Die Begegnung mit leidenden Migranten und die konkrete Fürsorge für sie sind der zentrale Ausdruck christlicher Liebe und der Weg zu einer 'Zivilisation der Liebe', die Europa und die Welt menschlicher macht.
Der Text ist eine Begrüßung und Homilie von Papst Leo XIV. bei einem Besuch auf Lampedusa, der an die erste Reise von Papst Franziskus 2013 anknüpft. Die zentrale Botschaft ist, dass die Begegnung mit leidenden Migranten und die konkrete Fürsorge für sie der Ausdruck christlicher Liebe und der 'Zivilisation der Liebe' sind. Der Text verwendet das Gleichnis vom barmherzigen Samariten als hermeneutischen Rahmen und verknüpft es mit der Enzyklika Fratelli Tutti sowie mit einer neuen Enzyklika Magnifica Humanitas. Er benennt strukturelle Ursachen von Migration wie Korruption, ein globales Wirtschaftssystem, das Armut erzeugt, und Gleichgültigkeit. Gleichzeitig dankt er den Freiwilligen, Institutionen und Migranten selbst für ihre Solidarität. Europa wird eine besondere Verantwortung zugeschrieben, die Krise umfassend anzugehen. Der Text ruft auf, die Kultur der Gastfreundschaft auch in den Tourismus einzubeziehen und die 'Zivilisation der Liebe' in geistlichen, kulturellen, rechtlichen, politischen und wirtschaftlichen Ausdruck zu gießen.
Ausgewertet mit qwen3.8-27b, Fassung v3.
Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.
Wortlaut auf Deutsch
Begrüßung des Heiligen Vaters als Antwort auf die Begrüßung des Bürgermeisters
Homilie des Heiligen Vaters
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Begrüßung des Heiligen Vaters
Herr Bürgermeister,
Danke, danke!
Herr Bürgermeister,
Eure Exzellenz, verehrte Amtsträger,
liebe Brüder und Schwestern!
Ich danke dem Bürgermeister für die Begrüßung, die er mir im Namen der Gemeinde Lampedusa und Linosa überbracht hat, und ich danke euch allen für euren herzlichen Empfang!
Die Tatsache, dass ihr den Favaloro-Pier nach Papst Franziskus benannt habt, ist ein Zeichen der Bindung, die mein Vorgänger mit eurer Gemeinschaft und mit unseren brüderlichen und schwesternhaften Migranten geschmiedet hat: Der Papst war euch in dieser für euch sehr herausfordernden Zeit nahe. Und heute bin ich hier, um euch zu sagen, dass der Papst weiterhin mit euch geht, euch unterstützt und euch ermutigt.
Ich bin nicht gekommen, um Reden zu halten, sondern um die Eucharistie zu feiern, das höchste Zeichen der Gegenwart Christi unter uns. Jesu Geste, das Brot zu brechen, um sich selbst zu geben, verleiht unseren täglichen Taten der Hilfe und des Teilens Sinn und Kraft. Ja, dies ist ein Ort, an dem Taten lauter sprechen als Worte. Aber damit Taten wahrhaft menschlich sind, brauchen sie ein Herz. Deshalb sind wir hier versammelt: um von Christus die Liebe zu empfangen, die nur Er uns geben kann, damit die Welt von heute und morgen menschlicher sei – menschlicher für alle.
Danke!
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Homilie des Heiligen Vaters
Liebe Brüder und Schwestern,
Gott liebt uns immer zuerst. Die Schönheit des Meeres, dieser Insel und eure Gesichter sind ein Abbild seiner unbedingten Initiative: Die Liebe geht uns voraus, umgibt uns und bringt uns zusammen. Ich bin dem Herrn dankbar für die Gelegenheit, euch zu besuchen, in den Fußstapfen von Papst Franziskus, der am 8. Juli 2013 für seine erste Reise als Nachfolger Petri nach Lampedusa reiste.
