Dankbarkeit ist keine höfliche Geste, sondern eine bewusste innere Haltung, die das eigene Glück bewahrt, weil sie die Beziehung zu Gott und den Mitmenschen pflegt und die Blindheit gegenüber dem Empfangenen aufbricht.
Der Text behandelt das Thema Dankbarkeit als Weg zum Glück. Ausgangspunkt ist die biblische Erzählung vom Auszug aus Ägypten und der anschließenden Krise am Ort Massa und Meriba, wo das Volk Gott vergisst und ihn versucht. Der Prediger überträgt dies auf die menschliche Neigung, positives Erleben schnell zu vergessen und in Krisen nur das Negative zu sehen. Dankbarkeit wird als bewusste Praxis beschrieben, die man kultivieren müsse, um nicht blind für das Empfangene zu werden. Der zentrale Bibelvers ist Psalm 50,23: Wer Dank opfert, der preist Gott, und Gott zeigt ihm das Heil. Die Geschichte der zehn Aussätzigen (Lukas 17) wird als Illustration herangezogen: Nur einer von zehn kehrte zurück, um zu danken, und erhielt darüber hinaus Rettung. Der Text verbindet psychologische Beobachtungen (Undankbarkeit führt zu Einsamkeit, Neid, Unzufriedenheit) mit theologischer Deutung: Dankbarkeit ist kein höfliches Benehmen, sondern eine Beziehungshaltung, die das eigene Glück bewahrt.
Ps 50,23 · Lk 17,11-19 · Ps 103,2 · Hebr 3,15 · 2. Mose 17,1-7
Ausgewertet mit qwen3.8-27b, Fassung v3.
Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.
Wortlaut anzeigen
Ja, schön mal wieder bei euch zu sein und dann noch so ein schönes Thema. Ihr merkt, das knüpft an an ein eine Gedankenreihe, die uns beschäftigt hat und die einen auch immer wieder beschäftigt. Ich weiß, das ist nicht so richtig neu das Thema, aber ich habe schon vor, vielleicht noch mal eine andere Perspektive darauf mit euch gemeinsam zu gewinnen, dass wir das danken noch etwas tiefer verstehen. Darum soll es heute morgen gehen. Dazu fangen wir ganz früh in der Bibel an mit dem mit der Grunderfahrung, die das Volk Israel gemacht hatte. Das war der Auszug aus Ägypten, wo das Volk Gott in ganz wunderbare Weise erlebt hatte, äh eine unglaubliche Geschichte, dem Pharao zu entkommen und dann noch durch dieses Schilfmeer, Gott hat einen Wunder getan. Und dann sind wir auf einmal 6 Wochen später, nur 6 Wochen später. Und was passiert? Ja, das Volk ist in einer Krise in der Wüste in Raffidim und sie haben nichts zu trinken. Vorher hatten sie schon nichts zu essen. War schon schlimm genug, aber wir alle wissen, dass gerade auch von der Hitze Periode kein Wasser zu haben, nichts zu trinken zu haben, ist noch viel schlimmer. Und sie stehen kurz davor, Mose zu steinigen und sie lamentieren und jammern, wären wir doch in Ägypten gewesen. Da war es so schön. Da hatten wir wenigstens Fleisch zu essen und Knoblauch gab's Höhle und Fülle. Und die Sklavereien Ägypten ist links vergessen, angesichts dem, was sie gerade erleiden müssen, als hätten sie nie was mit Gott erlebt. Was sind das für Leute? Na, ich würde sagen, so wie wir oder so ganz normale, das ist so schnell vergessen, wenn wir was positives erlebt haben und auf einmal in der Krise sind, da sind wir nur noch auf das Negative fixiert und leben so, als wüssten wir nichts von dem, was vorher gewesen ist. Diese Geschichte wird beschrieben als Versuchung Gottes. Deswegen nannte Gott den Ort, nannte Mose den Ort Massa und Meriba, weil die Elisra Israeliten dort gehaert und den Herrn versucht und gesagt hatten, ist der Herr unter uns oder nicht? Das war die Frage. Gibt's Gott überhaupt? War das alles nur ein Hokuspus, nur Illusion, was wir da bisher erlebt haben. Und das halt sogar bis ins Neue Testament