Die Schamhaftigkeit ist die fundamentale Tugend, die den Glauben schützt, die Ehre wahrt und den sozialen Zusammenhalt sichert; ihr Verlust führt zum moralischen und gesellschaftlichen Zerfall.
Der Text ist eine islamische Predigt, die die Schamhaftigkeit (Haya) als zentrale Tugend und Anbetung form. Sie wird als Schutz für den Glauben, die Ehre und die Gesellschaft dargestellt, die von Gott und dem Propheten Muhammad gelehrt wurde. Der Text verknüpft die innere Reinheit mit konkreten Verhaltensweisen wie dem Senken des Blicks, der Bewahrung der Zunge und der Intimität. Es wird davor gewarnt, dass der Verlust der Schamhaftigkeit zum Zerfall der Familien und zur Verbreitung von Laster führt. Die Schamhaftigkeit erstreckt sich auf alle Lebensbereiche, von der Nahrung über das Gehör bis hin zum Verhalten der Hände und der Schamstellen. Sie gilt als Kennzeichen der Würde und des Ansehens des Gläubigen, unabhängig von Alter oder Geschlecht. Der Text fordert dazu auf, die Schamhaftigkeit als Lebensweg zu praktizieren, um göttliche Hilfe und Ehre zu erlangen.
Koran 2:273 · Koran 25:72 · Koran 23:1-7 · Hadith Abu Sa'id al-Khudri · Koran 2:172 · Koran 17:53 · Hadith Abu Huraira · Koran 28:55
Ausgewertet mit qwen/qwen3.8-27b, Fassung v3.
Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.
Wortlaut auf Deutsch
Die Schamhaftigkeit ist die Eigenschaft der Gerechten
Preis sei Gott, der im Erlaubten Reichtum und Genügsamkeit gesetzt hat, und in der Schamhaftigkeit Reinheit und Rechtleitung, und ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt außer Gott, dem Einzigen, der keinen Partner hat, Ihm gehört der Anfang und zu Ihm gehört das Ende, und ich bezeuge, dass unser Herr Muhammad Sein Diener und Sein Gesandter ist, der schamhafteste unter den Menschen, der reinste in seinem Lebensweg und der edelste in seinem Inneren. Möge Gott ihn segnen, Frieden und Segen über ihn, über seine Familie und seine Gefährten, die die Schamhaftigkeit zu ihrer Fahne und die Reinheit zu ihrem Ziel gemacht haben und für die Gemeinschaft ein Vorbild waren, und über diejenigen, die ihnen mit Güte folgen, bis zum Tag des Gerichts.
Die Bedeutung der Rede über die Schamhaftigkeit:
O ihr Muslime, zu den größten Zielen, die der Islam gebracht hat, gehört die Läuterung der Seelen, die Zucht der Sitten, der Aufbau des Menschen auf Reinheit und Schamhaftigkeit, und die Errichtung einer Gesellschaft, in der die Tugend herrscht, in der die Ehre gewahrt und die Unverletzlichkeit geschützt wird.
Und zu den edelsten Sitten, um die sich der Islam gekümmert und deren Rang erhöht hat, gehört die Eigenschaft der Schamhaftigkeit; denn sie ist nicht bloß eine Eigenschaft, mit der man sich schmückt, sondern sie ist eine Anbetung, um des Angesichts Gottes willen, eine Festung, die den Glauben schützt, eine Umzäunung, die die Ehre wahrt, und ein Fundament für die Aufrichtigkeit der Individuen, das Wohl der Familien und die Sicherheit der Gesellschaften.
Und die Schamhaftigkeit ist das Zurückhalten der Seele von dem, was Gott verboten hat, ihr Einhalten auf das, was Gott erlaubt hat, das Senken des Blickes, das Wahren der Intimität, die Bewahrung der Zunge und die Ehrfurcht vor den Grenzen des Barmherzigen; denn sie ist das Kennzeichen der Reinheit, der Beweis der Männlichkeit, das Banner der Gläubigen und die Zierde der Frommen.
Und wenn die Schamhaftigkeit verloren geht, gehen mit ihr die Werte verloren, zerfallen die Familien, verbreitet sich die Lasterhaftigkeit und die Unruhen werden allgegenwärtig; deshalb hat der Islam alles verordnet, was die Schamhaftigkeit festigt, und jeden Weg verschlossen, der zur Lasterhaftigkeit führt; zum Schutz der Ehre und zur Bewahrung der Gesellschaften.