Die Apostel, wie ihr wisst, fuhren auf dem Mittelmeer und erfuhren die Gastfreundschaft der Bewohner seiner Inseln und Küsten, die seit Jahrtausenden ein Kreuzungspunkt der Zivilisationen sind. Das Evangelium erklingt dort, wo Völker aufeinandertreffen, Menschen einander willkommen heißen, ihre Leben sich verflechten und verschiedene Kulturen in den Dialog treten. Es verstummt jedoch, wenn jeder Mensch sich selbst zu einer Insel macht, Kontakt vermeidet und den Austausch abschneidet. In diesem Sinne beschreibt das Gleichnis vom barmherzigen Samariter, das wir soeben gehört haben, eine Geschichte, die weiterhin zu uns spricht (vgl. Lk 10,25–37), und die Enzyklika Fratelli Tutti hat uns geholfen, sie im Lichte der herausfordernden historischen Umstände zu überdenken, in denen wir uns befinden. Das Wort Gottes ist immer relevant für heute und zieht uns in ein Gespräch hinein, aus dem wir verwandelt hervorgehen. Wie werden wir dann auf die Liebe dessen antworten, der uns zuerst geliebt hat?
Liebe Freunde, heute liegen Lampedusa und Linosa auf einem Weg, der so gefährlich ist wie der, der von Jerusalem nach Jericho hinabführte (vgl. V. 30). Hier habt ihr nicht nur einen, sondern Tausende von Menschen gesehen, die in die Hände von Räubern gefallen sind, die ihnen alles genommen, sie brutal geschlagen und sie halbtot zurückgelassen haben (vgl. ebd.). Das Meer hat das Leben anderer gefordert – jener, die es nicht schafften, ihr erhofftes Ziel zu erreichen. Und doch spüren wir ihre Gegenwart, die uns nicht weniger herausfordert als die jener, die gelandet sind und Aufmerksamkeit und Hilfe benötigen. Denn vor jeder intellektuellen Überlegung oder ideologischen Überzeugung ruft uns die Begegnung mit denen, die vor uns daliegen, entblößt von allem, dazu, ihnen nahe zu sein. Der Brief an die Hebräer sagt uns: "Denkt […] an die, die misshandelt werden, als würdet ihr selbst leiden" (13,3). Dies ist der Kern des Gleichnisses aus dem Evangelium: Wir werden Nachbarn, indem wir als Nachbarn handeln (vgl. Lk 10,36–37)!
Ich bin gekommen, um euch zu danken, Brüder und Schwestern von Lampedusa, für die Solidarität, die so viele von euch gezeigt haben. Wieder hat sich das Wunder der Barmherzigkeit vollzogen: „Er sah sie und hatte Mitleid mit ihnen" (V. 33). Es ist eine innere Revolution, die in uns den „Herzen" Gottes hervorbringt und unsere Gedanken, Herzen und Leben erweitert. Ich danke den Freiwilligen, den Organisationen, die sich im „Forum Lampedusa Solidale" zusammengeschlossen haben, den zivilen Institutionen, der Küstenwache, den Bürgermeistern und den lokalen Verwaltungen, die über die Jahre hinweg gedient haben. Ich danke auch den Diakonen, Priestern, Ordensschwestern, Ärzten, Psychologen und Erzieherinnen und Erziehern sowie den Sicherheitskräften und allen, die mit oder ohne das Geschenk des Glaubens beschlossen haben, einander zu lieben. Ja, es ist die Liebe, die unter euch Gestalt angenommen hat. Das Mitleid, das einen Bruder oder eine Schwester in Gefahr auf dem Meer erkennt, ist ihr erstes Erwachen: ein tiefer Ruf, zu tun, was man sich vielleicht nie hätte vorstellen können. Ich grüße die Migranten, die hier sind. Sie selbst haben nicht nur Solidarität empfangen, sondern haben sie oft auch auf ihrer Reise gezeigt, wie die Armen, die den Ärmsten helfen. Danke, Brüder und Schwestern, denn nichts ist selbstverständlich daran, dass ihr euch anderen zuwendet; nichts geschieht automatisch.
