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Freikirchlich · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen

#boundless • Genesis 11:1-9 • 08/30/2026 • FeG Karlsruhe

Freie evangelische Gemeinde (FeG) Karlsruhe · Freie evangelische Gemeinde (FeG) Karlsruhe · 2026-08-30 · Karlsruhe · Quelle

Demut · Hauptbotschaft Umkehr · tragend Gemeinschaft

Der Turmbau zu Babel zeigt, dass der Mensch sich durch den Drang nach eigener Sicherheit und bleibendem Namen von Gott abwendet und sich selbst zum Mittelpunkt macht, was Gottes Eingreifen erfordert.

Die Katastrophe vom Babel bestand darin, dass der Mensch sich selbst zum Gott wurde. Sie zentralisierten sich, entwickelten sich von Gott weg.

Der Text ist eine Predigt über Genesis 11,1-9 (Turmbau zu Babel) in einer Freie evangelische Gemeinde. Der Prediger liest den Text in der Luther-Übersetzung und betont, dass die Menschheit sich in Bewegung setzt, eine Stadt und einen Turm baut, um sich Sicherheit, Namen und Unabhängigkeit zu schaffen. Er stellt fest, dass Gott die Menschen zuvor beauftragt hatte, die Erde zu füllen, die Menschen aber bewusst dagegen handelten. Die Predigt leitet daraus gegenwärtige Fragen ab: Worin suche ich Sicherheit? Womit mache ich mir einen Namen? Wie viel Energie investiere ich in Selbstverherrlichung? Der Prediger betont, dass Gott eingreift, weil die Menschen sich selbst zum Mittelpunkt machen und Gott vergessen. Er nutzt humorvolle Bilder (Eiffelturm, Gott muss herabsteigen), um die Größe Gottes im Verhältnis zum menschlichen Stolz zu verdeutlichen. Die Predigt lädt die Zuhörer ein, die Urgeschichte auf ihr eigenes Leben zu beziehen und in stillen Zeiten über ihre Motivationen nachzudenken.

Weltbild

was das heißt
Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
Abkehr von Gott, Gleichgültigkeit, Götzendienst; Gier, Konsum, unstillbares Verlangen nach mehr
Wo sitzt das Übel?
im Herzen, im Willen, in der Seele des Einzelnen
Was hilft dagegen?
persönliche Erfahrung, Zeugnis, Begegnung mit Gott oder Menschen; innere Wandlung, Reue, Sinnesänderung
Was ist der Mensch nach diesem Text?
von Gott gewollt, mit Aufgabe und Verantwortung
Wohin geht die Geschichte?
es wird schlechter, eine Ordnung geht zu Ende
Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
auf die heilige Schrift der eigenen Tradition
Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
jedem Menschen, ohne Ansehen des Glaubens
Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
auf die eigene Gemeinschaft und sich selbst

Verwandte Texte aus anderen Traditionen

nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition

Wozu der Text aufruft

Genannte Stellen

Genesis 11,1-9 · Genesis 1 · Genesis 9

Gemessen

Grundhaltung
-1 von -2 bis 2
Eindringlichkeit
2 von 3
Reichweite
1 von 5
Konkretheit
2 von 3
Abgrenzung
0 von 3
Zeitbezug
früher 3, jetzt 2, künftig 1

Ausgewertet mit qwen3.8-27b, Fassung v3. Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.