hinein. Da gibt's eine Stelle, die ist uns gut vertraut, aber vielleicht können wir sie in diesem Zusammenhang noch mal anders einordnen. Heute, wenn ihr seine Stimme hört, so verstockt eure Herzen nicht. Das gilt immer. Aber jetzt kommt der Bezug. So wie es geschah bei der Verbitterung am Tag der Versuchung in der Wüste, wo mich eure Väter versuchten und prüften, dabei hatten sie doch meine Werke gesehen. Also bis ins Neue Testament wird dieses Ereignis als Versuchung Gottes, als Beeinträchtigung des Wesens Gottes bezeichnet. Und ich denke, kann das denn wahr sein? Hat Gott das denn nötig? Passt das in unser Gottesbild, dass Gott ein zorniger und verletzter Gott ist, nur weil das Volk sich so daneben benommen hat? Das ist doch etwas sehr kleinkariert und sehr menschlich, nicht wahr? Also steht Gott da nicht drüber? Das erwarte ich doch schon von mir, von uns, was weiß ich, wenn die Enkel vergessen, danke zu sagen und das Geschenk abkassieren und gut ist, gehen wir zum nächsten über. Da stehe ich doch drüber, oder? Auch wenn ich mich vielleicht ein bisschen ärgern ein Moment lang. Braucht Gott unseren Dank, wie wir das vielleicht brauchen? Ich denke, darum geht's nicht, sondern es geht um die Beziehung, um die Beziehung, die Gott zu seinem Volk hat. Er hat dieses Volk auserwählt. Er hat dieses Volk aus der Wüste geführt oder durch die Wüste geführt, aus Ägypten geführt. Nicht, weil es was Besonderes wäre, sondern weil er das Volk geliebt hat und weil er mit ihm was Großes vorhatte. Und das will doch gepflegt werden, gelebt werden, nicht wahr? Auch wenn wir mit Menschen zusammen sind, denen wir was Gutes tun, da geht's nicht darum, dass wir sozusagen Quitt bekommen für das, was wir getan haben, sondern dann geht's darum, ob deutlich wird, hier stimmt die Beziehung, wir lieben uns, wir freuen uns aneinander und deswegen sagen wir auch danke zueinander. Man vergisst es sehr, sehr schnell. So sind wir Menschen nur mal. Interessant ist, dass Gott seinem Volk Israel eine besondere Gelegenheit gegeben hat, sich an das, was es Gott verdankt zu erinnern. Es gibt neben all den Opfern im Alten Testament ein sogenanntes Dankopfer. Das fällt völlig aus dem Rahmen. Israel hat ja viele Opfer, aber die sind alle irgendwo negativ geprägt. Das heißt, es geht immer um Schuld, um Versagen, um eine Beziehungsstörung. Es geht drum, irgendwas wieder zurecht zu biegen, gerade zu machen, auszugleichen. Hier nicht, sondern hier geht's nur darum, Gott danke zu sagen, positiv sich zu äußern und Gott wiederzuspiegeln, was wir an ihm haben. Und ich glaube, dass es wichtig und hilfreich ist, sich das bewusst zu machen, damit wir eben die Gründe zum Danken nicht so schnell vergessen. Es fällt uns nicht in den Schoß, Gott zu danken. Und deswegen ist es schon wichtig, dass wir uns das immer wieder auch bewusst machen. Meine Frau hat mir so ein Krimi Wimmelbuch vor ein paar Jahren zum Geburtstag geschickt geschenkt. Äh hier geht's darum, den Täter in seinem bösen Ton zu entdecken. Ich weiß nicht, ob ihr das hier sehen könnt. Das ist schon so schwierig. Ich habe auch extra eine 40 Fach Lupe mit Beleuchtung dazu. Und wenn ihr ganz genau hinguckt, dann seht ihr hier, da wirft er gerade einen Menschen von den Zinnen herunter. Ich habe da inzwischen einen kleinen Aufkleber gemacht, damit ich das wiederf hinterher. Will sagen, wir entdecken das nicht so auf Anhieb. Man muss sich schon ein bisschen Zeit nehmen, wenn man oberflächlich drauf guckt auf so ein Bilderbuch. Wenn du oberflächlich auf dein Leben guckst und gleich das nächste kommt wieder