omnist.world

English

Theravada · Diese Tradition mit einer anderen vergleichen

Brian Lesage: So Much of Life is Thursday

Brian Lesage · Dharma Seed - Dharma Talks (Insight-/Vipassana-Tradition, Aggregator) · 2026-09-29 · Barre · Quelle

Geduld · Hauptbotschaft Demut · tragend Gemeinschaft

Das vollständige Bewohnen des gegenwärtigen Moments ist nicht von der Erfüllung geträumter Zukunftsbilder abhängig, sondern entsteht gerade im Loslassen dieser Abhängigkeit.

Die Alternative zum Traum ist nicht ein besserer Traum. Es ist einfach Boden, es ist Himmel, es ist Körper, es ist Luft. Es ist Atem. Es ist einfach Donnerstag.

Der Text ist eine Dharma-Reflexion, die über das Gedicht 'Donnerstag' von William Carlos Williams geführt wird. Kernbotschaft ist, dass das meiste Leben gewöhnlich ist und nicht den großen, geträumten Momenten entspricht. Der Sprecher erzählt von seiner Zeit in einem Zen-Kloster und dem Loslassen des Traums, ein Zen-Mönch zu sein. Er betont, dass das Scheitern eines Traums nicht bedeutet, dass das gelebte Leben umsonst war. Die Freiheit liegt nicht in einem besseren Traum, sondern im bewussten Bleiben im Gewöhnlichen. Der Text verweist auf einen buddhistischen Vers, der dazu auffordert, nicht in die Vergangenheit zurückzulaufen und die Zukunft nicht zu erwarten. Die Kernaussage ist, dass das vollständige Bewohnen des gegenwärtigen Moments unabhängig von der Erfüllung von Träumen möglich ist.

Weltbild

was das heißt
Was ist nach diesem Text die Wurzel des Übels?
Festhalten, Begehren, Nicht-loslassen-Können; Unwissenheit, Illusion, falsche Sicht der Wirklichkeit
Wo sitzt das Übel?
im Herzen, im Willen, in der Seele des Einzelnen
Was hilft dagegen?
Genügsamkeit, Fasten, freiwilliges Opfer, Loslassen; Gebet, Gottesdienst, Meditation, wiederholte Übung
Was ist der Mensch nach diesem Text?
in Täuschung oder Begehren verfangen, aber befreibar
Wohin geht die Geschichte?
die Botschaft steht außerhalb der Geschichte
Worauf stützt der Text seinen Anspruch?
auf eigenes Erleben, Zeugnis, Begegnung; auf den Stifter oder Propheten der Tradition
Wem gilt die Zuwendung, die der Text fordert?
jedem Menschen, ohne Ansehen des Glaubens
Wohin richtet sich die Kritik des Textes?
auf die eigene Gemeinschaft und sich selbst

Verwandte Texte aus anderen Traditionen

nach Ähnlichkeit der Auswertung, ein Text je Tradition

Wozu der Text aufruft

Genannte Stellen

Dhammapada 34

Gemessen

Grundhaltung
1 von -2 bis 2
Eindringlichkeit
2 von 3
Reichweite
1 von 5
Konkretheit
3 von 3
Abgrenzung
0 von 3
Zeitbezug
früher 2, jetzt 3, künftig 1

Ausgewertet mit qwen3.8-27b, Fassung v3. Die Maßstäbe sind für alle Traditionen gleich, nachzulesen unter Werte.

