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Humanistisch · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen

Gedanken zum 25. Jahrestag der Anschläge vom 11. September

Werner Röhrig · Humanistischer Pressedienst · 2026-09-11 · Quelle

Wissen · Hauptbotschaft Gerechtigkeit · tragend Wahrhaftigkeit

Die Anschläge vom 11. September und vergleichbare Phänomene zeigen, dass die Verbindung von religiösem Absolutheitsanspruch mit rationalem Machtkalkül zu politischer und ethischer Willkür führt und Demokratien in ihren Grundfesten erschüttert.

Diese fatale Kombination aus einem irrationalen Anspruch, der sich einer überirdischen Instanz bedient, und einem rationalen Machtkalkül führt zu Willkür – politisch ebenso wie ethisch und intellektuell.

Der Text analysiert die Anschläge vom 11. September 2001 als Zusammenspiel aus religiösem Absolutheitsanspruch und politischem Machtkalkül. Er argumentiert, dass Religion instrumentalisiert wurde, um Demokratien anzugreifen und eigene politische Ziele zu verfolgen. Die Zerstörung der Twin Towers habe eine Phase liberaler Sorglosigkeit beendet und Angst sowie Misstrauen in der Gesellschaft breit gemacht. Der Autor beschreibt ein gegenseitiges Aufschaukeln: islamistischer Extremismus brauche anti-islamische Stimmungen zur Rekrutierung, während eine extremistische Rechte den Islam als Feindbild für ihre Migrationspolitik nutze. Als weitere Beispiele werden Ben Gvirs religiöse Begründung für den Landraub in Palästina sowie JD Vance und Pete Hegseth genannt, die den Angriffskrieg auf den Iran als heiligen christlichen Krieg darstellen. Die zentrale These lautet, dass die Kombination aus irrationalen überirdischen Ansprüchen und rationalem Machtkalkül zu Willkür führe. Der Text schließt mit dem Appell, in der Tradition der europäischen Aufklärung mit kritischer Vernunft Freiheit und Menschenwürde gegen diese Ideologien zu verteidigen.

Weltbild

was das heißt
Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
Unwissenheit, Illusion, falsche Sicht der Wirklichkeit; Feindschaft, Hass, Zerfall der Gemeinschaft
Wo sitzt das Übel?
in Wirtschaft, Politik, gesellschaftlichen Strukturen
Was hilft dagegen?
Einsicht, Lernen, Aufklärung, richtige Erkenntnis; gerechte gesellschaftliche oder politische Verhältnisse
Was ist der Mensch nach diesem Text?
selbstbestimmt, Urheber seines Handelns
Wohin geht die Geschichte?
es wird schlechter, eine Ordnung geht zu Ende
Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
auf Argument, Logik, Wissenschaft
Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
jedem Menschen, ohne Ansehen des Glaubens
Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
auf andere, die Gesellschaft, andere Gruppen

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nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition

Wozu der Text aufruft

Gemessen

Grundhaltung
-1 von -2 bis 2
Eindringlichkeit
2 von 3
Reichweite
4 von 5
Konkretheit
2 von 3
Abgrenzung
2 von 3, benannt: Religiös motivierte Extremisten und deren politische Verbündete
Zeitbezug
früher 2, jetzt 3, künftig 1

Ausgewertet mit qwen3.8-27b, Fassung v3. Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.