Wortlaut anzeigen
How could my voice be quiet? Wir könnten wir schweigen von dem, was Gott uns sagt und offenbart über unser Leben auch heute morgen durch die Bibel. In den ersten 11 Kapiteln der Bibel findet sich die Urgeschichte und wir erfahren etwas über die Herkunft, woher wir kommen. Wir erfahren etwas auch, wo wir gefährdet sind. Solches Wissen beantwortet dir nicht was du heute essen sollst, was du heute anziehst oder was die Arbeit heute bringen wird. Das ist eher etwas, mit dem wir uns vielleicht selten beschäftigen. Vielleicht sind die etwas ruhigeren Sommermonate sogar ganz gut geeignet über tiefe Fragen im Leben nachzudenken. In der Gewissheit, dass Gott uns durch die Urgeschichte auch für die Gegenwart Wichtiges sagen möchte. Ich freue mich schon auf die Gottesdienstserie, die wir nach den Feren beginnen. Äh das Genesis Prinzip. Da wird es um die Anfänge der Urgeschichte gehen, um die Schöpfung. Und heute schauen wir auf das Finale der Urgeschichte, Kapitel 11, den Turmbau zu Babel. Und wenn Gott es schenkt, finden wir in dieser Geschichte, in der sehr alten Geschichte, Orientierung für unsere schnelle Gegenwart. Also schauen wir hin Genesis 11 ab Vers 1. Der Turmbau zu Babel. Damals hatten alle Menschen nur eine einzige Sprache mit ein und denselben Wörtern. Sie brachen von Osten her auf und kamen zu einer Ebene im Land China. Dort ließen sie sich nieder. Sie sagten zueinander, kommt, lasst uns Lebensziegel formen und brennen. Die Lebensziegel wollten sie als Bausteine verwenden, das Falt als Mörtel. Dann sagen sie: "Los, lass uns eine Stadt mit einem Turm bauen. Seine Spitze soll in den Himmel ragen. Wir wollen uns einen Namen machen, damit wir uns nicht über die ganze Erde zerstreuen." Da kam der Herr vom Himmel herab. Er wollte sich die Stadt und den Turm ansehen, die die Menschen bauten. Der Herr sagte: "Sie sind ein einziges Volk und sprechen alle dieselbe Sprache und das ist erst der Anfang. In Zukunft wird man sie nicht mehr aufhalten können. Sie werden tun, was sie wollen. Auf lasst uns absteigen und ihre Sprache durcheinander bringen. Dann wird keiner mehr den anderen verstehen. Der Herr zerstreute sie von dort über die ganze Erde. Da mussten sie es aufgeben, die Stadt weiterzubauen. Deswegen nennt man sie Babel. Das heißt durcheinander, denn dort hat der Herr die Sprache der Menschen durcheinander gebracht und von dort hat sie der Herr über die ganze Erde zerstreut. Wissen über die Anfänge. Der Text beginnt in den ersten Versen mit einer scharfen Beobachtung. Die Menschheit setzt sich in Bewegung und weit nach der Entstehung dieses Textes hat es dies in der Geschichte immer wieder gegeben. Völker sind aus dem Verborgenen plötzlich ins Licht der Geschichte getreten und haben kulturelle Macht entwickelt. In unserem Text ist es sogar die ganze Menschheit, die in Bewegung gerät. Und ich lade euch ein, die Dynamik dieses Textes, dieses kurzen Text des neuen Verse mitzugehen, die ganze Menschheit in Bewegung und sie ziehen in das Land der zwei großen Flüsse zwischen Eufrat und Tigris im heutigen Irak. Und dort ist eine riesige Ebene äh umrandet von den beiden Flüssen Eufratrad und Tiges. Und dieser großen Ebene zwischen den beiden Flüssen ließen sie sich nieder und gründeten eine neue Kultur voller vitalem Optimismus und Schwung. Und wieo oft in der Geschichte beginnt alles mit einer Erfindung. Im Zweistromland gab es wenig Steine zum Bauen, aber Not macht ja erfinderisch. Und die Menschen verwendeten plötzlich gebrannte Lebensziegel und Asphalt als Mörtel. Ich finde das schon eine ziemlich detaillierte Beschreibung für so einen alten Text. Offensichtlich eine wegbahnende neue Erfindung. Optimismus und Schwung befördern den Kulturfortschritt und die Menschheit macht sich ans Werk auf ans Werk. Sie machten sich daran, etwas Großes zu schaffen, etwas zu dem sie hinaufschauen konnten. Eine Stadt und einen Turm