Wortlaut auf Deutsch
So, noch einmal: Guten Abend, alle zusammen. Es ist wirklich eine Freude, euch alle heute Abend zu sehen. Heute Abend möchte ich meine Reflexionen über die Dharma-Praxis durch ein Gedicht führen. Und es ist ein Gedicht von William Carlos Williams. Und der Titel lautet: Donnerstag. Ich möchte dieses Gedicht mit euch teilen. Es beginnt: Ich habe meinen Traum gehabt wie andere und er ist zu nichts gekommen, so dass ich nun sorglos bleibe, mit den Füßen fest auf dem Boden, und schaue zum Himmel auf, spüre meine Kleidung um mich. Das Gewicht meines Körpers in meinen Schuhen, den Rand meines Hutes, die Luft, die an meiner Nase ein- und ausgeht, und beschließe, nicht mehr zu träumen. Ich habe meinen Traum gehabt wie andere und er ist zu nichts gekommen, so dass ich nun sorglos bleibe, mit den Füßen fest auf dem Boden, und schaue zum Himmel auf, spüre meine Kleidung um mich. Das Gewicht meines Körpers in meinen Schuhen, den Rand meines Hutes, die Luft, die an meiner Nase ein- und ausgeht, und beschließe, nicht mehr zu träumen. Ich denke, ein Grund, warum Poesie so gut zu dieser spirituellen Praxis, der Dharma-Praxis, passt, ist, dass sie uns in erster Linie keine neuen Informationen gibt. Ich denke, oft gibt sie uns eine andere Art des Wahrnehmens. Und für mich habe ich das Gefühl, dass dieses Gedicht mich einlädt, eine Art des Lebens wahrzunehmen und zu bewohnen, die nicht davon abhängt, dass der Traum in Erfüllung geht. Also möchte ich langsam durch dieses Gedicht gehen und mit dem Titel beginnen: Donnerstag. Was ist damit? Als ich es zum ersten Mal las, war es wahrscheinlich das letzte Wort, das mir in den Sinn gekommen wäre, wenn ich einfach die Zeile zum Gedicht gedreht hätte. Ich meine, es ist ein so einzigartiger Titel für ein Gedicht. Und so, als ich mich mit Donnerstag verlangsamt habe, mit dem Gefühl von Donnerstag, ist Donnerstag für mich tatsächlich wunderbar unauffällig. Also Donnerstag, es ist nicht das Wochenende. Es ist nicht Montag mit seinem Gefühl des Beginns. Und es ist nicht Freitag mit seinem Gefühl vom Ende der Arbeitswoche. Und es ist nicht einmal Mittwoch, genau in der Mitte. Es ist, als wäre Donnerstag einfach nur Donnerstag. Ich könnte sagen, es ist vollkommen gewöhnlich. Ich denke, wenn ihr euch jetzt darüber besinnt, so viel vom Leben ist Donnerstag. Und ich denke, die meisten unseres Lebens sind nicht die Momente, auf die wir gewartet haben. Sie sind einfach gewöhnlich wie Donnerstag. Sie sind nicht die erstaunliche Freude oder die herzzerreißende Trauer. Sie sind nicht die große Krise oder die tiefgreifende Offenbarung. Donnerstag ist, sich die Schuhe anzuziehen. Es ist, die Kühlschranktür zu öffnen. Es ist, den Müll rauszubringen. Es ist, eine E-Mail zu beantworten, sich die Fingernägel zu schneiden. Einfach zu atmen. Und die Träume unseres Lebens, wisst ihr, was sie tun? Sie verwandeln all diese Donnerstagsmomente in, man könnte sagen, den bloßen Flur, der einen scheinbar bedeutenden Raum mit einem anderen verbindet. Also eine Frage, die ich euch stellen möchte: Was geschieht mit dem Leben, das ihr tatsächlich lebt, wenn die meisten eures Lebens als in den unwichtigen Fluren stattfindend wahrgenommen werden, während ihr darauf wartet, dass sich diese Tür öffnet, die endlich zu dem Leben führt, das ihr euch vorgestellt und erträumt habt? Und ich denke, all das passt für mich jetzt so gut zur ersten Zeile dieses Gedichts. Wisst ihr, der Dichter sagt: Ich habe meinen Traum gehabt wie andere und er ist zu nichts gekommen. Also, wenn ich diese Zeile höre und mich wirklich damit verlangsame, um sie wirklich zu fühlen, bringt sie mir eine Periode meines eigenen Lebens in Erinnerung, als ich viel jünger war. Ich hatte einen sehr klaren Traum über mein Leben. Man könnte sagen, über mein Dharma-Leben, über mein spirituelles Leben. Ich wollte das Leben eines Zen-Mönches leben. Und ein Teil des Reizes war, dass Zen, zumindest zu dieser Zeit in meinem Leben, mir zu enthalten schien, alles, was ich brauchte. Und es war ein schöner Traum. Ich konnte mich der Praxis vollständig hingeben. Ich würde morgens aufwachen und dann mein ganzes Leben einfach von Dharma-Praxis umgeben sein, bis ich abends einschlief. Und es ist wahr, ungefähr sechs Jahre lang