und beschäftigt dich und nimmt dich gefangen, dann wirst du es nicht wahrnehmen. Und deswegen brauchen wir in unserem Leben immer wieder auch Zeiten, wo wir bewusst mal die Lupe nehmen und gucken, wo war Gott in meinem Leben? Wo habe ich denn was zu danken? Also, wir machen das jeden Abend, indem wir vor dem Schlafen gehen, noch mal auf den Tag zurückgucken, sagen, was war heute eigentlich? oder ich führe so ein minimalistisches Tagebuch, wo ich nur bestimmte Highlights festhalte, kein Protokoll des Tages. Sonst habe ich das Gefühl, ich habe gar nicht gelebt, ich habe gar nichts erlebt. Ich habe vor allen Dingen mit Gott nichts erlebt. oder ein anderes Bild, dass ich gern dafür verbrauch gebrauche, ist die Bild die Textbearbeitung mit Hilfe eines Textmarkers. Also, wenn ich einen Text habe, ein Buch oder ein Skript irgendwie, ich weiß am Ende gar nicht mehr so richtig äh was da am Anfang gestanden hat. Deswegen mache ich das immer mit dem Textmarker, dass ich die wichtigsten Gedanken anstreiche und dann finde ich in einem Buch auch hinterher noch die Grundgedanken wieder. Ich kann es nicht mehr verschenken, geschweige den verkaufen, aber ich kann was finden, weil ich das Wichtige herausgestellt habe und das nun auch erkennen kann. Und ich denke, das steckt auch hinter diesem bekannten Vers. Lobe den Herrn, meine Seele und was in mir ist, seinen heiligen Namen. Lobe den Herrn, meine Seele und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat. Wenn ich das vergesse, dann bin ich auch bald wieder mit mir alleine. Denn Undankbarkeit ist vor allem ein Eigentor und deswegen muss ich auch meinet willen das Danken, kultivieren und pflegen. Undankbarkeit macht blind. Undankbarkeit ist kein schlechtes Benehmen, dass die Eltern korrigieren können. Sagen sagt Opa mal danke oder ach ich wollte ja mich noch bedanken. Darum geht's gar nicht, sondern es geht um diese Beziehungsebene, dass ich gar nicht wahrnehme. Ich bin ein Mensch, der in einem Geflecht lebt mit anderen zusammen und der allen möglichen Menschen etwas verdankt. Wie gut ist es, dass ich diese Menschen um mich habe? Dann bin ich dabei, dass ich mir alles selbst verdanke, alles mir selbst leisten könne, alles auch selbst hinkriege. Ich brauche die anderen nicht wirklich. Ich bin völlig mit mir beschäftigt. Also, wenn jemand alles mögliche hat, das ist ganz schön schwer, dem eine Freude zu machen, oder? da noch was zu finden und wenn er das dann nimmt, dann ist es ist es okay. Ja, war eine nette Geste. Aber wenn jemand nicht so viel hat und weiß, ich bin drauf angewiesen, auch beschenkt zu werden, was zu bekommen, wie beim Kind z.B., dann ist da eine ganz andere Freude da. Man erlebt es viel intensiver. Und wenn ich immer mehr dahin gerate, dass ich alles selbstverständlich nehme, beraube ich mich selbst. Ich beraube mich der Freude oder mit dem Thema, dass ich hier drüber gesetzt habe, des Glücks. Ich erlebe kein Glück mehr, sondern ich rausche durchs Leben durch. Ich hake eins nach dem anderen ab. Also Undankbarkeit macht blind dafür, dass ich beschenkt bin mit Menschen, mit Dingen, die nicht selbstverständlich sind. Nichts ist selbstverständlich. Und dann gehört dazu natürlich, dass Undankbarkeit eins Macht. Also bei allem Verständnis, bei aller Geduld, irgendwann hat man es dann aber auch leid. und denkt, dann schenke ich ihr auch nichts mehr. Das bringt ja sowieso nichts. Also, es macht mir auch keine Freude. Das gehört ja mit dazu, dass es auch Freude macht, jemand anderen zu beschenken, nicht? Wer es macht dann auch mir keine Freude und können wir