für alle Menschen. Das war ihr Ziel. Peter Brügel, der Ältere hat im 16. Jahrhundert sich das so vorgestellt. Ein Staatz zugleich ein Turm, der bis zum Himmel reicht. Ich finde es wichtig, dass wir nicht maden, wo Menschen fröhlich zusammenbauen. Und es entspricht im Schöpfungsauftrag Gottes, dass der Mensch arbeitet, dass er gestaltet und dass er kreativ ist. Dazu gehören auch Entwicklung und Fortschritt und Erfindung. Der Zähler der Urgeschichte kritisiert nicht den technischen Fortschritt, die Erfindung der Lebensziegel oder den Asphalt und auch nicht das Gemeinsame ans Werk. Aufmerksam wahrzunehmen ist allerdings die Motivation der Menschheit zu bauen. Wir haben davon gerade schon in der Moderation gehört. Warum bauten die Menschen? Die Menschen bauten sich erstens eine Stadt, um sich zu erhalten. Sie wollten nicht über die ganze Erde zerstreut leben, sondern sicherer Leben in einer einzigen Stadt. Die werdende Stadt war Ausdruck ihres Bedürfnisses, sich zu erhalten, sich nicht zu zerstreuen. Allerdings, wenn man die ganze Urgeschichte liest, hatte Gott zu Beginn in Genesis 1 und dann auch noch mal Genesis 9 befohlen und beauftragt. Breitet euch auf der Erde aus. Man kann auch übersetzen, füllt die Erde aus, hatte Gott gesagt. Und der Mensch sagt in Kapitel 11, also relativ kurz auch nach dem Kapitel der Sinnflut, damit wir uns nicht über die ganze Erde zerstreuen. Gott hatte also beauftragt zu bevölkern die Erde, aber die Menschen setzten anders an und dieser Auftrag Gottes war entweder in Vergessenheit geraten oder sie haben sich bewusst gegen ihn entschieden. Sie fürchteten sich zu zerstreuen. Sie vertrauten also auch nicht darauf, dass Gott sie beschützen könnte, wenn sie seinen Auftrag folgen, sich auf der ganzen Erde auszubreiten. Sie bauten sich eine Stadt, also eine selbstgeschaffene Sicherheit. Kritisiert wird hier nicht unser menschliches Bedürfnis nach Sicherheit. Allerdings richtet sich dieses Bedürfnis in diesem Fall nicht an Gott. Und es ist fraglich, ob die Sicherheiten, die wir uns bauen, tatsächlich [schnauben] die Sicherheit geben, die wir brauchen. Ich hatte euch bei der Begegnung mit der Urgeschichte Tiefe Fragen angekündigt und wir stoßen hier auf die ersten Fragen. Worin suche und finde ich meine Sicherheit? Komme ich mit meinem Sicherheitsbedürfnis zu Gott? oder baue ich mir meine eigene sichere Stadt? Das sind nicht unbedingt Fragen für eine 5 Minuten Pause, sondern eher Fragen, die man mitnehmen kann für stille Zeiten in der Woche, um in Ruhe darüber nachzudenken, wo suche ich meine Sicherheit? Baue ich mir meine eigene Stadt oder suche ich meine Sicherheit bei Gott? Zweitens bauten sich die Menschen einen Turm, um etwas Großes über sich zu haben, etwas zu dem sie hinaufschauen konnten und etwas, so sagt das der Text, dass ihn ihnen einen Namen macht. Sie wollten sich damit einen Namen machen und darin zeigt sich ein menschliches Grundbedürfnis, denn der Name könnte bleiben, wenn wir einmal nicht mehr sind. Es ist unser Bedürfnis nach bleibender Erinnerung und Anerkennung unserer Person. Im Versuch sich einen großen Namen zu machen, greift der Mensch nach bleibender Anerkennung und nach Ewigkeit. Und so stellt sich auch hier wieder die Frage an uns stellen sich tiefe Fragen. Ja, womit versuche ich mir einen Namen zu machen? Ich meine, die meisten von uns sind nicht in Lage, sich einen Triumphbogen im Memorial Circle in Washington DC zu bauen. Aber ich kenne schon auch Fragen, was bleibt denn einmal von mir, z.B. für meine Kinder oder für die Nachwelt. Woran wird man sich erinnern? Wird sich jemand an eine meiner Veröffentlichung erinnern? Oder etwa an eine meiner Predigten oder an die Art und Weise, wie ich versucht habe in der Welt zu sein? Womit machst du dir einen Namen? Womit mache ich mir einen Namen? Und zweitens auch eine tiefe Frage, wie viel Energie verwende ich? darauf mir einen Namen zu