Die Rede des Korans und der Sunna über die Schamhaftigkeit:
O ihr Muslime, der edle Koran und die prophetische Sunna haben sich der Schamhaftigkeit mit großer Sorgfalt gewidmet, sie empfohlen und sie zu den Eigenschaften der aufrichtigen Gläubigen gemacht, die sich davon schämen, die Menschen zu bitten und auf das zu schauen, was in ihren Händen ist. Gott, der Erhabene, sagte: „(Das Almosen ist) für die Armen, die auf dem Weg Gottes zurückgehalten werden und nicht in der Lage sind, sich auf der Erde zu bewegen. Der Unwissende hält sie für wohlhabend wegen ihrer Schamhaftigkeit. Du erkennst sie an ihrem Aussehen. Sie bitten die Menschen nicht drängend. Und was ihr an Gutem ausgeben möget, so weiß Gott es gewiss.“ [Al-Baqara: 273]. Und der Koran sprach über die Schamhaftigkeit der Zunge; denn sie spricht keine Lüge, keine Falschheit, kein Herumreden, kein Tratschen und keine Unschicklichkeit. Gott, der Erhabene, sagte: „Und diejenigen, die nicht bei Falschem als Zeugen auftreten und, wenn sie an nutzlosem Gerede vorüberkommen, mit Würde vorübergehen.“ [Al-Furqan: 72]. Und zu den größten Formen der Schamhaftigkeit gehört die Schamhaftigkeit der Intimität, und Gott hat sie zu den Eigenschaften der Menschen des Erfolgs gemacht. Gott, der Erhabene, sagte: „Gewiss, erfolgreich sind die Gläubigen, die in ihrem Gebet demütig sind, und diejenigen, die sich dem nutzlosen Gerede entziehen, und diejenigen, die die Zakat entrichten, und diejenigen, die ihre Intimität bewahren, außer bei ihren Frauen oder denen, die ihre Rechte besitzen; denn sie sind nicht zu tadeln. Aber wer darüber hinaus sucht, dann sind sie die Übertreter.“ [Al-Mu’minun: 1 - 7].
Dann kam die prophetische Sunna und bekräftigte diese große Methode. Von Abu Sa’id al-Khudri, möge Gott mit ihm zufrieden sein, berichtete, dass der Prophet, möge Gott ihn segnen und Frieden über ihn senden, sagte: „Wer sich schämt, den macht Gott schamhaft, und wer sich genügt, den macht Gott reich, und wer geduldig ist, den macht Gott geduldig. Und niemandem wurde eine bessere und umfassendere Gabe gegeben als die Geduld.“ Überliefert von al-Bukhari und Muslim.
Die Schamhaftigkeit ist Ehre und Erhebung:
O ihr Muslime, zu dem Größten, womit der Mensch sich selbst ehrt und sich den Stufen der Gerechten nähert, gehört, dass er sie durch Gehorsam läutert, sie vor den Verboten schützt und sie mit der Eigenschaft der Schamhaftigkeit verschönert; denn die Schamhaftigkeit ist kein Entzug und keine Einschränkung, sondern sie ist Ehre für die Seele, Erhebung für ihren Träger und das Kennzeichen seiner Würde und seines Ansehens.
Die Schamhaftigkeit ist ein Lebensweg und ein umfassendes Charaktermerkmal, das sich durch das gesamte Leben des Muslims erstreckt. Wenn die Schamhaftigkeit im Herzen fest verankert ist, zeigt sich ihr erster Einfluss in der Speise und dem Trank des Knechtes; denn er ist nur mit dem Erlaubten und Reinen zufrieden, da der gute Bissen im Alter und im Werk gesegnet wird, das Herz heilt und zur Gehorsamkeit verhilft. Dies ist die erste Stufe der Ehre der Schamhaftigkeit. Allah, der Erhabene, sprach: „O ihr, die ihr glaubt! Esst von den guten Dingen, die Wir euch als Versorgung gegeben haben, und dankt Allah, wenn ihr Ihn allein anbetet.“ [Sure Al-Baqara, Vers 172]. Wenn sein Bissen rein ist, reinigt sich auch seine Zunge, sodass aus ihr nur gutes Wort kommt und er nur das ausspricht, was Allah, den Erhabenen, gefällt. So verbreitet er Liebe, vereint die Herzen und wird zum Schlüssel des Guten und zum Verschluss des Bösen. Wie ehrenvoll ist der Gläubige, wenn seine Worte eine Almosen sind und seine Zunge die Übersetzung seines Glaubens! Er, der Erhabene, sprach: „Und sprich zu Meinen Knechten: Sie sollen das sagen, was am besten ist.“ [Sure Al-Isra, Vers 53]. Und von Abu Huraira, möge Allah mit ihm zufrieden sein, berichtete er: Der Gesandte Allahs, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, sagte: „Wer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt, der spreche Gutes oder schweige...“ [Übereinstimmend überliefert von al-Bukhari und Muslim].
