Orthodox · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen
What If Prayer Sounded More Like You? | 10@9 | 2026.09.07
Rabbi Michael Whitman ·
Rabbi Michael Whitman (ADATH Congregation, Montreal) - Mining The Riches Of The Parsha ·
2026-09-07
· Montreal
· Quelle
Gemeinschaft · Hauptbotschaft
Wahrhaftigkeit · tragend
Hoffnung
Gebet ist nicht auf festgelegte liturgische Worte beschränkt, sondern kann und soll in der eigenen Sprache, mit eigenen Worten und Gefühlen geschehen, um die dünne Wand zwischen Mensch und Gott zu durchbrechen.
Mögen wir fähig sein, unsere Herzen zu öffnen, um direkt in unserer eigenen Sprache zu Gott zu sprechen. In unserer eigenen Sprache. In unserem eigenen Ton mit unseren eigenen Worten.
Der Text ist eine kurze Predigt, die verschiedene Formen des Gebets aufzählt und dann drei Beispiele für Gebet in eigener Sprache vorstellt: ein Gedicht von Rainer Maria Rilke, ein Lied von Regina Spektor und ein Gedicht von Hannah Yerushalmi. Der zentrale Gedanke ist, dass Gebet nicht nur aus festgelegten liturgischen Worten bestehen muss, sondern auch in eigenen Worten, Gedanken und Gefühlen geschehen kann. Am Beispiel des Rilke-Gedichts wird betont, dass Gebet nicht nur um die eigenen Bedürfnisse geht, sondern auch für Gott und seine Herrschaft in der Welt. Das Lied von Regina Spektor wird als Beispiel dafür genommen, dass Menschen Gott Fragen stellen und ihn um Begegnung bitten. Das Gedicht von Hannah Yerushalmi zeigt ein alltägliches Gespräch zwischen Mensch und Gott, das sowohl Freude als auch Leid umfasst. Der Text schließt mit dem Aufruf, die eigenen Herzen zu öffnen und in der eigenen Sprache zu Gott zu sprechen. Es gibt keinen expliziten Gegenwartsbezug zu einem konkreten politischen Ereignis, aber die Erwähnung eines getöteten Soldaten und einer zusammenbrechenden Welt deutet auf aktuelle Konflikte hin.
- Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
-
Abkehr von Gott, Gleichgültigkeit, Götzendienst
- Wo sitzt das Übel?
-
im Herzen, im Willen, in der Seele des Einzelnen
- Was hilft dagegen?
-
persönliche Erfahrung, Zeugnis, Begegnung mit Gott oder Menschen; Gebet, Gottesdienst, Meditation, wiederholte Übung
- Was ist der Mensch nach diesem Text?
-
vor allem als Angenommener und Beschenkter beschrieben
- Wohin geht die Geschichte?
-
die Botschaft steht außerhalb der Geschichte (erschlossen)
- Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
-
auf eigenes Erleben, Zeugnis, Begegnung; auf Tradition, Väter, gewachsene Praxis
- Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
-
jedem Menschen, ohne Ansehen des Glaubens
- Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
-
auf die eigene Gemeinschaft und sich selbst
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Wozu der Text aufruft
- In der eigenen Sprache zu Gott beten (innerlich)
- Die Herzen öffnen, um direkt zu Gott zu sprechen (innerlich)
- Gott hören, der den eigenen Namen ruft (innerlich)
Gemessen
- Grundhaltung
- 1 von -2 bis 2
- Eindringlichkeit
- 2 von 3
- Reichweite
- 3 von 5
- Konkretheit
- 3 von 3
- Abgrenzung
- 0 von 3
- Zeitbezug
- früher 1, jetzt 2, künftig 1
Ausgewertet mit qwen3.8-27b, Fassung v3.
Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.