es auch ganz lassen und dann werde ich auch einsam. Da interessiert auch keiner sich mehr für mich, [schnauben] weil ich eben ein hartgesottener Egoist bin, der nur um sich selbst kreist und nur an sich selbst denkt. Und das kann sich natürlich steigern bis dahin, dass Einsamkeit gerade zu krank macht, Undankbarkeit gerade zu krank macht. Also, ich werde neidisch, unzufrieden. Ich sehe nicht mehr das Positive, dass ich habe, dass ich bekomme, sonder ich sehe nur, dass es anderen noch besser geht als mehr. Ich vergleiche mich und aber was kommt für mich dabei raus? Ich nehme das gar nicht mehr wahr. Das ist unterhalb meiner Wahrnehmungsschwelle. Und dann werde ich unzufrieden und kann in eine Spirale hineingeraten, dass ich immer mürrischer werde, unzufriedener werde. Er gerade zu lebensuntüchtig, unausstig für andere und auch für mich selbst letztlich. So weit so vertraut, nicht wahr? Das ist so die seelsorgliche, die psychologische Ebene, auf die man kommt, wenn man ein bisschen über das Thema Dankbarkeit nachdenkt. Aber wir sind damit nicht beim Kern des Themas. Zum Kern kommen wir, wenn wir tiefer blicken. Und das wollen wir tun mit Hilfe eines kleinen Bibelverses, der aber für mich eine Schlüsselfunktion hat. Im Psalm 50 Vers 23 steht: "Wer Dank opfert, der preist mich." Und das ist der Weg, dass ich ihm zeige das Heil Gottes. Wer Dank opfert, tut etwas über das Gott sich freut und Gott reagiert darauf, nämlich er zeigt mir das Heil Gottes, das worin mein Glück letztlich wirklich besteht. Es gibt im neuen Testament eine bekannte Geschichte, die das sehr schön deutlich macht, um was es geht. Ich lese uns die vor. Lukas 17, die Geschichte von den zehn Aussätzigen, die allesamt krank waren und Jesus gebeten haben, ihm zu helfen im Originaltext. Auf seinem Weg nach Jerusalem gelangte Jesus an die Grenze zwischen Galer und Samarien. Als er dort in ein Dorf kam, standen in einiger Entfernung zehn Aussätzige und riefen: "Jesus, Meister, hab Mitleid mit uns." Er sah sie an und sagte: "Geht und zeigt euch den Priestern." Und während sie gingen, verschwand ihr Aussatz. Einer von ihnen kam, als er es merkte, zu Jesus zurück und rief: "Dank sei Gott, ich bin geheilt." Und er fiel vor Jesus nieder und dankte ihm. Dieser Mann war in Samaritaner. Jesus fragte: "Sind nicht zehn Menschen geheilt worden? Wo sind die anderen neun? kehrt nur dieser eine Fremde zurück, um Gott die Ehre zu geben. Und er sagte zu dem Mann: "Steh auf, dein Glaube hat dich gerettet." Diese Geschichte macht den Kern deutlich um es Psalm 50 geht. Worin besteht das Glück dieser Menschen jeweils? Für neun besteht es darin, dass sie gesund geworden ist. Und jeder von uns, der ein bisschen mehr Krankheiten als ein gelegentlichen Schnupfen hat, weiß, wie toll das ist, gesund zu werden. Und diese Leute kehren zurück in ihre bürgerliche Normalexistenz und bald schon wieder haben sie Anteil an all den Problemen, was so ein Alltagsleben damals in Israel und heute bei uns ausmacht. Und dann vergessen wir das wieder. Da kann passieren, was will. Da kann ein Auszug aus Ägypten passieren. Da kann die Heilung vom Aussatz passieren. Du bist bald wieder in den Problemen des Alltags drin, vielleicht sogar so knüppeldig wie Israel das in der Wüste erlebt hat und dann ist alles vergessen. Also, sie haben Gesundheit erlebt. Sie haben erlebt, dass sie resozialisiert wurden und wieder normal leben konnten. Von einem sagt Jesus, dass er mehr erlebt hat, nämlich dein Glaube hat dich gerettet. Steh auf und geh. Dieser Mann kommt und dankt Gott. Dank sei Gott. Er gibt