Orthodox · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen
Assembly of the Archdiocese of Canada: Welcome Address at Vespers
Metropolitan Tikhon ·
Orthodox Church in America - Reflections in Christ (Homilien Metropolit Tikhon) ·
2026-07-16
· Syosset
· Quelle
Gemeinschaft · Hauptbotschaft
Dankbarkeit · tragend
Hoffnung · tragend
Die Weitergabe des Glaubens ist kein Akt naiver Zuversicht, sondern eine bewusste, im Kreuz verwurzelte Entschlossenheit, das Empfangene trotz erlittenen Verlustes an die nächste Generation weiterzureichen.
Es ist nicht die Zuversicht eines ungetesteten Volkes, sondern vielmehr die Entschlossenheit eines Volkes, das Verlust gekannt hat und dennoch wählt, das, was es empfangen hat, weiterzugeben.
Metropolit Tikhon begrüßt die Teilnehmer der Versammlung der Erzeparchie von Kanada in Calgary und dankt für die Gastfreundschaft. Er verknüpft das Fest des heiligen Wladimir mit seinem eigenen Geburtstag und dem Thema der Versammlung: die Weitergabe des Glaubens von Generation zu Generation. Am Beispiel des Psalms 78 zeigt er, dass dieses Versprechen aus einer Haltung der Trauer über Verluste und Verwüstung hervorgeht, nicht aus naiver Zuversicht. Die Weitergabe des Glaubens wird als Akt der Entschlossenheit beschrieben, der in der Nüchternheit des Kreuzes verwurzelt ist, auch wenn sie sich in freudigem Lobpreis äußert. Tikhon verweist auf aktuelle Herausforderungen wie neue Gesichter in den Kirchen und die Lasten der Klerusfamilien. Er bittet um Gottes Gnade, damit die Anwesenden in ihrer Generation als Verkünder des Lobpreises gefunden werden. Der Text ruft dazu auf, das Empfangene trotz möglicher Schwierigkeiten weiterzugeben.
- Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
-
Krankheit, Tod, Vergänglichkeit als Grundproblem
- Wo sitzt das Übel?
-
in der eigenen Gemeinde, Familie, Religion
- Was hilft dagegen?
-
Zuwendung Gottes, Erlösung, die nicht verdient wird; Zusammenhalt, gegenseitige Hilfe, Zugehörigkeit
- Was ist der Mensch nach diesem Text?
-
vor allem Teil einer Gemeinschaft oder Schöpfung
- Wohin geht die Geschichte?
-
es wird besser, Entwicklung zum Guten (erschlossen)
- Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
-
auf die heilige Schrift der eigenen Tradition; auf Tradition, Väter, gewachsene Praxis
- Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
-
den eigenen Glaubensgeschwistern
- Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
-
der Text kritisiert nicht
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nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition
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Wozu der Text aufruft
- den Lobpreis von Generation zu Generation verkünden (gesellschaftlich)
- das Empfangene weitergeben (zwischenmenschlich)
Genannte Stellen
Ps 78
Gemessen
- Grundhaltung
- 1 von -2 bis 2
- Eindringlichkeit
- 2 von 3
- Reichweite
- 3 von 5
- Konkretheit
- 2 von 3
- Abgrenzung
- 0 von 3
- Zeitbezug
- früher 2, jetzt 2, künftig 2
Ausgewertet mit qwen/qwen3.8-27b, Fassung v3.
Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.
Wortlaut auf Deutsch
Calgary, Alberta
Mittwoch, 15. Juli 2026
Christ ist unter uns!
Es ist eine Freude, heute Abend mit euch zusammen zu sein und an der Versammlung der Erzeparchie von Kanada im Jahr 2026 teilzunehmen. Es ist kaum zu glauben, dass drei Jahre vergangen sind, seit ich euch in Québec begleitet habe, doch ich bin geehrt, wieder bei euch hier in Alberta zu sein. Ich erinnere mich sehr lebhaft an meine Zeit mit euch in Edmonton für die Versammlung 2017. Besonders genoss ich unsere Besichtigung mehrerer ländlicher Pfarreien des „heiligen Landes“ und die Gelegenheit, das Leben, die Geschichte und die Kämpfe dieser Gemeinden zu bezeugen. Ich zähle es als Segen, in diesen westlichen Regionen wieder zu sein, und freue mich auf meine Zeit mit euch hier in Calgary.
Ich bin Seiner Eminenz, Erzbischof Irénée, für seine Einladung und Gastfreundschaft dankbar, ebenso wie all euch – Klerus, Mönche und Gläubige –, die aus dieser weiten Erzeparchie angereist sind, um hier zu sein. Obwohl wir liturgisch bereits in die Gedenkfeier für morgen eingetreten sind, merke ich an, dass heute, der 15. Juli, das Fest des heiligen und den Aposteln gleichgestellten Fürsten Wladimir ist – ein Tag, der zufällig auch mein Geburtstag ist. Ich sage dies nicht, um auf mich selbst aufmerksam zu machen, sondern weil ich denke, dass der heilige Wladimir einer der passenderen Patrone für die Arbeit ist, die ihr diese Woche unternimmt. Hier war ein Mann, der in einer einzigen Generation den Glauben empfing und frei, und zu einem gewissen Preis, wählte, ihn weiterzugeben.
Alles, was aus dieser Wahl hervorgegangen ist: tausend Jahre des kirchlichen Lebens unter den slawischen Völkern, die Pflanzung der Orthodoxie in Nordamerika, mit der Zeit die Errichtung dieser sehr Erzeparchie, ihre Ausdehnung und Blüte, einschließlich der nachfolgenden Zusammenkünfte von Klerus, Mönchen und Gläubigen bei Veranstaltungen wie dieser Versammlung, und sogar unser Abendgebet heute Abend – all dies fließt aus einem einzigen Akt der Übermittlung. Das ist keine geringe Sache, sie als Begleiter des Geburtstages zu haben.