Die Gleichnis erzählt uns, dass die Liebe immer in der Freiheit verwurzelt ist, und die Freiheit liegt in den Entscheidungen, die wir treffen. Es gibt auch diejenigen, die wählen, nicht Nachbar zu sein, und diejenigen, die wählen, keine Entscheidung zu treffen. Diejenigen, die ihr Leben in diesem Meer verloren haben, sind Opfer sowohl von Entscheidungen, die getroffen wurden, als auch von Entscheidungen, die nicht getroffen wurden. Gleichgültigkeit gegenüber dem Gemeinwohl und Korruption in ihren Herkunftsländern; ein globales Wirtschaftssystem, das Armut und Ausschluss erzeugt; die Furcht, die Vorurteile und Verachtung schürt; die Überzeugung, dass solche Probleme uns nichts angehen; die kriminellen Kalküle derer, die vom Leiden anderer profitieren; der langsame und schwierige Übergang von bloßer Notfallbewältigung zur Entwicklung umfassender und geteilter Politiken — all dies sind gegenwärtige Widerhallen der Hast, „vorbeizugehen" (VV. 31-32) in der Evangeliumserzählung.
Im Gleichnis kommt ein Priester „zufällig" (V. 31) dorthin, gefolgt von einem Leviten. Beide sehen, was geschieht, aber sie gehen ihren Weg weiter. Leider gibt es in jeder Epoche diejenigen, die davor fürchten, durch den Kontakt mit anderen „verunreinigt" zu werden, und damit — selbst angesichts von Leiden und Tod — unsere gemeinsame Herkunft in Gott, die unendliche Würde jedes Menschen und den Ruf zur grenzenlosen Liebe leugnen. Es ist an der Zeit, anzuerkennen und zu bekräftigen, dass die religiöse Zugehörigkeit niemals ein Grund für Diskriminierung werden darf, als hätte der Glaube Grenzen, anstatt ein universaler Ruf zur Heilung zu sein. Wo es Mauern der Trennung gab, hat Christus sie abgebrochen (vgl. Eph 2,14). Es gibt keine Liebe Gottes ohne Liebe des Nächsten, und es gibt keinen Nächsten, wenn ich mich nicht nähere. Anzuhalten, bewegt zu werden, sich hinzubeugen, vor dem Schmerz eines anderen zu weinen — wie es Jesus tat — bedeutet, in die Dynamik der Liebe einzutreten, in die Bewegung, in der sich Gott offenbart hat.
Meine lieben Freunde, diejenigen, die sich in diese Dynamik des Mitleids und der Barmherzigkeit ziehen lassen, beginnen anders zu leben, anders Bürger zu sein und anders zu arbeiten. Dann kann die Zivilisation der Liebe — die von meinen heiligen Vorgängern Johannes XXIII., Paul VI. und Johannes Paul II. envisioned wurde — wirklich aufgehen. Zusammen mit einer großen Zahl von Propheten und Märtyrern des letzten Jahrhunderts erkannten sie, dass nur die Barmherzigkeit auf die Tiefen des menschlichen Herzens und die Gräuel des Krieges antworten kann, indem sie den Weg zu einem neuen Anfang öffnet. Nun, stehend auf den Schultern dieser Riesen, sind wir in ein Jahrtausend eingetreten, in dem wir der Zivilisation der Liebe einen geistlichen, kulturellen, rechtlichen, politischen und wirtschaftlichen Ausdruck verleihen müssen. Möge die Enormität des Leidens, das wir Zeugen sind, uns helfen, die radikale Natur dieses Rufes zu erfassen.
