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Evangelisch · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen

predigt

ohne Namen · Gemeinschaft in der Evangelischen Kirche Kiel – Predigten · 2026-09-20 · Kiel · Quelle

Hoffnung · Hauptbotschaft Demut · tragend

Die moderne Gesellschaft erzeugt durch eine Ökonomie des Überflusses eine lähmende Angst, die durch bloße Ablenkung nicht gelöst wird, sondern durch die bewusste Hinwendung zu Gott und das Gebet als Kernkompetenz des Glaubens.

Gerade von uns, die wir es eigentlich besser wissen sollten, wird eigentlich die Macht, die es gebetet ist, oft unterschätzt. Da hilft nur noch Beten, sagen wir manchmal, so fahrlässig da hin als Macher. Dabei sollte es doch eigentlich zu unseren Kernkompetenzen gehören.

Der Text beginnt mit einer lockeren Begrüßung und einem humorvollen Vergleich von Spaghetti und Sorgen, um das Thema Überforderung einzuleiten. Der Sprecher kritisiert moderne Strategien der Sorgenbewältigung wie Ablenkung durch Medien oder Verdrängung als unzureichend. Er beschreibt die aktuelle Zeit als eine 'Ökonomie des Überflusses', in der Ängste genährt und Wucher getrieben werden. Als Gegenentwurf zitiert er das Niebuhr-Gebet, das Gelassenheit, Mut und Weisheit verbindet. Der Text betont jedoch, dass Gläubige über das bloße Handeln hinausgehen können, indem sie sich an Gott wenden. Das Beten wird als unterschätzte Kernkompetenz und wirksames Mittel gegen die Überwältigung durch Sorgen dargestellt. Die Botschaft ist eine Ermutigung, die eigene Machtlosigkeit anzuerkennen und auf göttliche Hilfe zu vertrauen.

Weltbild

was das heißt
Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
Gier, Konsum, unstillbares Verlangen nach mehr
Wo sitzt das Übel?
in Wirtschaft, Politik, gesellschaftlichen Strukturen
Was hilft dagegen?
Gebet, Gottesdienst, Meditation, wiederholte Übung; Zuwendung Gottes, Erlösung, die nicht verdient wird
Was ist der Mensch nach diesem Text?
gefallen, aus eigener Kraft nicht heil zu machen
Wohin geht die Geschichte?
es wird schlechter, eine Ordnung geht zu Ende (erschlossen)
Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
auf Tradition, Väter, gewachsene Praxis
Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
den eigenen Glaubensgeschwistern
Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
ausdrücklich auf beide

Verwandte Texte aus anderen Traditionen

nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition

Wozu der Text aufruft

Gemessen

Grundhaltung
1 von -2 bis 2
Eindringlichkeit
2 von 3
Reichweite
3 von 5
Konkretheit
2 von 3
Abgrenzung
1 von 3
Zeitbezug
früher 1, jetzt 3, künftig 1

Ausgewertet mit qwen/qwen3.8-27b, Fassung v3. Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.

Wortlaut anzeigen
Ja, ein schön guten Morgen auch von mir. Ganz herzliche Grüße von meiner Frau. Die ist in Asendorf, das ist südlich von Hamburg, zu einem Regionaltreffen vom FGB. Mal sehen, wie sie dann irgendwie am Nachmittag um Hamburg rumkommt. Das ist ja immer in letzter Zeit etwas spannender. Ja, vor Kurzem habe ich einen wunderbaren Spruch gehört. Zwei Dinge machen wir uns fast immer zu viel. Spaghetti und Sorgen. Das zu viel an Spaghetti, das lässt sich am nächsten Tag ziemlich schmackhaft lösen. Ab in die Pfanne damit. Speck, Spiegelai Parmesan oder Pesto Genovese oder Olio e Alio, was auch immer. Mit dem Überschuss an Sorgen ist es leider nicht so gut bestellt. Sie geben uns keine Nahrung und Sättigung, schaffen eher noch mehr Magen, grummeln. Und wie gehe ich dann mit meinem Überschuss an Sorgen um, wenn ich sie schon nicht in die Pfanne hauen kann oder ich das Gefühl habe, ich werde von den Sorgen in die Pfanne gehauen. Nun, das Gedicht von Ingeborg Bachmann, das wir vorhin gehört haben, führt uns eine Strategie vor, nicht die der Beschwichtigung, ja sogar Verleugnung. Bewältigung ist gar nicht vorgesehen. Sei ohne Sorge, Heiter, mit Musik, Ablenkung, nur nicht dran denken. Vieles, was das Fernsehen so geliefert hat und immer noch liefert, das wirkt ja auch so. Manches könnte da glatt unter das Beteugungsmittelgesetz fallen. Die Flimme als Sedativum, als Beruhigungsmittel. Aber wer guckt heute schon auf Fernsehen? Das sind gar nicht mehr so viele. Und das fällt der Sorgen, dass wird nach meinem Eindruck heutigen Tag in Weintal etwas anders bewirtschaftet. Es ist eine Ökonomie des Überflusses. Jede Befürchtung wird genährt und mit Ängsten wird Wucher getrieben. Und der Wettbewerb um die erste allgemeine Verunsicherung ist eröffnet. Stehen wir noch auf schwankendem Boden oder sind wir schon im freien Fall? Da kommt schon ein bisschen Sehnsucht auf nach Schwarzwaldklinik. Ein bisschen Frieden, Lebkuchen, Marzipan, Adventsfest der tausend Lichter. Sorge sei ohne Sorge. Aber wie bewältigen wir nun wirklich die Sorgen, bevor sie uns überwältigen, dass wir sie nicht einfach nur verdrängen? Der Theologe Reinhold Niebuhr hat einmal so ein Gebiet gefasst. Gott gibt mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann. Den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden. Das habt ihr bestimmt noch schon mal gehört. Das ist klug und sehr umsichtig. Aber wir sollten dabei nicht vergessen, dass glaubenden Wege offen stehen, die auch jenseits seines oder ihres Handeln liegen. Man muss sich nicht in ein scheinbar unabwendbares Schicksal fügen, denn man kann sich immer stets und ständig jederzeit direkt an den wenden, der alles in den Händen hält, nämlich Gott. Gerade von uns, die wir es eigentlich besser wissen sollten, wird eigentlich die Macht, die es gebetet ist, oft unterschätzt. Da hilft nur noch Beten, sagen wir manchmal, so fahrlässig da hin als Macher. Dabei sollte es doch eigentlich zu unseren Kernkompetenzen gehören. Wie war das noch mit Beten?