Und dies ist nicht alles, denn die Schamhaftigkeit erstreckt sich auch auf das Gehör. Der Gläubige erhebt sich über das Nichtig und Falsche und wendet sich dem zu, was sein Herz läutert: dem Gedenken an Allah, der Rezitation Seines Buches und dem Hören der Wahrheit. Denn das reine Ohr ist der Weg zum reinen Herzen. Und zu der Ehre des Gläubigen gehört es, dass die Zunge des Falschen keinen Weg zu seinem Gehör findet. Allah, der Erhabene, sprach: „Und wenn sie das Nichtige hören, wenden sie sich ab davon.“ [Sure Al-Qasas, Vers 55]. Und wenn das Gehör sich erhebt, erhebt sich auch das Sehen. Der Gläubige senkt seinen Blick von dem, was Allah verboten hat, nicht aus Furcht vor den Menschen, sondern aus Scham vor Allah, aus Schamhaftigkeit gegenüber dem, was Allah verboten hat, aus Verherrlichung Seiner Person und aus Sehnsucht nach dem, was bei Ihm ist. So schenkt ihm Allah Reinheit in seinem Herzen und Licht in seinem inneren Blick. Dadurch erhebt sich die Seele und steigt ihr Rang bei Allah und bei den Menschen. Er, der Erhabene, sprach: „Sprich zu den Gläubigen Männern, sie sollen ihre Blicke senken und ihre Schamstellen bewahren. Das ist reiner für sie.“ [Sure An-Nur, Vers 30].
Und die Schamhaftigkeit ist nicht vollständig, bis sie sich in der Tat und im Verhalten des Menschen zeigt. So wird seine Hand eine treue Hand, die sich zum Guten und Wohltun ausstreckt, sich vor Unrecht und Übergriffen zurückhält und sich schamhaft davon enthält, das Vermögen der Menschen auf unrechtmäßige Weise zu verzehren. Denn der Schamhafte ist in seiner Hand so treu, wie er es in seinem Herzen und seiner Zunge ist. Allah, der Erhabene, sprach: „Und verzehrt nicht euer Vermögen untereinander auf unrechtmäßige Weise.“ [Sure Al-Baqara, Vers 188]. Wenn sich all diese Glieder aufrichten, werden sie mit dem größten Bild der Schamhaftigkeit gekrönt, nämlich der Schamhaftigkeit der Schamstellen. Sie ist die Krone der Reinheit, die Zier des Gläubigen und der Gläubigen und das Zeichen der Vollkommenheit ihres Glaubens. Allah, der Erhabene, sprach: „Und wer unter euch nicht die Mittel zur Ehe findet, der soll in Schamhaftigkeit leben, bis Allah ihn aus Seiner Gnade bereichert.“ [Sure An-Nur, Vers 33]. Und Allah, der Erhabene, sprach: „Und die Männer, die ihre Schamstellen bewahren, und die Frauen, die ihre Schamstellen bewahren, und die Männer, die Allah viel gedenken, und die Frauen, die Allah viel gedenken – für sie hat Allah Vergebung und großen Lohn bereitet.“ [Sure Al-Ahzab, Vers 35]. Und wer seine Seele im Dschihad übt und sich schamhaft vom Verbotenen enthält, dem hilft Allah, befestigt ihn und ehrt ihn mit Seiner Hilfe und Seinem Gelingen. Und von Abdullah ibn Amr ibn al-As, möge Allah mit beiden zufrieden sein, berichtete er: Der Gesandte Allahs, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, sagte: „Vier Dinge, wenn sie in dir sind, so macht dir nichts aus, was dir von der Welt entgeht: das Bewahren der Vertrauenswürdigkeit, die Wahrheithaftigkeit im Erzählen, gutes Benehmen und Schamhaftigkeit in der Nahrung.“ [Überliefert in „Hasan al-Targhib wa al-Tarhib“].
