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Mahayana · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen

1555-Wer bin ich (Philosophisch betrachtet)- Buddhismus im Alltag - Achtsamkeit im täglichen Leben

Buddhismus im Alltag · Buddhismus im Alltag · 2026-09-19 · Quelle

Wissen · Hauptbotschaft Demut

Das Selbst ist kein unveränderliches Substanz, sondern ein fließendes, bedingtes Kontinuum aus Bewusstseinsprozessen, das in jedem Moment mitgestaltet werden kann.

So gesehen bist du weder eine unveränderliche Seele noch ein Zufallsprodukt. Du bist ein Kontinuum, geformt aus früheren Bedingungen, gehalten durch Erinnerung und Bewusstsein und ständig im Werden begriffen.

Der Text stellt die Frage 'Wer bin ich?' als gemeinsamen Gegenstand von Buddhismus und abendländischer Philosophie dar. Er führt die Positionen von John Locke, David Hume und Derek Parfit vor und zeigt, wie diese die Identität als Bewusstseinskontinuität, Bündel von Wahrnehmungen oder graduelle Konstruktion beschreiben. Diese Ansätze werden mit dem buddhistischen Konzept der Anattā, der Abwesenheit eines unveränderlichen Selbst, in Beziehung gesetzt. Die fünf Skandas werden als sich momenthaft neu zusammensetzende Daseinsgruppen vorgestellt. Die Anekdote von Buddhas Schweigen gegenüber Vajragupta dient als Beleg dafür, dass die Frage nach dem Selbst nicht in ein Ja-oder-Nein-Schema gezwängt werden soll. Das Wagenbild aus dem Dialog mit König Milinda verdeutlicht, dass das Selbst wie der Wagen nur ein Name für eine Anordnung von Teilen ist. Der Text schließt damit, dass der Mensch weder eine unveränderliche Seele noch ein Zufallsprodukt, sondern ein Kontinuum sei, das in jedem Moment mitgestaltet werden kann.

Weltbild

was das heißt
Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
Festhalten, Begehren, Nicht-loslassen-Können; Unwissenheit, Illusion, falsche Sicht der Wirklichkeit
Wo sitzt das Übel?
im Herzen, im Willen, in der Seele des Einzelnen
Was hilft dagegen?
Einsicht, Lernen, Aufklärung, richtige Erkenntnis; Genügsamkeit, Fasten, freiwilliges Opfer, Loslassen
Was ist der Mensch nach diesem Text?
in Täuschung oder Begehren verfangen, aber befreibar
Wohin geht die Geschichte?
die Botschaft steht außerhalb der Geschichte
Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
auf Argument, Logik, Wissenschaft; auf den Stifter oder Propheten der Tradition
Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
jedem Menschen, ohne Ansehen des Glaubens
Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
der Text kritisiert nicht

Verwandte Texte aus anderen Traditionen

nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition

Wozu der Text aufruft

Gemessen

Grundhaltung
1 von -2 bis 2
Eindringlichkeit
2 von 3
Reichweite
1 von 5
Konkretheit
2 von 3
Abgrenzung
0 von 3
Zeitbezug
früher 2, jetzt 2, künftig 1

Ausgewertet mit qwen3.8-27b, Fassung v3. Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.