Wortlaut anzeigen
Geschichte Gedanken zum 25. Jahrestag der Anschläge vom 11. September Religiöser Absolutheitsanspruch gepaart mit kaltem Machtkalkül: Die Anschläge vom 11. September zeigten, wie Religion instrumentalisiert wird, um Demokratien zu erschüttern und Radikalisierung anzufachen. Werner Röhrig / Oliver Czulo 11.09.2026 2 17 Tage nach dem Anschlag: Aufräumarbeiten am Trümmerfeld in New York City. Foto: Andrea Booher / FEMA via Wikimedia Commons public domain Der Sprengstoff, der die Twin-Towers zum Einsturz brachte, wird häufig allein auf religiösen Extremismus als Ursprung zurückgeführt. Allerdings mischte sich dafür auf brisante Weise religiöser Absolutheitsanspruch mit Politik. Religion diente als Begründung, um eine Demokratie anzugreifen und in ihren Grundfesten zu erschüttern sowie eigene politische Ziele zu verfolgen. Dass die Zerstörung der Twin Towers alleine ein Land nicht zu Fall bringen würde, war klar. Aber dadurch endete eine Phase von liberaler Sorglosigkeit, Angst und Misstrauen begannen sich breitzumachen. Mit jedem islamistisch motivierten Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt, ein Einkaufszentrum oder eine Nachrichtenredaktion wuchs die Saat für feindliche Einstellungen gegenüber Menschen mit islamischem Hintergrund. Die perfide Rechnung dahinter: Radikalisiert sich die eine Seite, so hilft das der Radikalisierung auf der anderen Seite. Ein gegenseitiges Aufschaukeln begann, das immer noch beiden radikalen Seiten nützt. Der islamische Extremismus brauchte und braucht anti-islamische Stimmungen in den westlichen Demokratien, um dort für Anschläge zu rekrutieren. Zugleich erstarkte dadurch eine extremistische Rechte, die im Islam ein Feindbild fand, mit dem sie ihre menschenfeindliche Migrationspolitik zu einem beherrschenden Thema aufblähen konnte. In Ländern, in denen der Islam weit in der Bevölkerung vertreten war, diente „der anti-islamische Westen“ wiederum als Feindbild, um extremistisch-islamische Bewegungen zu stärken und die politische Macht zu übernehmen oder zu festigen. Eine vergleichbare Formel findet sich bei der religiösen Letztbegründung des gewaltsamen Landraubs in Palästina durch den israelischen Minister Ben Gvir . Auch der zum Katholizismus konvertierte US-Vizepräsident JD Vance behauptet, er erledige "Gottes Werk" , der „Kriegsminister“ Pete Hegseth tut es ihm gleich und stellt den Angriffskrieg auf den Iran immer wieder als heiligen christlichen Krieg dar. Diese fatale Kombination aus einem irrationalen Anspruch, der sich einer überirdischen Instanz bedient, und einem rationalen Machtkalkül führt zu Willkür – politisch ebenso wie ethisch und intellektuell. In der Tradition der europäischen Aufklärung müssen wir mit kritischer Vernunft Freiheit und Menschenwürde gegen diese toxischen Ideologien verteidigen und wieder mehr Leidenschaft für die Kraft der Vernunft erzeugen. Kommentare (2) Netiquette für Kommentare Ihr Name E-Mail Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt. Startseite Ihr Kommentar Klartext Keine HTML-Tags erlaubt. Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt. Benachrichtigen Sie mich, wenn neue Kommentare veröffentlicht werden Alle Kommentare Antworten auf meinen Kommentar Bitte dieses Feld leer lassen A.S. (nicht überprüft) Fr. 11 Sep 2026 - 15:20 In unserem Land gilt… In unserem Land gilt Religion immer noch als eine Form von Ethik. Das ist falsch. Religion ist zum einen theokratische Ideologie: Gläubige müssen den religiösen Führern jeden Quatsch glauben, bedingungslos gehorchen und ihr Leben lang dienen. Zum anderen ist Religion ein zynisches, manipulatives Spiel mit menschlichen Ängsten, Sehnsüchten und unseren Instinkten. Leider sind auch viele Humanisten auf die Ethik-Maske der Religionen herein gefallen. Philipp Möller ist kommende Woche in BaWü unterwegs und nimmt an Podiumsdiskussionen teil, auf denen mal wieder uns Religion als "unverzichtbare Ethik" untergejubelt wird. Eigentlich wären diese Diskussionen gute Gelegenheiten, mal auf das "Zuckerbrot und Peitsche"- System hinzuweisen, dass Paradiesverheißung ung Höllendrohung bilden. Höllendrohung und Paradiesverheißung reiten auf unserem Selbsterhaltungstrieb herum. Auch das könnte er mal thematisieren. Für das "Ewige Leben im Paradies" tun Menschen alles, sogar sich selbst und andere umbringen. Der Wiederauferstehungsglaube macht Soldaten zu willigem Kanonenfutter. Kriegsherren wissen das. Beispiele liefert die Geschichte genug, z.B. 9/11. Antworten