Mut entsteht nicht aus eigener Stärke, sondern aus der Gewissheit, dass Gott mitgeht; deshalb darf man auch Angst haben und trotzdem handeln.
Der Text ist eine Predigt für Kinder, die das biblische Buch Josua (Kapitel 1) aufgreift und die wiederholte Zusage Gottes an Josua – „Sei mutig und stark, denn der Herr, dein Gott, ist mit dir“ – als Kernbotschaft herausstellt. Die Predigt verbindet die biblische Erzählung mit dem konkreten Alltag einer Kindertagesstätte bzw. des ersten Schultags, insbesondere der angesprochenen Emilia, die in die Schule kommt. Mithilfe eines spielerischen Rollenspiels wird die Situation Josuas veranschaulicht: Er muss ein Volk anleiten, ohne einen festen Plan zu haben. Die Predigt betont, dass Mut nicht bedeutet, alles allein zu können oder laut zu sein, sondern auch darin besteht, Fragen zu stellen, Hilfe zu suchen und sich zu trauen. Die zentrale theologische Aussage ist, dass Gott mitgeht und die Angst nicht verschwinden muss, damit Mut möglich ist. Der Text schließt mit einem gemeinsamen Gebet, in dem die Zusage an Josua auf die Gemeinde bezogen wird.
Ausgewertet mit qwen3.8-27b, Fassung v3.
Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.
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Schönen guten Morgen. Das müssen wir aber nochmal machen. Also in der Schule geht es besser. Schönen guten Morgen. Sehr schön. Vielen Dank. Danke. Wir haben vorhin, wo ist denn Emilia eigentlich? Ich brauche Sichtkontakt. Wir haben vorhin von dieser kleinen Maus gehört, die eigentlich so sein wollte wie der Löwe. Und sie wollte so laut genug grüllen. Und sie wollte so stark sein, dass sie keine Angst hat. Und genau darum geht es heute auch in meiner Predigt. Um Mut. Und ich habe mir überlegt, dass ihr heute alle gut zuhört. Habe ich mal eine Handbewegung überlegt zum Wort Mut oder Mutig. Das wird nämlich heute relativ häufig drin vorkommen. Und ich möchte auch, dass ihr dabei bleibt. Wenn ihr das Wort Mut oder Mutig hört, gerade auch Emilia, dann dürft ihr wie in der Schule die Hand heben. Wir testen das mal aus. Und dann wird es um Mut gehen. Ja, gut. Das funktioniert schon. Das mit dem Handheben wird ja in der Schule noch mal ein bisschen interessanter. Manchmal hebt man die Hand, weil man die Antwort ganz schnell weiß. Dann geht sie ziemlich schnell nach oben. Manchmal fällt man da auch so fast vom Stuhl und fängt an zu schnipsen. Ich weiß nicht, wer von euch so ein Schnipser war. Ich war immer ein Schnipser. Bitte, bitte, ich weiß es. Manchmal kennt man die Antwort aber auch nicht. Und dann geht die Hand so ... Na ja, also ... Und dann geht sie vielleicht auch wieder runter. Man schaut vielleicht erst rum, vielleicht meldet sich noch jemand anders. Und wenn die Lehrerin oder der Lehrer den dann dran nimmt und man sich dann denkt, miss, die Antwort hätte ich auch gewusst. Oder vielleicht sogar, oh Gott, dann habe ich die Hand runtergenommen. Also, um die Hand zu heben, braucht man Mut. Okay, jetzt, genau. Ja, oh. Um die Hand zu heben, braucht man Mut. Okay, sehr schön, vielen Dank. In der Bibel gibt es auch einen Mann, der in so einer Situation steckt. Der heißt Josua. Und der Josua, der kommt in eine völlig neue Situation herein. Viele Jahre lang war Mose derjenige gewesen, der immer das Volk angeleitet hat. Mose war der Mensch, der wusste, wo es langgeht. Rechts, links, geradeaus, über den Stein hinüber. Unter