Und zur Vollkommenheit der Schamhaftigkeit gehört, dass sich der Gläubige schamhaft davon enthält, die Menschen zu bitten, und dass er seine Hoffnung nur in Allah setzt. So strebt er nach dem erlaubten Unterhalt und ist zufrieden mit dem, was Allah ihm zuteilte. So lebt er mit hoher Selbstachtung, edlem Gesichtsausdruck und ruhigem Herzen; weder macht ihn Gier zu einem Sklaven, noch erniedrigt ihn ein Bedürfnis; denn seine Ehre liegt nur in Allah. Allah, der Erhabene, sprach: „Und streckt eure Augen nicht nach dem aus, womit Wir einige von ihnen mit den Zierraten des irdischen Lebens beglückt haben, um sie darin zu versuchen. Und die Versorgung deines Herrn ist besser und bleibender.“ [Sure Taha, Vers 131]. Das ist die Schamhaftigkeit, auf die der Islam seine Söhne erzogen hat; denn sie ist kein Charaktermerkmal für eine Gruppe ohne die andere, noch für die Jugend ohne die Alten, noch für die Männer ohne die Frauen. Vielmehr ist sie die Krone des Gläubigen, die Zier der Gläubigen, der Schutzzaun der Familie und die Sicherheit der Gesellschaft. Durch sie werden die Seelen geläutert, die Sitten erhoben, die Würden gewahrt, und der Mensch lebt in sich selbst geehrt, unter den Menschen edel und hoffnungsvoll auf das, was bei Allah ist.
Das Verlieren der Schamhaftigkeit und ihre Gefahr:
O ihr Muslims! Nie wurde eine Ehre verletzt, nie eine Vertrauenswürdigkeit verloren, nie log eine Zunge, nie verriet ein Auge, nie wurde harames Vermögen verzehrt, außer an dem Tag, an dem die Schamhaftigkeit aus den Herzen verschwand. Das Verlieren der Schamhaftigkeit beginnt nicht mit der großen Sünde, sondern mit der Nachlässigkeit bei den kleinen Sünden. Dann zieht der Satan seinen Begleiter von einer Sünde zur nächsten, bis er in etwas fällt, von dem er gestern noch Zuflucht bei Allah gesucht hatte.
Das Erste, was seine Schamhaftigkeit verliert, ist die Schamhaftigkeit in Bezug auf Nahrung und Erwerb; denn der Knecht (Gottes) achtet nicht darauf, ob er von Halal (Erlaubtem) isst oder von Haram (Verbotenem), und auch nicht, woher er sein Geld erwarb. So hält er den Zins, Bestechung, Betrug und das unrechtmäßige Aufzehren des Geldes der Menschen für erlaubt. Wenn also die Nahrung verdorben ist, wird das Herz hart, der Segen des Unterhalts geht verloren, und es kommt zur Verweigerung der Antwort auf das Gebet. Denn von Abu Huraira (möge Allah mit ihm zufrieden sein) wird überliefert, dass er sagte: Der Gesandte Allahs (Friede und Segen seien auf ihm) sagte: „O Menschen, wahrlich, Allah ist rein und nimmt nur Reines an. Und wahrlich, Allah hat die Gläubigen zu dem befohlen, was Er den Gesandten befohlen hat, und Er sagte: ‚O ihr Gesandten, esst von den guten Dingen und tut Gutes. Wahrlich, Ich kenne das, was ihr tut.‘ [Sure Al-Mu’minun, Vers 51]. Und Er sagte: ‚O ihr, die ihr glaubt, esst von den guten Dingen, die Wir euch als Unterhalt gegeben haben.‘ [Sure Al-Baqara, Vers 172]. Dann erwähnte er einen Mann, der eine lange Reise unternimmt, zerzaust und staubbedeckt, und der seine Hände zum Himmel emporhebt und ruft: ‚O mein Herr, o mein Herr!‘ Dabei ist seine Nahrung haram, sein Trank haram, seine Kleidung haram, und er wurde mit Haram genährt. Wie also sollte dafür erhört werden?“; [Überliefert von] Muslim.