Wortlaut auf Deutsch
Guten Morgen. Heute ist Montag, der 7. September 2026. Es gibt mehrere Formen des Gebets. Es gibt das Gebet in der Synagoge, das Gebet zu Hause, das Gebet auf einem Spaziergang, in einem Krankenzimmer, überall. Es gibt das stille Gebet, es gibt das öffentliche Gebet, das Gebet zu bestimmten Zeiten, das Gebet zu jeder Zeit, das Gebet für einen Einzelnen, das Gebet für Gebete im Plural, das Gebet in jeder Sprache, das Gebet ohne Worte, mit Gedanken, mit Gefühlen, das Gebet mit festgelegten Worten aus dem Sidur, das Gebet mit unseren eigenen Worten. Und ich möchte bei dieser letzten Form verweilen, weil ich denke, dass es von Wert für uns wäre, uns darauf zu konzentrieren, gerade jetzt. Also die Ideen, die ich teilen möchte, basieren auf einem Gespräch, das ich kürzlich mit meiner Cousine hatte. Wir sind sehr eng befreundet. Sie ist eine Schriftstellerin und Dichterin. Und ich lerne immer von ihr, dass ich ein Schriftsteller und Dichter bin. Und ich lerne immer von ihr, und basierend auf diesem Gespräch vor einigen Wochen möchte ich mit euch drei Gebete teilen, die ihr vielleicht zunächst nicht als Gebete betrachten würdet. Aber ich möchte vorschlagen, dass sie es sind. Und ich möchte vorschlagen, dass wir, jeder auf unsere eigene Weise, mehr davon tun. Das erste ist technisch ein Gedicht, geschrieben von Rainer Maria Rilke, einem meiner Lieblingsdichter. Er war ein österreichischer Dichter. Er starb 1926. Und er schrieb dieses Gedicht in einer Sammlung namens Das Stundenbuch. Du Gott, der nebenan wohnst, wenn ich dich manchmal durch die lange Nacht mit meinem dringenden Klopfen belästige und ich werde dich nie wieder hören. Ich höre dich so selten atmen. Ich weiß, du bist ganz allein in dem Zimmer. Wenn du durstig sein solltest, gibt es niemanden, der dir ein Glas Wasser holt. Ich warte, lausche, immer. Gib mir nur ein Zeichen. Ich bin genau hier. Und ich weiß, du bist ganz allein genau hier. Wie es sich ergibt, ist die Wand zwischen uns sehr dünn. Warum könnte ein Schrei von einem von uns sie nicht einreißen? Sie würde leicht zerbröseln. Sie würde kaum einen Laut machen. Diese Zeile, wenn du durstig sein solltest, erinnert mich daran, dass das Gebet nicht nur um uns geht. Es geht nicht nur darum, was wir Gott für uns erbitten. Besonders am Rosh HaSchana. Ich sage, in leiser Stimme Lema'an-e-Naynu, tu dies um deinetwillen, Gott. Wir beten für dich, Gott, für deine Majestät in der Welt, für deine Souveränität, für deine Heiligkeit, nicht nur für das, was wir brauchen. Und wir beten, wir beten, dass du helfen mögest, dass die gesamte Welt, nicht nur das jüdische Volk, sondern die gesamte Welt zu einem vereinten Organismus werden möge. La sos ritzonchah b'le'evav sholim, damit wir alle deinen Willen mit vollem Herzen tun mögen. Der Simlok atah Hashem le vadchah al-Kol mas'echah, und du, Gott, sollst allein regieren über all deinen Geschöpfen. Wir wollen das, was gut für dich ist, Gott. Wir wollen, dass du der Souveräne bist. Was wir brauchen, ja, ja, wir haben eine Liste. Was wir brauchen, ich brauche, was du brauchst. Aber ich bete auch für dich, Gott. Dass du in der Welt mehr bekannt sein solltest, dass du mehr verehrt werden solltest. Und so, wenn du durstig sein solltest, ich lausche. Gib mir nur ein Zeichen. In dieser Zeile, wie es sich ergibt, ist die Wand zwischen uns sehr dünn. Warum könnte ein Schrei von einem von uns sie nicht einreißen? Und wir brauchen diesen Schrei. Wir brauchen diesen Schrei, um diese dünne Wand zwischen uns einzureißen. Manchmal denken wir daran als an eine sehr, sehr dicke Wand. Eine sehr, sehr haltbare Wand. Aber Rilke sagt, nein, das ist es nicht. Und unsere Gebete sagen, nein, das ist es nicht. Sie ist sehr dünn. Und wir können sie durchstoßen. Und wenn wir sie