Gott die Ehre. Was hat er mehr erlebt? Er hat bewusst erlebt, dass ihm Gott begegnet ist. Er hat erfahren, dass Gott sich über ihn erbarmt hat, dass Gott die Macht hat, seine Situation zu verändern, dass Gott in der Lage ist, ihn aus der Isolation rauszuholen, ihn körperlich zu heilen. Er hat Gott erlebt. Das ist sein Glück. Und es ist ein erheblicher Unterschied, ob mein Glück darin besteht, gesund zu werden und einen Wunsch erfüllt zu bekommen und einem Problem gelöst zu bekommen. Oder ob mein Glück darin besteht, Gott zu begegnen, Gott zu erkennen, mit Gott unterwegs zu sein. Zwei völlig unterschiedliche Definitionen von Glück, obwohl es natürlich Schnittmengen gibt. Ganz klar. Nur diesem einen sagt Jesus, dich hat dein Glaube sogar gerettet. Der nimmt mehr mit als nur Gesundheit. Gesund ist er auch geworden. Ganz klar. Machen wir uns die Folge dessen bewusst. Es bedeutet nämlich, dass Glück, Dankbarkeit nicht von Lebenslagen abhängig ist. Also jeder von uns wird auch Schwierigkeiten erleben und da ist uns nicht zum Danken, zumute, nicht wahr? Sondern da bitten wir, da ringen wir, da sind wir verzweifelt, vielleicht klagen wir Gott sogar an. Aber es ist eine bewusste Lebensentscheidung zu sagen, ich will mein Leben lang in allem ausschau halten nach Gott. Gott ist mein Glück. Und die Herausforderung besteht darin, Gott im Wimmelbuch meines Lebens jeweils zu entdecken. In den schönen Situationen ist es keine Schwierigkeit, aber auch in den schwierigen. Und das ist eine Lebensentscheidung. Ich will mein Glück darin verstehen, dass ich Gott kenne und mit Gott unterwegs bin. Und ich kulviere das, indem ich immer wieder ausschau halte, wo kommt Gott in meinem Leben vor, immer wieder mir Zeit dafür nehme und das auch aufarbeite, herausstelle, mir bewusst mache. Ich habe in meinem Zimmer oben so am Rand so einige Gegenstände an der Wand montiert, die für meine Biografie, für mein Leben mit Gott stehen. Dinge, für die ich besonders dankbar bin. Dass ich das vor Augen habe, gucke ich natürlich nicht immer hin, aber es ist präsent und nicht irgendwo am Rande. Und ich glaube, das ist christliche Lebenskunst, dass wir es lernen, unser Glück von Gott her zu verstehen. Ich weiß nicht, ob ihr genau hingeguckt habt. Ich habe am Anfang bei den Folien einen Fehler gemacht. Auf der Eingangsfolie steht äh Dankbarkeit der Glück, der Weg zum glücklich werden und hinterher steht der Weg zum glücklich sein. Und jetzt habe ich gedacht, nee, das passt schon. Das bleibt ein Leben lang die Aufgabe. Es ist der Weg zum glücklich werden. Es ist der Weg zum glücklich sein hier und heute und es ist der Weg zum glücklich bleiben. Denn jeder von uns kommt in Herausforderung, wo es ihm ganz schön schwer fällt, wirklich das Positive zu sehen. Im neuen Testament taucht das immer wieder mal auf. Ich habe hier so ein paar Brocken uns rausgeholt. Paulus schreibt Philipper 4 Vers 6: "Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen. Lasst eure Bitten in Gebet und flehen mit Dankbarkeit vor Gott kund werden." Paulus sagt nicht, freit all das Schöne, das wofür ihr nur dankbar sein könnt hinaus, sondern es geht auch um Pflehen. Es gehört auch bitten dazu. Hier ist die Situation ganz klar, die er den Philippern vor Augen malt. Es gibt auch schwierige Situationen, die wissen das noch besser als wir heute, weil das Christan ja keinesweg so selbstverständlich und äh akzeptiert war, wie es heute war oder ja, mit Danksagung. Schau, wo du Gott danken kannst, gerade auch da, wo du flehst und bittest und nicht richtig weißt, wohin es weitergeht. Es