durfte ich in diesem Traum leben, in einem Zen-Zentrum, in einem Zen-Kloster. Es gibt so viel, das ich an diesem Leben liebte. Ich liebte es, in einer Welt zu leben, in der die Struktur davon, die Dharma-Praxis, alles umfasste. Wie ich aß, wie ich ging, wie ich arbeitete, wie ich sprach, wie ich durch den Tag kam. Und diese Jahre haben mein spirituelles Leben definitiv geformt. Aber mit der Zeit, Dinge geändert. Eines war einfach, es wurde wirklich immer schwerer für meinen Körper. Es war ein hartes, asketisches Leben. Und die Dinge, die in dieser Gemeinschaft geschahen, machten es zunehmend klar, dass ich nicht bleiben konnte. Und ich begann auch zu spüren, dass mir in der Praxis selbst, in diesem bestimmten Ansatz der buddhistischen Praxis, etwas fehlte. Und ich erinnere mich, als ich sozusagen gerade dabei war, dies zu entscheiden und zu dieser Entscheidung kam, mich jemand fragte, warum ich ging. Und ich erinnere mich, wie ich mich selbst überraschte, was aus meinem Mund kam. Ich sagte so etwas wie: Oh, mein Herz braucht mehr Güte. Und ich hatte diesen Satz nicht geplant. Aber in mancher Hinsicht war es, man könnte sagen, einfach ein Zeichen, dass der Traum nicht mehr alles tragen konnte, was ich brauchte. Und was das Gehen schwierig machte, war, dass ich nicht etwas verließ, das ich hasste. Ich verließ etwas, das ich tief, das ich zutiefst liebte, bestimmte Aspekte davon. Und ich musste nicht nur dieses Leben loslassen, sondern auch den Traum, den ich um es herum gebildet hatte. Diesen Traum, dass ich endlich die Lebensform gefunden hatte, die alles enthielt, was ich brauchte. Und ich denke, das war Teil des Schmerzes. Und ich erinnere mich, dass ich eine ganze Weile nach dem Gehen ziemlich heimatlos fühlte. Ich war einfach da draußen und hatte wirklich keine Ahnung, was als Nächstes kam. Ich hatte Tagesarbeiterjobs, körperliche Arbeiten, manuelle Arbeitsjobs. Und natürlich sah mein Leben in keiner Weise so aus, wie ich es mir vorgestellt hatte. Aber interessant ist, dass die Praxis blieb. Das ist eines der großen Dinge an diesen manuellen Arbeitsjobs, es ist einfach nur, meinen Körper zu spüren, meine Füße auf dem Boden zu spüren. Meine Hände, die taten, was sie taten, die Bewegungen des Körpers. Diese einfache Praxis verband mich mit dem Dharma, als so vieles andere gekommen und gegangen war. Und auch Gemeinschaft zu finden. Gemeinschaft war zu dieser Zeit so hilfreich. Und es ist interessant, weil es in dieser Erfahrung etwas gab, das ich damals nicht vollständig verstand. Und wenn ich jetzt darauf zurückblicke, frage ich mich, ob es etwas damit zu tun hat, worauf der Dichter hinweist, wenn er sagt: Ich habe meinen Traum gehabt wie andere und er ist zu nichts gekommen. Denn ich denke, manchmal, wenn ein Traum zu nichts kommt, bedeutet das nicht, dass das, was du gelebt hast, umsonst war. Ich denke, das ist wirklich wichtig. Was zu nichts kommt, ist der Traum, den du um es herum gelegt hast. Was du dachtest, es würde werden, oder was du dachtest, es würde dir geben. Ich denke, das ist so wichtig zu verstehen. Und ich stelle mir vor, dass die meisten von euch etwas davon kennen. Ob es um eine Beziehung ging, eine Karriere, die Familie, die du haben dachtest, den Körper, den du behalten dachtest, den Ruhestand. Vielleicht, was Meditation irgendwann für dich werden würde. Und manchmal kommt dieser Moment, in dem du dir bewusst wirst: Oh wow, das wird nicht passieren. Der Traum kommt zu nichts. Oder vielleicht noch beunruhigender, es passiert. Du bekommst den Job, die Beziehung, das Ding, an dem du jahrelang gearbeitet hast, und entdeckst, dass es dir nicht gibt, was du dir vorgestellt hattest. Und in diesem Sinne kommt es immer noch zu nichts. Und ich denke, das kommt sehr nah an etwas heran, worauf der Buddha hinwies. Es gibt einen Vers in einem dieser frühen buddhistischen Texte, der lautet: Laufe nicht in die Vergangenheit zurück. Erwarte nicht die Zukunft. Was vergangen ist, ist zurückgelassen. Die Zukunft ist nicht angekommen. Und ich denke, das ist radikaler als einfach im gegenwärtigen Moment zu bleiben. Ich denke, es geht darum, vorsichtig zu sein, deine Fähigkeit, dein Leben vollständig zu bewohnen, von der Erfüllung eines Traums abhängig zu machen. Und wenn ich darauf