machen. Wo und wie spielt das eine Rolle? Wo treibt es mich im Leben an? Wie viel Energie verwende ich darauf? Und schließlich auch hier baue ich mir selbst einen Turm. Ihr merkt, die Urgeschichte kann Aktualität entwickeln, wenn wir den Mut haben, diese Geschichte auf uns selbst zu beziehen und zu fragen, was bedeutet es heute für mich? Baue ich mir selbst einen Turm? Wie groß unsere Sehnsucht nach bleibender Anerkennung ist, zeigt in welcher Dynamik die Menschheit in diesem Text diesen Turm errichtet, das Bauwerk zum Himmel emportreibt. Seine Spitze, heißt es im Text soll in den Himmel ragen. Der Himmel als Symbol für den Wohnort Gottes. Mit dem Turm zu Babisch strebt der Mensch selbst zu Gott emporzubauen. Wir näheren uns der Ursache für das Eingreifen Gottes in dieser Geschichte. Die Menschen suchtten nach etwas Großem, dass sie selbst geschaffen hatten und ihnen bleibende Anerkennung schaffen würde. Sie suchten nicht nach Gott, sondern eher danach, sich von ihm unabhängig zu machen. Warum hat Gott zu Babel eingegriffen? Ich denke, in Babel bahnte sich eine Katastrophe an. Die Menschen hatten über ihren Bauen und Wirken Gott vergessen oder waren im Begriff, sich von ihm abzulösen. Dabei hatte Gott nach der Sinnflut versprochen, die Erde in Zukunft zu bewahren. Und hat den Menschen nach der Sinfut auch gesagt, wieder gesagt, ihr seid zu meinem Bild geschaffen. Und damit meinte er zu Gemeinschaft mit mir geschaffen. Aber die Menschheit hatte Gott vergessen über ihre eigenen Architektur und sich bewusst von ihm wegbewegt. Sie zentraliert zentralisierten sich in einer Sprache, an einem Ort und sie bauten ein gigantischen Projekt, das ihnen vermitteln sollte, was nur Gott uns geben kann. Die Katastrophe vom Babel bestand darin, dass der Mensch sich selbst zum Gott wurde. Sie zentralisierten sich, entwickelten sich von Gott weg. Obwohl Turm und Stadt zum Himmel wuchsen, bauten sie von Gott weg. Stadt und Turm zu Babel werden zu schitre für den Menschen, der sich selbst zum Mittelpunkt der Welt wird. Und so entstand eine gigantische Menschheitscity mit einem riesigen Tower in der Mitte, der bis in den Himmel reichte. Und wenn wir das Bild zuspitzen, dann konntest du von jedem Punkt in der Stadt am Turm oben nach oben schauen, dem Himmel oder den Sternen entgegen. Und oben auf dem Turm waren sechs große Buchstaben. Dort stand Mensch. Der Mensch ganz oben in der immer höher wachsenden Menschheitscity. Gott hat zu Babel eingegriffen. Er stieg vom Himmel herab, um sich diese Stadt und diesen Turm anzusehen. Und jetzt müssen wir oder dürfen wir den Humor, den hebräischen Humor in diesem Text entdecken. Ähm, wir müssen den Turm entdecken und äh dazu habe ich ihn euch auch ich habe euch einen kleinen Veranschauung mitgebracht. Ich weiß nicht, wer hat den Eiifelturm schon gesehen? Ja, einige haben schon gesehen auf die Ampur vielleicht ein bisschen schwieriger. Es heißt ja dann also Gott musste sich nicht nur bücken, um den Turm zu sehen, sondern musste herabsteigen, um den Eifelturm der Menschen, also um den Turm zu Babel zu sehen. Und deswegen wollte ich demonstrieren, also es ist etwa so, dass Gott die Stufe runter musste, also herabsteigen tatsächlich und ach Moment, da ist er ja. Also unsere Türme im Verhältnis zur Größe Gottes. Ich stelle mal wieder ab, weil es soll ja um Gott gehen. Gott hat eingegriffen und der Zähler sagt das mit viel Humor. Gott muss sich nicht nur bücken, sondern er muss herabsteigen zu dem Turm. Und das ist ein wunderbarer Humor, eine Ironie in der Geschichte. Die Menschen stehen unten und schauen an ihrem Turm zum Himmel hoch und denken bis zum Himmel. Aber Gott muss herabsteigen, um den Turm zu finden. Ach ja, genau, da ist er. Ich find's an der Stelle wichtig, wir aus dem Text keine falschen Schlüsse über Gott ziehen. Gott hört das Lied auf unseren Lippen. Gott sieht auch die eine Träne, die an der Wange