Wortlaut anzeigen
Herzlich willkommen bei Buddhismus im Alltag, dem Podcast rund um das Thema Buddhismus, das Audio-Format für Interessierte und solche, die sich von der Lehre des großen Lehrers angezogen fühlen. Die Reise der Seele. Wer bin ich? Buddhismus und Philosophie im Dialog. Die Frage, wer bin ich? Beschäftigt nicht nur den Buddhismus, sondern seit Jahrhunderten auch die abendländische Philosophie. Auffällig ist, viele der schärfsten philosophischen Denker kommen zur Schlussfolgerung, die der buddhistischen Anathaleere, der Vorstellung eines unveränderlichen Selbst, erstaunlich nahekommen. John Locke. Die Identität durch Bewusstsein. Locke war einer der Ersten, der die Frage der persönlichen Identität von der Frage der Seele löste. Seine These. Was dich zu derselben Person macht, ist nicht eine unsterbliche Substanz, sondern die Kontinuität deines Bewusstseins. Insbesondere die Erinnerung. Du bist heute dieselbe Person wie gestern, weil du dich an gestern erinnerst. Nicht, weil eine metaphysische Seele dich zusammenhält. Diese Idee öffnet bereits eine Tür zum buddhistischen Denken. Wenn Identität an Bewusstseinsprozesse gebunden ist, statt an eine feste Substanz, wird sie, wie im Buddhismus, zu etwas fließendem, konstruiertem, David Humm. Das selbst als Bündel, noch radikaler gegen Hum vor, ersuchte in sich selbst nach einem festen Ich und fand nichts dergleichen. Seine berühmte These, wenn er nach Innenblicke stoß er immer nur auf einzelne Wahrnehmungen, Empfindungen und Gedanken, niemals aber auf ein Selbst, das diese Wahrnehmungen hätte. Das Ich sei daher nichts als ein Bündel oder eine Sammlung verschiedener Wahrnehmungen, die in raschem Wechsel aufeinander folgen. Diese Formulierung ist verblüffend nahe an den buddhistischen Skandas, den Fünf-Daseinsgruppen, die sich Moment für Moment neu zusammensetzen, ohne einen dahinterliegenden festen Kern. Ham gilt manchen Buddhismusvorschein deshalb als westlicher Anathardenker. Der Rick Parfit. Identität ist nicht das, was zählt. Der moderne Philosoph Parfit führte diesen Gedanken konsequent weiter. Seine zentrale These, Personalie Identität über die Zeit hinweg ist keine feste Tatsache, sondern eine Frage, das gerade an psychologischer Verbundenheit. Erinnerung, Persönlichkeit, Absichten, die sich geradeoelf ändern. Es gibt für ihn keine Moment, in dem ein klar abgegrenztes Ich beginnt oder endet. Identität ist eine nützliche Konstruktion, kein metaphysisches Faktum. Parfit selbst zog explizite Parallelen zum Buddhismus und schrieb, dass ihn diese Einsicht von der Angst vor dem Tod befreit habe. Ähnlich wie buddhistische Praktizierende durch das Verstehen von Anathard, Leichtigkeit gegenüber dem eigenen Werden und Vergehen finden. Was bedeutet das für die Frage, ob deine Persönlichkeit schon vor der Zeugung existiert haben könnte? Loc, Ham und Parfit würden gemeinsam mit dem Buddhismus sagen, es gibt kein fertiges Ich, das nur auf seinen Körper wartet. Es gab jedoch im buddhistischen Bild einen Strom von Ursachen, Prägungen und Tendenzen, die sich in deinem jetzigen Bewusstsein fortsetzen. Ähnlich wie Ham's Bündel von Wahrnehmungen sich stets neu zusammenfügt. So gesehen bist du weder eine unveränderliche Seele noch ein Zufallsprodukt. Du bist ein Kontinuum, geformt aus früheren Bedingungen, gehalten durch Erinnerung und Bewusstsein und ständig im Werden begriffen. Diese Erkenntnis, ob buddhistisch oder philosophisch gedacht, lädt dich nicht zur Resigination ein, sondern zu Freiheit. Du gestaltest in jedem Moment mit, wer du als Nächstes sein wirst. Eine besonders passende Episode ist die Begegnung Buddhas mit dem Wanderphilosofem Vajagodha. Er stellte Buddha die direkte Frage, gibt es ein Selbst? Buddha schwieg. Vajagodha fragte daraufhin das Gegenteil. Gibt es dann kein Selbst? Wieder schwieg Buddha. Nachdem Vajagodha gegangen war, fragte Ananda, Buddhas Begleiter verwundert, warum da Buddha nicht geantwortet habe. Buddha erklärte, hätte er gesagt, es gibt ein Selbst. Hätte er den ewigen unveränderlichen Substanzen widersprochen, die er ablehnt. Hätte er gesagt, es gibt kein Selbst? Hätte Vajagodha dies als nihilistische Verwirrung missverstanden und geglaubt? Vorher hätte ein Selbst existiert, das nun ausgelöscht sei. Beide Antworten hätten in die Irre geführt, weil sie die Frage in eine Kategorie, fest existierend oder fest nicht existierend belassen hätten, die der Wirklichkeit nicht entspricht. Dieser Anekdote passt bemerkenswert gut zu philosophischen Betrachtungen. Genau wie Ham, der in sich selbst kein Festes ich fand, sondern nur ein Bündel von Wahrnehmungen oder Parfit, der Identität als graduelle Konstruktion statt als feste Tatsache beschrieb, weigert sich Buddha, die Frage nach dem selbst in ein simples Ja- oder Nein-Schema zu pressen. Wahrheit liegt für ihn jenseits dieser Dualität. Im Prozess, im Werden, im Bedingten entstehen. Wie ein Wagen nur ein Name ist, den wir bei einer bestimmten Anordnung von Teilen geben, so ist auch Lebewesen nur ein Begriff für die Ansammlung der fünf Skandas. Dieses Bild, das später von dem Mönch Nagasena im berühmten Dialog mit König Melinda weiter ausgeführt wurde, bringt genau das zum Ausdruck, was auch Ham mit seinem Bündel meinte. Es gibt kein Ding namens Wagen oder Selbst hinter den Teilen, sondern nur die Teile selbst in ihrer bestimmten Anordnung und in ihrem ständigen Wandel.