Orthodox · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen
Assembly of the Archdiocese of Canada: Sermon at the Primatial Divine Liturgy
Metropolitan Tikhon ·
Orthodox Church in America - Reflections in Christ (Homilien Metropolit Tikhon) ·
2026-07-18
· Syosset
· Quelle
Demut · Hauptbotschaft
Gemeinschaft · tragend
Hoffnung · tragend
Wahre Heilung und Anbetung entstehen nicht aus theoretischem Wissen oder Streit, sondern aus der demütigen Hingabe der eigenen Gebrochenheit an Christus, der durch seine Auferstehung die Trennung von Gott überwindet.
Sie kamen mit einer Haltung der Demut, der einzige Weg, auf den Verzweifelte kommen können – tragend ihre eigenen gebrochenen Körper und die gebrochenen Körper der Menschen, die sie liebten, und sie legten sie einfach nieder.
Der Text interpretiert das Evangelium von der Heilung der Kranken am See Genezareth und die Epistel aus 1. Korinther 7-8 als Aufruf zur Demut und zum Vertrauen in Gottes Heilung. Der Prediger betont, dass die Menschen ihre Gebrochenheit ohne theoretische Erklärungen oder Streit einfach zu den Füßen Christi legten. Diese Haltung der Demut wird als der einzige Weg für Verzweifelte dargestellt, um Gnade zu empfangen. Im Kontrast dazu steht das Wissen, das ohne Liebe nur aufbläht, während Liebe aufbaut und zu Gott führt. Die Predigt verweist auf die Erbsünde als Ursache von Leid, Tod und Trennung von Gott, die durch die Auferstehung Christi überwunden wird. Die Zuhörer werden ermutigt, die Komplexitäten der modernen Existenz nicht als ungelöste Probleme, sondern als Gelegenheiten zur Liebe und Buße zu sehen. Abschließend ruft der Sprecher dazu auf, mit Geduld und Liebe auf Christus zu vertrauen, der als göttlicher Arzt Heilung schenkt.
- Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
-
Abkehr von Gott, Gleichgültigkeit, Götzendienst; Krankheit, Tod, Vergänglichkeit als Grundproblem
- Wo sitzt das Übel?
-
im Herzen, im Willen, in der Seele des Einzelnen
- Was hilft dagegen?
-
Zuwendung Gottes, Erlösung, die nicht verdient wird; innere Wandlung, Reue, Sinnesänderung
- Was ist der Mensch nach diesem Text?
-
gefallen, aus eigener Kraft nicht heil zu machen
- Wohin geht die Geschichte?
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eine Wende, ein Kommen, eine neue Ordnung steht bevor
- Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
-
auf den Stifter oder Propheten der Tradition; auf die heilige Schrift der eigenen Tradition
- Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
-
den eigenen Glaubensgeschwistern
- Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
-
auf die eigene Gemeinschaft und sich selbst
Verwandte Texte aus anderen Traditionen
nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition
Wozu der Text aufruft
- Die eigene Gebrochenheit und das Leid mit Demut vor Gott bringen (innerlich)
- Die anderen mit Geduld und Fürsorge tragen und zu Christus führen (zwischenmenschlich)
- Durch Buße, Gebet und Liebe mit Christus vereint werden (rituell)
Genannte Stellen
1 Kor 7,35–8,7 · Mt 15,29–31
Gemessen
- Grundhaltung
- 1 von -2 bis 2
- Eindringlichkeit
- 2 von 3
- Reichweite
- 3 von 5
- Konkretheit
- 2 von 3
- Abgrenzung
- 0 von 3
- Zeitbezug
- früher 2, jetzt 2, künftig 1
Ausgewertet mit qwen/qwen3.8-27b, Fassung v3.
Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.
Wortlaut auf Deutsch
Calgary, Alberta
Freitag, 17. Juli 2026
Epistel: 1. Korinther 7,35–8,7 · Evangelium: Matthäus 15,29–31
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Meine geliebten Kinder in dem Herrn – In der eher kurzen Lesung aus dem Evangelium nach dem heiligen Matthäus, die für heute bestimmt ist, hörten wir, wie Jesus, nachdem er eine bestimmte Gegend verlassen hatte, in die Nähe des Sees von Galiläa kam, auf einen Berg hinaufging und sich dort setzte. Und große Volksmengen kamen zu Ihm – und brachten mit sich die Lahmen, die Blinden, die Stummen, die Gebrechlichen und viele andere – und sie legten sie zu seinen Füßen, und Er heilte sie. Als die Menge diese wunderbaren Heilungen sah, staunte sie und pries den Gott Israels.