Welches Herz also wird demütig, wenn es aus dem Haram hervorgegangen ist? Und welches Gebet erhebt sich, dessen Träger sich nicht vor dem Unlauteren (Suhth) schämt? Und welcher Segen ist in einem Haus zu erwarten, dessen Bewohner mit Geld gespeist werden, das Allah nicht billigt? Und wenn das Haram in der Speise leicht genommen wird, wird auch die Schamhaftigkeit der Zunge leicht genommen, und so bricht man los mit Lüge, Verleumdung, Tratscherei, Grobheit, Verleumdung, Verleumdung Unschuldiger und Verbreitung von Gerüchten.
Wie sehr brauchen wir heute die Schamhaftigkeit dessen, was wir auf unseren Seiten schreiben und veröffentlichen; insbesondere in dieser Zeit, in der das Wort nicht mehr in einem Saal gefangen ist, sondern über die Grenzen hinweg durch die sozialen Medien wandert. Wie viele Worte haben die Ehre geschändet, wie viele Beiträge haben eine Familie getrennt, wie viele Gerüchte haben eine Fehde entfacht, Hass zwischen den Muslimen geschürt, zum Vergießen von Blut aufgerufen und Hass und Abneinheit verbreitet, während ihr Träger es für etwas Leichtes hält, während es bei Allah etwas Großes ist. Allah, der Erhabene, sagte: „[Erinnert euch daran], als ihr es mit euren Zungen aufgriffet und mit euren Mündern sagtet, was ihr nicht wisset, und ihr es für etwas Leichtes hieltet, während es bei Allah etwas Großes ist.“ [Sure An-Nur, Vers 15]. Und von Mu’adh ibn Dschabal (möge Allah mit ihm zufrieden sein) wird überliefert, dass er sagte: Der Gesandte Allahs (Friede und Segen seien auf ihm) sagte: „Möge dich deine Mutter betrauern, o Mu’adh! Was stürzt die Menschen mit ihren Nasenspitzen in die Hölle, wenn nicht die Ernte ihrer Zungen?“; [Überliefert in] Sahih mit seinen Wegen und Zeugnissen, Takhrij des Musnad von Schu’ib al-Arna’ut.
Und wenn das Ohr den Unwahrheit gewohnt ist, wagt das Auge das Haram, und der Blick ist der erste Weg der Versuchung. Denn von Abu Huraira (möge Allah mit ihm zufrieden sein) wird überliefert, dass der Prophet (Friede und Segen seien auf ihm) sagte: „Jeder Sohn Adams begeht unweigerlich Ehebruch: Das Auge begeht Ehebruch durch den Blick, die Hand durch das Berühren, und die Seele begehrt und erzählt, und das Geschlecht bestätigt oder widerlegt dies.“; [Überliefert in] As-Silsila As-Sahicha.
Und die größte Katastrophe tritt ein, wenn die Schamhaftigkeit der Geschlechtsorgane verloren geht; denn dort werden die Ehren geschändet, die Unverletzlichkeit entweiht, die Abstammungen verwischt, die Familien zerbrochen, die Sicherheit verloren, und die Barmherzigkeit wird aus den Herzen gerissen, sodass kein Vater seine Tochter, keine Mutter ihr Kind und kein Ehemann seine Familie sicher fühlt. Und dieser moralische Zusammenbruch, den wir sehen und hören – von Übergriffen auf die Ehre, Vergewaltigung von Frauen, Übergriffen auf Kinder und Ausbeutung Schwacher –, hat dazu geführt, dass die Menschen Angst um ihre Ehre haben und sich um ihre Söhne und Töchter sorgen, abgesehen von den bösen Früchten des Verlustes der Schamhaftigkeit. Deshalb hat der Islam am stärksten vor dem Auftreten der Schande gewarnt und darauf hingewiesen, dass sie zu den größten Ursachen gehört, die Gesellschaften durch tödliche Krankheiten vernichten. Denn von Abdullah ibn Umar (möge Allah mit beiden zufrieden sein) wird überliefert, dass der Prophet (Friede und Segen seien auf ihm) sagte: „Die Schande ist in einer Gemeinschaft niemals aufgetreten, ohne dass sie sie offen zur Schau stellte, außer dass unter ihnen die Pest und Krankheiten ausbrachen, die unter ihren Vorfahren, die vor ihnen lebten, nicht vorgekommen waren.“; [Überliefert in] Sahih Al-Dschami’ As-Saghir.
