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Katholisch · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen

"Was glaubst du?" mit Co-Trainer der Würzburger Kickers Jannik Feidel

Bistum Würzburg · Was glaubst du? (Radio Bistum Würzburg) · 2026-08-16 · Würzburg · Quelle

Barmherzigkeit · Hauptbotschaft Hoffnung · tragend Verantwortung · tragend

Gott ist ein liebender, fehlerverzeihender Partner, der dem Menschen Freiheit schenkt und ihn im Fall auffängt, statt ihn zu kontrollieren oder für das Böse in der Welt verantwortlich zu machen.

Das ist für mich liebevoll, freiheitsschenkend, Fehler verzeihend. Ich habe immer die Möglichkeit, auch wenn ich Quatsch gemacht habe, dann liebt er mich trotzdem noch.

Der Text porträtiert Jannik Feidel, Co-Trainer der Würzburger Kickers, und seinen persönlichen Glaubensweg. Er beschreibt sein Gottesbild als liebend, freiheitsschenkend und fehlerverzeihend, was er mit einem Fußballtor mit großmaschigem Netz vergleicht. Dieser Vergleich symbolisiert, dass Gott ihn auffängt, ohne ihn zu kontrollieren oder wie eine Marionette zu führen. Feidel berichtet, dass er seinen Glauben in der Jugend durch das Studium von Sport und Theologie sowie durch persönliche Krisen im Internat vertieft hat. Für ihn ist Gebet ein Mittel zur inneren Klärung und Gelassenheit, das ihm hilft, das Leben als eine Reihe von Angeboten zu sehen. Er betont, dass menschliche Freiheit und Fehlbarkeit dazu führen, dass auch Schlechtes passieren kann, was er nicht Gott anlastet, sondern der eigenen Verantwortung zuschreibt. Die Kernaussage ist, dass Glaube eine sichere 'Homebase' bietet, die es dem Einzelnen ermöglicht, sich frei zu entfalten, während er im Fall aufgefangen wird.

Weltbild

was das heißt
Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
Leere, Orientierungslosigkeit, Verzweiflung
Wo sitzt das Übel?
im Herzen, im Willen, in der Seele des Einzelnen
Was hilft dagegen?
persönliche Erfahrung, Zeugnis, Begegnung mit Gott oder Menschen; Gebet, Gottesdienst, Meditation, wiederholte Übung
Was ist der Mensch nach diesem Text?
selbstbestimmt, Urheber seines Handelns
Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
auf eigenes Erleben, Zeugnis, Begegnung
Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
jedem Menschen, ohne Ansehen des Glaubens (erschlossen)
Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
der Text kritisiert nicht

Verwandte Texte aus anderen Traditionen

nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition

Wozu der Text aufruft

Gemessen

Grundhaltung
2 von -2 bis 2
Eindringlichkeit
2 von 3
Reichweite
1 von 5
Konkretheit
3 von 3
Abgrenzung
0 von 3
Zeitbezug
früher 2, jetzt 3, künftig 1

Ausgewertet mit qwen/qwen3.8-27b, Fassung v3. Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.