Die Bewegungen in dieser Erzählung sind ähnlich wie diejenige, die wir während der Osterzeit am Sonntag des Gelähmten hören. Diese Erzählung, die die wunderbare Heilung des Gelähmten am Sabbat durch unseren Herrn, Gott und Heiland Jesus Christus darlegt, ist länger, aber der eigentliche Moment der Heilung ist ebenso kurz: Der Herr sagt zum Gelähmten: „Steh auf, nimm dein Bett und geh umher.“ Und sogleich, so wird uns berichtet, wurde der Mann gesund, nahm sein Bett und ging umher.
Im heutigen Evangelium bringen die Volksmengen die vielen gebrochenen Menschen und legen sie einfach zu den Füßen des Herrn, und, wie uns gesagt wird: „Er heilte sie.“ Es gibt eine Einfachheit in diesen Bewegungen, die nicht übersehen werden sollte. Tatsächlich ist es bemerkenswert festzustellen, was diese Menge in diesem Fall nicht tat. Sie kamen nicht zum Herrn mit einem Streit, oder mit einem Plan, wie Heilung funktionieren sollte, oder mit einer Theorie darüber, was mit den Kranken nicht stimmte. Sie kamen mit einer Haltung der Demut, der einzige Weg, auf den Verzweifelte kommen können – tragend ihre eigenen gebrochenen Körper und die gebrochenen Körper der Menschen, die sie liebten, und sie legten sie einfach nieder. Wie wir alle tun sollten, brachten sie all ihr Leid mit Ehrlichkeit, aber mit stiller Hoffnung vor.
Aber in beiden dieser einfachen Erzählungen gibt es viel Aktivität um die kurzen Momente der Heilung herum: Im Fall des Gelähmten gibt es die Jahre geduldigen Wartens am Teich, die dieser Mann ertrug, hoffend auf Heilung; es gibt die Tatsache seiner Isolation, da er keinen Mann hatte, der ihm half, ins Wasser zu kommen; es gibt den komplizierten Ritus, den alle folgten, die auf das Bewegen des Wassers durch den Engel warteten. Danach gibt es das Drama, das von denen hervorgerufen wurde, die den Herrn beschuldigten, den Sabbat zu brechen.
Man kann sich vorstellen, dass es ein ähnliches Maß an Aktivität in den Leben all jener gibt, die zum Herrn kommen, sowohl derer, die litten und gebrochen waren, als auch derer, die sich um sie kümmerten und sie zu den Füßen Christi brachten.
In all dieser Aktivität gibt es eine Erinnerung an uns alle, während wir die Komplexität und Schwierigkeit unserer modernen Existenz erleben, und diese Erinnerung findet sich in den Worten, die beide Erzählungen abschließen. Im Fall des Gelähmten hören wir: Der Mann ging weg und sagte den Juden, dass es Jesus war, der ihn gesund gemacht hatte. Und heute empfingen die Volksmengen nicht nur Heilung ihrer Körper, sondern auch Anbetung, denn uns wird gesagt, dass sie den Gott Israels priesen.
Christus, dessen Name bekannt gemacht wird und dem Ehre dargebracht wird, ist das Zentrum und das Fundament unseres Lebens, sowohl in Zeiten der Freude als auch in Zeiten der Trauer, in Gesundheit und in Krankheit, wenn wir hoffnungsvoll sind und wenn wir verzweifeln. Es ist gut für uns, dies zu erinnern, das heißt, Jesus Christus zu erinnern, den, der uns gesund macht, und nicht abgelenkt zu werden von den lauten Stimmen dieser Welt, die uns ständig an die Gebrochenheit dieser Welt erinnern.
Wir wissen gewiss von der Gebrochenheit der Welt. Wir wissen, dass die Erbsünde drei Dinge mitgebracht hat: Leiden, Verfall und Krankheit, und schließlich den Tod. All diese Realitäten sind uns nicht neu. Aber die ultimative Ursache von Leiden, Verfall und Tod ist die Trennung von Gott, die zuerst durch Adam und Eva durch ihre Sünde herbeigeführt wurde, das heißt der Verlust der Gnade, der durch ihre Trennung von Gott entstand.