dem Stein durch. Ja, und dann ist Mose nicht mehr. Und dann ist Josua dran. Und um das alles logisch zu verknüpfen, habe ich mir natürlich heute für diese Predigt ganz besonders überlegt. Dass wir ein bisschen aktiv zusammen werden. Und zwar spielen wir jetzt in Spiel, natürlich nur in Spiel. Das ist mal ganz wichtig dazu zu sagen, weil sonst ist es in echt. In Spiel bin ich jetzt Mose. Ich habe mein Bart vergessen, Mist. Stell dir vor, ich habe einen langen Bart in Spiel. Und ihr seid das Volk Israel. Liebes Volk, wir sind heute hier zusammengekommen, um weiter zu ziehen. Und um weiter zu ziehen, brauche ich ein Volk, das steht. Volk, stehe. Wir müssen weiterziehen in Spiel. Und um weiter zu ziehen, müssen wir natürlich erstmal unsere Sandalen anziehen. Also Volk, bitte zieht eure Sandalen ordentlich an, schnürt sie gut, nehmt euren Wanderstock in die Hand. Oh mein Volk hat sich verkleinert. Ja gut, alle anderen können auch umsitzen mitmachen. Und dann, liebes Volk, ziehen wir los. Passt für ein schöner Tag. Wir schauen mal umher, die Sonne strahlt. Das Volk muss schon laufen, los Volk, lauf. Und dann biegen wir mal nach rechts ab. Und mal nach links ab. Oh, ich sehe vor uns einen Stein, Volk seid ihr bereit? 1, 2, 3. Da brauchen wir erst mal eine Pause oder Volk, ich denke auch. Ach so. Ja, also das Volk jetzt in echt und nicht in Spiel, das Volk Israel war ziemlich faul. Und die wollten auch manchmal nicht weiterlaufen. Aber das Prinzip ist klar, der Mose steht hier vorne und der sagt, was das Volk macht. Wir gehen nach rechts, wir gehen nach links, wir springen über den Stein. Und Emilia, wenn du dich traust, magst du es mal von vorne machen? Magst du auch mal das Volk anführen? Volk, ich brauche eure Mitarbeit. Komm mal mit hier vor. Pass auf, ich gebe dir hier meinen Stock in die Hand, das ist mein Wanderstock, das ist ganz wichtig. Und jetzt darfst du mal zum Volk was sagen. Ich habe kein Mikrofon. Darfst du mal zum Volk was sagen. Hier nehmt das Mikrofon und du darfst dem Volk sagen, ob es aufstehen soll oder hinsetzen, mal schauen, was das Volk macht. Du machst das, Josua. Ihr seid aufstehen, hinsetzen. Vielen Dank, Emilia, mein nicht. Josua entspiel, Emilia, ein echt. Vielen Dank, du darfst dich wieder hinsetzen. Jetzt mal in echt dargestellt, das, was Josua gemacht hat. Josua musste sich vor ein großes Volk stellen und musste es plötzlich anleiten, ganz alleine. Rechts, links, geradeaus, in das neue Land. Er hat das noch nie vorher gemacht. Er hat immer nur gesehen, wie das andere gemacht haben. Er weiß nicht, was auf ihn zukommt, nicht so richtig zumindest. Er hat leider keinen Plan, keinen Stundenplan oder keinen Wochenplan, in dem aufgezeichnet ist, was er wann machen muss. Am Montag küpfen wir, am Dienstag laufen wir, am Mittwoch essen wir, wachteln. Er hat keinen Plan. Das ist vielleicht auch gar nicht so weit weg von dem, was du heute erlebst, Emilia. Du bist am Anfang von etwas Neune. Du bekommst Schulranzen. Du gehst in ein neues Gebäude hinein. Du hast Lehrerinnen und Lehrer. Du lernst neue Kinder kennen und plötzlich gibt es Dinge, die vorher gar keine Rolle gespielt haben. Lesen, schreiben, rechnen, Hausaufgaben, ein Pausenhof, ein Stundenplan. Und dann sagen Menschen jetzt zu dir, du bist ein Schulkind. Und das klingt schon... Versteht es, das ist ziemlich groß. Schulkind. Und wir haben vorhin schon gehört, sie freut