herabläuft. Und Gott tröstet die eine Menschenseele, die trauert. Aber wenn die Menschen bis zum Himmel bauen und meinen Gott gar nicht mehr zu brauchen, dann ist es wichtig doch noch mal seine Größe ins Bild zu setzen. Er muss herabsteigen, um den Turm überhaupt zu entdecken. Damit sind wir auch vor einer Fehlauslegung dieses Textes bewahrt, denn der Text ist manchmal so missverstanden worden, als ob Gott zu Babel Angst um sich selbst gehabt hätte. Er Angst davor, dass die Menschheit den Himmel übernimmt. Aber der Text sagt es ganz anders. Gott muss herabsteigen, um diesen Riesigentum überhaupt sehen zu können, weil Gott zu groß ist. Gott fürchtete sich zu Babel nicht um sich selbst, er fürchtete sich um uns Menschen. Denn wir sind in Gefahr, wenn wir die Grenze zwischen Schöpfer und Geschöpf missachten und selber uns an Gottes Stelle setzen. Es ist eine tiefe Weisheit in den Text und ist unfassbar, dass vor Jahrtausenden dann in Vers 6 gesagt wird und das ist erst der Anfang, sie werden tun, was sie wollen. Der russische Schrifteller Dostojewski teilt in seinem Roman die Brüder Karamasov dieselbe Wahrnehmung. Es wird gewöhnlich in den Satz zusammengefasst. Wenn es Gott nicht gibt, ist alles erlaubt. Und Dostojewski behauptet damit nicht, dass Menschen, die ohne Gottesbeziehung sind, stets unmoralisch leben. Das ist nicht gemeint. Seine trife Frage lautet: Was verleihen und dem Bösen letzte Verbindlichkeit, wenn der Mensch selbst zur höchsten Instanz wird, also kein Gegenüber mehr hat? Alles wird diskursiv. Gottes Weisheit sah zu Babel weit voraus. Immer höher und höher werden die Menschen ihre Projekte treiben in der Vorstellung an der Spitze das finden zu können, was nur Gott selbst ihnen geben kann. Babel ist die frühe Illusion des Menschen, Gott nicht zu brauchen und alle Grenzen zu überwinden. Babel offenbart unsere menschliche Tendenz zur Grenzenlosigkeit. Gott sei Dank zur Gott, zu Babel eine Grenze, auch wenn diese schmerzhaft ist. Die Sprachverwirrung drosselte das Tempo, mit dem die Menschheit sich selbst zur Mitte der Welt machen konnte. Es ist eine Strafe gewesen, dass die Menschen sich nicht mehr verstehen konnten und auch heute viel aufwenden müssen, um sich richtig zu verstehen. Es ist zugleich eine Erinnerung, dass grenzenloses Leben nicht gut ist für den Menschen. Und zu Babel schenkte Gott seinen Menschen noch einmal eine Zeit der Besinnung. Eine Zeit der Besinnung sind wir zur Besinnung gekommen. Im Januar 2026 hat Elon Musk in einem Interview die Kombination aus KI und humanoiden Robotern beschrieben und eine paradiesische Zukunft vorausgesagt, in der es kein also lauter Wohlstand und wenn man ihn so versteht kaum noch Leid geben wird. Einige Zeit zuvor hatte die Verschmelzung von Menschen und KI so beschrieben, mit einer Gehirnmaschine Schnittstelle mit hoher Bandbreite können wir also Menschen die Reise tatsächlich mitmachen und haben effektiv die Option mit der KI zu verschmelzen. In ungeheurer Geschwindigkeit verschieben sich Grenzen und Grenzenlosigkeit war vermutlich noch nie so nah wie heute und wir möchten viele Möglichkeiten moderner Medizin und Technik auch nicht missen. Und doch ermahnt uns die Urgeschichte, achtsam zu sein, wo immer wir grenzenlos werden und wo immer die Grenze zwischen Schöpfer und Geschöpf verschwindet. Und wer, wenn nicht wir Christen sollten merken, wenn technischer Fortschritt plötzlich mit Heilserwartungen aufgeladen wird. Wir wissen doch von wem das Heil kommt. Und wenn plötzlich paradiesische Zustände oder eine vollkommene Zukunft beschrieben wird, dann müssten wir die Sensibilität haben, zu sagen, das Heil kommt nicht aus der Technik. Das ist kein flacher ähm keine flache Technikkritik oder Fortschrittskritik, sondern eine achtsame Grenze wird bewahrt, die Grenze zwischen Schöpfer und Geschöpf. Und ich finde, dass wir Christen eine besondere Verantwortung haben, diese Grenze