durchstoßen können, müssen wir sie durchstoßen. Gebet Nummer zwei. Noch weniger wahrscheinlich, dass ihr dies als ein Gebet betrachten würdet, von einer ganz anderen Quelle. Es ist ein Lied. Der Titel des Liedes ist Becoming All Alone von Regina Spektor. Ich, Erwin, ich, Regina Spektor, ich ermutige euch, es ist so wunderschön. Bitte findet es auf YouTube und hört es euch an. Ich finde es so wunderschön und so inspirierend. Wieder Regina Spektor mit einem K. Becoming All Alone. Ich ging allein nach Hause. Vorbei an allen Bars und Eckläden. Als ich Gott meinen Namen rufen hörte und er sagte, hey, lass uns ein Bier trinken. Es ist furchtbar spät. Wir sind beide genau hier und wir mussten nicht einmal bezahlen, weil Gott Gott ist und er verehrt wird. Und ich sagte, warum wird es nicht besser mit der Zeit? Ich werde wieder ganz allein. Und ich sagte, lasst die, die es sehr wollen, all die Dinge bekommen, die
sie besser. Du hast ein Herz. Warum benutzt du es nicht? Ich ging allein nach Hause, vorbei an all den Bars und Eckläden, als ich Gott bat: Bitte ruf. Ruf meinen Namen. Und ich sagte: Hey, lass uns ein Bier trinken. Es ist furchtbar spät. Ich werde wieder ganz allein. Ich sagte: Hey, lass uns ein Bier trinken. Es ist furchtbar spät. Ich weiß, dass du hier bist, und wir müssten nicht einmal bezahlen, denn du bist Gott und du wirst verehrt. Und so frage ich dich: Warum wird es mit der Zeit nicht besser? Ich werde wieder ganz allein. Wir müssen versuchen, Gott zu hören, der unseren Namen ruft. Gott ruft unseren Namen. Und wir haben diese Fragen. Warum wird es mit der Zeit nicht besser? Lasst die, die es sehr wollen, all die Dinge bekommen, die sich besser anfühlen. Und wir fragen das die ganze Zeit. Du hast ein Herz. Warum sehen wir nicht, dass du es benutzt, Gott? Und wir sagen zu Gott: Bitte ruf. Und wir beten. Ist das nicht wirklich das Gebet, das so viele von uns beten wollen, beten müssen? Und wir sollten in unserer eigenen Form, in unseren eigenen Worten, ein letztes Gebet sprechen. Dies wurde von Hannah Yerushalny geschrieben. Sie wuchs im Mittleren Westen auf. Hannah ist eine ordinierte Rabbinerin. Sie ist eine lizenzierte professionelle Beraterin. Sie lebt in Annapolis, Maryland. Und kürzlich habe ich einige Stücke von ihr geteilt, die mich sehr tief berühren. Dieses hier, denke ich, ist einfach großartig. Und der Titel lautet: Gespräche. Wie war dein Tag heute, fragte Gott? Gut, sagte ich. Und es war Abend und es war Morgen und es war Stille zwischen uns. Wie war dein Tag heute, fragte Gott erneut. Gut, sagte ich nach einer Pause, und es war Abend und es war Morgen. Die Stille hielt an. Was hat dich heute zum Lachen gebracht, fragte Gott? Und mein Herz explodierte vor Geschichten von den Wüstensternen, die mit den Gazellen tanzten, und dem Stehen für die Hattikwa. Was hat dich heute überrascht? Das ist leicht. Ein Fahrer hat mich nur mit dem Blick leicht einbiegen lassen, und die Teenager am Strand teilten ihre Wassermelone. Was war der schwerste Teil von heute? Meine Augen füllten sich mit Tränen. Ein weiterer Soldat ist gestorben. Eine Welt, die über sich selbst zusammenbricht. Eine gesamte Familiengeneration für immer verändert. Letzte Frage. Was hat dich heute geliebt fühlen lassen? Ich seufzte mit dem Atem einer Generation. Ich seufzte mit dem Atem von Generationen. Nur dies, lieber Gott. Deine Seele, die mit meiner verbunden ist. Deine linke Hand unter meinem Kopf. Dein rechter Arm, der mich umarmt. Mögen wir fähig sein, unsere Herzen zu öffnen, um direkt in unserer eigenen Sprache zu Gott zu sprechen. In unserer eigenen Sprache. In unserem eigenen Ton mit unseren eigenen Worten. Meine Freunde, ich wünsche euch einen großartigen Tag und ich freue mich darauf, euch bald persönlich zu sehen. Danke.