sich sehr auf die Schule und dorthin zu gehen. Aber vielleicht gibt es auch Dinge, von denen du noch nicht so richtig weißt, wie sie funktionieren werden. Vielleicht wird jemand anders etwas schneller lernen. Ob ich wirklich jetzt auch neue Freunde finde, die alles verstehen werde. Joseph steht an genau dem gleichen Punkt. Und Gott spricht mit ihm und sagt ihm etwas, was in diesem Kapitel, in dieser Bibel, in diesem wichtigen Buch hier, immer wieder vorkommt. Und der Harald hat das vorhin so schön vorgelesen. Joseph 1. Vers 6. Sei mutig und stark. Und dann Vers 7. Sei nur recht mutig und stark. Und dann Vers 9. Hab ich dir nicht gerade gesagt, du sollst mutig und stark sein. Leute, ja, danke. Was ist hier los? Also im Buch Joseph steht, sei mutig und stark. Sehr schön. Hier geht es also um Mut. Interessant ist es, dass Gott das nicht nur einmal sagt, sondern er wiederholt es immer wieder. Und beim dritten Mal sagt er sogar, habe ich den nicht gerade schon zweimal gesagt. Ich glaube, wir müssen das auch manchmal öfter hören, als Joshua. Manchmal reicht es nicht, wenn ich am Morgen höre, ich sehe, du schaffst das schon. Das wird super. Oder wenn du Emilia am Morgen hörst, bevor du in die Schule gehst, du machst das super. Du schaffst das schon. Manchmal braucht man es am nächsten Morgen wieder. Und dann am Dienstag noch einmal. Und am Mittwoch erst recht. Und nach den ersten Hausaufgaben sowieso. Gott sagt, Joshua deshalb nicht nur einmal, sei mutig und stark. Gott sagt noch was. Was diese ganze Geschichte entscheidend macht. Er sagt zu Joshua, denn der Herr, dein Gott, ist mit dir wohin du auch gehst. Das ist der Grund, warum Joshua mutig sein kann. Gott sagt, nämlich nicht nur Joshua, du bist der Beste. Du kannst es sowieso, du schaffst alles, was du dir vornehmst. Du wirst sowieso niemals ein Fehler machen. Nein. Gott sagt, ich geh nicht mit dir. Ich geh nicht mit dir. Und wenn du dich nicht mehr als ein Fehler machen, nein. Gott sagt, ich gehe mit dir. Das ist ein Unterschied. Weil Joshua braucht nicht für alles schon eine Lösung haben, sondern er weiß, dass er den Weg nicht alleine geht. Und ich glaube, das ist ein guter Gedanke auch für so ein erster Schultag. Es wird Tage geben an der Schule, die richtig Spaß machen. Da kommt man nach Hause und will sofort erzählen, was man alles gelernt hat. Man kann sich das nicht mehr auf dem Ort lesen, was ich vorher nicht lesen konnte. Oder du hast was ausgerechnet. Und du denkst dir so, wow, das kann ich jetzt. Aber, und das spreche ich wahrscheinlich aus Erfahrung von den meisten hier in diesem Raum. Es wird auch Tage geben, da ist die Schule nicht so schön. Vielleicht verstehe ich was nicht. Vielleicht habe ich es auch nach dem dritten Mal noch nicht verstanden. Vielleicht können die anderen es schon, aber ich noch nicht. Vielleicht melde ich mich sogar und meine Antwort ist halt. Vielleicht will ich mit jemandem spielen, und derjenige sagt, nein, mit dir spüle ich nicht. Vielleicht ist jemand gemeint zu mir. Dann braucht es Mut. Das war so leise gesagt, dass es keiner gehört hat, ne? Dann braucht es Mut. Ja, sehr schön. Vielleicht mal besteht Mut darin, die Hand noch einmal zu heben. Und zu sagen, ich verstehe das noch nicht, kannst du mir helfen. Es braucht auch sehr viel Mut, Fragen zu stellen. Und vielleicht können wir uns mal überlegen, was für verschiedene Arten von Mut es denn geben