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Sunnitisch · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen

Gerechtigkeit und Barmherzigkeit in der Erziehung

ohne Namen · IGMG Freitagspredigt · 2026-09-16 · Quelle

Barmherzigkeit · Hauptbotschaft Gerechtigkeit · Hauptbotschaft Fürsorge · tragend

Erziehung und gesellschaftlicher Umgang gelingen nur, wenn Gerechtigkeit und Barmherzigkeit als gleichwertige Prinzipien zusammenwirken, wobei Gerechtigkeit bedeutet, jedem individuell das zuzugestehen, was ihm zusteht, ohne Bevorzugung oder Benachteiligung.

Gerecht zu sein bedeutet nicht, immer allen das Gleiche zu geben. Es bedeutet, auf jeden Einzelnen zu achten und jedem zu geben, was ihm zusteht.

Der Text ist eine islamische Predigt (Hutba) über die Erziehung von Kindern und den Umgang mit Menschen im Allgemeinen. Er fordert, dass Erziehung auf zwei Säulen beruht: Gerechtigkeit und Barmherzigkeit. Als Vorbild wird der Prophet Muhammad (s) angeführt, der durch Freundlichkeit und Sanftmütigkeit die Herzen der Menschen erreichte. Ein Hadith von Anes ibn Malik illustriert, dass der Prophet nie ungeduldig oder abwertend reagierte. Die Geschichte von Musa und Harun zeigt, dass selbst gegenüber einem Tyrannen wie dem Pharao sanft gesprochen werden soll. Gerechtigkeit wird dabei nicht als Gleichbehandlung verstanden, sondern als jedem das zu geben, was ihm zusteht, ohne Bevorzugung aufgrund von Reichtum, Bekanntschaft oder Leistung. Der Text schließt mit dem Wunsch, dass Gott die Gläubigen zu gerechten und barmherzigen Menschen mache.

Weltbild

was das heißt
Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
Ausbeutung, Unterdrückung, ungleiche Verhältnisse; Unwissenheit, Illusion, falsche Sicht der Wirklichkeit (erschlossen)
Wo sitzt das Übel?
im Herzen, im Willen, in der Seele des Einzelnen
Was hilft dagegen?
praktisches Handeln am Nächsten, Werke; Einsicht, Lernen, Aufklärung, richtige Erkenntnis
Was ist der Mensch nach diesem Text?
von Gott gewollt, mit Aufgabe und Verantwortung
Wohin geht die Geschichte?
die Botschaft steht außerhalb der Geschichte
Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
auf den Stifter oder Propheten der Tradition; auf die heilige Schrift der eigenen Tradition
Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
jedem Menschen, ohne Ansehen des Glaubens
Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
auf die eigene Gemeinschaft und sich selbst

Verwandte Texte aus anderen Traditionen

nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition

Wozu der Text aufruft

Genannte Stellen

Koran 3:159 · Muslim (Hadith) · Koran 20:44

Gemessen

Grundhaltung
1 von -2 bis 2
Eindringlichkeit
2 von 3
Reichweite
3 von 5
Konkretheit
3 von 3
Abgrenzung
0 von 3
Zeitbezug
früher 2, jetzt 3, künftig 1

Ausgewertet mit qwen3.8-27b, Fassung v3. Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.