Es ist natürlich auch das Thema, das ihr für diese Versammlung gewählt habt: von Generation zu Generation. Die Worte stammen aus dem Psalm 78 – einem längeren und, würde ich sagen, einem forschenderen Psalm, als es dieser einzelne vertraute Ausdruck vermuten lässt. Er beginnt tatsächlich nicht mit Zuversicht, sondern mit Trauer: Der Psalmbeter beklagt ein Volk, das den entweihten Heiligtum gesehen hat, die Stadt verwüstet und niemanden übrig, der die Toten betrauert. Er mildert dies nicht ab, sondern bringt es ehrlich vor Gott, und er fragt – fast fordert er – zu wissen, wie lange dies andauern wird.
Und erst dann, aus dieser Klage heraus, kommt der Schwur, der euch euer Thema gibt: Wir werden deinen Lobpreis von Generation zu Generation verkünden.
Ich erwähne dies nicht, um einen Schatten auf unsere gemeinsame Woche zu werfen – dies soll und wird eine freudige Zusammenkunft sein –, sondern weil ich denke, dass es wichtig ist, welche Art von Versprechen dies ist. Es ist nicht die Zuversicht eines ungetesteten Volkes, sondern vielmehr die Entschlossenheit eines Volkes, das Verlust gekannt hat und dennoch wählt, das, was es empfangen hat, weiterzugeben. Ich vermute, dass viele von euch bereits etwas von dieser Art der Entschlossenheit kennen, auf kleinere und größere Weise, in euren eigenen Pfarreien und Familien. Wir wissen, dass die Freude nur durch das Kreuz in die Welt kommt, und so ist unsere Übermittlung des Glaubens, während sie in freudigem Lobpreis zum Ausdruck kommt, auch in der Nüchternheit des Kreuzes verwurzelt.
Wir werden in den nächsten Tagen viel gemeinsam zu bedenken haben – die Welle neuer Gesichter in unseren Kirchen, die Arbeit, sie gut zu formen, die Lasten, die unsere Klerusfamilien tragen, und, in einem sehr realen Sinne, die Gestalt des kirchlichen Lebens in diesem Land in den kommenden Jahren. Möge die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die uns und unsere Gemeinden in der Vergangenheit getragen hat, über dieser Versammlung sein – damit auch wir, in unserer eigenen Generation, gefunden werden mögen, seinen Lobpreis verkündigend, was auch immer wir diese Woche noch tun oder sagen.
Nochmals danke ich für eure Gastfreundschaft!
Wortlaut im Original
Calgary, Alberta
Wednesday, July 15, 2026
Christ is in our midst!
It is a joy to be with you this evening and to participate in the 2026 Assembly of the Archdiocese of Canada. It is hard to believe that three years have passed since I joined you in Québec but I am honored to be back with you here in Alberta. I recall very vividly my time with you in Edmonton for the 2017 Assembly. I especially enjoyed our tour of several of the rural parishes of the “holy land” and the opportunity to witness the life, history, and struggles of those communities. I count it a blessing to be back in these western regions and look forward to my time with you here in Calgary.
I am grateful to His Eminence Archbishop Irénée for his invitation and hospitality and to all of you — clergy, monastics, and faithful — who have travelled from across this vast Archdiocese to be here. Although we have already entered liturgically into tomorrow’s commemoration, I note that today, July 15, is the feast of the holy and equal-to-the-apostles Prince Vladimir — a day which also happens to be my birthday. I don’t say this to draw attention to myself, but because Saint Vladimir is, I think, one of the more fitting patrons for the work you undertake this week. Here was one man, in one generation, who received the faith and chose — freely, and at some cost — to hand it on.
Everything that has followed from that choice: a thousand years of the Church’s life among the Slavic peoples, the planting of Orthodoxy in North America, in time, the establishment of this very Archdiocese, its expansion and flourishing, including the succeeding gatherings of clergy, monastics, and faithful at events such as this assembly, and even our evening prayer this evening — all of this flows from a single act of transmission. That is no small thing to have as a birthday companion.
It is, of course, also the theme you have chosen for this Assembly: from generation to generation . The words come from Psalm 78 — a longer and, I would say, a more searching psalm than that single familiar phrase might suggest. It actually does not begin with confidence but rather with grief: the psalmist laments a people who have seen the sanctuary defiled, the city laid waste, and no one left to mourn the dead. He does not soften this but brings it honestly before God, and he asks – almost demands – to know how long this will endure.
And only then , out of that lament, comes the vow that gives you your theme: we will declare thy praise from generation to generation .
I mention this not to cast a shadow over our week together — this is meant to be, and will be, a joyful gathering — but because I think it matters what kind of promise this is. It is not the confidence of a people that are untested but rather the resolve of a people who have known loss, and who choose, still, to hand on what they have received. I suspect many of you know something of that kind of resolve already, in smaller and larger ways, in your own parishes and families. We know that it is only through the Cross that joy comes into the world and so our transmission of the faith, while it is expressed in joyful praise, is also rooted in the sobriety of the Cross.
We will have much to consider together over these next days — the wave of new faces in our churches, the work of forming them well, the burdens carried by our clergy families, and, in a very real sense, the shape of the Church’s life in this country in the years ahead. May the grace of our Lord Jesus Christ, which has sustained us and our communities in the past, be upon this Assembly — that whatever else we do or say this week, we too might be found, in our own generation, declaring His praise.
Thank you again for your hospitality!