hinweise, möchte ich hier vorsichtig sein. Der Grund, warum ich hier vorsichtig sein möchte, ist, weil es nichts Falsches am Träumen gibt. Es gibt schöne und heilsame Bestrebungen, die man haben kann. Ich denke, die Frage ist subtiler, nämlich: Wann hört ein Traum auf, etwas zu sein, dem man sich zuwendet, und wird stattdessen zur drückenden Bedingung, die man darauf legt, jetzt vollständig lebendig zu sein? Es ist so, als würde eine imaginäre Zukunft irgendwann leise anfangen, so etwas zu flüstern wie: Du kannst nicht vollständig leben, bis dies oder das passiert. Und vielleicht ist das einer der Gründe, warum ich denke, dass dieses Gedicht etwas beunruhigend. Ich habe meinen Traum wie andere und er ist zu nichts gekommen. Und dann tut der Dichter etwas ziemlich Bemerkenswertes. Und ich möchte darauf hinweisen, was er nicht sagt, denn ich denke, das hebt hervor, was er sagt. Er sagt nicht, mein Traum ist zu nichts gekommen, aber ich habe einen neuen Traum gefunden. Stattdessen sagt er, mein Traum ist zu nichts gekommen, so dass ich sorglos mit den Füßen fest auf dem Boden bleibe. Es ist wie dieser kleine Ausdruck, „so dass", der alles verändert. Denn im Gedicht scheint das Zu-nichts-Kommen des Traums irgendwie mit dem verbunden zu sein, was möglich wird. Es ist nicht einfach etwas, von dem er sich erholen muss, dass er einen Traum verloren hat. Die Tatsache, dass der Traum zu nichts gekommen ist, hat etwas geöffnet als Ergebnis des Zu-nichts-Kommens des Traums. Und vielleicht erinnerst du dich, was sich öffnet, es ist wirklich ziemlich einfach. Er sagt, ich bleibe nun sorglos mit den Füßen fest auf dem Boden und blicke zum Himmel auf, spüre meine Kleidung um mich, das Gewicht meines Körpers in meinen Schuhen, den Rand meiner Hüte, die Luft, die an meiner Nase ein- und ausgeht. Und ich denke, dieses Wort „sorglos" ist auch wichtig, denn er ist offensichtlich nicht sorglos im Sinne von unaufmerksam. Er nimmt alles im Hier und Jetzt wahr. Vielleicht bedeutet „sorglos" also etwas näher an, für diesen Moment trägt er nicht länger die Last, sein Leben zu etwas anderem machen zu müssen. Vielleicht gibt es nichts, das er aus diesem Moment herausholen muss. Und stattdessen könnte er einfach hier sein für diesen Moment. Und hier ändert sich die Sprache des Gedichts und vielleicht hast du das am Anfang gehört, Traum, nichts, und dann plötzlich Füße, Boden, Himmel, Körper, Luft, Nase. Es ist, als käme das Gedicht aus dem Traum herunter und tatsächlich in diese Welt. Man kann es hören. Und was ich an diesem Gedicht liebe, ist, dass der Dichter uns nicht sagt, im gegenwärtigen Moment zu sein. Vielmehr enthüllt er eine Welt, die bereits da war, aber der Traum machte es schwer, sie zu sehen. Und ich denke, das ist es, was sich so radikal für mich anfühlt. Die Alternative zum Traum ist nicht ein besserer Traum. Es ist einfach Boden, es ist Himmel, es ist Körper, es ist Luft. Es ist Atem. Es ist einfach Donnerstag. Und ich denke, vielleicht ist dies eine Art, etwas in der Dharma-Praxis zu verstehen. Weißt du, oft wird Freiheit als etwas vorgestellt, das hinzugefügt wird. Endlich die richtige Erfahrung zu bekommen, die richtige Beziehung, vielleicht den richtigen Geisteszustand, die richtige Einsicht. Aber manchmal hat Freiheit viel mehr damit zu tun, dass etwas nicht mehr da sein muss. Und ich denke, dies ist der Schlüssel zu verstehen in Bezug auf die Art von Freiheit, auf die der Buddha hinwies. Vielleicht gibt es eine Art zu leben, in der das Gewöhnliche sich nicht rechtfertigen muss, indem es irgendwohin führt. Das Gewöhnliche kann einfach gewöhnlich sein, es kann einfach Donnerstag sein. Und dann beendet der Dichter das Gedicht mit dieser interessanten Zeile, und zu entscheiden, nicht mehr zu träumen. Und ich werde ehrlich sein, als ich dieses Gedicht zum ersten Mal las und diese Zeile hörte, klang es einfach... Es klang düster. Ich habe es versucht. Es hat nicht funktioniert. Und ich gebe auf. Aber wenn ich langsamer werde, ist das für mich nicht der Ort, an den mich das Gedicht gebracht hat. Ich werde wirklich langsamer damit, und vielleicht spürst du, dass es mich irgendwohin bringt, das ganz anders ist. Denn bis er sagt, nicht mehr zu träumen, hat er sich nicht vom Leben zurückgezogen. Er