Die heutige Evangeliumslesung ist daher eine Ermutigung für uns alle, die in dieser Welt leben, eine Ermutigung, bestrebt zu sein, das Licht Christi zu ergreifen, durch das wir zur Heiligkeit zurückgeführt werden. Es ist das Licht der Auferstehung, das die dunkelsten Regionen der Welt erleuchtet, aber auch die dunkelsten Teile unserer eigenen Herzen. Und wenn wir die dunklen Teile unserer Herzen sehen, verzweifeln wir nicht, sondern erkennen vielmehr klarer die Richtung, die wir einschlagen müssen. Und diese Richtung führt zum Herrn, der uns heil macht, der unsere Zerbrochenheit heilt und unsere Lähmung vertreibt.
Auf die grundlegendste Weise liefert uns die schlichte Evangeliumslesung, die wir heute gehört haben, ein Bild davon, was es bedeutet, den Glauben an diejenigen weiterzugeben, die nach uns kommen. Die Menge auf dem Berg pries Gott nicht, weil ihnen ihre Situation erklärt worden war. Sie priesen Ihn, weil ihre Zerbrochenheit zu Ihm getragen worden war und Er sie nicht abgewiesen hatte.
Wir finden ein paralleles schlichtes Bild in der heutigen Epistel. Der Heilige Paulus, der an eine Gemeinde schreibt, die voller ihres eigenen Wissens und ihrer eigenen Gewissheiten ist, sagt etwas sehr Einfaches: „Das Wissen bläht auf, aber die Liebe baut auf.“ Das Wissen ist nicht der Feind. Der Apostel sagt uns nicht, aufzuhören zu lernen, aufzuhören zu unterscheiden, aufzuhören, die Strukturen aufzubauen, die unser gemeinsames Leben erfordert. Aber er ist klar darin, dass Wissen, das ohne Liebe gehalten wird, die Kirche nicht aufbaut. Es bläht nur denjenigen auf, der es hält. Noch deutlicher erinnert uns der Apostel an diese Wahrheit: „Wenn jemand Gott liebt, dieser wird von Ihm erkannt.“
Dies ist eine sanfte Erinnerung daran, dass die Komplexitäten, die uns im Leben oft präsentiert werden, keine Probleme sind, die gelöst werden müssen, sondern Gelegenheiten, Gott zu lieben, damit wir von Ihm erkannt werden, das heißt, Seine göttliche Gnade empfangen. Und in dieser schlichten Bewegung beginnt die Heilung und fließt die Anbetung hervor.
Mögen wir alle mit der Geduld der Lahmen, der Blinden, der Stummen und der Gebrechlichen ausharren, die heute zu den Füßen des Herrn gebracht wurden. Und mögen wir in unseren Herzen die Liebe derer entzünden, die sie trugen, wissend, dass Er selbst, derjenige, der den Tod durch seinen eigenen freiwilligen Tod niedergetreten hat, immer der göttliche Arzt bleibt, der Heilung bringt allen, die sich bemühen, Ihm nachzufolgen. Und indem wir dies tun, mögen wir durch Buße, durch Gebet und durch Liebe mit Ihm vereint werden, damit wir in Eintracht des Geistes Ihn preisen und anbeten, zusammen mit Seinem Anfangslosen Vater und dem heiligsten Geist, jetzt und immer und in alle Ewigkeit. Amen.
Wortlaut im Original
Calgary, Alberta
Friday, July 17, 2026
Epistle: 1 Corinthians 7:35–8:7 · Gospel: Matthew 15:29–31
In the Name of the Father, and of the Son, and of the Holy Spirit.
My beloved children in the Lord – In the rather short reading from the Gospel of Saint Matthew appointed for today, we heard how, departing from a certain region, Jesus came near the Sea of Galilee, went up into a mountain, and sat down there. And great multitudes came to Him — bringing with them the lame, the blind, the mute, the maimed, and many others — and they laid them down at His feet, and He healed them. Seeing these miraculous healings, the multitude marveled, and glorified the God of Israel.