gibt einen für mich sehr markanten und schönen Psalm 4243. Ist eigentlich ein Doppelpsalm, wo es immer wieder wie ein Refr diesen einen Satz gibt oder dieser Sätze gibt. Was betrübst du dich, meine Seele und bist du unruhig in mir? Haare auf Gott, denn ich werde ihm noch danken, dass er mir hilft mit seinem Angesicht, dass er meines Angesichtshilfe ist, übersetzt die Luther Bibel. Also, wer sich den Psalm anschaut, der sieht, dass der Psalmeter klagt und jammert und dann rüttelt er sich und sagt: "Was betrübst du dich, meine Seele? Und bist du unruhig in mir? Haare auf Gott, bleib dran, denn du weißt es doch. Du weißt es doch, Seele. Ich werde ihm noch danken. Ich werde ihm noch danken. Wofür denn? Dass er mir hilft mit seinem Angesicht, dass er meines Angesichts hilf ist. Das heißt, dass ich wieder in Blickkontakt mit Gott komme. Im aronitischen Segen heißt es dann am Schluss: "Der Herr seg behütig. Der Herr erhebe sein Angesicht über dir und schau dich gnädig an, dass du wieder den Blick zu Gott hast." Und so betet der Psalmbeter immer wieder, nachdem es ihm schlecht geht. Was betrübst dich meine Seele und bist du unruhig in mir? Du kennst doch den Weg und der heißt Harren, ausharren, dran bleiben. Harre auf Gott und dafür gibt's eine Basis, dafür gibt's ein Grund. Das ist nicht nur Optimismus. Du kannst jetzt schon wissen, du wirst ihm noch danken, dass er dir hilft und deines Angesichts Hilfe ist und dein Gott ist. Es gibt einen Bibelvers mit dem sind manche groß geworden und der hat nicht allen immer gut getan. Es steht in erste Thessaloniker 5 Vers 18, da heißt es: "Seid dankbar in allen Dingen, denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus an euch." Manche sind so erzogen worden, dass sie gesagt haben, egal was passiert, ich muss jetzt danken. Ich danke dir Gott, ich lebe gegen mich an. Das ist nichts anderes als Dressur. [husten] Das ist nichts anderes als Dressur und Lüge. Ich bin nicht dankbar. Hier ist glaube ich etwas ganz anderes gemeint. Es ist nicht Sünde. Es ist kein Versagen, wenn ich mal vergesse, Gott mitten in den Schwierigkeiten zu danken. Ich verstehe es genau von diesem Ansatz her. Gottes Wille für euch in Jesus Christus ist, dass ihr dankbar in allen Dingen seid. Das hat Gott mit euch vor, dass er sich euch so zeigt, dass ihr ihn so seht, dass ihr in allen Dingen zum Glück findet, glücklich sein könnt, Spannungen ertragen könnt. Ja, und das geht natürlich bis hin in die letzten Tage unseres Lebens, wo es wirklich nicht leicht wird zu danken, wo man nichts Positives mehr sieht. Und manchmal ist auch das Leid so schlimm, dass man überhaupt keine Hoffnung mehr hat hier in dieser Welt. Und dann blickt man vielleicht nach vorne und denkt, und dennoch gibt es auch Gottes Zukunft für mich jenseits dieses, wo ich gerade drin stecke. Also, was ist die christliche Lebenskunst? Worum geht es? Dankbarkeit. Dankbarkeit in allen Lebenslagen. Das hat erhebliche Auswirkungen. Auswirkungen zur Deutung meiner Vergangenheit. Also gerade, wenn man älter ist, ich fange ja auch langsam an älter zu werden, habe ich gemerkt, da blickt man zurück und sieht vielleicht die großen Linien in seinem Leben, was man mittendrin gar nicht gesehen hat. Man guckt sich das an und denkt: "Wow, Gott hat es gut gemacht. habe ich gar nicht so verstanden. Also, ich kann das für mich jedenfalls sehr deutlich ausmachen in all den Höhlen und Tiefen. Als wir damals von Hamburg weggezogen sind, nach meiner zweiten Dienstzeit hat uns jemand einen Rundflug über Hamburg geschenkt mit so einem kleinen Sportflugzeug un