Wie der barmherzige Samariter können wir unsere Pläne und unsere Richtung stets ändern. Mehr noch als der barmherzige Samariter verfügen wir über die Mittel und Gelegenheiten, der Hoffnung eine konkrete, geschichtliche Wirklichkeit zu verleihen. Er „trat zu ihm, verband ihm die Wunden, goss Öl und Wein darauf; dann setzte er ihn auf sein eigenes Tier und brachte ihn in eine Herberge, wo er sich um ihn kümmerte" (Lk 10,34). Auch wir müssen anerkennen, dass „die Zivilisation der Liebe nicht aus einer einzelnen oder spektakulären Geste entstehen wird, sondern aus der Summe kleiner und beständiger Treueakte, die als Bollwerk gegen die Entmenschlichung dienen" (Enzyklika Magnifica Humanitas, 213). Dazu, Freunde von Lampedusa, seid ihr Zeugen! Hier, wo wir einander begegnen, gewinnen wir ein besseres Verständnis unserer Zeit, und jeder von uns kann die Richtung seines eigenen Lebens beurteilen. „Gewiss, nicht jeder hat dieselbe Macht, etwas zu verändern… Doch niemand ist ohne Verantwortung. Wir alle haben unsere eigenen Handlungsfelder, und genau dort — und nirgendwo anders — müssen wir wählen, ob wir die Mentalität der Gewalt befeuern (selbst wenn nur durch Gleichgültigkeit, Zynismus, Lügen oder Hass) oder die Haltung des Friedens bewahren (mit Wahrheit, Mäßigung, Nähe und Fürsorge)" (ebd., 212).
Von dieser entlegenen Ecke Europas am Mittelmeer aus lässt sich die gewichtige Herausforderung, die das Phänomen der Migration für die europäischen Gesellschaften darstellt, deutlicher wahrnehmen. In dieser Hinsicht besitzt Europa, ebenso wie bei der ökologischen Transformation und der Förderung des Friedens, ein einzigartiges Potenzial, das aus seiner Geschichte und Kultur stammt, und trägt daher eine entsprechende Verantwortung. Dank seiner geografischen Lage und seines institutionellen Rahmens ist Europa in der Lage, die Krise — in dieser Region — umfassend anzugehen, indem er unmittelbare Hilfsmaßnahmen in einen langfristigen Strategieplan einbindet, der in der Lage ist, Migranten aufzunehmen, zu schützen, zu unterstützen und zu integrieren, während er gleichzeitig den Entwicklungsländern hilft, damit niemand zur Emigration gezwungen wird. All dies muss mit Wachsamkeit geschehen, unter Sicherstellung der Achtung der Würde jeder Person. Dies ist eine Aufgabe nicht nur für die öffentlichen Institutionen, sondern auch für die gesamte Zivilgesellschaft und für die Kirche.
Schwestern und Brüder, wie ich kürzlich in Teneriffa während meiner Apostolischen Reise nach Spanien sagte, hat auch in Lampedusa die Kultur der Gastfreundschaft eine touristische Dimension, die, leider, sich durch Migrationsrouten bedroht fühlen kann und zu Gleichgültigkeit oder sogar Ablehnung gegenüber deren dramatischen Aspekten Anlass geben kann. Denn für viele ist ein Urlaub bloß eine Ablenkung, eine Zeit der Leichtigkeit und sorgenfreien Genusses. Dann scheint es, als müsse eine unsichtbare Mauer zwischen dem Meer der Schiffbrüchigen Migranten und den Urlaubern errichtet werden. Habt den Mut, anders zu denken. Schritt für Schritt, mit ein wenig Kreativität, werdet ihr in der Lage sein, dafür zu sorgen, dass jeder, der Zeit auf dieser Insel verbringt, selbst wenn nur zur Erholung, menschlicher wird, inspiriert durch eure Nächstenliebe, das, was euch das Meer gelehrt hat, und die Begegnungen, die euch geformt haben. Es gibt echte Erholung, wenn der Sinn des Lebens neu entdeckt wird, und wahres Wohlergehen, wenn die Wirtschaft gerecht und brüderlich ist. In einer solchen Wirtschaft kommen die Sorge um die Schöpfung und die soziale Freundschaft in einer Synthese zusammen, die die Menschheit heute sucht.