ist intensiv hier, seine Füße sind auf dem Boden. Vielleicht bedeutet „nicht mehr träumen" also nicht „nicht mehr hoffen". Vielleicht bedeutet es, ich brauche den Traum nicht mehr auf dieselbe Weise. Es gibt ein buddhistisches Wort, das mir in diesem Zusammenhang einfällt, das ich in meinen Lehren oft umschreibe. Das Pali-Wort, Pali ist eine der frühen Schriftsprachen des Buddhismus, ist Nibbida, das oft als Entzauberung übersetzt wird. Also Entzauberung, wie ich es hier in Bezug auf dieses Pali-Wort Nibbida meine, bedeutet es nicht, dass du falsch lagst, dich tief um das zu kümmern, was einst wichtig war. Das ist wichtig. Es kann einfach bedeuten, dass die Verzauberung damit nachlässt. Das Gefühl, dass diese eine Sache alles sein muss oder endlich dein ganzes Leben in Ordnung bringen muss, kann tatsächlich abfallen. Und ich denke, dies ist eine der süßen Freiheiten der Entzauberung. Es ist, als könntest du dich immer noch tief hingeben etwas, ohne zu verlangen, dass es alles ist. Und doch vielleicht bemerkst du, wie mein Geist es tut, dass unsere Geister immer versuchen, dies zu finden – alles und nur etwas. Also denke ich, aus dieser Perspektive heraus kannst du noch immer Bestrebungen haben. Du kannst noch immer leidenschaftlich um andere Menschen und andere Wesen in der Welt sorgen. Aber vielleicht kannst du aufhören, einen bestimmten Traum oder sogar die Zukunft selbst, eine unmögliche Aufgabe zu erfüllen, um dieses Leben endlich in Ordnung zu bringen. Vielleicht bedeutet der letzte Satz, dass der Traum nicht länger der Ort ist, an dem du lebst, und stattdessen du hier lebst und dein Leben nicht länger aufgeschoben wird, bis der Traum wahr wird. Das bringt mich zurück zum Titel. Ich liebe diesen Titel wirklich. Donnerstag, und am Anfang habe ich gesagt, dass Donnerstag so vollkommen gewöhnlich ist. Es ist nicht der Anfang, es ist nicht das Ende, es ist nicht das Wochenende, es ist nicht die Mitte, es ist nicht der große Tag, auf den du gewartet hast. Es ist nur Donnerstag. Es ist nur dieses gewöhnliche Leben. Und vielleicht kannst du gerade für einen Moment bemerken, dass selbst jetzt, du deine Füße gerade jetzt spüren kannst, vielleicht fühlst du das Gewicht deines Körpers, wo du sitzt, die Luft, die in den Körper hinein und heraus kommt. Und vielleicht gibt es eine Art, all dies wahrzunehmen, bei der es nicht bloß der Flur ist, der zu einem wichtigeren Raum führt, vielleicht ist dies das Leben. Also kannst du eine Art des Lebens entdecken, die nicht davon abhängt, dass der Traum wahr wird? Und nicht, weil Träume falsch sind, sondern weil dein Leben bereits geschieht. Es geschieht gerade hier und es geschieht gerade jetzt an diesem völlig gewöhnlichen Donnerstag. Also das Gedicht noch einmal: Ich habe meinen Traum gehabt wie andere und er ist zu nichts gekommen, so dass ich nun sorglos mit Füßen, die auf dem Boden stehen, bleibe und zum Himmel aufblicke, meine Kleider um mich spürend, das Gewicht meines Körpers in meinen Schuhen, den Rand meines Hutes, Luft, die an meiner Nase hinein und heraus geht, und beschließe, nicht mehr zu träumen. Danke. Danke für eure Aufmerksamkeit.
Wortlaut im Original
So once again, good evening everyone. Really such a delight to see all of you this evening. Tonight I'd like to center my reflections about Dharma practice through a poem. And it's a poem by William Carlos Williams. And the title of it is Thursday. So I'd like to share with you this poem. So it begins, I have had my dream like others and it has come to nothing so that I remain now carelessly with feet planted on the ground and look up at the sky feeling my clothes about me. The weight of my body in my shoes, the rim of my hat, air passing in and out at my nose and decide to dream no more. I've had my dream like others and it has come to nothing so that I remain now carelessly with feet planted on the ground and look up at the sky feeling my clothes about me. The weight of my body in my shoes, the rim of my hat, air passing in and out at my nose and decide to dream no more. I think one reason poetry can fit this spiritual practice Dharma practice so well is that it doesn't primarily give us new information. I think often it gives us another way of perceiving. And for me, I feel like