir das zu familiär, zu eng, zu wenig der Bereich ist, wo ich irgendwie mich entfalten kann, das kann ja auch sein. Was wir noch nicht besprochen haben, ist natürlich diese Geschichte, das nach dem Krieg es dann ja verschiedene Gemeindebezirke gab. Es waren ja bis zu fünf Gemeindebezirke, die sich dann entwickelt haben, nachdem die Kirche am Kornmarkt oder das Bethaus am Kornmarkt zerstört wurde. Ich glaube halt, dass das auch nochmal spannend ist eigentlich, also weil das waren ja eigene Strukturen, es gab diese Bezirksausschüsse und die haben so ein bisschen für sich operiert, auch mit den Mitarbeitenden und dann musste man plötzlich ja irgendwie 2004 hier zusammenkommen, 2005. Zusammenwachsen letztlich zu einer Gemeinde, das war ein harter Prozess, wo man auch oft Dinge verzichten musste, die sich verändert haben, aber das finde ich eben auch noch mal spannend. Also siehst du das auch noch irgendwie manchmal in Gesprächen? Ja, auf jeden Fall. Also gerade irgendwie als Außenstehende, die am Anfang gar nichts über die Gemeindestruktur wussten und noch weniger über die Gemeindestruktur von vor über 20 Jahren, da merkt man irgendwie schon, dass es eine sehr große Identität heutzutage auch noch ist und also ich weiß von vie