Wortlaut im Original
Good morning. Today is Monday, September 7, 2026. There are multiple modes of prayer. There's prayer in the synagogue, prayer at home, prayer on a walk, in a hospital room, anywhere. There's quiet prayer, there's public prayer, prayer at specific times, prayer at any time, prayer for an individual, prayer for prayers in the plural, prayer in any language, prayer without words, with thoughts, with feelings, prayer with set words from the Sidurr, prayer with our own words. And I want to dwell on this last mode because I think it would be valuable for us to focus on this, especially now. So the ideas I want to share are based on a conversation I had with my cousin recently. We are very close. She is a writer and a poet. And I always learn from her that I'm a writer and a poet. And I always learn from her and based on that conversation a few weeks ago, I want to share with you three prayers that you might not initially think of as prayers. But I want to suggest that they are. And I want to suggest that we, each in our own way, do more of them. The first is technically a poem written by Rainer Maria Rilke, one of my favorite poets. He was an Austrian poet. He died in 1926. And he wrote this poem in a collection called The Book of Hours. You God, who live next door, if at times through the long night I trouble you with my urgent knocking and I will never hear you again. I hear you breathe so seldom. I know you're all alone in that room. If you should be thirsty, there's no one to get you a glass of water. I wait, listening, always. Just give me a sign. I'm right here. And I know you're all alone right here. As it happens, the wall between us is very thin. Why couldn't a cry from one of us break it down? It would crumble easily. It would barely make a sound. This line, if you should be thirsty, reminds me that prayer is not only about us. It's not only about what we ask God for, for us. Especially on Rosh Hashanah. I say, in low Lema'an-e-Naynu, do this for your sake, God. We're praying for you, God, for your majesty in the world, for your sovereignty, for your holiness, not only for what we need. And we pray, we pray that you should help that the entire world, not just the Jewish people, but the entire world should become one unified organism. La sos ritzonchah b'le'evav sholim so that all of us should do your will with a full heart. The Simlok atah Hashem le vadchah al-Kol mas'echah and you, God, should reign alone on all of your creatures. We want what's good for you, God. We want you to be the sovereign. What we need, yes, yes, we have a list. What we need, I need what you need. But I'm also praying for you, God. That you should be more known in the world, that you should be more revered. And so, if you should be thirsty, I'm listening. Just give me a sign. In this line, as it happens, the wall between us is very thin. Why couldn't a cry from one of us break it down? And we need this cry. We need this cry to break down this thin wall between us. Sometimes we think of it as a very, very thick wall. A very, very durable wall. But Rilke is saying, no, it's not. And our prayers say, no, it's not. It's very thin. And we can pierce it. And if we can pierce it, we must pierce it. Prayer number two. Even less likely that you will consider this a prayer from a very different source. It's a song. The title of the song is Becoming All Alone by Regina Spector. I, Erwin, I, Regina Spector, I urge you, it is so beautiful. Please find it on YouTube and listen to it. I find it so beautiful and so inspiring. Again, Regina Spector with a K. Becoming All Alone. I went walking home alone. Pass all the bars and corner delis. When I heard God call out my name and he said, hey, let's grab a beer. It's awful late. We're both right here and we didn't even have to pay because God is God and he's revered. And I said, why doesn't it get better with time? I'm becoming all alone again. And I said, let the ones who want it bad get all the things that make them better. You have a heart. Why don't you use it? I went walking home alone past all the bars and corner delis when I asked God, please call. Call my name. And I said, hey, let's grab a beer. It's awful late. I'm becoming all alone again. I said, hey, let's grab a beer. It's awful late. I know you're here and we wouldn't even have to pay because you are God and you're revered. And so I ask you, why doesn't it get better with time? I'm becoming all alone again. We have to try to hear God calling our name. God does call our name. And we have these questions. Why doesn't it get better with time? Let the ones who want it bad get all the things that make them feel better. And we ask this all the time. You have a heart. Why don't we see that you use it, God? And we say to God, please call. And we pray. Isn't this really the prayer so many of us want to pray, need to pray? And we should in our own form, in our own words, one last prayer. This is written by Hannah Yerushalny. She grew up in the Midwest. Hannah is an ordained rabbi. She's a licensed professional counselor. She lives in Annapolis, Maryland. And recently I have shared a few pieces from her that speak to me very deeply. This one, I think, is just magnificent. And the title is Conversations. How was your day today, God asked? Fine, I said. And there was evening and there was morning and there was silence between us. How was your day today, God asked again. Fine, I said after a pause and there was evening and there was morning. The silence continued. What made you laugh today, God asked? And my heart exploded with stories of the desert stars dancing with the gazelles and standing for hattikva. What surprised you today? That's easy. A driver let me merge easily on the eye alone and the teenagers at the beach shared their watermelon. What was the hardest part of today? My eyes filled with tears. Another soldier died. A world collapsing upon itself. An entire family line forever changed. Last question. What made you feel cherished today? I sighed with the breath of generation. I sighed with the breath of generations. Only this, dear God. Your soul bound up with mine. Your left hand under my head. Your right arm embracing me. May we be capable of opening our hearts to speak directly to God in our own language. In our own language. In our own tone with our own words. My friends, I wish you a great day and I look forward to seeing you soon in person. Thank you.