this poem is inviting me to perceive and inhabit a way of living that doesn't depend upon the dream coming true. So I want to move through this poem slowly and I want to begin with the title, Thursday. What's up with that? When I first read this, it was probably the last word that would come to my mind if I just turned the line to the poem. I mean, it is such a unique title to a poem. And so when I slowed down with Thursday, like the feeling of Thursday, actually for me, Thursday is delightfully unremarkable. So Thursday, it isn't the weekend. It isn't Monday with its sense of beginning. And it isn't Friday with its sense of the end of the work week. And it's not even Wednesday right there in the middle. It's like Thursday's just Thursday. I could say it's perfectly ordinary. I think if you were to reflect on it right now, so much of life is Thursday. And I think most of our lives are not the moments that we've been waiting for. They're just ordinary like Thursday. They're not the amazing joy or the heartbreaking sorrow. They're not the huge crisis or profound revelation. Thursday is putting on your shoes. It's opening the refrigerator door. It's taking out the trash. It's answering an email, clipping your fingernails. Simply breathing. And the dreams of our lives, you know what they do? They turn all of these Thursday moments into, you could say, the mere hallway that connects one's seemingly significant room to another. So one question I want to offer you is, what happens to the life you're actually living when most of your life is perceived to be happening in the unimportant hallways while you wait to come to that door that finally opens to the life you've imagined and dreamed of? And I think all of this, for me now fits so well with the first line of this poem. You know, the poet says, I have had my dream like others and it has come to nothing. So when I hear that line and really slow down with it to really kind of feel into it, it brings to mind a period of my own life really when I was much younger. I did, I had a very clear dream about my life. You could say about my Dharma life, about my spiritual life. I wanted to live the Zen monk life. And part of the allure was that Zen, at least at that time in my life, seemed to me to contain everything I needed. And it was a beautiful dream. I could give myself to practice completely. I'd wake up in the morning and then have my whole life simply surrounded by Dharma practice until I went to sleep at night. And it is true, for about six years, I got to live inside that dream at a Zen center, at a Zen monastery. There is so much I loved about that life. I loved living in a world where the structure of it, Dharma practice encompassed everything. How I ate, how I walked, how I worked, how I spoke, how I moved through the day. And those years definitely shaped my spiritual life. But over time, things changed. One thing was just, it really was getting harder and harder on my body. It was a rough austere life. And things happening in that community increasingly made it clear that I couldn't stay. And I also began to sense that something was missing for me in that practice itself, that particular approach to Buddhist practice. And I remember when I had kind of was deciding this and it come to this decision, someone asked me why I was leaving. And I remember surprising myself of what came out of my mouth. I said something like, oh, my heart needs more kindness. And I hadn't planned that sentence. But in some ways it was, you could say, simply one sign that the dream was no longer able to hold everything I needed. And what made leaving difficult was that I wasn't leaving something I hated. I was leaving something that I deeply, that I loved deeply certain aspects of it. And I had to let go not only of that life, but also of the dream that I had formed around it. This dream that I'd finally found the form of living that contained everything I needed. And I think that was part of the pain. And I remember for quite a while after living, I felt pretty unmoored. I was just out there and really no idea what was next. I had day labor jobs, manual jobs, manual labor jobs. And of course my life looked nothing like I had imagined. But interestingly, the