Die erste Lesung erinnerte uns daran, dass durch die Ausübung der Gastfreundschaft „manche Engel beherbergten, ohne es zu wissen" (Hebr 13,2). Möge es euch, auf eure eigene kleine Weise, gelingen, ein prophetisches Zeichen dafür zu sein, was wir gemeinsam in größerem Maßstab zu erreichen hoffen können. Ihr und eure Familien werdet die Ersten sein, die davon profitieren, indem ihr Spaltungen und Unterschiede überwindet, die nur die Nächstenliebe auflösen kann. Die Pfarrei sollte insbesondere eine Gemeinschaft sein, in der wir, vom Evangelium geleitet, lernen, einander im Geist der Gemeinschaft willkommen zu heißen, zu begleiten und zu integrieren.
Hier, neben dem Altar, haben wir das Bild Unserer Lieben Frau vom sicheren Hafen, der Schutzpatronin von Lampedusa. Vielleicht wisst ihr, dass der heilige Augustin gerne das menschliche Leben als eine Reise über ein stürmische Meer und das Schicksal eines Menschen als einen sicheren und gesicherten Hafen beschrieb. Lasst uns nicht von der Furcht überwältigt werden, sondern vielmehr die täglichen Schwierigkeiten als eine Zeit der Gelegenheit und des Zeugnisses betrachten. Möge euer Glaube, liebe Freunde, durch diese Jahre der Prüfung und des großzügigen Engagements gestärkt werden. Möge dieses verehrte Bild euch erneut mit derselben Kraft sprechen wie in vergangenen Tagen, als diejenigen, die diese Andacht überlieferten, sich mit radikaler Aufrichtigkeit der Fürsprache der Jungfrau anvertrauten. In Gott haben wir alle einen sicheren Hafen, und jede christliche Gemeinschaft ist berufen, ein Abbild davon auf der Erde zu sein. Und euch, den Gemeinden von Lampedusa und Linosa, möge euch nie der Atem des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe fehlen: „O'scià!" [ein traditioneller Gruß des Volkes von Lampedusa].
Wortlaut im Original
Greeting by the Holy Father in Response to the Mayor’s Greeting
Homily by the Holy Father
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Greeting by the Holy Father
Mr. Mayor,
Thank you, thank you!
Mr. Mayor,
Your Excellency, distinguished officials,
dear brothers and sisters!
I thank the Mayor for the greeting he extended to me on behalf of the Municipality of Lampedusa and Linosa, and I thank all of you for your warm welcome!
The fact that you have chosen to name the Favaloro Pier after Pope Francis is a sign of the bond that my Predecessor forged with your community and with our migrant brothers and sisters: the Pope has been close to you during this very challenging time for you. And today I am here to tell you that the Pope continues to walk with you, to support you, and to encourage you.
I have not come to give speeches, but to celebrate the Eucharist, the supreme sign of Christ’s presence among us. Jesus’ gesture of breaking bread to give of Himself gives meaning and strength to our daily acts of assistance and sharing. Yes, this is a place where actions speak louder than words. But for actions to be truly human, they need a heart. This is why we have gathered here: to draw from Christ the love that only He can give us, so that the world of today and tomorrow may be more human—more human for everyone.
Thank you!
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Homily of the Holy Father
Dear brothers and sisters,
God always loves us first. The beauty of the sea, this island and your faces is a reflection of his gratuitous initiative: love precedes us, surrounds us and brings us together. I am grateful to the Lord for the opportunity to visit you, following in the footsteps of Pope Francis , who chose to travel to Lampedusa on 8 July 2013 for his first trip as the Successor of Peter .