Wortlaut anzeigen
Quaderförmig ist es, bespannt bekleidet mit einem weißen Netz aus großen Maschen. Das Tor, das auf dem Moos grünen Fußballfeld steht, auf das Janik-Feidel schaut. Er sitzt auf der Tribüne, die aussieht wie eine überdimensionale Treppe, übersät mit unzähligen kleinen Löchern, die herausgestandst sind aus dem Mattenmetall. Er sind für mich die Eigenschaften wichtig, die ich dem dann zuschreibe. Das ist für mich liebevoll, freiheitsschenkend, Fehler verzeihend. Ich habe immer die Möglichkeit, auch wenn ich Quatsch gemacht habe, dann liebt er mich trotzdem noch. In diesen drei Worten würde ich immer mein Gottesbild bezeichnen. Es ist die Freiheit, die in den letzten Jahren Teil seines Glaubens geworden ist, die ihm wichtig geworden ist, die sein Glauben heute prägt. Wir Menschen, die einfach durch Gott diese Freiheit bekommen haben, selber unser Leben zu gestalten, ich glaube, das Leben macht uns Angebote. Und wenn man offen ist und wenn man, glaube ich, mit sichem Reinen und zufrieden ist, dann macht einem das Leben halt ständig solche Angebote und man muss halt zugreifen. Er strahlt, kleine Lachfältchen graben sich in seine Wangen. Das Bild, das er von Gott hat, es hat sich verändert. Mit Anfang 20 und später, als er Sport und Theologie studiert. Sich intensiv Gedanken macht über den Glauben die Religion. Weg von dem Bild, das alles vorbestimmt ist und wir, wie so Marionett namens Seil hängen und Gott uns durchs Leben führt, sicher hatte auch mit uns eine Idee, aber das ist nicht so, dass er uns irgendwo hinzieht. Eierschalenfarben, plüschig ist seine Fliesjacke. Schwarz die Hose, weiß die Sneaker. Der Glaube, er ist wichtig in seiner Familie. Seine Großtante ist Kirchenpflegerin, nimmt ihn Sonntags mit in die Kirche. Er wird Komminjonkind, Ministrant, geht mit 12 Jahren ins Internat nach Jena. Ein großer Schritt für ihn. Da merkt man dann schon, fernab von der Familie, dass man irgendwie dann auch alleine ist. Und gerade die Dinge, die dann nicht so gelaufen sind und man dann so abends allein im Bett liegt, dann hinterfragt auch einen 12-Jähriger. Wo ist eigentlich gerade der Sinn oder wer essen jetzt hier und gibt mir so ein bisschen Halt? Janik Feidel hat die Beine angezogen, angewinkelt. Seine Knie aneinandergelehnt wie ein umgedrehtes V. Er erinnert sich, dass er damals versucht hat, mit Gott zu sprechen, im Gebet. Mir dann auch immer wieder zu sagen, hey du bist nicht allein, egal was du tust, da ist jemand, der hat eine Idee, der hat einen Plan und der fängt dich auch in einer gewissen Art und Weise auf und das hat mit einem extrem viel Kraft gegeben. Auch heute betet er noch gerne morgens nach dem Aufstehen. Es sortiert ihn, klärt seine Gedanken, macht etwas mit ihm, seinem Bewusstsein für den Tag, macht ihn gelassener, ist für ihn ein Weg zur Zufriedenheit. Dann werde ich wahrscheinlich eher Situationen erkennen, wo ich sage, ja, das ist es. Und deshalb habe ich mir eigentlich gewünscht, das ist gut. Janik Feidel blinzelt in die Sonne, wirkt innerlich ruhig, angekommen bei sich, denkt nach über sein Bezug zu Gott, wie nah er ihm ist, wie verbunden er sich ihm fühlt. Wenn ich mir die Zeit nehme und wenn ich meine Gedanken dahin ausricht, dann habe ich immer das Gefühl, dass Gott gleich nah zu mir ist. Aber natürlich gibt es auch Phasen in meinem Leben jetzt, wo ich weiter weg von Gott gegangen bin und dann lag das aber nicht an Gott, sondern an mir. Auch wenn manchmal Dinge passieren, die Janik Feidel nicht verstehen kann. Die Fragen aufwerfen nach dem Warum, dem Sinn. Dass ich jetzt eine Phase hatte, wo ich gesagt habe, hey, boah, nee, warum passiert es so? Und dann Gott in dem Moment auch die Schuld für das Geb, irgendwie nicht. Er schüttelt den Kopf mit seinen kastanienbrauen Haaren, die an den Seiten raspelkurz abrassiert sind. Oben zerzaust gesteilt. Es wird halt schlechtes passieren, wenn wir Menschen frei sind, weil wir Menschen halt fehlbar sind. Und Gott gibt uns die Möglichkeit. Und ich kann aber nicht sagen, es gibt uns die Möglichkeit nicht, weil dann schränke ich ja irgendwie meine Freiheit so ein. Es sind die Großen, die einprägsamen Momente im Leben, in denen er Gott spürt. Momente des Erfolgs, Momente der Trauer. Und das sind die Kleinen, die leisen Momente. So in dieser zwischenmenschlichen Ebene, in einem Gespräch, in einem Telefonat oder auch in einer gewissen Gruppendynamik, aber auch wenn man draußen in der Natur ist und sich denkt, so wow, ist das jetzt einfach grad schön. Kaffeebrauen sind seine Augen, die leuchten, funkeln. Während er davon erzählt, wie sie sich anfühlen, diese Momente, in denen er Gott spürt. Wenn ich das Gefühl hab, dass da irgendwie etwas Göttliches passiert, würde ich jetzt einfach mal sagen. Und wenn man diesen Moment hat, dann hat man so einen kleinen Moment von vollkommener Zufriedenheit. Er stützt den Ellenbogen auf sein Knie, hat die Hand zu einer kleinen Kugel geformt, lehnt seinen Kopf daran, denkt nach. Über die große Frage, die Frage nach dem Sinn im Leben. Die Grundlage und den tieferen Sinn, die sehe ich einfach in den Glauben, dass irgendwie alles so wie es ist, prinzipiell erstmal Gutes. Und ich dann natürlich als Mensch mich entfalten kann und mich auch ausleben kann, aber halt so eine sichere Homebase einfach habe, dass ich nicht ganz so tief fallen kann, sondern irgendwie wird dann da was sein, was mich dann auffängt und was mich dann auch hält. Wie das weiße Netz mit den großen Maschen, das im Tor hängt. Das auffängt hält.