ins Spiel zu bringen und zu artikulieren, wie sollten Menschen ohne Gott genau diese Grenze ins Spiel bringen? Wünschenswert wäre, dass mit der Geschwindigkeit der technischen Entwicklung auch die Weisheit der Menschen imselben Tempo sich weiterentwickelt hätte. Nur weil wir etwas können, bedeutet es ja nicht, dass es gut ist, dass wir es tun. Die Urgeschichte macht deutlich, es gibt etwas, das unseren menschlichen Können vorausliegt. Das ist unser Geschaffensein und die Existenz eines lebendigen Schöpfers. Und diese Grenze und Wahrheit gilt es zu bewahren. Die Bibel bezeichnet die Verwechslung von Schöpfer und Geschöpf als Sünde. Und schon die Urgeschichte, diese Kapitel beschreiben uns immer wieder, wie einzelne Menschen über diese Grenzen Gottes gehen, bis hin zu einer durchaus, sagen mal Steigerung, dass im Finale der Urgeschichte die ganze Menschheit ihren Turm ohne Gott baut. Also eine kollektive Sünde. Gott zieht zu Babel eine Grenze. Nicht weil er selbst durch die Größe der Menschen nun in Gefahr wäre, sondern wä der Mensch, der keine Grenze mehr hat, das weil der sich selbst in Gefahr bringt. Das bringt mich zu dem wichtigen Punkt, dass eine Grenze auch Bewahrung und Gnade und Geschenk sein kann. Ich kann und muss mein Leben nicht vollständig absichern in einer immer sicheren Stadt, sondern darf auf Gott vertrauen. Ich muss bleibende Anerkennung nicht durch große Turmbauten erwerben, sondern darf getrost darauf vertrauen, dass sich unabhängig von meinem Lebenswerk oder woran Menschen sich erinnern werden, bei Gott Liebe und Anerkennung finden kann. Es ist gerade zu erlösen, zu realisieren, wir sind nicht Gott und dürfen Mensch sein. Wir dürfen Mensch sein und sind gerufen, uns ihm anzuvertrauen. Nach Babel führte Gott seine Geschichte mit seinen Menschen weiter und er begann mit einem einzelnen Menschen. Am Anfang von Genesis 12, also direkt im nächsten Kapitel, spricht Gott zu Abraham. Und Abraham soll das tun, wovor die Menschen in Babel Angst hatten. Er soll aufbrechen, in ein neues Land, sein Vaterhaus verlassen, seine Zukunft Gott anvertrauen. Geh aus deinem Vaterland in ein Land, das ich dir zeigen will. Keine Stadt und Sinne, hinter der er sich verschanzen könnte. Keine einzigartige Lebensleistung, die erforderlich wäre, damit Gott mit ihm ist, sondern mit dem Auftrag Gottes und mit seiner Zusage in die Zukunft ziehen. Und dann sagt zu Gott zu Abraham einen Satz, den wir nach Babel nicht mehr überhören können. Ich will deinen Namen groß machen. Ist der Kontrast zu Babel. Der Mensch in Genesis 11. Wir wollen uns einen Namen machen. Lädt sich auf den Sinn und die bleibende Anerkennung von sich selbst aus sich selbst zu produzieren. Und dann Gott wieers spricht zum Einzelnen: "Ich will deinen Namen groß machen." Das ist die gute Nachricht in einer grenzenlosen Welt. Du darfst loslassen und dich Gott anvertrauen. Der evangelische Theologe Heinz Peter Hempelmann hat das einmal in einem Satz so in zwei Sätzen so ausgedrückt. Die ungeheure Last sich als Mensch seinen Wert selbst geben zu müssen, ist unmenschlich, weil sie den Menschen Marsus überfordert. Die Verkündigung der Menschwertung Gottes ist gerade darin Evangelium, dass sie den Menschen im Gegenüber zu Gott dazu befreit, nicht mehr Gott sein zu müssen, sondern Mensch sein zu dürfen. Mensch sein dürfen. Nicht Gott anvertrauen ist eine andere Heilsvorstellung als mit der KI zu verschmelzen. Zum Schluss irgendwie habe ich in diesem Text gespürt, dass ich irgendwie Lust bekommen habe, ein großes Projekt zu bauen, Seite an Seite mit anderen. Und dann ist mir klar geworden, dass Gott uns einlädt, an seinem Reich mitzubauen, am größten Projekt der Weltgeschichte, viel größer als der winzige Turm zu Babel. Wir dürfen am Reich Gottes mitbauen und zwar Seite an Seite und in unterschiedlichen Sprachen zu seiner Ehre und uns immer wieder um ihn im Abendmal versammeln. Amen.