O ihr Geliebten, bewahrt eure Schamhaftigkeit, hütet eure Herzen und erzieht eure Söhne zur Schamhaftigkeit, zur Scham, zur Reinheit und zur Ehrfurcht vor den Unverletzlichkeiten Allahs; denn die Schamhaftigkeit ist der Zaun des Glaubens, die Festung der Familie und die Sicherheit der Gesellschaft. Durch sie werden die Ehren geschützt, die Vermögen bewahrt und das Leben aufrecht erhalten. Allah, der Erhabene, sagte: „Und diejenigen, die ihre Geschlechtsorgane hüten, außer bei ihren Frauen oder denen, die ihr rechtmäßiges Eigentum sind; denn sie sind nicht zu tadeln. Aber wer darüber hinaus sucht, der ist einer der Übertreter.“ [Sure Al-Mu’minun, Verse 29–31].
Wie verinnerlichen wir die Schamhaftigkeit in unserem Leben?
O ihr Muslimen, die Schamhaftigkeit wird nicht durch Wünsche erlangt und nicht durch Parolen bewahrt, sondern sie wird im Herzen aufgebaut, in der Seele gepflanzt, durch den Glauben gegossen, durch die Selbstbeherrschung geschützt und durch die Bewahrung vor Allah, dem Erhabenen, befestigt.
Der erste Weg zur Keuschheit besteht darin, dass Allah im Herzen des Knechtes groß wird; so hält er die Blicke Allahs auf sich vor Augen, empfindet Scham vor seinem Herrn, erinnert sich an seinen Stand zwischen seinen Händen und ist überzeugt, dass ein vergängliches Vergnügen es nicht wert ist, dafür das Wohlgefallen Allahs und seine Würde zu verlieren. So war es auch mit Yusuf, Friede sei mit ihm, als die Türen geschlossen wurden, die Versuchung zunahm und die Mittel zur Sünde bereitstanden. Da sagte er nicht: „Niemand sieht mich“, sondern sprach mit dem Herzen des keuschen Gläubigen: „Zu Allah flüchte ich! Wahrlich, mein Herr hat mir einen guten Aufenthaltsort gegeben“ [Sure Yusuf: 23].
Und der Muslim soll seine Seele im Geduldigen üben, nicht jeder Begierde nachgeben und sich jeder Lust nicht hingeben; denn wenn die Seele nicht gezügelt wird, führt sie ihren Träger umher, und wenn sie geschliffen wird, fügt sie sich ihm unter.
Die Keuschheit wird nicht bewahrt, wenn die Pflichten vernachlässigt werden; denn wer das Licht der Keuschheit begehrt, der erfülle zuerst das Recht Allahs, bewahre das Gebet, halte sich an die Grenzen des Erlaubten und Verbotenen und suche dann durch freiwillige Gottesdienste die Nähe zu seinem Herrn. Denn die Häufigkeit der Nähe zu Allah schwächt die Herrschaft der Lust und füllt das Herz mit der Liebe zu Ihm. In der heiligen Überlieferung sagte Allah, der Erhabene: „Mein Knecht kommt mir mit nichts näher, als mit dem, was ich ihm vorgeschrieben habe, und mein Knecht kommt mir durch die freiwilligen Gottesdienste immer näher, bis ich ihn liebe.“ Überliefert von al-Buchari, aus dem Hadith von Abu Huraira.
Die Keuschheit wird erworben, wenn der Knecht sich seiner Armut und Schwäche bewusst ist, sodass er sich nicht auf seine eigene Person verlässt und sie nicht für sicher hält, sondern Allah bittet, das Böse und die Schande von ihm abzuwenden. Wie viele Menschen waren äußerlich stark, aber als sie sich auf ihre eigene Person verließen, stürzten sie; und wie viele Schwache suchten Zuflucht bei Allah, da befestigte und rettete er sie. Und unter den sieben, die Allah im Schatten seines Schattens beschirmt, ist: „Ein Mann, zu dem eine Frau von hohem Rang und Schönheit ihn zu sich rief, woraufhin er sagte: Ich fürchte Allah.“ Einstimmig überliefert, aus dem Hadith von Abu Huraira.
Was zur Keuschheit beiträgt, ist, dass der Muslim seine Bedürfnisse aus dem Erlaubten stillt und sich nicht das verwehrt, was Allah ihm erweitert hat; denn Allah hat die guten Dinge erlaubt, die Ehe vorgeschrieben