The Apostles, as you know, sailed the Mediterranean and experienced the hospitality of the inhabitants of its islands and coasts, which have been a crossroads of civilizations for millennia. The Gospel resounds where peoples meet, people welcome one another, their lives intertwine and different cultures engage in dialogue. It falls silent, however, when each person makes him or herself an island, avoiding contact and cutting off exchange. In this sense, the parable of the Good Samaritan, which we just heard, describes a story that continues to speak to us (cf. Lk 10:25–37), and the Encyclical Fratelli Tutti has helped us re-examine it in light of the challenging historical circumstances in which we find ourselves. The word of God is always relevant for today and draws us into a conversation from which we emerge transformed. How, then, will we respond to the love of the One who loved us first?
Dear friends, today Lampedusa and Linosa lie along a path as dangerous as the one that led down from Jerusalem to Jericho (cf. v. 30). Here you have seen not just one, but thousands of human beings fallen into the hands of robbers who have taken everything from them, beat them brutally and walked away, leaving them half-dead (cf. ibid.). The sea has claimed the lives of others — those who did not manage to reach their hoped-for destination. Yet we feel their presence, which challenges us no less than that of those who have landed in need of attention and aid. Indeed, before any intellectual consideration or ideological conviction, the encounter with those who lie before us, stripped of everything, calls us to be close to them. The Letter to the Hebrews tells us: “Remember […] those who are mistreated as if you yourselves were suffering” (13:3). This is the heart of the Gospel parable: we become neighbors by acting as neighbors (cf. Lk 10:36–37)!
I have come to thank you, brothers and sisters of Lampedusa, for the solidarity that so many of you have shown. Once again, the miracle of compassion has taken place: “he saw them and had compassion on them” (v. 33). It is an inner revolution that brings forth within us God’s “heart” and broadens our thoughts, hearts and lives. I thank the volunteers, the organizations united in the “Forum Lampedusa Solidale,” the civil institutions, the Coast Guard, the mayors and local administrations that have served over the years. I also thank the deacons, priests, religious sisters, doctors, psychologists and educators, as well as the security forces and all those who, with or without the gift of faith, have chosen to love one another. Yes, it is love that has taken shape among you. Compassion, which recognizes a brother or sister in peril at sea, is its first stirring: a profound call to do what you might never have imagined possible. I greet the migrants who are here. They themselves have not only received solidarity but have often shown it on their journey, as the poor helping the poorest. Thank you, brothers and sisters, because there is nothing to be taken for granted in you reaching out to others; nothing happens automatically.
The parable tells us that love is always rooted in freedom, and freedom lies in the decisions we make. There are also those who choose not to be a neighbor and those who choose not to make a decision. Those who have lost their lives in this sea are victims both of decisions that were made and of decisions that were not made. Indifference to the common good and corruption in their countries of origin; a global economic system that generates poverty and exclusion; fear that fuels prejudice and contempt; the belief that such problems do not concern us; the criminal calculations of those who profit from the suffering of others; the slow and difficult transition from mere emergency management to the development of comprehensive and shared policies — all are present-day echoes of the haste to “pass by” (vv. 31-32) in the Gospel narrative.
In the parable, a priest happens to be there “by chance” (v. 31), followed by a Levite. Both see what is happening, but they continue on their way. Unfortunately, in every age there are those who fear being “contaminated” by contact with others, thus denying — even in the face of suffering and death — our common origin in God, the infinite dignity of every human being and the call to boundless love. It is time to recognize and affirm that religious affiliation must never become a reason for discrimination, as if faith had boundaries rather than being a universal call to salvation. Where there were walls of separation, Christ broke them down (cf. Eph 2:14). There is no love of God without love of neighbor, and there is no neighbor if I do not draw near. To pause, to be moved, to bend down, to weep before another’s pain — as Jesus did — means entering into the dynamic of love, the very movement in which God has revealed himself.
My dear friends, those who allow themselves to be drawn into this dynamic of compassion and mercy begin to live differently, to be citizens in a different way and to work differently. Then the civilization of love — the one envisioned by my holy predecessors John XXIII , Paul VI and John Paul II — can truly emerge. Together with a great number of prophets and martyrs of the last century, they understood that only mercy can respond to the depths of the human heart and the horrors of war by opening the way to a new beginning. Now, standing on the shoulders of these giants, we have entered a millennium in which we must give spiritual, cultural, legal, political and economic expression to the civilization of love. May the enormity of the suffering we witness help us grasp the radical nature of this call.