practice remained. This is one of the great things about getting on these manual labor jobs is like just simply feeling my body feeling my feet on the ground. My hands doing what they were doing, the movements of the body. That simple practice tethered me to the Dharma when so much else had come and done. And also finding community. Community was so helpful at that time. And it's interesting because there was something in that experience that I didn't fully understand at the time. And looking back on it now, I wonder if it has something to do with what the poet is pointing to when he says, I've had my dream like others and it has come to nothing. Because I think sometimes when a dream comes to nothing, it doesn't mean that what you lived was for nothing. I think this is really important. What comes to nothing is the dream you had placed around it. What you thought it would become or what you thought it would give you. I think this is so important to understand. And I imagine most of you know something about this. Whether it was around a relationship, a career, the family you thought you'd have, the body you thought you'd keep, retirement. Maybe what meditation would eventually become for you. And sometimes there comes that moment when you realize, oh wow, this isn't going to happen. The dream comes to nothing. Or perhaps more unsettling, it does happen. You get the job, the relationship, the thing you spent years trying to accomplish and discover it doesn't give you what you imagined it would. And in that sense, it still comes to nothing. And I think this gets very close to something the Buddha was pointing to. There's a verse in one of these early Buddhist texts that goes, don't run back to the past. Don't anticipate the future. What's past is left behind. The future not arrived. And I think this is more radical than simply stay in the present moment. I think it's about being careful about making your ability to fully inhabit your life contingent upon some dream being fulfilled. And when I point this out, I do want to be, I want to be careful here. The reason I want to be careful here is because there's nothing wrong with dreaming. There are beautiful and wholesome aspirations that one can have. I think the question is more subtle, which is, when does a dream cease to be something you move toward and instead become the oppressive condition you place upon being fully alive right now? It's like, when does some imagined future kind of quietly begin to whisper something like, you can't fully live until this happens or that happens. And maybe that's one of the reasons this poem I think is kind of unsettling. I've had my dream like others and it has come to nothing. Yet then the poet does something quite striking. And I want to point out what he doesn't say, because I think it highlights what he says. He doesn't say, my dream came to nothing, but I found another new dream. Instead he says, my dream came to nothing so that I remain carelessly with feet planted on the ground. It's like that little phrase, so that changes everything. Because in the poem, the coming to nothing of the dream seems somehow connected to what becomes possible. It's not simply something he has to recover from that he's lost a dream. The fact that the dream has come to nothing, something's opened up as a result of the dream coming to nothing. And maybe you remember what opens up, it's really quite simple. He says, I remain now carelessly with feet planted on the ground and look up at the sky, feeling my clothes about me, the weight of my body in my shoes, the rim of my hats, air passing in and out at my nose. And I think this word carelessly is important too, because he's obviously not careless in the sense of being inattentive. He is noticing everything in the here and now. So maybe carelessly means something closer to, for this moment, he's no longer carrying the burden of having to make his life become something else. Maybe there's nothing he has to get from this moment. And instead he could just be here for this moment. And this is where the language of the poem changes and maybe you heard this at the beginning, dream, nothing, and then suddenly feet, ground, sky, body, air, nose. It's like the poem comes