Wortlaut anzeigen
Verehrte Muslime! Wie bringen wir unseren Kindern etwas bei? Wie erziehen wir sie richtig? Diese Fragen sind heute besonders wichtig. Ob in der Moschee, in der Schule oder zu Hause: Es kommt darauf an, wie wir mit Kindern umgehen. Dabei brauchen wir vor allem zwei Dinge: Gerechtigkeit und Barmherzigkeit. Unser geliebter Prophet (s) begegnete den Menschen freundlich und zeigte ihnen so den richtigen Weg. Im Koran heißt es: „ Durch Allahs Güte warst du sanft zu ihnen. Wärst du grob und hartherzig gewesen, wären sie vor dir geflohen.“ [1] Wir sehen also: Unser Prophet (s) erreichte die Herzen der Menschen durch seine Freundlichkeit und Barmherzigkeit. Daran sollten sich auch Lehrer und Eltern ein Beispiel nehmen. Freundliche Worte erreichen das Herz, ein harter Ton kann dagegen dazu führen, dass ein Kind sich zurückzieht. Es könnte mit der Zeit die Freude am Unterricht verlieren und nicht mehr in die Schule oder Moschee gehen. Anes ibn Malik (r) wuchs in der Nähe des Propheten (s) auf. Er erzählt: „ Ich war dem Gesandten Allahs (s) zehn Jahre zu Diensten. Bei Allah, er hat nicht ein einziges Mal auch nur ‚Uff! ‘ zu mir gesagt. Nie sagte er zu mir: ‚Warum hast du das so gemacht? ‘ oder: ‚Du hättest es doch so machen sollen.“ [2] Wenn Kinder etwas falsch machen, sollten Erzieher und Eltern ihm helfen, es besser zu machen, ohne es dabei zu kränken. Auch wenn wir auf Regeln aufstellen, müssen wir liebevoll bleiben. Liebe Geschwister! Ein weiteres Beispiel dafür sind Musa (a) und sein Bruder Harun (a). Als sie zum Pharao, einem Tyrannen, sprechen sollten, sagte Allah ihnen: „ Sprecht sanft mit ihm. Vielleicht nimmt er sich die Ermahnung zu Herzen oder empfindet Ehrfurcht.“ [3] Selbst zum Pharao sollten sie also freundlich sprechen, weil nur das die Herzen erreichen kann. Bei der Erziehung sind wir liebevoll, aber auch gerecht. Gerecht zu sein bedeutet nicht, immer allen das Gleiche zu geben. Es bedeutet, auf jeden Einzelnen zu achten und jedem zu geben, was ihm zusteht. Wenn wir Noten geben, Kinder zu Wort kommen lassen oder auf Regeln achten, müssen wir fair bleiben. Das gilt auch, wenn wir ein Kind loben oder ihn auf einen Fehler hinweisen. Es ist nicht gerecht, bei einem Kind ein Auge zuzudrücken, weil wir es mögen, und bei einem anderen besonders streng zu sein. Es ist nicht gerecht, das Kind einer reichen Familie herzlich zu behandeln und dem Kind einer armen Familie die kalte Schulter zu zeigen. Und es ist nicht gerecht, immer nur die guten Schüler zu loben und die stillen Kinder oder diejenigen, denen das Lernen schwerfällt, zu übersehen. Genauso ungerecht ist es, jemanden zu bevorzugen, nur weil wir ihn oder seine Familie kennen. Wir dürfen niemandem einen Platz oder eine Chance verschaffen, die eigentlich einem anderen zusteht. Denn damit behandeln wir andere nicht nur unfair. Wir nehmen ihnen auch ihr Recht. Gerechtigkeit und Barmherzigkeit gehören in unser ganzes Leben: in die Familie, an den Arbeitsplatz, in den Umgang mit unseren Nachbarn und in unsere Geschäfte. Bei allem, was wir sagen und tun, sollen wir gerecht bleiben und anderen mit Mitgefühl und Verständnis begegnen. Vergessen wir nicht: Wenn wir gerecht sind, wächst das Vertrauen. Wenn wir barmherzig sind, kommen wir einander näher. M ö ge unser Herr uns zu Menschen machen, die gerecht bleiben, in allen Lebensbereichen barmherzig sind und die Rechte anderer achten. Amin. [1] Sure Ali Imran, 3:159 [2] Muslim [3] Sure Taha, 20:44 Hutba – Deutsch Hutba – Türkisch Hutba – Arabisch Hutba – Englisch Hutba – Niederländisch Hutba – Französisch Hutba – Dänisch Hutba – Swedisch SPRACHWAHL SPRACHWAHL Deutsch Türkisch Englisch Französisch Arabisch SUCHE SUCHE SEARCH ARA CHERCHER يطلب SELBSTDARSTELLUNG DUYURU PUBLIKATIONEN PUBLIKATIONEN MAGAZINES YAYINLARIMIZ IRFAN EVLERI