könnte. Vielleicht überhaupt sich zu melden. Das braucht Mut. Ja, schön. Oder jemanden anzusprechen, den ich noch nicht kenne. Jemanden zu fragen, hey, darf ich mitspielen? Mut ist auch, da zu sein und den Mund aufzumachen, wenn jemand anderes geärgert wird. Oder wenn jemand ausgelacht wird. Oder wenn jemand alleine dasteht. Das ist nicht das Brüllen von einem Löwen, um in der Metapher zu bleiben. Aber manchmal ist genau das der größere Mut. Die kleine Maus in unserer Geschichte wollte ja auch zuerst lernen, wie ein Löwe brüllt. Und am Ende merkt sie, dass ihre Stimme völlig ausreicht. Und ich glaube, das ist etwas, was du auch in der Schule lernen darfst. Du musst nicht die lauteste in der Klasse sein. Du musst nicht am schnellsten rennen oder rechnen können. Du musst nicht bei jeder Aufgabe sofort wissen, wie sie funktioniert. Du darfst lernen und du darfst fragen und du darfst Fehler machen. Und du darfst jeden Tag ein kleines bisschen mehr herausfinden, was eigentlich alles in dir steckt. Und wenn man dabei manchmal Angst hat, dann bedeutet es nicht, dass Mut verschwindet. Manchmal ist das der Zeitpunkt, in dem Mut es richtig losgeht. Joshua bekommt kein Versprechen dafür, dass immer alles leicht wird, sondern er bekommt etwas Besseres. Joshua bekommt eine Zusage. Ich bin mit dir. Wohin du auch gehen magst. Morgens, wenn du deinen Schulranden nimmst, geht Gott mit. Wenn du ins Klassenzimmer hinein kommst, geht Gott mit. Wenn du etwas Neues lernst, dann geht Gott mit. Wenn etwas nicht gut klappt, auch dann geht Gott mit. Und wenn du irgendwann vor einer Aufgabe sitzt und dir denkst, ich versteh das absolut nicht, auch dann ist Gott da. Und vielleicht erinnern wir uns heute an dieses Händeheben. Emilia, wenn sie dann in der Schule sitzt, oder die anderen Kinder, wenn sie in die Schule kommen, oder alle anderen größeren Kinder, die schon aus der Schule raus sind. Das kann uns an zwei Sachen erinnern. Zum einen daran, wenn man in der Schule die Hand hebt, dann bedeutet es, ich weiß etwas. Oder es bedeutet, ich bräuchte mal Hilfe. Ich verstehe die Aufgabe nicht. Und beides ist gut, aber beides braucht Mut. Emilia, ich wünsche dir, dass du weißt, wohin du mit deiner Angst gehen kannst. Wenn du mal Angst hast zwischen du und ich, den du hast. Ich wünsche dir, dass du Menschen hast, den du sagen kannst, wenn etwas schwierig ist. Ich wünsche dir, dass du dich traust zu fragen. Und ich wünsche dir, dass du dich immer wieder daran erinnerst, was Gott zu Josua gesagt hat. Sei mutig und stark. Denn dein Gott ist mit dir, wohin du auch gehst. Deshalb wünsche ich dir ganz besonders heute für die Schule und für den restlichen Schulalltag ganz viel Mut. Amen. Möchte diese Predigt mit einem gemeinsamen Gebet abschießen. Im löscher Vater, du hast Josua dreimal sagen müssen, sei mutig und stark. Denn ich bin mit dir. Vater, wir wünschen uns so sehr, dass du es auch zu uns sagst. Und wir nehmen diese Verheißung, dieses Versprechen, diesen Zuspruch in Anspruch. Wir beziehen es auf uns, auf unser Leben. Dass du zu uns sagst, dass wir mutig und stark sein dürfen, egal wo wir hingehen. Heute ganz besonders für Emilia, aber auch für uns, die wir in diese Wochen gehen. Für uns als Gemeinde, die Emilia begleitet. Für uns als Freunde, die einander unterstützen. Danke Vater, dass du uns immer Mut und Frieden gibst. Danke für deine große Liebe. In deinem Namen. Amen.