down out of the dream and actually into this world. You can hear that. And what I love about this poem is the poet doesn't tell us be in the present moment. Rather he's revealing a world that was already there, but the dream was making difficult to see. And I think this is what feels so radical to me. The alternative to the dream is not a better dream. It's just ground, it's sky, it's body, it's air. It's breath. It's just Thursday. And I think maybe this is one way of understanding something in Dharma practice. You know, often freedom is imagined as something being added. Finally getting the right experience, right relationship, maybe the right state of mind, the right insight. But sometimes freedom has much more to do with something no longer needing to be there. And I think this is key to understand in terms of the kind of freedom the Buddha was pointing to. Maybe there's a way of living in which the ordinary doesn't have to justify itself by leading somewhere else. The ordinary can just be ordinary, it can just be Thursday. And then the poet ends the poem with this interesting line, and to decide to dream no more. And I'll be honest, when I first was reading this poem and I heard that line, it just... It sounded bleak. I tried. It didn't work. And I give up. But when I slow down, for me that's not where the poem has taken me. I really slow down with it, and maybe you're feeling that, oh it's taking me somewhere much different than it. Because by the time he says dream no more, he hasn't withdrawn from life. He is intensely here, his feet are on the ground. So maybe dream no more doesn't mean hope no more. Maybe it means I no longer need the dream in the same way. There's a Buddhist word that I was all teaching around that comes to mind around this. The Pali word, Pali being one of the early scriptural languages of Buddhism is nibbada, which is often translated as disenchantment. So disenchantment, as I mean it here in terms of this Pali word nibbada, it doesn't mean you were wrong to care deeply about what once mattered. This is important. It can simply mean that the enchantment with it loosens. The sense that this one thing has to be everything or has to finally make your entire life okay can actually drop away. And I think this is one of the sweet freedoms of disenchantment. It's like you can still give yourself deeply to something without asking it to be everything. Yet maybe you notice, like my mind does, our minds are always attempting this to find everything and just something. So I think from this perspective, you can still have aspirations. You can still care passionately about other people and other beings in the world. But perhaps you can stop asking a particular dream or even the future itself to perform an impossible task to finally make this life okay. Maybe the last phrase means that the dream is no longer where you live and instead you live here and your life is no longer postponed until the dream comes true. This brings me back to the title. I really do love this title. Thursday and at the beginning I said that Thursday is so perfectly ordinary. It's not the beginning, it's not the ending, it's not the weekend, it's not the middle, it's not the big day that you've been waiting for. It's just Thursday. It's just this ordinary life. And maybe just for a moment you can notice that even right now, you can feel your feet right now, maybe you feel the weight of your body where you're sitting, the air coming and going out of the body. And maybe there's a way of perceiving all of this in which it's not merely the hallway leading to some more important room, maybe this is life. So can you discover a way of living that doesn't depend on the dream coming true? And not because dreams are wrong, but because your life is already happening. It's happening right here and it's happening right now on this utterly ordinary Thursday. So the poem once again, I've had my dream like others and it has come to nothing so that I remain now carelessly with feet planted on the ground and look up at the sky, feeling my clothes about me, the weight of my body in my shoes, the rim of my hat, air passing in and out at my nose and decide to dream no more. Thank you. Thank you for your attention.