The movements in this account are similar to the one we hear during the Paschal season, on the Sunday of the Paralytic. That account, which offers up the miraculous healing on the Sabbath of the paralytic by our Lord, God, and Savior Jesus Christ, is longer but the actual moment of healing is equally brief: the Lord says to the paralytic: “Rise, take up your bed and walk.” And immediately, we are told, the man was made well, took up his bed, and walked.
In today’s Gospel, the multitude bring the many broken people and simply lay them down at the feet of the Lord and, as we are told “He healed them.” There is a simplicity to these movements should not go unnoticed. In fact, it is striking to note what that crowd, in this case, did not do. They did not come to the Lord with an argument, or with a plan for how healing ought to work, or a theory about what was wrong with those who were ill. They came with an attitude of humility, the only way those who are desperate can come — carrying their own broken bodies, and the broken bodies of people they love, and they simply laid them down. As we should all do, they brought forward all their affliction with honesty but with quiet hope.
But in both of these simple accounts, there is a lot of activity surrounding the brief moments of healing: in the case of the paralytic, there are the years of patient waiting at the pool that this man endured, hoping for healing; there is the fact of his isolation, having no man to help put him into the water; there is the complicated ritual followed by all those who waited for the moving of the water by the angel. Afterwards, there is the drama raised up by those who accused the Lord of breaking the Sabbath.
One can imagine that there is a similar level of activity in the lives of all those who approach the Lord, both those who were suffering and broken and those who cared for them and brought them to the feet of Christ.
In all this activity, there is a reminder to all of us, as we experience the complexity and difficulty of our modern existence, and that reminder is found in the words that conclude both of these accounts. In the case of the Paralytic, we hear that: The man departed and told the Jews that it was Jesus who had made him well. And today, the multitudes received not only healing of their bodies but worship, because we are told that they glorified the God of Israel.
Christ, the one whose name is made known and the one to whom glory is offered, is the center and the foundation of our lives, both in times of joy and in times of sorrow, in health and in sickness, when we are hopeful and when are despairing. It is good for us to remember this, that is to remember Jesus Christ, the one who makes us well, and not to be distracted by the loud voices of this world that remind us constantly of the brokenness of that world.
We certainly know of the brokenness of the world. We know that ancestral sin has brought in three things: suffering, corruption and sickness, and finally death. All these realities are not new to us. But the ultimate cause of suffering, corruption, and death is the separation from God that was first brought about by Adam and Eve through their sin, that is from the loss of grace that came about by their separation from God.
Today’s Gospel account is therefore an encouragement to all of us who live in this world, an encouragement to continually reach for the light of Christ, by which we are guided back to wholeness. It is the light of the resurrection that illumines the darkest regions of the world but also the darkest parts of our own hearts. And when we see the dark parts of our hearts, we do not despair but rather see more clearly the direction we need to take. And that direction is towards the Lord who makes us well, who heals our brokenness, and dispels our paralysis.
In the most fundamental way, the simple Gospel reading we heard today provides us with an image what it means to hand the faith to those who come after us. The multitude on the mountain did not glorify God because their situation had been explained to them. They glorified Him because their brokenness had been carried to Him, and He had not turned it away.
We find a parallel simple image in today’s Epistle. Saint Paul, writing to a congregation full of its own knowledge and its own certainties, says something quite plain: “Knowledge puffs up, but love edifies.” Knowledge is not the enemy. The Apostle does not tell us to stop learning, stop discerning, stop building the structures our life together requires. But he is clear that knowledge held without love does not build the Church. It only inflates the one who holds it. Even more clearly, the Apostle reminds us of this truth: “If anyone loves God, this one is known by him.”
This is a gentle reminder to us that often the complexities we are presented with in life are not problems to be solved but opportunities to love God so that we might be known by him, that is, receive his divine grace. And in this simple movement is where healing begins and where worship flows forth.
May we all persevere with the patience of the lame, the blind, the mute, the maimed, who were brought to the feet of the Lord today. And may we kindle in our hearts the love of those who carried them, knowing he himself, the one who trampled down death by his own voluntary death, always remains the divine physician who brings healing to all who strive to follow him. And in so doing, may we be united to him through repentance, through prayer, and through love so that we might in oneness of mind praise and worship him, together with his Father without beginning, and the most holy Spirit, both now and ever and unto ages of ages. Amen.