Like the Good Samaritan, we can always change our plans and direction. More than the Good Samaritan, we have the resources and opportunities to give hope a concrete, historical reality. He “went to him and bound up his wounds, pouring on oil and wine; then he set him on his own beast and brought him to an inn, and took care of him” ( Lk 10:34). We, too, must recognize that “the civilization of love will not arise from a single or spectacular gesture, but from the sum total of small and steadfast acts of fidelity that serve as a bulwark against dehumanization” (Encyclical Letter Magnifica Humanitas , 213). To this, friends of Lampedusa, you are witnesses! Here, as we encounter each other, we gain a better understanding of our era, and each of us can assess the direction of our own lives. “Certainly, not everyone has the same power to make a difference… Yet, no one is without responsibility. We all have our own areas for action, and it is precisely there — and nowhere else — that we must choose whether to fuel the mentality of force (even if only through indifference, cynicism, lies or hatred), or to preserve the mindset of peace (with truth, moderation, closeness and care)” ( ibid ., 212).
From this far-flung corner of Europe on the Mediterranean Sea, one can more clearly perceive the momentous challenge that the phenomenon of migration poses to European societies. In this regard, just as with the ecological transition and the promotion of peace, Europe possesses a unique potential, stemming from its history and culture, and therefore bears a corresponding responsibility. Thanks to its geographical location and institutional framework, Europe is capable of addressing the crisis — in this region — in a comprehensive manner, integrating immediate relief efforts into a long-term strategic plan capable of receiving, protecting, supporting and integrating migrants, while at the same time assisting developing countries so that no one is forced to emigrate. All of this must be done with vigilance, ensuring respect for the dignity of every person. This is a task not only for public institutions but also for civil society as a whole and for the Church.
Sisters and brothers, as I said recently in Tenerife during my Apostolic Journey to Spain , in Lampedusa too, the culture of hospitality has a tourist dimension, which, unfortunately, can feel threatened by migration routes and give rise to indifference, or even opposition, to their dramatic aspects. Indeed, for many a vacation is merely a distraction, a time of lightheartedness and carefree enjoyment. It then seems as though an invisible wall has to be erected between the sea of shipwrecked migrants and the vacationers. Have the courage to think differently. Little by little, with a bit of creativity, you will be able to ensure that anyone who spends time on this island, even if only for rest, becomes more humane, inspired by your charity, what the sea has taught you and the encounters that have formed you. There is authentic rest when the meaning of life is rediscovered, and true well-being when the economy is just and fraternal. In such an economy, care for creation and social friendship come together in a synthesis that humanity is seeking today.
The first reading reminded us that, by practicing hospitality, “some entertained angels without knowing it” ( Heb 13:2). May you, in your own small ways, be a prophetic sign of what we can aspire to achieve together on a larger scale. You and your families will be the first to benefit from this, overcoming divisions and differences that only charity can dissolve. The parish, in particular, should be a community where, guided by the Gospel, we learn to welcome, accompany and integrate one another in a spirit of communion.
Here, next to the altar, we have the image of Our Lady of Safe Harbor, the patroness of Lampedusa. Perhaps you know that Saint Augustine liked to describe human life as a voyage across a stormy sea and one’s destiny as a safe and secure harbor. Let us not be overcome by fear, but rather look upon daily hardships as a time of opportunity and witness. May your faith, dear friends, be strengthened by these years of trial and generous commitment. May this venerated image speak to you once again with the same power as in days past, when those who handed down this devotion entrusted themselves to the Virgin’s intercession with radical sincerity. In God we all have a safe haven, and every Christian community is called to be a reflection of it on earth. And to you, the communities of Lampedusa and Linosa, may you never lack the breath of faith, hope and charity: “O’scià!” [a traditional greeting of the people of Lampedusa].